| Pfälzisches Wörterbuch | ![]() | ||
Schnappe1 bis Schnäpperer (Bd. 5, Sp. 1232 bis 1238) | |||
Schnappe1, f. Schnappe2 Schnäppe1, f. Schnappen schnappen, schw. schnäppen, schw. Schnäppen-kappe Schnapper, m. Schnäpper, m. (f.) Schnäpper-bart, m. Schnäpperer, m. schnäpperig, Adj. Schnäpper-maul, n. schnäppern, schw. Schnäpper-täsche, f. Schnapp-fuß, m. Schnapp-galgen, m. Schnapp-grete, f. Schnapp-hahn, m. Schnapphahn-berg, m. Schnapphahnen+-hütte, f. Schnapphahnen-land, n. Schnapphahner-weg, m. Schnapp-hannes, m. Schnapp-hünkel, n. Schnapp-kappe Schnapp-kar, n. Schnapp-karch, m. Schnapp-karren, m. Schnapp-kasten, m. Schnapp-kette, f. Schnapp-korb, m. Schnapp-messer, n. Schnapp-reitel, m. schnapp-reiteln, schw. Schnapp-sack, m. Schnapp-schloß, n. Schnapp-visite, f. Schnapp-waage, f. Schnapp-wagen, m. Schnaps, m. Schnaps-ausschank, m. Schnaps-beere, f. Schnaps-birne, f. Schnaps-brenner, m. Schnaps-brennerei, f. Schnaps-bruder, m. Schnaps-bude, f. Schnaps-butelle, f. Schnaps-butik, f. Schnäpseler, m. schnäpseln, schw. schnapsen, schw. Schnapser, m. Schnaps-eule, f. Schnaps-fahne, f. Schnaps-faß, n. Schnaps-flasche, f. Schnaps-gepfetze, n. Schnaps-geruch, m. Schnaps-geselle, m. Schnaps-gesicht, n. Schnaps-gicker, m. Schnaps-glas, n. Schnaps-goj, m. Schnaps-grutzen, m. Schnaps-gückel, m. Schnaps-gumpel, f. Schnaps-gurgel, f. Schnaps-husten, m. Schnaps-idee, f. Schnaps-johannistraube, f. Schnaps-kessel, m. Schnaps-kneipe, f. Schnaps-kolben, m. Schnaps-kollege, m. Schnaps-kram, m. Schnaps-krug, m. Schnaps-laden, m. Schnaps-lump, m. Schnaps-nase, f. Schnaps-preuße, m. Schnaps-produkt, n. Schnaps-rausch, m. Schnaps-sack Schnaps-saufen, n. Schnaps-süffer, m. Schnaps-teufel, m. Schnaps-trinker, m. Schnaps-tropfen, m. Schnaps-vergiftung, f. Schnaps-weiler Schnaps-wirtschaft, f. Schnär Schnärch schnarcheln, schw. schnarchen, schw. schnarksen, schw. Schnarkser, m. Schnarkserei, f. | 1. 'Kippvorrichtung in Form eines Hebels, nur in seiner Mitte aufliegendes Brett', Schnäpp (nęb) [ LU-Altr]. Die Sch. dient dem raschen und kräftigen Wegschleudern von Steinen, jungen Vögeln, Fröschen usw., wobei durch einen starken Hieb mit einem Prügel oder durch einen Fußtritt auf das hochstehende Ende der Sch. das andere Ende mit dem Stein oder Tier nach oben schnellt. s. PfWB schnäppen; uff de Schnäpp sitze 'auf dem kippeligen Ende eines Brettes oder einer Bank sitzen, die jederzeit kippen kann' [ KU-Schmittw/O]. — 2. 'Instrument zur körperlichen Strafe durch rasches Absenken des Delinquenten in Wasser'. a. 1590: So soll der dieß that Unsern Ambtleuthen vnnd dem Bürgermeister furbracht, auch vff derselbigen ermessigung endweder vff die Schnappe (so jederzeit beid der obern Pfortten vber dem grabenn an einem schwengel hangen soll) gesetzt, oder sonst, nachdem sie bedunkt, daß ein jeglicher verdient habe vnd auch argwönig seye, gestrafft werden [ZweibrUrkb. 157]; vgl. PfWB schnappen 4, PfWB Schnappgalgen, -korb, PfWB Schneller 6. Beschreibung des Schnappens bei DWB DWb. IX 1174 unter Schnappgalgen. — 3. 'einachsiger Wagen, zum (Ab-)kippen eingerichtet', Schnäpp [ RO-Dielkch]; Syn. s. PfWB Schnappkarch. — RhWB Rhein. VII 1547 Schnappe, Schnäppe, 1549 Schnappen, Schnäppen 'Mützenschirm'; LothWB Lothr. 457; ElsWB Els. II 501; Hess.-Nass. III 358/59 Schneppe; DWB DWb. IX 1169/70, DWB 1316 Schneppe. [Bd. 5, Sp. 1233] Schnäppe2 'Prostituierte' s. PfWB Schnepfe1; Schnäppe3 'Rand, Spitze' Schneppe1. 1. allg. 'eine rasche, ruckartige Bewegung machen', schnappe (nabə) [allg., Castleman Zwbr. 31 Höh 46, Lambert Penns 137 Krämer Gal 189], schnoppe [Beam Penns 95]; Part. Perf. g(e)schnappt (gənabt, gnabt) [allg., Lambert Penns 137 Krämer Gal 189]; Zs.: PfWB abschnappen, -schnäppen, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB daraufschnappen, PfWB dornschnäppen, PfWB ein-, PfWB er-, PfWB ver-, PfWB vorbei-, PfWB hinein-, PfWB hinüber-, PfWB über-, PfWB weg-, PfWB zusammen-, PfWB zuschnappen. Die Deer schnappt (ins Schloß) [ NW-Geinsh]. — 2. a. 'den Kopf auf- und abbewegen, nicken, einen stummen Gruß zuwerfen' [ KU-Bedb KB-Kriegsf, vereinzelt]; vgl. PfWB nicken 1. Er hot mer geschnappt 'Er hat mir mit dem Kopf zugenickt' [ KU-Schmittw/O]. — b. '(durch Kopfnicken) zustimmen, bejahen, Einverständnis bekunden durch Gestik' [verbr. WPf, FR-A'lein Bissh NW-Kallstdt BZ-Albw Birkhdt Land PfId. 126 Bernhard 164 Christmann Kaulb 4 Glass 105 D. Kühn in: PfRh. 1957 210 Kühn Hamet 134 Mang 79 Juner 89 Müller Dietschw 66 Thielen 101 Wilms Alph. 49 Albrecht 111, Don-Schowe Torscha]; memm Kopp schnappe [IB-Ensh (Glass 105)]. Er schnappt 'Er stimmt durch Kopfnicken zu' [ RO-Messbhf]. Er hot (hat) geschnappt 'Er hat zugestimmt' [KU-Bedb PS-Rodalb (Bernhard 164)]. Ich han geschnabbt [Kraus Putscheblum 5]. Die Gemeinderät schnappe 'Sie sind einverstanden' [ PS-Hintwdth]. Er schnappt zu allem 'Er nickt zu allem, er ist mit allem einverstanden' [ KU-Schmittw/O]. »Abgemach,« brummt de Fritz, un die annere, de Sepp un de Heiner, schnappe a mit de Köpp [Kraus Herzdrickerte 17]. Die annre zwei dun schnabbe. / Do kriehn se äns spendeert [Kraus Pat 45]. Wer immer schnappt, hat nie e falsches Wort gesaht [Kraus Allseiläbdah 9]. RA.: Der Lämmerschwanz schnappt zu allem 'Der einfältige Mensch ist mit allem einverstanden' [ KU-Schmittw/O]. — 3. a. 'hinken, ein Bein nachziehen, krumm oder lahm gehen, beim Gehen kein Gleichgewicht halten (können)', von Menschen und Tieren, oft als Folge einer einseitigen Beinverkürzung oder Verletzung [mancherorts ges. Pf, Bernhard 164 Bertram § 286 PfId. 126 Christmann Kaulb 4 Kleeberger 127 Klein Prov. 132 Müller Dietschw 66 Otterstetter 210 D. Kühn in: PfRh. 1957 210 Kühn Hamet 134 Mang 79]; vgl. PfWB gnappen, PfWB hickeln 1, PfWB humpeln, PfWB hupfen, PfWB hüpfen 2, PfWB hüppseln 2, PfWB huppsen 3, PfWB knacken 1bα, PfWB knacksen 1aγ, PfWB lahmen 1, PfWB lähmen 2, PfWB schnärren. [Bd. 5, Sp. 1234] Du schnappscht jo wie e alder Gaul! [ KU-Adb]. Er hädd schdark geschnabbd [E. Weber in: PfRSch. 22. 7. 1926]. Das Mädel schnappt 'schwankt beim Wechseln vom längeren auf das kürzere Bein' [ BZ-Dernb]. Der Mann (er) schnappt [KU-Diedk RO-Sippf KL-Weilb PS-Erfw Rodalb (Bernhard 164) FR-Bockh Tiefth LU-Opp NW-Freinsh Bergz (Kamm 58)]. Er schnappt am linken Fuß [Klein Prov. 132]. Der Gaul schnappt [ Gal-Obl]. Wer was am Fuß hat, schnappt [ KU-Herschw/Petth]. Der schnappt met dem rechde Fuß [ KL-Reichb]. — b. 'nicht im Gleichgewicht sein, wackeln'. Der Stuhl schnappt 'Der Stuhl wackelt' [ BZ-Dernb]. — 4. 'durch eine rasche, schnellende Bewegung (um)kippen, fallen (lassen)' [ZW-L'wied, vereinzelt, Karch Gimmdg/ Muttstdt 82 Müller Dietschw 66]; vgl. PfWB abschnappen, -schnäppen; ein Kind schnappen lassen 'Ein Kind fallen lassen' [Klein Prov. 132]; uf e Haufe sch. 'mit Schwung auf einen Haufen entleeren' [ KU-Schmittw/O]. Tu mer schnappe! 'Hilf mir, den Sack auf die Schultern zu heben' [ PS-Erfw]. Er hot e Kaschte voll Kohle vor's Kellerloch geschnappt [ KU-Schmittw/O]. Geb acht, du schnappscht um! 'Paß auf, du fällst (mit dem Stuhl) um!' [ BZ-Dernb]. Volksmed.: »Nach der falschen Ansicht des Volkes sollen rhachitische Kinder immer dadurch ihren Buckel, Cyphosis, erlitten haben, daß man sie habe schnappen lassen, worunter man versteht, daß man sie habe entweder ganz fallen lassen, oder daß man während des Fallens auf ungeschickte Weise sie wieder aufgefangen hatte« [Pauli Heilm. 79]. a. 1570: Sie wurden in den Schnappkorb verurteilt, um von der Scherbrück ins Wasser geschnappt zu werden [Küchler 42]; vgl. PfWB Schnäppe1 2. — 5. a. 'wiegen, in ein Gleichgewicht bringen'; die Kersche sch. 'die Kirschenkörbe auf das vorgeschriebene Gewicht auswiegen' [ BZ-Dernb]. 's steht am Schnappe 'Es nähert sich dem Gleichgewicht' [ LA-Nd'hochstdt]. — b. übertr.: 's steht am Schnappe 'Eine Angelegenheit nähert sich der Entscheidung' [ LA-Nd'hochstdt]. 's hot geschnappt 'Jetzt stimmt die Sache, jetzt haben wir es erreicht' [Rockhs]. — 6. a. 'mit den Händen nehmen, hastig nach etwas greifen, etwas erwischen' [verbr. ges. Pf, Wilms Alph. 49 Klein Prov. 132]. Schnapp die Gittar un hol die Gej! [Kraus Sellemols 58]. Der Fisch is geschnappt [ GH-Kand]. — b. 'jemanden einfangen, festnehmen'; jemand sch. [ KL-Weilb]. Er is geschnappt wor 'Er ist eingefangen worden, festgenommen worden' [ PS-Schmalbg]. Die Schandarme han ne geschnappt [ FR-Albsh]. E Schdeckbrief sucht de Schinnerhannes uff de Flucht, mer will ne endlich schnappe [Burgey Keschte 56]. Den hänn se geschnappt [ LU-Altr]. — c. 'etwas wegnehmen, stehlen, entwenden'; ebbes geschnappt [ HB-Lu'thal]; vgl. PfWB abschnappen, [Bd. 5, Sp. 1235] -schnäppen; Syn. s. PfWB stehlen. — 7. a. 'den Mund, das Maul, den Schnabel schnell und ruckartig öffnen, um etwas zu erhaschen, um etwas (Nahrung, Luft) aufzunehmen' [Pirmas, verbr. ges. Pf]. Guck emol, wie des Kinnel schnappt! 'Sieh nur, wie das kleine Kind seinen Mund beim Füttern aufsperrt!' [ GH-Nd'lustdt Westh]. De Hund schnappt no Micke 'Stubenfliegen' [ KL-Gimsb], no de Worscht [ PS-Schmalbg]. De Hund hot nooch meiner Nas g'schnappt [ BZ-Dernb]. Roschtworschtsticker (Rostwurststücke) in de Rinn, schnappt se gierisch, macht sich dinn (nämlich der streunende Kater) [Kraus Arwed 58]. De Fisch schnappt 'Der Fisch beißt an, schnappt nach Angelködern, Insekten, hingeworfenen Brosamen, springt beim Schnappen nach Futter über die Wasseroberfläche' [ WD-Niedkch LA-Gommh]. Die Fisch schnappe, dass. [ KU-Bedb RO-Dielkch KB-Kriegsf LU-Altr Friesh Limbghf Oggh Opp NW-Frankeck Kallstdt Wachh LA-Mörzh BZ-Dierb]. De Fisch hot das Bräckel (Bröcklein) (die Angel) g'schnappt [ BZ-Dernb]. Luft schnappe 'nach einer Anstrengung lebhaft atmen' [ KU-Schmittw/O IB-Rohrb LU-Altr NW-Kallstdt Wachh BZ-Albw]; no (nooch) Luft sch. [Kus WD-Niedkch, Lambert Penns 137 Gal-Dornf]. Ich muß emol Luft sch. 'Ich bin außer Atem' [ PS-Erfw]. Der schnappt awer no Luft! [ KB-Kriegsf Mauchh NW-Freinsh]. Er hat noh Luft geschnabbt 'Er hat nach Luft gerungen' [PS-Rodalb (Bernhard 164)]. Sie gingen auf die Straße Luft schnappen (die Spinnerinnen in der 'langen Nacht' am 21. Dezember) [Grünenwald 26]. Auch im weiteren Sinne: Luft schnappe gehe 'für kurze Zeit ins Freie gehen' [ KU-Diedk], 'spazieren gehen' [ ZW-Bechhf], 'nach anstrengender Arbeit eine Pause machen' [ KL-Mackb]. Sie will noch e bissel Luft sch. [ BZ-Dernb]. Ich muß emol frisch Luft schnappe!, dass. [ KU-Bedb]. Er schtellt sich uf die hinnre Bee / Un hot fer Ochtem (Atem) g'schnappt [Birmelin Penns Gezw. 80]. — b. 'zubeißen, abbeißen' [Thielen 101]. Kinder- und Gesellschaftsspiel: Worscht schnappe, mit dem Mund ohne Hilfe der Hände möglichst große Stücke von einer Wurst abbeißen, die an einer Schnur in der Luft hängt und in die Höhe gezogen wird [KU-Bedb Schmittw/O FR-Albsh NW-Frankeck, Wilms Alph. 49]. — 8. a. 'aus Müdigkeit den Mund aufmachen, gähnen'. Sie schnappt [ BZ-Dernb]. Ich muß de ganze Owend sch., ich häb Schlof [ BZ-Dernb]. RA.: Sie schnappt nooch em (Deck)bettzippel 'Sie gähnt' [ BZ-Dernb, LU-Opp SP-Harths LA-Venn GH-Westh]. — b. 'für kurze Zeit auf einem Stuhl oder an einem Tisch einschlafen, ein kleines Schläfchen machen' [KU-Schmittw/O IB-Blieskst (PfId. 126) ZW-Mittb RO-Feilbg]; vgl. PfWB einschnappen 2; Syn. s. PfWB schlafen 1 a; e bißsche sch. [ KU-Bedb]. Mei Frääche dut schnabbe [Kraus Päd- [Bd. 5, Sp. 1236] cher 56]. — Mhd. snappen 'schnappen, wanken' ( Lexer Lexer II 1024). — RhWB Rhein. VII 1542 ff.; LothWB Lothr. 457; ElsWB Els. II 501; Hess.-Nass. III 320/21; Kluge-Seebold22 645; DWB DWb. IX 1170 ff.; Frankf. V 2771/72. 1. 'durch rasche, ruckartige Bewegung schleudern, kippen, fortschnellen', als Gerät dazu dient die Schnäppe 1, geschnäppt wurden junge Vögel, Frösche, Kröten, meist aus Zeitvertreib von den Jungen, schnäppe (nębə) [ZW-L'wied RO-Lettw Lambert Penns 137]; Part. Perf. geschnäppt (gənębt) [ RO-Obd]; Spatze sch. 'Sperlinge schleudern' [ LU-Altr]; Krotte sch. 'Kröten schleudern' [ KU-Körbn]; vgl. PfWB schnappreiteln. — 2. 'mit dem Finger Schießklicker wegschnellen' [ KB-Albish FR-Albsh]; vgl. PfWB dornschnäppen u. K. 243; s. PfWB knäupeln. — 3. a. 'schnappen, abschnappen, wegnehmen' [Kühn Schnitze I 253 Hamet 134 Schandein Ged. 248]. — b. 'jemandem die Tauben wegfangen, stehlen', schnäpfe (nębfə) [Ph. Gimmel in: Der Wasgau-Bote 1934 11]; Dauwe schnäppe [LU-Friesh, ZW-Hornb RO-Obd LA-Venn PfId. 127], Tauben mit dem Fallkäfig fangen [SOPf (Heeger Nachl.)], durch schnelles Schließen der Tür am fremden Taubenschlag die Tauben einsperren, damit man sie fangen kann [ KU-Schmittw/O]. — c. 'Wild in Schlingen fangen' [ ZW-A'hornb KL-Steinwd]. — RhWB Rhein. VII 1548/49; LothWB Lothr. 457; Els. II schnäpfen and. Bed.; Schwäb. V 1029 schnäppen, 1070 schnepfen I; Schweiz. IX 1254 schnäpfen and. Bed.; Hess.-Nass. III 359 schneppen; DWB DWb. IX 1317 schneppen; Frankf. V 2791/92. 1. a. 'Riegel, der einschnappen kann, um etwas zu sperren', Schnapper (nabər) [ ZW-L'wied]; vgl. PfWB Schneller 2 a. — b. 'Haken, der bei Maschinen und Winden in das Rad fällt und sperrt' [ FR-Tiefth]. — 2. 'Hund, der gerne mit seinem Maul nach etwas schnappt' [ LU-Altr]. — 3. 'junger Hecht (Esox lucius)' [ LU-Altr]; vgl. Schweiz. IX 1256 Schnepf, ein Fischname; DWB DWb. IX 1311/12 Schnepel, ein Fischname. — 4. ein nicht näher bezeichneter Vogel (Fliegenschnäpper?) [ PS-Geisbg]. — 5. a. 'ein hinkender, wackelig gehender Mensch' [ LU-Opp SP-Heiligst]; Dim. Schnäpperche (nębərχə) [ FR-Albsh], von einem Kind, das seine ersten Schritte macht, einer alten, wackelig gehenden Frau. Das is en alder Sch. [ FR-Albsh]. — b. 'dreibeiniger Stuhl, der leicht das Gleichgewicht verliert und umschnappt'. Der Stuhl esch en Sch. [ BZ-Dernb]. — 6. 'Jasager; wer durch Kopfnicken seine Zustimmung ausdrückt' [ZW-L'wied, Albrecht 111]; vgl. PfWB Jaschnapper. Die Gemänerät (Gemeinderäte) sin lauter Schnapper [ KU-Ulm]; vgl. PfWB Schnappgrete. — 7. 'tiefer, ruckender Atemzug, bes. das erste Luftholen eines Neugeborenen oder der letzte Schnaufer vor dem Eintritt des Todes', Schnapper (nabər) [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Luftschnapper; [Bd. 5, Sp. 1237] bis zum letzte Sch. [ BZ-Dernb]. Er tut sein letzte Sch. 'Er liegt im Sterben' [ BZ-Dernb]. Er hot sein letzte Sch. gemacht 'Er ist gestorben' [ BZ-Dernb]. Er hot noch ää Sch. gemacht un war tot [ LU-Opp]. Volksmed.: Hat das Kind alsdann einen Schnapper gethan, d. h. ein Lebenszeichen von sich gegeben [Pauli Heilm. 82]. — 8. Neckname für die Bewohner von LU-Fußgh, Schnapper Pl. [ LU-Schauh]. — 9. s. PfWB Krottenschnapper. — RhWB Rhein. VII 1549/50; ElsWB Els. II 501; Schwäb. V 1030; Hess.-Nass. III 321; DWB DWb. IX 1173. 1. a. 'einrastender Verschluß aus Holz oder Metall an Türen, Fenster; Teil des Türschlosses', Schnäpper (nębər) [BZ-Dierb Thielen 101, Don-Schowe]; Dim. Schnäpperle (nębərlə) [ NW-Haßl SP-Harths Spey GH-Nd'lustdt Schwegh]; vgl. PfWB Schneller 2 a; Abl. Geschnäpper. — b. 'Riegel an einem Zahnrad, an einer Winde, der einschnappt und sperrt' [ BZ-Albw]. KR.: Reihe, reihe, Rose, Kichlich (Küchlein) sin geblose. Wann mei Mudder Kichlich backt, nemm ich se un steck se in de Sack Genacht (gute Nacht), Mamma, Genacht, Babba; Schnebberle, Schnebberle hoppsassa [ LA-Godrst]. Ringel, Ringel, Rose, / Die schene Abrigose, / Veilche un' Vergißmeinnicht / Alle Kinder setzen sich. Kickeriki! / Ade Mama, ade Baba, / Schnebberle, Schnebberle, Hoppsasa! [Wilde 213]. — 2. a. 'Armbrust mit schnappender Feder zum Spielen für Kinder', auch der auslösende Drücker daran, Schnäpper [ PS-Geisbg]; Dim. Schnäpperle [ GH-Schwegh]; Syn. s. PfWB Armbrust; s. K. 15. — b. 'Auslöser am Gewehr' [Lambert Penns 137]. — 3. 'hochschnellendes Kinderspielzeug'. a. aus einer halben Walnußschale hergestellt, Schnäpperle Dim. [ LU-Friesh]. — b. aus dem entbeinten Brustknochen der Gans hergestellt, Schnäpper [Pirmas (Kieffer 71)]; Beschreibung s. PfWB Gänseschneller; vgl. PfWB aufschnappen 2 a, PfWB Schneller 5 b, PfWB Springer 5. — 4. Spitzname für eine Schülerin, die beim Aufsagen stets mit dem Kopf nickt, die Sch.! [Kaislt]; vgl. PfWB Schnappgrete. — 5. beim Taubenfangen. a. 'zuschnappendes Türchen am Taubenschlag, Schnäpper [Heeger Nachl.]. — b. 'Sitzstängchen am Ausflugloch des Taubenschlages' [ KL-Olsbr]; vgl. PfWB Taubenschnäpper 1. — c. 'wer fremde Tauben durch Schnäppen fängt' [ KU-Schmittw/O]; s. PfWB Taubenschnäpper 2, PfWB schnäppen 2 b. — 6. 'das männliche Glied' [ BZ-Dernb]; Dim. Schnäpperlen [ BZ-Dernb]; Syn. s. PfWB Schwanz 2 a. - 7. der Vogel Mäusebussard [Don-Lenauheim]. — 8. meist als f. a. 'loses Mundwerk, Plappermaul' [ GH-N'potz]. Der hot dr e Schnäpper! [Krämer Gal 282]. — b. übertr. 'Schwätzerin, Vielrednerin, Frau, die unaufhörlich spricht', die Sch. [WD-Niedkch NW-Geinsh BZ-Dernb Gimmel in: PfMus. 10/1920 u. PfRSch. 27. 6. 1925]; Dim. Schnäpperche [ FR-Albsh]; Zs.: [Bd. 5, Sp. 1238] Geschnäpper; Syn. s. PfWB Quatschmaul. 's isch e Sch. [ GH-Schwegh]. Des is a Sch. [ LU-Opp]. — c. 'plapperndes, viel redendes Kind, Plaudermäulchen, meist Mädchen', die Sch. [ LA-Venn]; Dim. Schnäpperle [ NW-Geinsh LA-Edk BZ-Dernb], Schnäpperche [ KL-Weilb]. Was war's jo doch e Schnepperche, / Mein herzig, goldig Debberche, / Mein Eenziges - mein Lißche! [Müller Hahnepeter 71]. — d. 'vorlautes Mädchen', Schnepper [Kühn Schnitze I 253 Kühn Hamet 134]. — 9. s. PfWB Aderlaß-, PfWB Schröpfschnäpper. — RhWB Rhein. VII 1547/48 Schnappe, Schnäppe, 1549/50 Schnapper, Schnäpper; LothWB Lothr. 457; ElsWB Els. II 502; Schwäb. V 1030 Schnapper, Schnäpper; Hess.-Nass. III 360 Schnepper; DWB DWb. IX 1173, DWB 1317/18 Schnepper; Frankf. V 2772. 1. 'vorgeschobenes Kinn bes. bei alten, zahnlosen Menschen', Schnäpper- bart (nębərbard) [ PS-Nd'simt]. — 2. 'Mensch, dessen Kinn sich rasch auf- und abbewegt, der mit dem Kinn schnappt' [ KU-Schmittw/O]. — Hess.-Nass. III 322 Schnapperbärtchen.
| ||
| © 2002—2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ![]() | ||