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schnauzen bis Schnecken-acker (Bd. 5, Sp. 1269 bis 1275) | |||
schnauzen, schw. Schnauzer, m. Schnauzer-fisch, m. Schnauzerin, f. Schnauzer-kuchen, m. Schnauz-haar, n. schnauzig, Adj. Schnauz-igel, m. Schnäzchen Schnecke, f. m. Schneck, f. m. Schnecken-acker, m. Schnecken-bätze, f. Schnecken-berg, m. Schnecken-birnbaum, m. Schnecken-dreck, m. Schnecken-ei, n. Schnecken-fett, n. schnecken-fett, Adj. Schnecken-fraß, m. Schnecken-fresser, m. Schnecken-frisur, f. Schnecken-fuß, m. Schnecken-gabel, f. Schnecken-gässer, m. Schnecken-gikser, m. Schnecken-grund, m. Schnecken-haken, m. Schnecken-haus, n. Schnecken-hausen, ON Schnecken-hohl, f. Schnecken-nudel, f. Schnecken-nudelns, n. Schnecken-pfad, m. Schnecken-post, f. Schnecken-schinder, m. Schneckenschorum, ON Schnecken-schwanz, m. Schnecken-spieß, m. Schnecken-sprung, m. Schnecken-spur, f. Schnecken-tal, n. Schnecken-tanz, m. schnecken-tänzeln, schw. Schnecken-tänzer, m. Schnecken-tempo, n. Schnecken-treiber, m. Schnecken-treiberei, f. Schnecken-wasser, n. Schneckerekeck, m.? Schneckere-tänze Schneckert, m. schneck-fett Schneck-pfad, m. Schnee, m. Schnee-ballen, m. Schnee-ball, m. Schneeballen-baum, m. Schneeballen-schlacht, f. Schneeballen-werfen, n. Schnee-bank, f. schnee-bäucheln Schnee-beere, f. Schnee-berg, m. Schneeberger-hof, m. Schnee-besen, m. Schnee-bise, f. m. Schnee-biser, f. m. Schneeblätter-baum, m. Schneeblätter-busch, m. schnee-blind, Adj. Schnee-blume, f. Schnee-bruch, m. Schnee-brunzer, m. Schnee-butzen, m. Schnee-decke, f. Schnee-druck, m. Schneedruck-lücke, f. Schnee-fall, m. Schnee-fang, m. Schnee-feld, n. Schnee-flocke, f. m. Schnee-flocken, f. m. Schnee-fuß, m. Schnee-gans, f. schneegeln, schw. Schnee-gestöber, n. Schnee-gewitter, n. Schnee-gewölk, n. Schnee-glöckchen, n. Schnee-halde, f. Schnee-haufen, m. schneeig, Adj. Schnee-joseph, m. Schnee-josephsin, f. Schnee-kappe, f. Schnee-kasten, m. Schnee-könig, m. Schnee-kratze, f. Schnee-luft, f. (m.) | 1. 'Leckerbissen stibitzen, Verbotenes naschen', bes. von Tieren, schnauze (naudsə) [ IB-Hass RO-Schweisw Semb KL-Siegb PS-Th'eischw NW-Frankeck]; Part. Perf. g'schnauzt [Lambert Penns 137]; vgl. PfWB ausschnauzen. Die Katz geht sch. [ RO-Semb]. RA.: Die schnauzt iwwerall erum 'Sie sucht, wo sie etwas zu naschen bekommen könnte' [ LU-Opp]. — 2. 'die Zähne blecken', vom Hund. De Hund schnauzt [ PS-Münchw]. — 3. 'schnauben, prusten', bes. vom Schwein, schnauze [Lambert Penns 137]; vgl. PfWB schnauben 1. — 4. 'ausschelten, herunterputzen'. Eich fange an un wollt en schnautze, / Un saat: »O krieh die Krenk, du [Bd. 5, Sp. 1270] Narr!« [Firmenich III 245]; Zs.: PfWB ab-, PfWB anschnauzen; Syn. s. PfWB anfahren 2 c. — 5. 'besiegen, Erster werden'. Ich hoan dich geschnauzt! [Juner 90]. Gell, heit moje han ich dich mol werre (wieder) geschnauzt! [ KU-Dittw]. — RhWB Rhein. VII 1574; LothWB Lothr. 458; Hess.-Nass. III 340; DWB DWb. IX 1211/12. 1. a. 'Schnurrbart des Mannes, Oberlippenbart, bes. wenn er lang oder struppig ist', Schnauzer (naudsər) [KL-Bann NW-Geinsh BZ-Billh GH-Schwegh, PfId. 127 Karch Gimmdg/Muttstdt 235 Schandein Ged. 248 Schandein Bav. IV,2 362, Don-St. Andreas Petri 212]; vgl. ALLG I K. 76; vgl. PfWB Frankenschnauzer, PfWB herumschnauzern, PfWB Schnauzbart; iwwer de Sch. fahre 'sich den Schnurrbart streichen' [ GH-Nd'lustdt]. Du hoscht Muntur vun aller Art, / For was e Flint un Sawel? / E Schnauzer un e Gäsebart / Steht deer nor miserawel [Firmenich III 248]. — b. 'Schnurrhaare der Katze' [ GH-Max'au]. — c. 'Lippe, Teil des Mundes' [ GH-Zeisk]. — 2. eine Hunderasse mit kennzeichnendem kräftigem Schnauzbart, guter Rattenfänger, Schnauzer [mancherorts]; Dim. Schnauzerle [LU-Alsh/Gr Glückstein 25]; vgl. PfWB Rattenfänger 2, PfWB Schnauz 1; Zs.: PfWB Pfeffer-und-Salz-Schnauzer, Dickel-dackel-mops-spitzschnauzer, PfWB Salz-und-Pfeffer-Schnauzer. — 3. 'Mensch von barschem, derbem, grobem Wesen', auch als Spottname [ KU-Schmittw/O FR-Bockh LU-Altr GH-Zeisk]. — 4. 'Tadel, Rüffel, Verweis' [ GH-Zeisk]; vgl. PfWB schnauzen 4. — 5. 'wer viel redet' [ LU-Altr]. — 6. 'ein Mann, der den Frauen nachsteigt, Schürzenjäger' [ FR-Bobh LU-Fußgh Oggh Opp]; vgl. PfWB Schnauser 2; Syn. s. Schürzenjäger. — RhWB Rhein. VII 1575 Schnäuzer; LothWB Lothr. 458; ElsWB Els. II 511; Hess.-Nass. III 340. 1. allg. Bezeichnung [Bd. 5, Sp. 1271] für verschiedene Arten der Weichtierklasse Gastropoda, häufiger Schädling in Feld und Garten, auch im Tabakbau, Schneck (nęg, neg) [verbr. (außer Westrand) Heeger Tiere II 14 Karch Gimmdg/Muttstdt 235 Müller Dietschw 66, Lambert Penns 137 Krämer Gal 190 Buch-Onufry], Schnack (nag) [ PS-Busbg Erfw Schindhd], Schleck (lęg) [KU-Adb, verbr. Westrand der Pf, teilweise existiert um 1928 daneben neueres Schnecke, Glass 103 Heeger Tiere II 14 PfId. 124 Schandein Sprachsch. 59 Walle 35], Schlack (lag) [ RO-Rehborn]; Pl. Schnecke (nęgə, negə) [verbr., Karch Gimmdg/ Muttstdt 110, Krämer Gal 190], Schlecke (lęgə) [verbr. wie Sg.], Schlacke (lagə) [ RO-Rehborn]; Dim. Sg. Schneckche [WPf NOPf], Schneckelche [ KU-Diedk Pirmas KB-Kriegsf LU-Alsh/Gr Limbghf Opp NW-Elmst], Schneck(e)l [SOPf mittl. VPf], Schleckche [ KU-Bedb, vereinzelt Westrand]; Dim. Pl. Schneckcher [mancherorts WPf NOPf], Schneckelcher [ KU-Bedb LU-Alsh/Gr Opp, Don-Schowe Torscha], Schnecklich [LA-Mörzh Wollmh Land BZ-Dierb], Schneckle [mancherorts SPf östl. VPf]; Gen. f.: die Schneck vorherrschend, Gen. m.: der Schneck gemeldet aus [ KU-A'glan], der Schleck [IB-Alschb (Dimel 158)]; vgl. PfWB Buttigel; Zs.: PfWB Acker-, PfWB Bruch-, PfWB Deckel-, PfWB Garten-, PfWB Häusel-, PfWB Keller-, PfWB Kupfer-, PfWB Nacht-, PfWB Nackt-, PfWB Salat- 1, PfWB Wasser-, PfWB Weg-, PfWB Weinbergs-, PfWB Welschkornschnecke, -schlecke; die grooe [ KU-Bedb LA-Gommh], schwarze [ KU-Bedb], role (rote) [ KU-Bedb, LU-Friesh Lu'haf], weiße [ KB-Kriegsf] Schnecke; e gäli (gelbe) [ PS-Gersb], e groß [ LU-Friesh Lu'haf], e klän (klänni) Sch. [ KU-Bedb, PS-Erfw LU-Friesh]; e klan Schneckche [ KB-Kriegsf]. Es gibt rore Schnecke [ KB-Kriegsf], Schnecke mit Haus [ KU-Bedb], Schnecke ohne Haus [ KU-Bedb], nackde Schnecke [ KB-Kriegsf]. Die Sch. isch gekroche [ PS-Erfw]. Die Schlecke oun die Werm fresse em Herbscht de Soome (Samen) [ WD-Niedkch]. Aus eenre Mick do kannscht keen Drache, / un aus re Schneck keen Windhund mache [Wilms Land und Lewe 68]. Do beschde platt, saat die ä Sch. zu de anner, do war die Dampwalz driwwergefahr [Thielen So rerre mer 109]. Ich ... hab Drache gebaschdelt un Schnecke dressiert [Wilms Land und Lewe 37]. Mei Weib is lahm so wie e Schneek, / ich muß sei Naupe 'Launen, Gelüste' stille [Hockl 22]. Meeschter, ich verschreck, / Denk ich an so e Schneck! [Ranssweiler 34]. Du ziehsch dich zamme wie e Schneck [Damm Nachtdischlamp 55]. Mittel gegen Schnecken: Mer sät Kalk [ WD-Niedkch, KU-Diedk], Dinger (Dünger) [ KB-Kriegsf]; man spricht unter Nennung der drei heiligen Namen folgenden Spruch: »Da du' ich meinen Samen hinschmeißen, / Daß mir die grauen, die schwarzen und die weißen - / Den [Bd. 5, Sp. 1272] Samen nicht abbeißen!« [Schandein Bav. IV,2 380]. RA.: Er (ist) so langsam [ NW-Kallstdt], geht [ LA-Wollmh GH-Zeisk], krawwelt [ LU-Alsh/Gr NW-Elmst Kallstdt], kriecht [ KB-Mauchh], laaft [RO-Sippf], laaft do erum [ FR-Bockh], macht so langsam [ NW-Freinsh] wie e Sch., von trägen, langsamen Menschen. Wer se spät kemmt, hot die Sch. 'm Arsch [ WD-Niedkch]. Der isch geloffe wie e Sch. iwwer e Brachfeld 'Er ist geschlichen' [ LA-Gommh]. Der schleicht wie e Sch. iwwer's Stoppelfeld [ Buch-St. Onufry]. Das geht hei widder wie die Schnecke 'Es geht heute schleppend voran' [ ZW-Battw]. Der is so nedig wie die Schnecke im Korn 'Er ist völlig überflüssig' [Umg. von Pirmas]. 's esch e Kält, daß die Schnecke belle [ BZ-Albw]. Er ißt fer e Sch. 'Er ißt wenig' [ GH-Erlb]. Umschreibungen für Müßiggang, Zeittotschlagen, langsames Gehen, träges, sinnloses Tun, auch als Antwort auf die Frage: »Was schaffscht?« oder »Was treibst du?«: Schnecke über die Brooch treiwe 'Ich faulenze' [ PS-Geisbg LU-Böhl NW-Kallstdt]; Schnecke, die laafe nit schnell! [ LU-Opp]; Schnecke treiwe [KB-Bubh FR-Saush LU-Böhl Friesh NW-Frankeck GH-Schwegh, Schandein Bav. IV,2 374]; Schnecke treiwe, die laafen net weit [Land]. Ich treib Schnecke [ LA-Gommh]. Schnecke noch Bitsch (vgl. PfWB Bitsch1) treiwe [Pirmas]; Schnecke de Berg enuf treiwe [ KU-Kaulb], iwwer d' Brooch treiwe [ BZ-Dierb, mancherorts], iwwers (iwichs, iwwern) Bruuch treiwe [ KU-Bedb PS-Erfw Pirmas NW-Kallstdt]; Schnecke uf die Schwänz schlae [Pirmas]. Zu einem, der nicht weiß, wie er die Zeit totschlagen soll, sagt man: Treib Schnecke noch Metz! [Pirmas]. Der treibt Schnecke 'Er arbeitet wenig und langsam' [ LA-Gommh Nd'hochstdt]. Du bist so dumm for die Schnecke über die Bruche so treiwe [ KL-Bann]. Du scheinst Schnecke se treiwe [ NW-Frankeck]. Er treibt die Schlecke iwer die Brooch 'Er ist ein Müßiggänger' [ WD-Niedkch]. Der es se faul for die Schlecke iwer die Brooch se treiwe [ WD-Niedkch]. Ehr gihn jo so langsam, mer ment, ehr dere (ihr tätet) Schnecke treiwe! [ RO-Als]. BR.: Wann sich die Schlecke zwämol heire (häuten), gehn se kabutt [ WD-Niedkch]. Gibt's viel Schnecke, derf mer nor dran lecke 'In einem schneckenreichen (= regenreichen) Jahr reicht die Ernte nicht zum Sattessen' [ FR-Albsh]. Gibt's veel Käwer, trinkt mer de Woi aus Häwe, gibt's veel Schnecke, muß mer'n z'sammelecke, dass. [ NW-Dürkh]. Es der Mai naß, gett's veel Schlecke on em Herbscht e schlecht Soot (Saat) [ WD-Niedkch]. WR.: Zeigen sich viele Schnecken und Regenwürmer, so rechnet man auf Regen [ KU-Hinzw]. Regen gibt es, wenn die Schnecken auf den Wegen kriechen [ KU-Bedb]. Wann die Schnecke Dreck uffem Ricke hat, gebt's Reen [ ZW-Käshf]. Die Schnecke hawe Schwänz 'kleine, [Bd. 5, Sp. 1273] anhaftende Dreckklümpchen', 's gebt kä Reje [ ZW-L'wied]. Volksmed.: »Warzen reibt man mit einer großen Schnecke, steckt diese an ein Hölzchen und legt es auf eine nicht leicht zugängliche Mauer; mit dem Verfaulen der Schnecke verschwinden die Warzen« [Schandein Bav. IV,2 405]. Einreiben mit Schneckensaft [ KU-Quirnb] oder einer braunen (gelben, schwarzen, roten) Schnecke [ KU-Bedb LA-Gleisw GH-Kand] gilt als gutes Mittel gegen Warzen. Wirksamer ist es noch, wenn man die Schnecke nach Gebrauch wegwirft [ SP-Heiligst] oder verdorren läßt, indem man sie auf einen Zaunpfahl oder Dorn spießt oder an ein Stöcklein gesteckt auf eine Mauer legt. Wie die Sch. verdorrt, so dorren die Warzen ab [Heeger Vhk. 118, Rockhs KB-Mauchh Kriegsf]. Warze kammer weg mache, wemmer e gäli Schneck druff bind [ PS-Gersb]. So wie der Schleck verdorrt am Dorn, so soll die Warz verdorre uff der Hand, spricht die Mutter, die eine rote Schnecke auf einen Dorn aufgespießt hat, zu ihrer Tochter [Dimel 158]. Sch. werden immer noch als Heilmittel gegen Warzen eingesetzt (um 1931), die Warzen werden unter Anrufen der höchsten Namen damit eingerieben [ LU-Opp]. Merrer schwarz Schleck fährt mer an der Warz dreimol eronner oun rieft die drei hechste Name an [ WD-Niedkch]. Der Saft von Schnecken (getrunken) als Mittel gegen die Schwindsucht [Dimel 157]. 16. Jh.: »Von mancherley Schnecken wird ein gut Wasser destiliert, für die Schwindsucht und Abnehmen... Außerhalb des Leibes braucht man es für die Wartzen und Kräenaugen« [Heeger Vhk. 15]. Wozu die schwarzen Schnecken nützen. Sie vertreiben das Schwinden und die Warzen an den Händen und Füßen, die Hüneraugen an den Füßen, sie heilen die Brüche und alle Schäden. Tue Schnecken alle zusammen in einen Topf, wirf viel Salz daran und grab es neun Tage in die Erde, darnach destilliere es in einem Glas in der Sonne [FR-Gr'niedh (Heeger Vhk. 15)]. AR.: Schneck, Schneck schnore / krawwel in die Ohre / krawwel wirrer raus / du bischt draus! [ KB-Stett]; s. PfWB schnore. KR.: Schneck, Schneck, Schneck, streck dein vier Ohre raus! [ LU-Böhl, PS-Erfw]. Sch., Sch., schnore, weis m'r dei vier Ohre!, beim Betrachten eines Schneckenhäuschens [ NW-Freinsh, RO-Dielkch NW-Kallstdt]. Sch., Sch., streck die Ohre weg! [ PS-W'fischb]. Sch., Sch. streck die Hörner aus, sonscht schmeiß ich dich iwwers Bäckerhaus! [ ZW-Battw]. Sch. im Haus, kumm eraus, streck ma dei vier Härner (Hörner) raus [Land]. Sch., Sch. streck dei Ohre raus, orrer ich schmeiß dich über drei Haiser naus [ LA-Nd'hochstdt, LU-Opp]. Sch., Sch., du dei vier Ohre raus, sunscht kummen die Russe un lachen dich aus [ LA-Gommh]. Sch., Sch., schnore, streck die lange Ohre. Wenn de se nit streckscht, schmeiß ich dich ins Eck! [Bd. 5, Sp. 1274] [ LU-Opp]. Sch., Sch., schnore, zeig mer dein vier Ohre! Zeisch de mer se net, trel ich (trete ich) dich in de Dreck [ KU-Bedb]. Sch., Sch., schnore, zeig mer dein lange Ohre! Odder schmeiß ich dich in de Bach, / daß der Leib unn Seele kracht! [ LU-Opp]. Var.: ...wann du sie net zeigscht, fliegschte in de Bach, / daß der's Herz im Leib verkracht, oder in de Grawe, fresse dich die Rawe [ LU-Opp]. Sch., Sch. schnore, weis mer dei vier Ohre, sunscht schla ich dich kopore (kaputt) [ KB-Kriegsf]. Var.: ...weis mer dei vier Ohre! Streckschde se net glei eraus - Werf ich dich zum Haus enaus! [Schandein Bav. IV,2 352]. Weitere Var.: ...weis mer mol dei Ohre, wann de mer se net weischt, mach ich dich kapores [ KB-Kriegsf]. Schnecke, Schnecke, hiere, / Weis mer deine Viere, / Wann d' mer se nit zeigst, / Schmeiß ich dich weder e' Felsestück, / Daß du nimmi knackere kannst [Heeger Tiere II 23]; s. Müllerzwicken, PfWB schniere. VR.: Die vierunzwanzich Schneider, die finne mol en Schneck. / En jeder hot sich gferricht, en jeder halt sich weg. / Dann schtreckt die Schneck die Haerner, so wie e gleeni Kuh. / Nau schpringe, Schneider, schpringe! / Sie will eich ebbes duh! [Penns (UHeim. 1935/1936 232)]. Kniereiterreim: Hoppa, hoppa, Reiter, / wenn er fällt, dann schreit er. / Fällt er in den Graben / fressen ihn die Raben, / fällt er in die Hecken, / fressen ihn die Schnecken. / Fällt er in den Sumpf, / macht der Reiter plumps! [verbr., Gal-Dornf]. a. 1595: weil vorgedachter Enderes seiner Ehefrau, Margareta genannt, vor ungefähr sechs Jahren Quecksilber und dann jetzt eine Wasser-Ederex (Eidechse), ein roter Schneck und eine horechte (haarige) Raupp, zerstoßen untereinander gemacht und in Suppen gethan und sich also unterstanden ihr das Leben dadurch abzudringen, welches aber durch den Willen Gottes nit hat geschehen mögen [FR-Lambsh (JKurpf. 1934 63)]. — 2. a. 'Haarfrisur der Mädchen, bei der geflochtene Zöpfe schneckenartig jeweils über dem Ohr befestigt werden' [mancherorts ges. Pf], seltener, und auch nur von älteren Frauen, wird die Sch. am Hinterkopf getragen [Kaislt LA-Herxh]; vgl. PfWB Trudelnest, PfWB Haarnest, PfWB Haarzwiebel, PfWB Nest 2bα, PfWB Ohrennest; Zs.: PfWB Haarschnecke, PfWB Ohrenschnecken; henne e Sch. 'Haarschnecke am Hinterkopf' [ LA-Herxh]; Schnecke uff de Ohre [ KU-W'mohr ZW-Gr'bundb]. Das Mädche hat Schnecke an de Ohre [ LA-Ilbh]. Die hot große Schnecke! [ LU-Alsh/Gr]. Die hot ehr Hoor zu Schnecke gemacht [ LA-Gommh]. Vk.: Am Tag vor Fronleichnam trugen die Mädchen besonders häufig diese Schneckenzöpfe [ LU-Oggh], die mit Zuckerwasser (zur Festigung) beträufelt waren [Kaislt]. Kämmte man am nächsten Tag die Zöpfe aus, dann waren die Haare zu schönen Locken gewellt. — b. 'Locke in Schnek- [Bd. 5, Sp. 1275] kenform' [ NW-Kallstdt], Pl. Schneckelcher [ Don-Schowe Torscha]; vgl. PfWB Nest 2bγ. — 3. 'gewundene Hörner des Schafes' [ ZW-Battw]. — 4. 'schneckenartig gewundenes Gebäck' [ KL-Mackb]; Zs.: PfWB Apfelschnecke, PfWB Schneckennudel, Zuckerschnecke. — 5. technisch. a. 'gewundener Bügel unter der Wagendeichsel, in dem die Waage hängt' [KL-Hütschhs Klein Wag. 105]. — b. 'Führungseisen für die Leine am Vorderpflug' [ ZW-Battw]; vgl. PfWB Galgen 2 e, PfWB Galgenohren, PfWB Sauschwanz 2 a, Schnekkenhaken; Zs.: Lein(en)schnecke. — c. 'Schneckengetriebe in einer Getreidefegemühle (Putzmühle)' [ KB-Bennhs]; Syn. s. PfWB Nuß 2aα. — 6. in der Architektur 'steinerne Wendeltreppe, steinerner Treppenturm'. a. 1538: ... daß wir den dhurn sampt dem staynin Schnecken daran...mit allem darin vnnd vff denselben Thurn vnnd schnecken erpauen [StArch. Speyer Kriegs- und Militärwesen Fasz. 636]. a. 1552/1557: Ein schnecken oder dhurn zu seinem hofe gelegen [LeinSb. Bl. 26]. a. 1572/73: 4 albus debolt Fuchs ... von eim schnecken oder Thurm [SSp Leininger Zinsbuch 10e (NW-Dürkh)]. a. 1608: Anno 1608 Jahr, / Da der Schnecken gebaut war, / Anastasi Fertel Schuldheis ist, / Stoffel Schreiber und Joerg Fenerich / als Dorfmeister zu dieser Frist [Hausinschrift in LA-Wey (Zink Vk. 23)]. a. 1621: 14 fl. ... dem steinmetzen ..., welcher uff dem Closter ... ein gang neben dem schneckhen was zu dem grossen Radtbronnen ... mit alten steinern platten belegt [WerschwSchR Bl. 179]. a. 1657: haben die Kirchengeschworne den Schnecken an der Kirchen niederlegen vnd wieder aufs newe bawen vnd aufrichten lassen [LA-Rhodt (Kirchenbuch ev. Pfarrarchiv)]. — 7. a. 'das Geschlechtsorgan der Frau' [ KB-Kriegsf LU-Opp NW-Freinsh Kallstdt, Don-Schowe]; vgl. PfWB Schneckenwasser; Syn. s. PfWB Bunz. — b. 'ein Mädchen ohne Schambehaarung'; e blott Sch. [ KB-Kriegsf]. — c. 'Geschlechtsteil der Kuh' [ RO-Ebbg NW-Leistdt]; Syn. s. PfWB Schluß 1 a. — 8. Kosewort für ein Mädchen; du liewi Schneck! [Pirmas]. — 9. Neckname für die Bewohner von LA-Burrw, Schnecke [ LA-Burrw Flemling Frankw]; KU-Eßw, Schneckelcher [Seebach Neckn. 73]; BZ-Schweig, Schwäächner Schnecke [Bergz (Kamm 126)]; BZ-Silz, Silzer Schnecke [BZ-Gossw Münchw Silz Stein W'rohrb, Seebach Neckn. 73]; BZ-Wind [Seebach Neckn. 73]. — 10. 'Schleimpfropf im Hals, Auswurf' [ LA-Venn]. — 11. vgl. PfWB Dachschnecke, PfWB Heuschnecke, PfWB Salatschnecke 2. — RhWB Rhein. VII 1575 ff.; LothWB Lothr. 448 Schleck I; ElsWB Els. II 497/98 Schneck m., Schnecke f.; Hess.-Nass. III 340/41 Schnecke, 346 ff. Schnegel; DWB DWb. IX 1213 ff.; Frankf. V 2778/79 Schnecke f., 2782/83 Schnegel m. [Bd. 5, Sp. 1276] (nęgə̩agər) [ KU-Kaulb]. a. 1783: schlickenacker [Kurpf. 1718/859 (KU-Kaulb)]. —
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