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Pfälzisches Wörterbuch 
 
schnurrig bis schnur-stracks (Bd. 5, Sp. 1388 bis 1389)
 
schnurrig, Adj.
Schnurrigens, n.
Schnurr-korb, m.
Schnurr-krämer, m.
Schnurr-musikant, m.
Schnurr-pfeiferei, f.
Schnur-schisser, m.
Schnür-schuh, m.
Schnur-senkel, m.
Schnür-stiefel, m.
schnur-stracks, Adv.
schnurz, Adj.
schnurz-egal, Adj.
schnurz-piepegal, Adj.
schnusen
Schnuser
Schnusse, f.
Schnüsse, f.
schnusseln
schnussen
Schnussen-putzer, m.
Schnussert, m.
Schnussi, f.
schnussig, Adj.
Schnuß-maul, n.
Schnusten, m.
Schnute, f. m.
Schnuten, f. m.
Schnutel-schaber, m.
Schnuten-buckel, m.
Schnuten-macher, m.
Schnuten-mann, m.
Schnuten-maul, n.
Schnuten-putzer, m.
Schnuten-tunker, m.
Schnutesin, f.
Schnute-voll, f.
schnutig, Adj.
Schnutteler
schnuttelig
schnutteln
Schnutz, m.
schnutzen, schw.
Schnutzi-butzi, m.
Schobel, m.
Schobel-stirn, f.
Schober
Schober-faß, n.
Schobo
Schock1, n.
Schock2
Schock3
Schocke, f.
Schockel, f.
Schockelchen, n.
Schockele-majem, m.
Schockel-gaul, m.
schockelig, Adj.
Schockel-lied, n.
schockeln, schw.
Schockel-pferd, n.
Schockel-stuhl, m.
Schockel-waage, f.
schocken, schw.
schockerig, Adj.
schockern, schw.
Schockes
Schocklemajem
Schock-schwerenot, f.
schock-weise, Adv.
Schode1
Schode2, f.
schofel, Adj.
Schofe(r)t, m.
Schöffe, m.
Schöffen-gericht, n.
Schöffen-weistum, n.
Schofför (Chauffeur), m.
Schoil, f.
Schokalsche
Schokel, m.
Schoker, m.
Schokert, m.
schokerzig
Schokes, m.
schokezig, Adj.
schokerzig, Adj.
schokig, Adj.
Schoko, m.
Schokolade, m.
schokoladen, Adj.
Schokolade(n)-gebäck, n.
Schokolade(n)-gebackenes, n.
Schokolade(n)-guts(el), n.
Schokolade(n)-hase, m.
Schokolade(n)-kuchen, m.
Schokolade(n)-luft, f.
Schokolade(n)-stern, m.
Schoksert, m.
Scholb, m.
   schnurrig Adj.: 'brummig, barsch, unfreundlich', schnorrich [KU-Schmittw/O KL-Siegb, Juner 91], schnarrig [RO-Feilbg (PfId. 127)]; Kompar. schnorricher [Damm Dreifaltichkäät 187]; sch. sein [ KU-Schmittw/O]. Mit de Zeit isse immer schnorricher worr [Damm Dreifaltichkäät

[Bd. 5, Sp. 1389]
187]. Südhess. V 686; RhWB Rhein. VII 1683 and. Bed.; ElsWB Els. II 506 schnurrisch; Schwäb. V 1091; DWB DWb. IX 1421.
 
  
Schnurrigens n.: ein Klickerspiel, Schnurriges [ PS-Heltbg]. Spielverlauf: Wer als erster seinen Klicker in oder am nächsten bei der Klickerkaute hat, ist Anster (s. PfWB an III 2). Er darf dann mit allen Klickern werfen; wer den letzten Klicker in die Kaute bringt, hat gewonnen [ PS-Heltbg]; vgl. PfWB Klickerchens, PfWB schnurren 2 b.
 
  
Schnurr-korb m.: 'Korb mit einem Handgriff', Schnorrkorb [ NW-Freinsh]. — -krämer m.: 'Bettler, der seine Tätigkeit dadurch verschleiert, daß er aus einem Kistchen billige Ware (Seife, Schnürsenkel) zum Verkauf anbietet', Schnorrkremer [ FR-Tiefth]. — -musikant m.: 'von Dorf zu Dorf ziehender Musikant, der für Geld aufspielt', Pl. Schnorrmusigande ('nǫrmusi;gandə) [ KB-Kerzh FR-Kindh Quirnh NW-Bobh Herxh], Schnurr- [ FR-Ebertsh], Schnarr- [ FR-N'lein]; s. Abb. 81; vgl. PfWB Schnurrant. — -pfeiferei f.: 'unnützes Tun', Schnurrpfeifereien [Klein Prov. 138]. Schwäb. V 1091; Hess.-Nass. III 388; DWB DWb. IX 1422.
 
 
Schnur-schisser m.: 'übergenauer Pedant, Haarspalter'; e richticher Schnurschisser [Krieger 62]; vgl. PfWB Spänebrenner. Des sin bei ihm »Geizkrache, Kniesbickel, Schbänbrenner, Halsabschneider, Schnurschisser« [Feierowend 22/1956 2].
 
  
Schnür-schuh m.:
1.
a. 'Schuh, der mit Schnürsenkeln geschlossen wird', Schnierschuh (nīrū) [mancherorts, Krämer Gal 191], Schneer- (nēr-) [ KU-Schmittw/O], Schnierschuuch [BZ-Albw Dierb Stein (Ehrhardt 68)], -schuck (-ug) [ BZ-Gossw]; vgl. PfWB Nestelschuh; F. zum Grundwort s. PfWB Schuh; Sch. aus Rindslerrer, Werktagsschuhe [ PS-Erfw]. Schnierschuuch vunn ehrm gschdorwne Mann, / die känn Schuuschder flicke kann [BZ-Stein (Ehrhardt 68)]. —
b. 'Fußbekleidung der Soldaten, Teil der Ausrüstung' [ LA-Gommh]. —
2. Neckname für die Bewohner von Österreich: Kamerad Schnierschuh [ LU-Opp]. — Südhess. V 686/87; Rhein. VII 1679 Z. 9; DWB DWb. IX 1423.
 
  
Schnur-senkel m.: 'Schnürband für den Schuh', Schnursenkel (nūr^ngəl) [ HB-Höch]; vgl. PfWB Nestel, PfWB Senkel 3 a. Südhess. V 687; Eichhoff WA 87.
 
  
Schnür-stiefel m.: 'Lederstiefel, die mit einem Schnürsenkel geschlossen werden', Schnierstiwwel ('nīr;diwəl) [Pirmas Frankth LU-Oggh Opp], -stiffel (-difəl) [ LU-Friesh GH-Kand]; Pl. -stiwle (-diwlə) [ PS-Erfw BZ-Albw]. Südhess. V 687; Rhein. VII 1679; DWB DWb. IX 1423; Frankf. V 2808.
 
  
schnur-stracks Adv.:
1. 'geradeaus, ohne Umweg', schnurstracks (nūrdrags) [BZ-Dörrb vereinzelt, Glass II 58 Lambert Penns 138 vereinzelt Don Krämer Gal 191]; vgl. schnurge-

[Bd. 5, Sp. 1390]
rade. De Has lieft sch. de Berg nuf [ BZ-Dernb]. De Weg fiehrt sch. de Berg nuf [ BZ-Dernb]. —
2. 'sofort, sogleich, ohne Verzögerung' [mancherorts, IB-Ensh (Glass II 58) PS-Rodalb (Bernhard 166)]. Er laaft sch. haam [ KU-Kaulb Kreimb RO-Messbhf]. Er greift zum Hooge, Schdrick unn Beil, / dann schnurschdracks in de Härrewald (Herrenwald) [BZ-Stein (Ehrhardt 116)]. Jetzt gehn mer grad so, wie mer sin, schnurstracks zu dene Herre hin [Münch Werke II 320]. In Grienschtadt isser dann eraus / grad schnurschtracks zu de Bas ehrm Haus [Damm Nachtdischlamp 39]. Ich bin schnurstracks eninn zum Borjemeeschter (Bürgermeister) [K. Denne in: Heimatzeitung von Ingb 1943]. — Südhess. V 687; RhWB Rhein. VII 1678; Kluge-Seebold22 650; DWB DWb. IX 1424; Frankf. V 2808.