Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
Strick1 bis Strickerin (Bd. 6, Sp. 702 bis 707)
 
Strick1, m.
Strick2, f.
Strick-abend, m.
Strick-büchse, f.
strickeln, schw.
stricken1, schw.
stricken2, Adj.
Strickens, n.
Stricker
Strickerei, f.
Strickerin, f.
Stricker-stube, f.
Strickes
Strickets, n.
Strick-frau, f.
Strick-fräulein, n.,  f.
Strick-geschirr, n.
Strick-halfter, n.
Strick-hosen, Pl.
Strick-huppsen, n.
Strick-hupps'cherns, n.
Strick-jack(en), m.
Strick-kasten, m.
Strick-korb, m.
Strick-kränzchen, n.
Strick-laufen, n.
Strick-lehrerin, f.
Strick-maschine, f.
Strick-nadel, f.
Strick-rahme, f.
Strick-sach, n.
Strick-schule, f.
Strickschul-frau, f.
Strickschul-fräulein, f.
Strickschul-lehrerin, f.
Strickschul-schwester, f.
Strickschul-tante, f.
Strick-spieß, m.
Strick-strumpf, m.
Strick-stube, f.
Strick-stunde, f.
Strick-tante, f.
Strick-wams, m.
Strick-weste, f.
Strick-wolle, f.
Strick-zeug, n.
Strickzeug-beutel, m.
Striedel
strief, Adj.
Striefe, f. m.
Striefen, f. m.
Striefel, m.
Striefen
striefen, schw.
striefig, Adj.
Striegel, m.
striegeln, schw.
Strieme, f. m.
Striemen, f. m.
striemicht, Adj.
striemig, Adj.
striepig, Adj.
Striez, m.
Striezel1, m.
Striezi, m.
Striezel2, m.
striezen, schw.
Striffel, m.
Striffel-haube, f.
striffeln, schw.
Striffel-schürz, n.
Striffen, m.
strikt, Adv.
stripp
Strippe
strippen
Strippjacke
strippsen
Stritz-büchse, f.
Stritze, f.
Stritzel-büchse, f.
Stritzelchen, n.
stritzeln, schw.
stritzen, schw.
Stritzen-gebackenes
Stritzen-haus, m.
Stritzer, m.
Stritzerin, f.
Stritz-gebackenes, n.
Stritzi
strizeln
stro
Stroh, n.
Stroh-bank, f.
Stroh-bär, m.
Stroh-bausch(en), m.
Stroh-bauscht, m.
Stroh-bett, n.
Stroh-binder, m.
Stroh-blume, f.
   Strick1 m.:
1.
a. 'dickeres, aus Hanf o. ä. gedrehtes Seil', etwa fingerstark oder dicker, Strick (drig)

[Bd. 6, Sp. 703]
[verbr., Mang 97 Müller Dietschw 63], (drik) [Bertram § 76 Christmann Kaulb 14 Höh 78 Karch Gimmdg/Muttstdt 35], Pl. wie Sg.; vgl. PfWB Seil1 1; Zs.: Anbinde-, Bast-, Batzen-, Bind-, Dreibatzen-, Ernte-, Fall-, Galgen- 1, Heu-, Heubaum-, Kälber-, Kuh-, Spann-, Wagen-, Wiesbaum-, Windestrick; e St. drehe [ KU-Schmittw/O]; mim Strick huppse 'mit dem Seil springen', ein Kinderspiel [Kaislt]; vgl. hierzu PfWB Strickhuppsen und Eichhoff WA 51. Der fehrt (führt) die Kuh am St. [ KL-Reichb]. De Hund hot de St. (an dem er angebunden war) dorchgebeß [ RO-Lohnsf]. RA.: ääm e St. drehe 'einem etwas antun wollen, für seine Bestrafung sorgen' [ NW-Geinsh, mancherorts]; e St. um de Hals mache 'verheiraten', scherzh.-ironisch vom Bild des an der Leine geführten Tiers [ HB-Höch]; 's rechet Strick 'Es regnet in Strömen' [GH-Schwegh, vereinzelt SOPf]; wann alle Strick reiße 'im ungünstigsten Fall' [ KU-Kaulb]. RA. für Selbstmord (durch Erhängen) begehen: sich e St. kaafe [ RO-Wartbg], sich e St. um (an) de Hals mache [ KL-Stelzbg, mancherorts], sich e St. an de Hals henke (benne) [ WD-Niedkch, vereinzelt]. Er esch in de St. gange [ LA-Wollmh]. Er hot prowiert ob de St. net verreißt [ LU-Fußgh]. Weitere RA.: Er is am Enn vum St. 'Er ist am Ende seiner Möglichkeiten, weiß nicht mehr weiter' [PS-Saalstdt, Fogel Prov. Penns Nr. 1639]. Er hat schun de St. am Hals, dass. [ FR-Bockh]. Er hot Nerve wie en St., von einem Nervenstarken [ BZ-Dernb]. Dem werrn die Oodere (Adern) so dick wie e St., vor Zorn [ LU-Opp]. Der määnt, er dät e Krott am St. fihre 'Er meint, er hätte etwas ganz besonderes' [Kaislt]. Der weeß aa, wie mer 's Hindche fihrt, daß es net ufs Strickelche macht 'Er weiß (durch Schöntun) seinen Vorteil zu wahren' [Kaislt]. Er is de St. net wert, wo mer'n dran ufhenkt, von einem großen Nichtsnutz [Kleeberger 128]. Er ißt, mer mäint, er hät e St. am Hals, wie jemand, der vor seiner Henkersmahlzeit sitzt [ KU-Schmittw]. SprW.: Gott gibt die Kuh, awwer nit de Strick dezu [ LU-Oggh]. Hat de Deifel die Gääß g'holt, kann er aach noch de St. hole 'Ist die Hauptsache verloren, kommt es auf Nebensächlichkeiten auch nicht mehr an' [GH-Kand, verbr.], ähnl.: Hot der Jud die Kuh geholt, kann er de St. aach hawwe [ BZ-Billh]. Wann de Karre laafe soll, muß mer am gleiche St. ziehe [Krieger 28]. Volksgl.: En Stick Strick, wu en Mensch sich g'henkt hot mit, kjurt (engl. cure 'kurieren') fallet Kranket [Fogel Beliefs Penns Nr. 1548]. Brauchtum: Wenn das Brautpaar von der Kirche kommt, versperren Kinder ihm den Weg, indem sie über den Weg de St. halte (spanne). Das Brautpaar muß sich durch Werfen von Geld, Süßigkeiten auslösen [ NW-Hardbg, mancherorts]. Einen VR. s. PfWB Kanzel 1. Rätsel vom St.: Ich schmeiß ebbes korz uff's Dach un lang kummt's runner [Hebel 115]. a. 1615: und sonst hin und wider, nach hoch und nider-Wiltpret zue Jagen, zueschießen, vom strickh zuehetzen, zue fischen und

[Bd. 6, Sp. 704]
ander mehr Weidtwerkh [Vogel 25]. —
b. vgl. PfWB Teufelsstrick. —
2.
a. 'frecher Junge, Lausbub, Schlingel, Schelm, Taugenichts' [verbr., Lambert Penns 145]; Zs.: Galgen-, PfWB Lumpenstrick; Syn. s. PfWB Tagedieb. 's esch en St. [ LA-Venn]. 's isch e fauler St. [ GH-Zeisk]. Mer waar jo alsemol e St. [ KU-Reipkch]. Do hockt e Klass' vun fufzig Stick: / Die Hälft is brav, die Hälft sin Strick [Münch Werke II 249]. —
b. Name für Hunde, bes. Dackel [ KU-Hinzw KB-Kriegsf]. — RhWB Rhein. VIII 836/37; LothWB Lothr. 506; ElsWB Els. II 629.
 
  
Strick2 f.: = PfWB Strickabend, Strick [ KU-Dittw]; wohl verkürzt aus PfWB Strickstube o. ä.; Syn. s. PfWB Spinnstube.
 
  
Strick-abend m.: 'abendliche Zusammenkunft zum gemeinsamen Stricken, Spinnen', Strickowend [ KB-Lauth LU-Iggh NW-Frankeck Weish/S LA-Gommh]; Syn. s. PfWB Spinnstube. — -büchse f.: 'Kinderspielzeug aus einem ausgehöhlten Stück Holunder zum Stricken von Seilen', -bicks [Thielen 109].
 
  
strickeln schw.: 'Schlingen legen, wildern', strickle [ GH-Scheibhdt]; vgl. PfWB schlupfeln, PfWB schlingeln.
 
  
stricken1 schw.:
1. 'Fäden mit Hilfe von Nadeln zu einem Gewebe verknüpfen', stricke (drigə) [verbr., Lambert Penns 145 Krämer Gal 209], strecke (dregə) [ WD-Niedkch]; Zs.: PfWB anstricken; e Strump st. [Kaislt, verbr.]; e g'strickdi Kapp [ LU-Alsh]. Die kann noch käin Strump stricke, von einer Frau, die die (um 1930) typischen Frauenarbeiten nicht beherrscht [ KU-Schmittw/O]. Jetz kummt mer widder ans Stricke, in der Winterszeit, wenn die Arbeiten draußen erledigt sind [ LA-Gommh]. Wann er heemkumm is, do hot er sein gestricktne Wammes angedun un is ins Wertshaus karte [ ZW-Gr'bundb]. RA.: Er hot e gestrickte Mage, von einem Vielfraß (weil Gestricktes sehr dehnungsfähig ist) [ LU-Opp, mancherorts]. 's zieht sich wie e gestrickter Strump [ KU-Schmittw/O]. Er versteht vun de Arwet so veel wie e Gääß vum Stricke, die verknoddelt alles [ PS-Saalstdt]. Wie er gestrickt is, so verreißt er aach 'Er bleibt wie er ist' [ KU-Schmittw/O]. AR.: 1, 2, 3, 4, 5, / strick mir ein Paar Strümpf, / nicht zu groß, nicht zu klein, / sonst mußt du der Heckmann (Haschmann) sein [ KB-Mauchh, mancherorts]. —
2. vgl. PfWB verstricken. — RhWB Rhein. VIII 837; LothWB Lothr. 506; ElsWB Els. II 629.
 
 
stricken2 Adj.: 'aus einem Strick bestehend'; die stricken Lein (im Ggs. zur ledern Lein) am Pferdegeschirr [ Gal-Dornf]. — Stoffableitung zu PfWB Strick wie PfWB holzen zu PfWB Holz.
 
 
Strickens n.:
1. 'Strickzeug', sowohl die Nadeln wie auch die angefangene Strickarbeit, Strickes [IB-Blieskst NW-Wachh BZ-Hergw, Mang 97 Don-Schowe]; vgl. PfWB Strickets. —
2. 'das Stricken' [Lambert Penns 145]. — RhWB Rhein. VIII 839 Strickes.
 
 
Stricker in Hosenstricker.
 
  
Strickerei f.:
1.
a. 'das Stricken, die Strickar-

[Bd. 6, Sp. 705]

[Bd. 6, Sp. 707]
beit', Strickerei [vereinzelt, Don-Werb Gal-Dornf]. —
b. = PfWB Strickabend, Streckerei [ WD-Niedkch]; Syn. s. PfWB Spinnstube. —
2. 'Betrieb, der Strickwaren anfertigt', Strickerei [Kaislt]. — LothWB Lothr. 506.
 
  
Strickerin f.: 'Handarbeitslehrerin', Strickern (drigərn) [ LA-Gommh GH-Leimh].