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Stecken bis Stecken-jäger (Bd. 6, Sp. 463 bis 470) | |||
Stecken, m. stecken1, schw. stecken2, st. Stecken-bein, n. stecken-beinig, Adj. stecken-bleiben, st. Stecken-bohnen, Pl. Stecken-förster, m. Stecken-gaul, m. Stecken-hübel, m. Stecken-jäger, m. Stecken-kalb, n. Stecken-liese, f. Stecken-peter, m. Stecken-pferd, n. Stecken-reff, n. (f.) Stecken-reiter, m. Stecken-schlagen, n. Stecken-spitze, f. stecken-steif, Adj. Stecken-strauß, m. Stecken-zaun, m. Stecker, m. Steck -garn, n. -gofe, f. -graben, m. -grundbirne, f. -hahn, m. steckig, Adj. Steck-kalb, n. Steckkalb-fell, n. Steckkalb-fleisch, n. Steckkalbs-haut, f. Steck-knebel, m. Steck-lande, f. Steckling, m. Steck-nadel, f. Stecknadel-samen, m. Stecknadels-kopf, m. Stecknadel-sucherin, f. Steck-rebe, f. Steck-reff, n. Steckrüben-geiß, f. Steck-saat, f. Steck-schaufel, f. Steck-schere, f. Steckser, m. Steck-spengel, f. Steck-weiler, ON Steck-wiese, f. Steck-zwiebel, f. Steegen, ON Stefan, m. Stefans-tag, m. Stefans-turm, m. Steffens-wiese, f. Stefze, f. m. Stefzen, f. m. Stefzen-kopf, m. Stefz-zahn, m. Steg, m. Stegen, ON Stegen-haus, n. Steg+-graben, m. Steg-leiste, f. Steg-reif, m. Stegreif-rede, f. Steg-wiese, f. Steh-bau, m. stehen, st. stehen-bleiben, st. stehen-lassen, st. Steh-fallum, m. Steh-geld, n. Steh-haar, n. Stehhaars-kuh, f. Steh-kragen, m. Stehkragen-bauer, m. Steh-lampe, f. Steh-leiter, f. stehlen, st. stehlens-wert, Adj. Stehler, m. Steh-licht, n. Steh-machen, n. Steh-ohr, n. Steh-platz, m. Steh-salat, m. Steh-schoppen, m. Steh-umlegkragen, m. Steh-waage, f. Steier, m. steif, Adj. steif-beinig, Adv. Steif-bettler, m. steifen, schw. Steif-fresser, m. Steif-gefressener, m. steif-gestärkt, Adj. | 1. 'ein dünner Holzstab, Stock', Stecke (dęgə) [verbr., Christmann Kaulb 12, 77 Glass 96 Hussong Kirkel 146 Karch Gimmdg/ Muttstdt 38 Mang 93 Müller Dietschw 61 Lambert Penns 142 Jakob Hw. 28 Krämer Gal 206], Stacke (dagə) [ RO-Rehborn]; Pl. Stecke [verbr.], Steckere (sdęgərə) [FR-Maxd (Bertram § 304)]; Dim. Steckelche [KU-Schmittw/O LU-Alsh Krämer Gal 206 Jakob Hw. 28]; Dim. Pl. Steckelcher [ KU-Schmittw/O], Stecklich [ BZ-Heuchh]; vgl. PfWB Pfahl, PfWB Stab 1; Zs.: PfWB Acker-, PfWB Besem-, PfWB Bind-, Planken-, Bohnen 1-, Brücken-, Flegel-, Fleisch-, Grieß-, Hanf-, Hochzeitsbitter-, Kläpper-, Knopf-, Knüppel-, Knuppert-, Kunkel-, Lad-, Leuchsen-, Meß-, Ofen-, Quack-, Rechen-, Reh-, Reif-, Riester-, Ringel-, Schäfer-, Schaub-, Schützen-, Spazier- 2, PfWB Spinn-, PfWB Standen-, Stückstecken; e dicker St. [ KL-Hütschhs]; de St. ringele 'spiralenförmig die Rinde abschälen' [Schandein Sprachsch. 69]; Stecklich spitze [ BZ-Heuchh]. In äner Hand hat de Belzenikkel 'Nikolaus' en St. [ LU-Alsh, KL-Hütschhs PS-Schmalbg]. RA.: Steckelche schneire 'wirtschaftlich Erfolg haben' [ FR-Mühlh]; mit dem St. ins Wespenescht fohre (stoße) 'jemanden zum Zorne reizen' [ Gal-Bagbg]. Nach einem guten Essen sagt man: Das war besser wie e St. wedder 's Been geschlaa [ KU-Diedk]. Wenn jemand etwas sucht und bei einem anderen danach fragt, sagt man: Ewe hot's e Judd uf em St. fortgetraa [ Gal-Bagbg]. Mer määnt, er hätt en St. im Kreiz, von einem, der sich bei der Arbeit nicht gerne bückt; von einem steifen, unbeweglichen Menschen [KU-Diedk Schmittw/O RO-Dielkch PS-Erfw LU-Friesh NW-Hardbg LA-Gommh Ilbh Mörzh Land BZ-Dierb GH-Kand], dass. für einen Menschen mit Rückenschmerzen [ KB-Kriegsf]. Er hot Stecke in de Bään, dass. [ LU-Opp]; steif wie e St., dass. [ KB-Kerzh Don-Schowe]. Der kann sich e St. dezu stecke 'Der bekommt nichts' [Krieger 16]. Wann der's net [Bd. 6, Sp. 464] gefällt, kannscht de der e St. dezu stecke [Hebel 28, KU-Kaulb Heeger Kerwe 40], wann's net glaawe willsch ..., Beteuerung einer Aussage [PS-Saalstdt, Thielen So rerre mer 112]. Wann der's net langt, steckscht der en St. dezu [LU-Friesh NW-Haßl Spey, Bernhard 153]. Wann deersch net schmackt, Perer, dann kannschde dr e St. drbeistecke, du rorer Voggediewes (Vokativus)! [NPfGV 8/1934]. Ich loss dich iwwer de St. huppse 'verhauen' [ IB-Herbh]. Dem hun ich mereme St. de Stäib aus de Hosse gekloppt, dass. [ KU-Schmittw/O]. Er danzt wie e Lumbe am St. 'tanzt eifrig' [KU-Trahw ZW-Krähbg GH-Kand Krieger 23 PfRh. 13/1934]; vgl. Röhrig 2 S. 613. Do turn ich wie e Lump am St. [Münch Werke II 210]. Er gieht mem St. bei e verreckt Hingel, von einem Angsthasen [Thielen So rerre mer 112]. Die hot viel Koraasch, die geht mer em St. zu me dore Hinkel, dass. [ KU-Schmittw/O]. SprW.: De Stecke hot zwee Enn [Don (Steinmetz)]. 's ich ken Johr an e St. gebunn, 's geht jede Dag e Stick erum [ PS-Th'eischw mancherorts Don Gal Buch]. In de Jugend muß mer sich e St. schneire, daß mer sich im Alder dron hewe 'halten' kann [ KU-Schmittw/O]. Mer muß in de Juchend de St. zur Stitz im Alder schneire [ BZ-Dierb]. a. 1430: eichen holtz ... hauwen zu stekken lenderichen pfehlen oder zureuffen [StArch. NW-Deidh]. a. 1602: aber dem von Eltz gar nit, der mueß sein stecken selbst mitführen [ABlieskst 110]. — 2. bes. Arten von Stecken. a. 'ein schlanker Zweig, bes. vom Haselnußstrauch, vom Weinstock', Stecke [ KU-Reipkch LA-Herxhwey]; Dim. Steckelche [ KU-Bedb], Steckel [ NW-Wachh]; Zs.: PfWB Haselnuß-, PfWB Haselstecken; e schän Steckelche [ FR-Merth]. Wann's Schloose 'Hagel' gibt, fließt Reweblut, / dann bleiwen leere Schdecke [Burgey Keschte 24]. — b. 'der Stengel der Sonnenblume' [ KB-Bubh]. — c. 'das spanische Rohr, der Rohrstock zum Prügeln' [ HB-Kirrbg ZW-Battw LU-Limbghf NW-Frankeck]; Zs.: PfWB Täpel-, PfWB Rohrstecken; vgl. PfWB durchhauen 2, PfWB verhauen 1. De Faulenzer krieht mit em St. [RO-Sippf]. Mit Knippel, Sense un mit Stecke, / Do krie'n die Feind e großer Schrecke [Münch Werke I 87]. 14 Dag lang deht ich dem Kerl mit m St. nooschpringe! [Kühn Kumödi 28]. RA.: e St. ins Kreiz schloon, dass. [ KU-Schmittw/O]; e St. onmesse [ KU-Schmittw/O]; mit dem St. Stroof krieje, dass. [ HB-Kirrbg]. SprW.: Wer e Hund schlaa will, find aach e St. [mancherorts Don Gal Buch]. Volksbr.: Fastnachtsheischelied: Hannabelche Han, die Fassnacht is an, / Fett ins Sippche, Aijer in die Pann, / die Pann rappelt, die Pann rappelt / die Kichelcher sinn geback, / eraus met, eraus met, e paar in meine Sack. / Is e gut Fraa im Haus, langt se mer e Kichelche raus, / is e beeser Mann im Haus, langt er mer en St. eraus [ KU-Hundh]. AR.: Sechs mal sechs is sechsedreißich / un de Lehrer is so fleißich / un die Kinner sin so dumm / geht de St. hinnerum [ LU-Muttstdt]. VR.: Mein Mudder kocht Schnitz. / Derf ich dran lecke? / Kummt se mit'm [Bd. 6, Sp. 465] Stecke. / Spring ich zu de Magd, / Do wer ich ausgelacht. / Spring ich zum Knecht, / Das war recht [GH-Weingt (Wilde 10)]. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, / meine Mutter kocht Saft / mecht gern e bissel schlecke / kummt se mit em St. [ BZ-Billh]. Weitere VR. s. PfWB Mutter 1 a, PfWB Schmied 1. — d. 'der Spazierstock, der Gehstock mit gebogenem Griff' [ LA-Venn]; vgl. PfWB Spazierstock; Zs.: PfWB Gang-, PfWB Hakel-, PfWB Spazierstecken. Er geht om e St. [ KU-Schmittw/O]. Jetzt harrer noch zwee Tritt. Sei Stecke gewwem Halt [Ranssweiler 78]. RA.: Er hot Dreck am St. 'Er hat Fehler gemacht; ist vorbestraft' [WD-Niedkch KL-Reichb Pirmas KB-Kriegsf LU-Opp NW-Hardbg Hussong Kirkel 146 Gal-Josbg]. Der hat Dreck am St. in dere Sach 'Der steht unter Verdacht' [ NW-Freinsh]. Er hät schun Dreck genunk am St. [Münch Werke I 71]. — e. 'der Peitschenstiel', auch die Peitsche selbst [ KU-Hundh RO-Dielkch KL-Matzb KB-Bubh FR-Mörsch]; Zs.: PfWB Peitschen-, PfWB Geißel-, PfWB Holzstecken. — f. 'Holzstab mit Eisenspitze (auch Nagel) zum Beschleunigen beim Schlittenfahren auf dem Eis, auf ebener Fläche', Pl. Steckere [FR-Maxd (Bertram § 304)]; vgl. PfWB Stachel 4. — g. 'Kinderstelze'; Steckelches laafe 'Stelzenlaufen' [ KL-Fischb]. — h. 'gabelförmiger Sommertagsstock, mit Bändern geschmückt' [ PS-Geisbg]; Zs.: PfWB Buchs-, PfWB Brezel-, PfWB Riraro-, PfWB Rira-, PfWB Sommer-, PfWB Sommertags-, PfWB Stabausstecken; Syn. s. PfWB Sommertagsstock; s. Abb. 88e. — 3. übertr. a. 'langer, dünner Mensch' [KU-Einöll Obw/Tiefb HB-Peppk ZW-Schmitshs KL-Matzb LU-Alsh/Gr NW-Haardt BZ-Schweighf Steinf GH-Leimh Rh'zab Gimmel in PfL 27. 11. 1922]; Zs.: PfWB Bohnen- 2, PfWB Gäukelstecken; Syn. s. PfWB Gammel 1, PfWB Riese1 1; langer St. [ RO-Dörrmosch PS-Hermbg BZ-Münchw]; e derre St. [ FR-Grünstdt]. Des esch en langer St. [ ZW-Mauschb GH-O'lustdt]. S'is sunscht keener do, wie so e langer, derrer St., met zwee schwarze Tuppe unner de Nas un eme braune Käschtche unnerm Arem [Müller Lottche 26]. So e St., denne schneid mer sich noch an de letschte Heck, sagt die Frau verächtlich zu einem Werber [R. Müller Die Borjemeeschterwahl 1913 40]. — b. 'eine flachbrüstige Frau' [ PS-Erfw]. — c. Pl. 'lange, dünne Beine' [mancherorts ges. Pf]; vgl. PfWB Bein 2; Zs.: PfWB Reffenstecken. Der hot lange (e Paar, derre) Stecke [ PS-Erfw Fehrb FR-Bockh LA-Gommh]. Ehr Flitschelreckche sell nix decke, / ei jo! - mer sell recht siehn ehr Stecke! [Christmann Grummet 36]. — 4. FlN, amtl. Im Stecken [ NW-Mußb]. — Mhd. stecke 'Stecken, Knüttel, Pfahl, Pflock' ( Lexer Lexer II 1156). — RhWB Rhein. VIII 560/61; LothWB Lothr. 494; ElsWB Els. II 580/81; SSA IV/5.09. 1. 'etwas an einen bestimmten Platz bringen, stechend befestigen, hineintun', stecke [verbr. ges. Pf Bertram § 56 Castleman Zwbr. 27 Christmann Kaulb 9 Henn Mda.-Int. 100 Karch Gimmdg/Muttstdt 37, 114 Müller Dietschw 61 Schneckenburger 54 Lambert Penns 142 [Bd. 6, Sp. 466] Krämer Gal 206]; Part. Perf. g(e)steckt [KL-Einsdhf Henn Mda.-Int. 100 Karch Gimmdg/ Muttstdt 108, 214 Krämer Gal 206]; Zs.: an-, auf-, be-, dabei-, dahinter-, daran-, darein-, dazu-, durch-, ein-, heraus-, herum-, hinauf-, hinaus-, hinein-, hin-, PfWB hochstecken; vgl. auch PfWB Gesteck, PfWB gestekkeltvoll, Löffel-, PfWB Rumsteck. 's Geld in de Sack st. [Krämer Gal 206], Geld in ebbes st. [Lambert Penns 142]. Die beese Kinner steckt de Nickeloos in de Sack [ KL-Hütschhs]. Mädchen haben ihre Haare gezopft und tragen sie gesteckt [ KL-Fischb]. RA.: die Fieß unnerm Vatter sein Disch st. 'von den Eltern ernährt werden' [ PS-Schmalbg]; unner die Nas st. 'jemanden an etwas Unangenehmes erinnern' [ PS-Ruppw]. Steck der e Stein in de Sack, sunscht jaht dich de Wind fort, sagt man zu einem hageren Menschen [ KU-Schmittw/O]. Steck der 's an de Hut (hinnich de Spiel (Spiegel)) 'Das solltest du dir merken!' [vereinzelt Don Gal]. Er hat sein Geld in e lecherige Beitel gesteckt 'Er hat Geld verliehen und bekommt es nicht wieder' [ KL-Einsdhf]. Er steckt sein Geld (alles) ins Land 'Er streut viel künstlichen Dünger' [ WD-Niedkch PS-Fehrb NW-Frankeck BZ-Albw]. Wann de nit do bischt wammer esse, krieschde e Wisch in de Hawe gesteckt [ KU-Bedb Diedk Kaulb]. Do kammer doch die Händ net in de Sack st. 'Bei Streitigkeiten kann man nicht untätig zuschauen' [ GH-Schwegh]. Ich stecke dich in de Arsch for e Langkert 'Längsbalken am Wagen', prahlerische Streitaufforderung [ KU-Roßb]. Er hot 's em gesteckt wie de Stefan seiner Gluck, der hoðer Salz in de Arsch gesteckt, von einer verkehrten, unzweckmäßigen Handlung [ KU-Kaulb]; Var. s. PfWB stecken1 4 a, PfWB Stefan. Des steckt er nit hinner de Spichel 'Er hat als Denkzettel Prügel bekommen' [ NW-Haardt]. Der steckt dich in de Sack 'Der ist dir überlegen' [ KU-Kaulb]. Wart, dem steck ich de Kopp zwische die Ohre!, scherzhafte Drohung der Erwachsenen gegenüber Kindern [KU-Kaulb, KU-A'glan Kus KL-Wörsb Pirmas LU-Alsh PfId. 78 Steinmetz]. Ein neugieriger Mensch muß sei Noos in alles stecke [PfMHk. 7/8 1925 173, KU-Schmittw/ O Kus], ... in de Kochhawe st., vom Topfgucker [ KU-Kaulb]. Der stickt sein Nas in alles, was en nix angiht [RO-Rehborn, Lambert Penns 142]. Du steckscht jo die Nons ins Glas, wann de trinkscht!, scherzhaft zu einem trinkenden Kind [ KU-Schmittw/O]. Der steckt sei Nas in alle Dreck 'kümmert sich um anderer Leute Sachen' [lothr. SWPf]. Sie stecken weller (wieder) enanner die Nas in de Arsch 'Sie schmeicheln einander wieder auf üble Weise' [lothr. SWPf]. Stecken mol die Näs in die Äsch!, sagt die Hausfrau, wenn sie bei besonderen Gelegenheiten (Hausbau, Ernte, Dreschen) die Zahl der Tischgänger feststellen will [ Gal-Bagbg]. Der steckt sein Maul net in de Sack 'Er schweigt nicht' [ KU-Schmittw/O]. Der steckt sei Maul in alles 'mischt sich in alles ein' [ KU-Lohnw]. Sie hot sich in [Bd. 6, Sp. 467] de Staat gesteckt 'herausgeputzt' [ FR-Bockh]. Dem kammer aach kään Finger ins Maul st. 'Dem ist nicht zu trauen' [ KU-Schmittw/O KL-Hütschhs]. So was steckt sich net en die Klaarer 'Der Kummer eines Menschen dringt durch seine Kleider nach außen, er kann ihn nicht verbergen' [ FR-Bockh]. SprW.: Wem mer net hold is, dem steckt mer keen Maie [NW-Weish/S Hebel 47]. Volksgl.: Fer'n Kind as aagewachse is / Do hot mer'n Mittel, helft gewiss / Des muß mer därich en Kummet stecke; / Wann's bissel kreischt, du net verschrecke! [Birmelin Penns Gezw. 68]. Volksmed.: Watt in die Wund st., daß se nit zu frih zuhäält [ LU-Opp NW-Kallstdt LA-Maik]. KR.: Ich weß, was ich mach / ich hipps en de Bach / fang mer e Freschelche / lech 's uf 's Dischelche / nem e Gäwelche / steck 's ins Schnäwelche [ LA-Nußd]. KR.: Fastnachtsheischevers der Kinder: Die Faasnaacht, die Faasnaacht! / Die Kiechlscher sinn geback. / Gebb meer änns, gebb meer änns! / Isch schdeck se in mei Sack [PS-Rodalb (Bernhard 206)]. Var. s. PfWB Hanapfel 2. Kinderspiel: Pifferling ins Loch st., ein Suchspiel der Knaben, bei dem eine Scherbe versteckt wird [Kaislt]. — 2. 'stekkenbleiben', in der RA.: Die Wind hän sich gesteckt, von Darmblähungen [ LU-Friesh NW-Ellstdt]; vgl. PfWB versteckeln 2. — 3. als Garten- und Feldarbeit. a. 'Pflanzensamen oder -teile in den Boden bringen'; Bohne (Erbse, Gummere, Zwiwwele, Grumbeere, Dickwurzelkern, Kären, Soot) st. [mancherorts ges. Pf, Wilde 285]; vgl. PfWB Kern 4 b, PfWB legen I 1 b. Tulwe hätt mer stecke misse! / Odder, besser noch, Narzisse [Ranssweiler 36]. BR.: Stecksch mich im April, / kumm ich, wann ich will. / Stecksch mich im Mai, / kumm ich glei, von der Kartoffel [GH-Vollmw, Bergz (Kamm 123) VPf (Wilde 118)]. Florian (4. Mai) - steck die Bahn (Bohne)! [ SP-Mechth]. — b. 'Reisig oder Pfähle als Stützen für rankende Pflanzen (Bohnen, Erbsen, Weinreben) in den Boden drücken'. Die Erbsehecke un Bahnestecke werre gesteckt [ KL-Fischb]; Peel (Pfähle) st., im Weinberg [ RO-Rehborn]; vgl. WKW 51. RA.: Steck der e Stecke debei, wann der's net gefällt 'Laß es bleiben, wenn du willst' [ KU-Diedk Schmittw/O]. — 4. übertr. a. 'jemandem eine (unangnehme) Wahrheit sagen, etwas verraten', in RA.: ääm (ebbes) st. [mancherorts, Bayer Hackm. 67 Bernhard 154 Kamm 78 Müller Dietschw 62 Thielen 107]; Syn. s. PfWB ribbeln 3 a; gesteckt for drei Penning [KU-Brück, Damm Nawwel 73]. Ich schteck's 'r liewer mündlich [Sommer So Sache 92]. Ich werd's (will's) em noch st. [LU-Opp Lambert Penns 142]. Dem hun (han, heb) ichs emol gesteckt [mancherorts, Kühn Hamet 136 Müller Luscht un Lewe 26 Wilms Alph. 51]. Er steckt 's em emol gehörig unn verkaaft 's em forn Kreizer [PfMHk. 7/8 1925 173]. Ich hann der sem (sie ihm) g'steckt, daß kee Hund kee Maulvoll Brot vunnem freßt [ KL-O'arnb]. De Feena is noh dabber riwah kumma un hut mirs gschteckd [Reichard Penns 315]. — b. 'verhauen, eine Ohrfeige geben', in [Bd. 6, Sp. 468] RA.: eeni st. [NW-Rödh, NW-Haardt Bayer Hackm. 67]; Zs.: PfWB einstecken 5; Syn. s. PfWB verhauen 1; 's em st. [ KU-Liebsth FR-A'lein]. Dem hän se's g'steckt [ NW-Geinsh]. Er hot's em gesteckt wie de Steffen seinre Gluck mit em Strohhalme, der St. schlug seine Glucke angeblich mit einem Strohhalm [ Rußl-Worms]; Var. s. PfWB stecken1 1, PfWB Stefan. — Mhd. stecken 'stecken, stechend befestigen, fest heften' ( Lexer Lexer II 1156/57). — RhWB Rhein. VIII 550 ff. unter stechen 2a; LothWB Lothr. 494; ElsWB Els. II 580; Kluge-Seebold22 698. [Bd. 6, Sp. 469] in de Knoche 'Ich bin kränklich' [ LA-Wollmh, BZ-Albw]. Das steckt bei dem im Blut, soin Vadder war grad so e Kerl! [ LU-Opp]. In dem seiner Haut (Hose) wollt (mecht) ich net st. [mancherorts ges. Pf]. Dene hot er in de Nas gestock 'Die wollten ihn haben' [Firmenich III 245]. Gelt, das steckt der in de Nans! 'Nicht wahr, das möchtest du gerne haben!' [ KU-Kaulb Schmittw/O Kaislt GH-Schwegh]. Er hot sein Geld im Land st. 'hat viel Geld für künstlichen Dünger ausgegeben' [ RO-Dielkch]. Mer muß gucke, wie mer zu seim Geld kommt, das en anner Leit Sack steckt 'Man muß seinen Vorteil wahren' [ WD-Niedkch]. Wenn Menschen das gleiche Ziel verfolgen, so stecken se unner aaner Deck [PfMHk. 7/8 1925 175, LU-Oggh Bergz (Kamm 78)]. Der dut kreische wie wann er am Spiß st. deet [ KU-Kaulb Kreimb KL-Hirschhn]. Dem schdeggd e Forz quer 'Der hat schlechte Laune' [Hussong Kirkel 50]. Er hot sich gestock 'Er ist betrunken' [ KL-Gerhbn]. BR.: Am fuffzehte April, do muß de Kuckuck rufe, er mahn stecke wu er will [ RO-Odh]. KR.: Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben / Ei wo is der Hans geblieben? / Ei der steckt im Butterfaß / Himmelnoch enei'n / Was es denn das? [Donnersberg Jahrbuch 1981 167]. Beim Fäusteraten: Bille, bille Bicks. In weller Hand stickt's? [ Gal-Sap]. — F.: Wohl unter Einfluß der in der Standardsprache dominierenden schw. Formen der Verben stecken1 und stecken2 kommen in der Mda., z. T. im selben Belegort, bei stecken2 st. und schw. Flexionsformen nebeneinander vor. Ind. Präs. Sg. 1. Pers. stecke [ KU-Kaulb]; 2. Pers. steckscht [HB-Limb Zweibr KL-N'hemsb Sippf KL-Vogb Kaislt NW-Weidth], stickscht [ KU-Kaulb Kreimb Reichsth KL-Katzw LU-Ruchh LA-Gleisw]; 3. Pers. steckt [HB-Limb Zweibr KU-Kaulb Kreimb KL-N'hemsb Sippf KL-Vogb Kaislt Lu'haf NW-Dürkh Lambr Weidth Spey (Bertram § 56)], stickt [KU-Reichsth Kaulb Kreimb RO-Münstapp KL-Katzw verbr. mittl. VPf (Bertram § 56)]. — RhWB Rhein. VIII 552/53 unter stechen 2b; LothWB Lothr. 494; ElsWB Els. II 580; Kluge-Seebold22 698. 1. 'sich fest an einer Stelle befinden, sich nicht mehr bewegen (können)', stekkebleiwe [mancherorts ges. Pf], sticke- [vereinzelt NPf VPf]; zum Part. Perf. s. PfWB bleiben. 's bleibt mer in de Zähn stecke, bes. von gekochtem Rindfleisch [ ZW-Bechhf]. RA.: Wann's net wohr is, do soll mer de Bisse im Hals st., zur Wahrheitsbeteuerung einer Aussage [ KB-Kriegsf]. Der Bisse (Brocke) bleibt em im Hals stecke 'Das wird ihm noch Probleme machen' [ KU-Bedb Brück RO-Dielkch Obd PS- [Bd. 6, Sp. 470] Gersb Schmalbg LU-Böhl NW-Elmst LA-Ilbh]. Wann d'r nor de Krotze (Grutzen) im Hals stigge bleiwe deet!, Verwünschung [Wilde 9 (VPf)]. Dem is de Gruß im Hals steckegeblibb 'Er war sprachlos' [ KL-Reichb]. Der Hawer (die Geerscht) bleibt en de Hosse stecke, wenn die Ähren sich wegen zu großer Trockenheit nicht entwickeln [RO-Sippf]. Dem han ich de Schuck hinne eningetret, daß er stecke blebb is [ KL-Wörsb]. Scherzh. Deutung für das Fauchen der bergauf fahrenden Lokomotive: Helf mer dricke, ich bleib sticke [KL-Fischb, FR-Tiefth LU-Friesh Opp NW-Elmst Spey LA-Gommh JKurpf. 1930 10]. Volksgl.: Wann e Messer im Borrm steckebleibt, wann's hiefallt, bedeit des: spitzer 'unangenehmer, pedantischer' Besuch, wo mer net gern hat [Kaislt]. VR.: So freßt er ewwe mol druf nei, / En Knoche bleibt ihm stecke; / Er hot gemeent nau wär's verbei / Un mißt am End verrecke [Birmelin Penns Gezw. 79]. — 2. 'stottern, beim Vorlesen oder Vortragen hängenbleiben oder Fehler machen', steckebleiwe [mancherorts], stickebleiwe [ LA-Gommh BZ-Albw GH-Kand]. Er bleibt sticke [ LU-Limbghf]. Er es stecke blebb [ KB-Kerzh]. Emol bleibt er stecke, dann wiederholt er alles zwää, dreimol un iwwerhippt e Zeil [ ZW-Battw]. 1. 'der Waldhüter, der kein Gewehr, sondern nur einen Stecken bei seiner Arbeit trägt', -ferschder (-fęrdər) [KU-Reichsth ZW-Battw RO-Sippf Kaislt KB-Kriegsf NW-Frankeck Hardbg]; vgl. PfWB Steckenjäger. — 2. a. 'älterer, verschrobener Mann, der einen Spazierstock trägt' [Kaislt]. — b. 'ein dünner Mann' [Bergz (Kamm 62)]. — c. Schimpfwort. Am Enn mißt ich demm Schteggeferschter noch's Welljerholz um die Labbohre schlaa! [Damm Nawwel 5]. — DWB DWb. X, II,1 1349. — -gaul m. : 1. 'Stock mit oder ohne hölzernen Pferdekopf, Spielzeug', -gaul [ LU-Alsh Altr NW-Hardbg LA-Gommh]; vgl. PfWB Gaul 1 b, PfWB Steckenpferd 1. — 2. 'Liebhaberei, Lieblingsbeschäftigung' [vereinzelt]; vgl. PfWB Steckenpferd 2. Des is sei St. [ NW-Hardbg]. — DWB DWb. X, II,1 1349. — -hübel m.: FlN, amtl. Stekkenhübel [KL-Krickb (Zink FlN 72)]. — -jäger m.: = PfWB Steckenförster 1, -jäer [ HB-Erb Reiskch Ingb]. —
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