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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schnurres bis Schnurres-wichse (Bd. 5, Sp. 1385 bis 1388)
 
Schnurres, m.
Schnurres-binde, f.
Schnurres-bohne, f.
Schnurres-bub, m.
Schnurres-bürste, f.
Schnurres-geige, f.
Schnurres-haar, n.
Schnurres-peter, m.
Schnurres-spitze, f.
Schnurres-wackeler, m.
Schnurres-wichse, f.
Schnurres-wichser, m.
Schnurr-gückel, m.
Schnurr-haar, n.
Schnurr-heimer, m.
Schnurri, m.  f.
schnurrig, Adj.
Schnurrigens, n.
Schnurr-korb, m.
Schnurr-krämer, m.
Schnurr-musikant, m.
Schnurr-pfeiferei, f.
Schnur-schisser, m.
Schnür-schuh, m.
Schnur-senkel, m.
Schnür-stiefel, m.
schnur-stracks, Adv.
schnurz, Adj.
schnurz-egal, Adj.
schnurz-piepegal, Adj.
schnusen
Schnuser
Schnusse, f.
Schnüsse, f.
schnusseln
schnussen
Schnussen-putzer, m.
Schnussert, m.
Schnussi, f.
schnussig, Adj.
Schnuß-maul, n.
Schnusten, m.
Schnute, f. m.
Schnuten, f. m.
Schnutel-schaber, m.
Schnuten-buckel, m.
Schnuten-macher, m.
Schnuten-mann, m.
Schnuten-maul, n.
Schnuten-putzer, m.
Schnuten-tunker, m.
Schnutesin, f.
Schnute-voll, f.
schnutig, Adj.
Schnutteler
schnuttelig
schnutteln
Schnutz, m.
schnutzen, schw.
Schnutzi-butzi, m.
Schobel, m.
Schobel-stirn, f.
Schober
Schober-faß, n.
Schobo
Schock1, n.
Schock2
Schock3
Schocke, f.
Schockel, f.
Schockelchen, n.
Schockele-majem, m.
Schockel-gaul, m.
schockelig, Adj.
Schockel-lied, n.
schockeln, schw.
Schockel-pferd, n.
Schockel-stuhl, m.
Schockel-waage, f.
schocken, schw.
schockerig, Adj.
schockern, schw.
Schockes
Schocklemajem
Schock-schwerenot, f.
schock-weise, Adv.
Schode1
Schode2, f.
schofel, Adj.
Schofe(r)t, m.
Schöffe, m.
Schöffen-gericht, n.
Schöffen-weistum, n.
Schofför (Chauffeur), m.
Schoil, f.
Schokalsche
Schokel, m.
Schoker, m.
Schokert, m.
schokerzig
   Schnurres m.:
1.
a. 'Schnurrbart, Oberlippenbart des Mannes', Schnorres (nǫrəs, norəs) [verbr., Juner 91 Kamm 58 Klein Prov. 136 Kühn Hamet 134 Müller Dietschw 67 Schandein Ged. 249 Thielen 102 Wilms Alph. 50 PfId. 127 Albrecht 112 Don-Torscha Krämer Gal 190], Schnurres (nurəs) [IB-Bliesmg/Bolch Ensh (Glass 108) KL-Mölschb PS-H'einöd Rodalb LU-Friesh Neuhf NW-Deidh Gimmdg Haßl Lambr Neidfs LA-Knöring Venn BZ-Billh Dernb GH-Schwegh], Schnarres (narəs) [KU-A'glan HB-Kirrbg IB-Biesing RO-Feilbg (PfId. 127)], Schnärres (nęrəs) [ RO-Schiersf]; Pl. Schnärres [ RO-Rehborn, mancherorts], Schnurrese (nurəsə) [ PS-H'einöd]; Dim. Schnärresje (nęrəsjə) [ZW-Bechhf RO-Rehborn Hussong Kirkel 152 Krämer Gal 190], Schnärres'che (nęrəsχə) [Schandein Ged. 249 Don-Schowe Torscha Krämer Gal 109], Schnirresel (nirəsəl) [ LA-Herxh], Schnärresi (nęrəsi) [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Schnurrbart; Zs.: PfWB Bollmehl-, PfWB Eisenbahner-, PfWB Feldwebels-, PfWB Knackwurstschnurres, Konfirmandenschnürres'-

[Bd. 5, Sp. 1386]
chen, PfWB Quecken-, PfWB Sauerkraut-, PfWB Silber-, PfWB Zassel-, PfWB Zottelschnurres; e schneiricher Sch. [ RO-Rehborn]; e Sch. wie e Feldwebel [ RO-Rehborn]; de Sch. binne 'die Schnurrbartbinde anlegen' [ LU-Neuhf]; iwwer de Sch. fahre 'sich den Schnurrbart streichen' [ LA-Maik]; e Schnorres quer durch s' Gesicht [Kraus Pädcher 45]; so e gedrurlter (s. PfWB trudeln2) Schnorres [Damm Dreifaltichkäät 86]. Die hot en Sch. wie en Mann, von einer Frau mit Damenbart [ LU-Neuhf]. E Hambacher is e Halsbart, kää Schnorres [Umg. von NW-Hardbg]; vgl. PfWB Hambacher. Er dreht de Sch. 'Er zwirbelt die Enden seines Schnurrbartes' [ KU-Schmittw/O]. Geh mol her un loß mich mol rieche an deim Schnurres, ich glaab als, du warscht mol wirrer am guure Kindaafwoi (Kindtaufwein), sagt die Frau zu ihrem Mann [ NW-Gimmdg]. Do kammer dann den Kuntrolleer / Sein Schnorres streiche sehe [Müller Luscht un Lewe 129]. Un unner de Stupsnas' wann 's keener sieht, duscht iwwerm Schnorres bohre [Ranssweiler 45]. So wär ich nowel hergebutzt, / De Schnorres englisch zugestutzt [Münch Werke I 193, II 166]. Mei Kopp werd groo, mei Schnorres aa [Münch Werke I 247]. Dabber de Schnorres gestutzt [Kraus Unser Babbe 68]. Nore e kleenes Schnerresche derf'r hun, so wie d'r Henrich [Rech Lore 48]. E klä' verhuscht Männche met'me runnerhängische Schnurres [Albert Oppschuhmacher 57]. E Schnorres un e Knewelbart - Das steht mer ganz passawel! [KL-Landstl Sickinger Höhe (Firmenich III 248)]. Die Schmink war vun Ruß un de Schnorres aus Wichs [Wilms Land und Lewe 40]. De Metzjerborsch hot do geheerisch gelacht un hot uns mit Blut als en Schnorres gemacht [Wilms Land und Lewe 39]. Er hot mit seine zwe Händ sein große Schnorres in die Höh g'zwerwelt [FR-Hettldh (PfRSch. 29. 10. 1933)]. Hot en Sch. un en Backebart un net emol en Schatz, von einem alten Junggesellen [BZ-Dernb, Schandein Ged. 40]. Er loßt sich e Sch. wachse [ KU-Schmittw/O]. E' Schnorres wie 'ne Salledat, / Den wichst er als mit Horbummad (Haarpomade) [Schandein Ged. 66]. De Ferschter hots gut / im frischgrüne Wald. / Streicht er de Schnorres lang, / werd er aach alt [Feierowend 5/1950 2]. Der scheert (schürt) kän Herd, hengt a im Schnorres Ejs [Kraus Gloori Bagaasch 55]. Un unner de Stupsnas' e pefferfarwicher struppicher Schnorres [Albert Oppschuhmacher 9]. Un stellt sei Schnorres kolossal / Un kreischt als wie en General: / »Was glabt denn ehr Schlawacke-Chor? / Die Sach, die kummt mer schbanisch vor« [Räder 84]. RA.: de Sch. tunke 'übermäßig trinken' [Thielen 109]; jemand de Sch. putze 'jemandem Vorwürfe machen' [ RO-Obd]. Dem sein Sch. steht mit de Gäns im Prozeß; mer weeß noch net, ob's Flaum gibt orrer Hoor, neckend

[Bd. 5, Sp. 1387]
über einen jungen Mann mit Bartansatz [Hebel 20]. Dem hun ich de Sch. gedreht 'Dem habe ich gehörig meine Meinung gesagt' [Gal-Dornf, RO-Obd Krämer Gal 190]. Mer hänn em Wert e Sch. gedreht 'Wir haben zu Hause gegessen und getrunken und nicht im Wirtshaus unser Geld ausgegeben' [Kaislt]. Ich nemm dich ins Maul for e Sch., sagt einer, der beim Streit prahlen will [ KU-Roßb]. Dem stellt sich de Sch., von einem Menschen, der leicht zornig wird [ FR-Kindh]. Er stellt de Sch. 'Er ist sehr stolz' [ KU-Schmittw/O]. Er hot e Sch. wie e Feldwewel 'Er hat einen stattlichen Schnurrbart' [ KU-Schmittw/O]. Dem isch de Sch. geritscht, er hat e Sch. unner de Ärm, von einem Mann mit starker Achselbehaarung [ ZW-Bechhf]. Der hot sich de Sch. mit Gluckebutter ingeschmeert, von einem Mann mit glatt anliegendem Bart [ Gal-Dornf]. Was der sich eweil e Sch. planzt! [ KL-Fischb]. SprW.: E Kuß ohne Schnorres is wie e Supp ohne Salz [Hellriegel in: Feierowend 31/1955 7]. VR.: Dort drunne, dort drowwe, / dort steht e Saldat, / der wackelt mid'm Schnorres, / macht Gummersalat [ Gal-Obl]. Eich wääß e Bääm voll Mangelbeere, / Kumm, Schnorres, kumm geh met; / Die sein so gut wie Mandelkääre / Nään, Schnorres, bleib serick! [ KU-Reiffb]. —
b. 'Schnurrhaare der Katze', Schnorres [mancherorts ges. Pf], Schnurres [ PS-Busbg Erfw Schmalbg LU-Altr Ruchh LA-Birkw Edh GH-Minf], Schnarres [ KU-Adb Einöll Kaulb Körbn RO-Bistschd KL-Gimsb]; Pl. Schnärres [ FR-Bockh]; vgl. PfWB Schnurrbart 1 b; Zs.: PfWB Katzenschnurres. —
c. 'der vom Essen verschmierte Kindermund', bes. von der Oberlippe [ GH-Zeisk]. —
2.
a. Neckname für einen Mann mit einem stattlichen Schnurrbart, Schnorres [ KU-Schmittw/O ZW-Gr'bundb L'wied KL-Fischb FR-Bockh GH-Zeisk]. —
b. Neckname für einen Mann mit einem schwach gewachsenen, kleinen Schnurrbart, Schnerresi Dim. [ KU-Schmittw/O]. —
c. Rufname für einen Hund, Schnorres [Frankth]. —
3. 'Tadel, Rüffel, Vorwurf durch einen Vorgesetzten' [ GH-Zeisk]. —
4. eine weiße Bohnensorte, Schnerres'cher [Umg. von Zweibr (Wilde 25)]; vgl. PfWB Schnurrbart 2, PfWB Schnurresbohne. Südhess. V 684/85; RhWB Rhein. VII 1645 Schnorres; LothWB Lothr. 462; ElsWB Els. II 506; Hess.-Nass. III 387.
 
  
Schnurres-binde f.: 'hinter den Ohren befestigte Stoffbinde, die den Sch. in der gewünschten Form fest an die Haut drückt', wurde nachts getragen, Schnorresbinn ('nǫrəs;bin) [Umg. von NW-Hardbg, Wilms Alph. 50], -bind (-bind) [ LU-Neuhf]; vgl. PfWB Schnurrbartbinde; die Schnorresbin abmeche 'die Sch. abnehmen' [ ZW-Bechhf]. Südhess. V 685. — -bohne f.: 'scheckig gefärbter Bohnenkern', Schnorresbahne Pl. [ LU-Friesh]; vgl. PfWB Schnurrbart 2, PfWB Schnurres 4. Rhein. VII 1645 Z. 44, Z. 58.

[Bd. 5, Sp. 1388]
Südhess. V 685. — -bub m.: Schimpfw. für einen frechen Jungen, Schnorresbub [ KU-Schmittw/O]. — -bürste f.: 'kleine Bürste für die Schnurrbartpflege', Schnarresberscht [Kühn Schnitze II 56]; Dim. Schnorresberschtche [ KL-Hirschhn]. Awwer guck: e Schnarresberscht, / Schäner hott se d'r kaan Ferscht (Fürst) [Kühn Schnitze II 56]. VR. des Hausierers: Kumm ich draußrum in e Haus / Um e Geschäft zu mache, / Pack ich all mei Berschde aus / Un weis de Leit mei Sache: / Klääder-, Wichs- und Ufftragsberschte / Besse und Kardätsche; / für die Buwe e Schnorresberschd, e Hoorberscht für die Märe [Umg. von BZ-Annw (Der Bote vom Trifels 27/1928), Feierowend 2/1950 S. 2 PfL 15. 9. 1934]. — -geige f.: = PfWB Mundharmonika, Schnurresgige (sic!) [Umg. von Pirmas (Feierowend 7/1950 S. 2)]. — -haar n.: 'Haare vom Schnurrbart eines Mannes oder einer Katze', Schnorreshoor Pl. [Frankth]; die Sch. vun de Katz [ LU-Alsh]. Südhess. V 685. — -peter m.: 'ein Mann mit einem starken Schnurrbart', Schnorrespeder [ ZW-Gr'bundb], Schnurrespitt [IB-Ensh (Glass 108) Glass Klutzkopp 114]. — -spitze f.: 'Schnurrbartende', Schnorresspitze Pl. [ ZW-Bechhf LU-Neuhf]. Südhess. V 685. — -wackeler m.: 'wer mit seinem Schnurrbart wackeln kann', scherzh.; Schnorreswackler - Schnurrbartschaukler [Damm Nachtdischlamp 12, 28]. Südhess. V 686. — -wichse f.: 'Pomade für den Schnurrbart des Mannes', Schnorreswichs [ ZW-Bechhf LU-Neuhf]. Südhess. V 686. —