Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
Sprengel1 bis Spreng-mast (Bd. 6, Sp. 335 bis 336)
 
Sprengel1, m.
Sprengel2
sprengeln
Sprengel-reitel
sprengen, schw.
Sprenger, m.
Sprenger-pfad, m.
Spreng-faß, n.
Spreng-keidel, m.
Spreng-kessel, m.
Spreng-mast, f.
Spreng-meister, m.
Spreng-pulver, n.
Spreng-reitel
Sprengung, f.
Spreng-waage, f.
Spreng-wagen, m.
Sprenke, f.
Sprenkel1, m.
Sprenkel2
Sprenkel-halter, m.
Sprenkel-kette, f.
sprenkeln1, schw.
sprenkeln2
Sprenk(el)-reitel, m.
Sprenk-waage
Sprenz-blech, n.
Sprenze, f.
sprenzeln, schw.
sprenzen, schw.
Sprenzer, m.
Sprenz-kopf, m.
Sprenz-krug, m.
Sprenz-pfeffer, m.
Sprenz-wagen, m.
Spreu, f.  (m.)
Spreuer, f.  (m.)
Spreu-bett, n.
Spreu-bettzieche, f.
Spreu-blatt
Spreu-ei, n.
spreuen, schw.
Spreu-fuhre, f.
Spreu-hütte, f.
spreuig, Adj.
Spreu-kammer, f.
Spreu-korb, m.
Spreu-pfülben, n.
Spreu-ring, m.
Spreu-sack, m.
Spreu-schopf, m.
Spreu-sieb, n.
Spreu-unterbett, n.
Spreu-wupper, m.
Spreu-zieche, f.
Sprich-wort, n.
Spriegel, m.
Spriegel+-brunnen, m.
Spriegel-flinte, f.
Spriegel-wagen, m.
Spriehe
Sprier
Sprieße, f.  (m.)
Sprieß-eisen, n.
Sprießel, m.
sprießen, schw.
Sprieß-hebel, m.
Sprieß-holz, n.
Sprieß-reitel, m.
Spring, m. f.
Springe, m. f.
Spring-bock, m.
Spring-brunnen, m.
Springelchens
springen, st.
Springer, m.
Springerei, f.
Spring-feder, f.
Spring-form, f.
Spring-insfeld, m.
Spring-käfer, m.
Spring-kastanie, f.
Spring-käste, f.
Spring-katharina, f.
Spring-maus, f.
Spring-tapfer, f.
Springwagen-schere, f.
Spring-wurm, m.
Springwurm-motte, f.
Spring-wurzel, f.
Sprinkel-hecke, f.
Sprinze, f.  m.
spripsen, schw.
Spriße, f.
Sprit, m.
Sprit-essig, m.
Spritz-backen
Spritz-brühe, f.
Spritze, f.
spritzeln, schw.
  Sprengel1 m.: 'Amts-, Verwaltungsbezirk, Kirchspiel'. Am Mundag dann de Veehmaark iss. / De gröschd im ganze Schbrengel [Weber 70]. DWB DWb. X, II,1 26/27.
 
 
Sprengel2 'Knüppel' s. PfWB Sprenkel1.
 
 
sprengeln 'knüppeln' s. PfWB sprenkeln1; Sprengel-reitel s. PfWB Sprenkelreitel.
 
  
sprengen schw.:
1. allg. 'etwas zu einer raschen Bewegung veranlassen'.
a. 'etwas durch Sprengstoff explodieren lassen', sprenge (bręŋə) [mancherorts, Karch Gimmdg/Muttstdt Beam Penns 87 Lambert Penns 140 Krämer Gal 204]; Part. Perf. g(e)sprengt (gəbręŋd, g'bręŋd) [mancherorts, Lambert Penns 140 Krämer Gal 204]; Zs.: PfWB auf-, PfWB versprengen; e Brick in die Luft sp. [Krämer Gal 204, BZ-Dernb]. Mer hän den Felse in die Luft g'sprengt [ BZ-Dernb]. RA.: Däm kannsch die Ladrien unnerm Hinnre schbränge, dää lachd immer noch!, von einem besonders Hartgesottenen [Braun Lääsebuuch II 13]. —
b. 'jemanden zu schnellem Laufen, zum Springen veranlassen, bes. vom Reitpferd, galoppieren', sprenge [KU-Schmittw/O KL-Morb BZ-Dernb, Lambert Penns 140]; Zs.: PfWB an-, PfWB durch-, PfWB fort-, PfWB herumsprengen. Der Dokter hot mich in die Apethek sp. wölle [ BZ-Dernb]. Sie hän mich hin un her g'sprengt zum Jux [ BZ-Dernb]. Die Schwadron is geschprengt kumm [Krämer Gal 204]. Er is met de Gail gesprengt [ KU-Schmittw/O]. Mit sechsmol hunnertdausend Mann / Un sin gesprengt un sin galeppert, / Daß stunneweit de Boddem scheppert [Münch Werke I 62]. Er hot den Gaul ins Wasser g'sprengt [ BZ-Dernb]. RA.: Er sprengt die Gail dot 'Er läßt die Pferde so stark springen, daß sie sich dabei schaden' [ KU-Schmittw/O]. —
c. 'mit einem Ruck öffnen, aufgehen lassen, auseinanderspringen lassen' [vereinzelt]; Zs.: PfWB auf-, PfWB versprengen. Die hän die Kass (das Tor) g'sprengt [ BZ-Dernb]. Die Kält sprengt die Scholle [ LU-Alsh]. Als wollt der Moscht dodrinn die Reef / Mit sammt de Daube sprenge [Croissant 49]. —
2.
a. 'mit Wasser aus einer Gießkanne, einem Schlauch, einer Spritze besprühen', von der Bügelwäsche, Blumen, dem Rasen, einer Wiese, sprenge [ KU-Schmittw/O, vereinzelt]; vgl. PfWB sprenzeln, PfWB sprenzen; Zs.: PfWB versprengen 2; sprenke 'die Blumen gießen' [Bergz (PfId. 135)]; die Wäsch mit der Gießkann sp. [Krämer Gal 204]. —
b. 'durch

[Bd. 6, Sp. 336]
Stauen eine Wiese unter Wasser setzen'; Wasser in die Wisse sp. [ KL-Katzw]. —
3. 'ein weibliches Tier bespringen, decken, begatten', vom Hengst, vom Stier [ WD-Niedkch IB-Habkch RO-Lohnsf KL-Fischb FR-Grünstdt NW-Rödh LA-Gleisw GH-Neubg Don-Schowe Torscha]; vgl. PfWB springen 4; Syn. s. PfWB begatten; weitere Syn. s. PfWB springen 4. Der hot die Stut sp. lossen [ BZ-Dernb]. De Farre sprengt [ WD-Niedkch]. Der Hengst hot se g'sprengt [ BZ-Dernb, NW-Rödh]. Der Fasel (Farre) hot die Kuh g'sprengt [ LU-Hochd BZ-Dernb Klingmst]. —
4. s. in PfWB aussprengen. — Mhd. sprengen 'das Roß springen lassen, galoppieren' ( Lexer Lexer II 1115). — RhWB Rhein. VIII 409/10 sprängen; LothWB Lothr. 489; ElsWB Els. II 558; Hess.-Nass. III 698/99; Kluge-Seebold22 691.
 
  
Sprenger m.:
1. 'wer mit Sprengstoff arbeitet', Sprenger (bręŋər) [ BZ-Dernb]. —
2. 'eine Spalte im Felsgestein' [ BZ-Wind]. — RhWB Rhein. VIII 410 and. Bed.
 
 
Sprenger-pfad m.: FlN; a. 1554: an sprenger pfadt vff [SSp Morschheimer Salb. 10 (KB-Morschh)].
 
  
Spreng-faß n.: 'Wasserfaß für Gießwasser', Sprengfaß [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Sprengwagen. — -keidel m.: 'Spaltkeil mit spitzem Ende, zum Eintreiben in Fels- oder Holzspalten', -keidel (-kaidəl) [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Keil, PfWB Keidel. — -kessel m.: 'Behälter für Weihwasser, das versprengt wird'. 16. Jh.: Muß bestellen ein ewiges liecht, daß wachs, die leuchter, den sprengkessel [PfWeist. 699]. DWB DWb. X, II,1 42. — -mast f.: 'geringer Ertrag an Eicheln und Samen', -mascht [ GH-Büchbg]; vgl. PfWB Gesprenge, PfWB Mast 2, PfWB Sprenge; s. auch Hess.-Nass. III 698 sprenge 'knapp, selten'. —