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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Sichel bis Sichel-leder (Bd. 6, Sp. 88 bis 90)
 
Sichel, f.
Sichel-bein, n.
sichel-beinig, Adj.
Sichel-blatt, n.
Sichel-feder, f.
Sichel-griff, m.
Sichel-heft, n.
Sichel-henke, f.
Sicheling, m.
Sichel-klinge, f.
Sichel-leder, n.
Sichel-mond, m.
sicheln, schw.
Sichel-rücken, m.
Sichel-scheit
Sichel-schneide, f.
Sichel-schwanz, m.
Sichel-stich, m.
Sichel-stiel, m.
Sichel-werg, n.
sicher, Adj.,  Adv.
Sicherheit, f.
Sicherheits-gard, m.
Sicherheits-nadel, f.
Sicherheits-spengel, f.
sichern1, schw.
sichern2, schw.
Sicherung, f.
sicherungs-nadel, f.
Sichling
Sicht, f.
sicht-bar, Adj.
sichten, schw.
sichtig
sick
sickeln
sicken
Sicken-bach, f.
Sicken-tal, n.
Sicken-woog, m.
Sicker, f.
Sicker-dole, f.
Sicker-galle, f.
Sicker-graben, m.
Sicker-kanal, m.
sickern, schw.
Sicker-platz, m.
Sickingen, ON
sidder
Sidel
Sidian, m.
sie, Pron.  pers.
Sieb, n.
Sieb-drehen
Sieb-dreher, m.
Siebe-flicker, Pl.
Siebeldingen, ON
sieben1, schw.
sieben2, Num.
Siebenachtels-kopf, m.
Siebenahm-faß, n.
Sieben-brunnen, m.
siebenellen-lang, Adj.
Siebener, m.
Siebener-spiel, n.
sieben-fach, Adj.
Siebenfuß-säge, f.
sieben-gescheit, Adj.
Sieben-haar, n.
sieben-hundert, Num.
sieben-jährig, Adj.
Sieben-macher
sieben-mal, Adv.
Siebenmeilen-plattfuß, m.
Siebenmeilen-stiefel, m.
Siebenmonats-kind, n.
Sieben-morgen, Pl.
Sieben-pfeifer, m.
Sieben-punkt, m.
Sieben-sachen, Pl.
Sieben-schar, f.
sieben-scharen, schw.
Sieben-schläfer, m.
Siebenschläfer-tag, m.
Siebenschloß-gebet, n.
Sieben-schritt, m.
Sieben-seeler, m.
sieben-siedig, Adj.
Sieben-sinniger, m.
Sieben-sprung, m.
Sieben-stöckiger, m.
siebent
Siebenter
Sieben-türmel, m.
Siebenuhr-schläfer, m.
Siebenwochen-krischer, m.
sieben-zehn
siebenzig
Sieber, m.
Sieb-macher, m.
   Sichel f.:
1. 'Mähwerkzeug mit stark gekrümmter Schneide und kurzem Handgriff', um 1930 fand sie vor allem Verwendung zum Schneiden von Gras

[Bd. 6, Sp. 89]
in kleineren Mengen (s. PfWB grasen), zum Getreideraffen beim Garbenbinden, und in Weinbaugebieten zum Entfernen von überflüssigem Laub (s. PfWB gipfeln) am Weinstock; in früheren Zeiten wurde sie jedoch auch zum Mähen von Getreide verwendet (vgl. PfWB Sichelhenke), Sich(e)l (siχəl, siχl) [verbr., Altenhofer 12 Christmann Kaulb 14, 89 Mang 97 Müller Dietschw 59 Buffington-Barba Penns 159 Lambert Penns 150 Krämer Gal 198], Sisch(e)l (siəl, sil) [mancherorts]; Pl. -e [verbr.]; Dim. (selten gebr.) Sg. Sich(e)lche [vereinzelt], Pl. Sich(e)lcher [vereinzelt], Sichlich [ GH-Zeisk]; Zs.: PfWB Gras-, PfWB Rübensichel; met S. un Sens schaffe [ KU-Schmittw/O]. Mit de S. dut mer schneire [ ZW-Gr'bundb]. RA.: Er hot Bään so rund wie e S. [ BZ-Dernb]. BR.: Kilian lecht (setzt) d' S. an (Beginn der Ernte am Kilianstag, 8. Juli) [ SP-Mechth GH-Bellh]. Rätsel vom Hahn: Vorne wie e Kamm, / in de Mitt wie e Schwamm, / hinne wie e S. - / jetzt root, mei(n) liewer Michel! [Hebel 120]. VR. s. PfWB batten, PfWB dengeln 1, PfWB Feld 1 a α, PfWB grasen 1 a, PfWB Lene 1. a. 1515: Item 18 d vor zwo siecheln [GgHospR]. a. 1790: 1 Siegel 1 Holzaxt [SSp v. d. Leyen Fasz. 100 (BZ-Wernbg)]. a. 1745: 2 Siegelen [SSp F 29/11 (KU-Dittw)]. —
2. Sichelförmiges.
a. 'Mondsichel' [mancherorts]; Zs.: PfWB Mondsichel; die S. vum Muund [ PS-Schmalbg, mancherorts]; de Maand hot e S. [ BZ-Albw, mancherorts]. Un sieht vum Mond die Sichel leichte [Damm Pälzer 54]. —
b. 'Schwanz des Hahns' [mancherorts], bes. in dem Rätsel vom Hahn: Was (Wer) laaft (geht) ums Haus erum (im Hof erum) un hot e S. im Arsch? [KU-Kaulb, mancherorts, auch Auslandspfälzer]; Zs. PfWB Hahnensichel. — Mhd. sichel ( Lexer Lexer II 901); aus lat. sicilis (Kluge-Seebold22 670). — RhWB Rhein. VIII 111/12; LothWB Lothr. 478; ElsWB Els. II 322.
 
 
Sichel-bein n.: 'krummes Bein', meist Pl., Sichelbään [Kaislt, vereinzelt]; vgl. PfWB O-bein.
 
  
sichel-beinig Adj.: 'krummbeinig', sichelbäänig [ BZ-Dernb].
 
  
Sichel-blatt n.: = PfWB Sichelklinge, Sichelblaat [ KU-Dietschw]. — -feder f.: 'Schwanzfeder des Hahns', -ferrer [ KL-Lind]; vgl. PfWB Sichel 2 b. — -griff m.: 'Handgriff der Sichel', -griff [mancherorts]; vgl. PfWB Sichelheft, PfWB -stiel. — -heft n.: = PfWB Sichelgriff, -heft [ SP-Harths]. — -henke f.: 'Fest zum Abschluß der Ernte', -henk [RO-Feilbg KB-Mauchh Mörsf FR-Eppst Stoll 72, 159, 218]; vgl. Flegels-, Karsten-, PfWB Nadelhenke. Angaben (um 1930) zur Art der Feier: Wenn alles mit der Ernte fertig war, wurde das Haus geschmückt und eine Sichel über die Haustür gehängt [ RO-Feilbg]. Der letzte Wagen bei der Getreideernte wird mit grünen Zweigen geschmückt. Es gibt am folgenden Sonntag ein Ernteessen [ KB-Mauchh]. Wenn die Leute mit dem Einfahren der Frucht fertig sind, wird am darauffolgenden Sonntag S. gefeiert. Es werden Kuchen gebacken und die an der Ernte beteiligten Tagelöhner werden zum Kaffee eingeladen [ KB-Mörsf]. Zu

[Bd. 6, Sp. 90]
weiterem Ernteschlußbrauchtum s. PfWB Erntefest und Christmann in PfA K. 25c. DWB DWb. X, I 716.
 
 
Sicheling m.: 'Garbe'. a. 1290: die pharrer namen allenthalben uf den gesaten velden vier sichelinge allerleie kornes [MüPfUrk. 2166]. a. 1579: Item derselb schütz, so es in der ärndt ist vnd seinem lon soll heben, so er siehet in binden, soll er zue ime gehn vnnd den ersten sichlich geben [PfWeist. 225 (NW-Dackh)]. a. 1629: 15 heller vndt 1 sichling korn von dem haus [PfWeist. 804 (FR-Gr'karlb)]. — Mhd. sichelinc 'Garbe' ( Lexer Lexer II 901).
 
  
Sichel-klinge f.: 'das metallene Blatt der Sichel', -kling [ SP-Harths]; vgl. PfWB Sichelblatt. — -leder n.: 'Leder um die Oberkante des Sichelgriffs, dort wo die Sichel im Griff steckt', -ledder [Kus], -lerrer [ ZW-Gr'bundb]. —