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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Seide bis Seiden-gras (Bd. 6, Sp. 30 bis 32)
 
Seide, f. m.
Seiden, f. m.
Seidel-bast, m.
seiden, Adj.
Seiden-band, n.
Seiden-berg, m.
Seiden-bett, n.
Seiden-beutel, m.
Seiden-bluse, f.
Seiden-fleck, m.
Seiden-geißchen, n.
Seiden-gras, n.
Seiden-halstuch, n.
Seiden-hemd, n.
Seiden-herd, m.
Seiden-klee, m.
Seiden-kleid, n.
Seiden-knopf, m.
Seiden-kreis, m.
Seide-, m.
Seiden-nest, n.
Seiden-papier, n.
Seiden-plakken, m.
Seiden-platz, m.
Seiden-raupe, f.
Seiden-rock, m.
Seiden-rösel, n.
Seiden-spinne, f.
Seiden-strumpf, m.
Seiden-tanne, f.
Seiden-wäsche, f.
seider
seiderie
seien
Seife1, f.
Seife2, f.,  m. m.
Seifen, f.,  m. m.
Seife-kochen, n.
Seifel-stein, m.
Seifen, FlN
seifen, schw.
Seif(en)-baum
Seifen-blase, f.
Seifen-brühe, f.
Seifen-doktor, m.
Seifen-dose, f.
Seifen-einlauf, m.
Seifen-fabrik, f.
Seifen-kachel, f.
Seifen-kraut, n.
Seifen-kugel, f.
Seifen-platte, f.
Seifen-pulver, n.
Seifen-riemen, m.
Seifen-schaum, m.
Seifen-schüssel, f.
Seifen-sieder, m.
Seifen-stopfen, m.
Seifen-tüpfen, n.
Seifen-wasser, n.
Seifen-zäpfchen, n.
Seifer
Seifer-lappen
seifern
seifig, Adj.
Seifzen, m.
Seifzt, m.
Seigel
seigen, schw.
Seigen, n.
Seihen, n.
Seigen-eck, n.
Seigen-gärten, Pl.
Seigen-rech, m.
Seih
Seih-becken, n.
Seih-blech, n.
Seih-bolle, f.
Seihe, f.
Seihel, m.
seihen, schw.
Seihen, FlN
Seihen-baum
Seiher, m.
Seih-korb, m.
Seih-lappen, m.
Seih-pfanne, f.
Seih-schüssel, f.
Seih-tuch, n.
Seih+-wald, m.
Seih-wiese, f.
Seil1, n.
Seil2
seilen, schw.
Seil-ende, n.
Seiler, m.
Seiler-bahn, f.
Seilers-busch, m.
Seil-huppsen, n.
Seil-knopf, m.
   Seide f., Seiden m.:
1. 'aus dem Kokon der Seidenraupe gewonnener Faden und das daraus hergestellte Gewebe', auch von anderen seidenähnlichen Textilien, Seid f. [mancherorts, Krämer Gal 196], Säid [ HB-Breitft], Sied [lothr. SWPf]; Seide m. [Lambert Penns 149], Seire m. [ KB-Zell LA-Siebdg], in RA. u. VR. meist Seide, Seire, wobei nicht zu entscheiden ist, ob sie als Seiden m., Pluralformen oder als Anlehnungen an die Standardsprache zu interpretieren sind; Zs.: PfWB Atlasseide; Vergl. u. RA.: in Sammet un Seire kumme (stolziere) 'aufgeputzt daherkommen' [ FR-Bockh, vereinzelt]. Das glänzt wie Seire [ KB-Kriegsf, mancherorts]. Er hot Hoor wie Seire [ LU-Alsh]. SprW.: Unner Sammet un Seire stecken die greeschde Leire (Leiden) [ BZ-Dernb, NW-Neidfs]. VR.: Sunn, Sunn, scheine, / fahr mer iwwer Rheine, / fahr mer iwwer 's Glockehaus, / gucken drei Buppe raus. / D' erscht spinnt

[Bd. 6, Sp. 31]
Seire, / d' zwett spinnt Weire, / d' dritt spinnt e rorer Rock (roten Rock) / fer unser Vedder Jakob [ GH-Vollmw]; Var. u. weitere VR. s. PfWB Herrgott 1 a, PfWB Madam 1 a, PfWB Saft 1, Sal, PfWB Schloß, PfWB Sonne, PfWB Weide; vgl. auch O. E. Heilig: Saft, Saft, Seire ... Pfälzer Bastlösereime. In: Der Trifels 7/1928; Carl Pfalz im Jahr 74. —
2.
a. 'die Schmarotzerpflanze Cuscuta europaea und die von ihr befallenen ringförmigen Stellen im Acker', Seid [ KU-Bosb Eßw Etschbg Föckbg Heinzhs Hohöll Mühlb O'alb Rehw Reipkch Schmittw/O WD-Bub HB-Breitft Schwarzack IB-Heckdh ZW-Dellf KL-Drehthhf Matzb Niedkch Pörrb Weilb PS-Geisbg Kröpp Nünschw Schmalbg Ruhbk KB-Jakobsw FR-N'lein], Säid [ HB-Breitft], Sied [HB-Medh IB-Eschring], Sääd (Beeinflussung durch Saite?) [NW-Leistdt, Wilde 135], Saad [ KU-Reichsth], Seier [ KU-Ehw], Seide [ KU-Hüffl Ohmb WD-Hoof HB-Mimb KL-Olsbr U'sulzb GH-Neubg], Seire m. [ RO-Münchw KL-Erlb LA-Siebdg Wollmh GH-Freckf], Saare m. [ RO-Lohnsf]; vgl. PfWB Seidenfleck, -gras, -herd, -klee, -kreis, -nest, -placken, -platz; Zs.: PfWB Klee-, PfWB Spinnseide; e Platz (Placke, Plätz, Stell) mit S. [ KU-Mühlb, vereinzelt]. Im Klee isch S. [ PS-Kröpp]. De Seire esch dran (am Klee) [ LA-Siebdg]. —
b. vgl. PfWB Binsenseide. — RhWB Rhein. VIII 41; LothWB Lothr. 478 Sid; ElsWB Els. II 327 Sid(e).
 
 
Seidel-bast m.: 'die Pflanze Daphne mezereum', Seidelbascht [RO-Dielkch Kröher Lyoner 12]. a. 1577: Im Waßgaw vnnd Westerich, ist diser staud vast gemein, würt in feuchte(n) dicken finstern wa(e)lde(n) vn(d) hecken gefunde(n) [Bock Kreutterbuch 337v]. ElsWB Els. II 109 Sidelbast.
 
  
seiden Adj.: 'aus Seide bestehend', seide [mancherorts, Heeger Südostpf. 24 Krämer Gal 196], (saiðə) [Christmann Kaulb 48], seire [mancherorts, Christmann Kaulb 48 Müller Dietschw 58], seile [ KU-Bedb Erdb], seiden [LU-Alsh PS-Geisbg, Krämer Gal 196], sieden [IB-Bliesmg/Bolch Vogelgesang Bliesmg 156], seine [ LA-Nußd]; Zs.: rotseiden; e seide Kapp [ KU-Börsbn]; e seile Klääd [ KU-Erdb]; e seidenes Duch [Krämer Gal 196]; seire Strimp [ RO-Rehborn]; seirene Strimp [ LU-Alsh]. Die seide Fähncher und die Bluselcher ... wo do hunn angeschafft werre müsse! [Müller Lottche 5]. Du kannscht awwer doch in de seide Bluse kee Budder leire [Müller Lottche 9]. RA.: Sie hot's Geriß (s. PfWB Geriß 1) wie e seire Scherm [ RO-Feilbg]. Volksmed.: En Warz kammer mit me seidne Fadem abbinne [Fogel Beliefs Penns Nr. 1704]. a. 1525: Item funff seide zwehel (s. PfWB Zwehle) unnd ein leine zwehel [SpeyDomKl.]. a. 1537: Zwey kleine seidin kusselin (Kißchen) [SpeyTreudInv.]. RhWB Rhein. VIII 42; LothWB Lothr. 478; ElsWB Els. II 327.
 
  
Seiden-band n.: 'glänzender, farbiger Stoffstreifen', Seileband [ KU-Erdb]. Rätsel: Es hängt an de Wand un glitzert wie e S. (die Rotznase) [ KU-Erdb]. — -berg m.: FlN, Weinbergslage, amtl. Seidenberg [ RO-Cölln]. — -bett n.: 'Bett mit seidenem Bezug',

[Bd. 6, Sp. 32]
Seidebett [ BZ-Bindb]; einen VR. s. PfWB Katharina-Elisabeth. — -beutel m.: ehem. FlN; a. 1604: von einem Wingarthen im seiden beuttel [RO-Bayf Cölln (Zink FlN 170)]. Name nach der Flurform. — -bluse f.: wie schd., -blus [ LU-Oggh Opp]. — -fleck m.: '(ringförmige) Stelle im Acker mit von der Kleeseide befallenen Pflanzen', Seideflecke, Pl. [ KU-Bechb]; vgl. PfWB Seide 2 a. — -geißchen n.: 'feines, schlankes Mädchen', Seidegääßche [ KB-Kerzh]. — -gras n.: = PfWB Seidenfleck, -gras [ NW-Meckh LA-Roschb]; en Placke S. [ NW-Meckh]. Rhein. VIII 41. —