Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schnakes2 bis Schnalle (Bd. 5, Sp. 1225 bis 1229)
 
Schnakes2, m.
Schnäkes, n.
Schnakes-macher, m.
schnäket, Adj.
schnakig, Adj.
schnäkig, Adj.
Schnäk-maul, n.
Schnäk-nase, n.
Schnäk-schnüsse, f.
Schnäksel, n.
Schnalle, f.
Schnälle
schnallen, schw.
Schnall(en)-schuh, m.
Schnall(en)-treiber, m.
Schnall(en)-zunge, f.
Schnall-riemen, m.
schnalzen, schw.
Schnalzer, m.
Schnalz-tuch, n.
Schnapp, m.
Schnäpp
Schnappach, ON
Schnäppäpper, m.
Schnappatz, Gen.?
Schnapp-beere, f.
Schnapp-bogen, m.
Schnapp-bord, n.
Schnappe1, f.
Schnappe2
Schnäppe1, f.
Schnappen
schnappen, schw.
schnäppen, schw.
Schnäppen-kappe
Schnapper, m.
Schnäpper, m.  (f.)
Schnäpper-bart, m.
Schnäpperer, m.
schnäpperig, Adj.
Schnäpper-maul, n.
schnäppern, schw.
Schnäpper-täsche, f.
Schnapp-fuß, m.
Schnapp-galgen, m.
Schnapp-grete, f.
Schnapp-hahn, m.
Schnapphahn-berg, m.
Schnapphahnen+-hütte, f.
Schnapphahnen-land, n.
Schnapphahner-weg, m.
Schnapp-hannes, m.
Schnapp-hünkel, n.
Schnapp-kappe
Schnapp-kar, n.
Schnapp-karch, m.
Schnapp-karren, m.
Schnapp-kasten, m.
Schnapp-kette, f.
Schnapp-korb, m.
Schnapp-messer, n.
Schnapp-reitel, m.
schnapp-reiteln, schw.
Schnapp-sack, m.
Schnapp-schloß, n.
Schnapp-visite, f.
Schnapp-waage, f.
Schnapp-wagen, m.
Schnaps, m.
Schnaps-ausschank, m.
Schnaps-beere, f.
Schnaps-birne, f.
Schnaps-brenner, m.
Schnaps-brennerei, f.
Schnaps-bruder, m.
Schnaps-bude, f.
Schnaps-butelle, f.
Schnaps-butik, f.
Schnäpseler, m.
schnäpseln, schw.
schnapsen, schw.
Schnapser, m.
Schnaps-eule, f.
Schnaps-fahne, f.
Schnaps-faß, n.
Schnaps-flasche, f.
Schnaps-gepfetze, n.
Schnaps-geruch, m.
Schnaps-geselle, m.
Schnaps-gesicht, n.
Schnaps-gicker, m.
Schnaps-glas, n.
Schnaps-goj, m.
Schnaps-grutzen, m.
Schnaps-gückel, m.
Schnaps-gumpel, f.
Schnaps-gurgel, f.
Schnaps-husten, m.
Schnaps-idee, f.
Schnaps-johannistraube, f.
   Schnakes2 m., häufig nur Pl.:
1. 'Spaß, Witz, Dummheit, Posse, Streich, besonders solche, von denen erzählt wird', Schnokes (nōgəs) [KU-Friedhs, mancherorts ges. Pf Bernhard 166 Kamm 58 Kühn Schnitze I 254 Kühn Hamet 134 Thielen 102 Feierowend 10/1958 PfId. 127], Schnackes [ IB-Gersh], Schnoukes (nougəs) [LA-Siebdg Juner 91 Ch. H. Gilardone (um 1830) in: PfH 26/1975 29]; Syn.: PfWB Alfanzerei, PfWB Allotria, PfWB Anschlag 5 b, PfWB Ballementen, PfWB Pappendeckel 3, PfWB Plan 3, PfWB Blödsinn, PfWB Bockmist, PfWB Bocksprung, PfWB Bok, PfWB Possen, PfWB Bubendinger, -dings, PfWB Butz2 18, PfWB Tanz 2 c, PfWB Tanzmärsche, PfWB Datten, PfWB Termen, PfWB Ding I 2 b, PfWB Törichtkeit, PfWB Trick 2, PfWB Tuck 1, PfWB Dummheit 2, PfWB Tupfchen, PfWB Tupfen 2, PfWB Einfall, PfWB Eulenspiegelgeschäfte, -streiche, PfWB Fackelfausen, PfWB Fänze, PfWB Fastnachtspossen, PfWB Faxen, PfWB Fez, PfWB Vieherei, PfWB Figematenzen, PfWB Figur 2, PfWB Finessen, PfWB Fisimatenten, PfWB Fisimatenzen, PfWB Fitzefausen, PfWB Fixefaxen, PfWB Flattusen 2, PfWB Flausen 1, PfWB Foppens, PfWB Fopperei, PfWB Fratze 1bα, PfWB Fucken, PfWB Funkelfausen, PfWB Furz II 2 PfWB b β, PfWB Gefezel, PfWB Gefoppe, Geföppels, PfWB Gefoze, PfWB Gehänsel, PfWB Gemachs, PfWB Geschichte 3 PfWB c, PfWB Geschmuse 1, Geschnorkels-, schnörkels 1, PfWB Gespuchten, PfWB Gespüchten, Gokkeldings, PfWB Gopelsachen, PfWB Gopen, PfWB Gramanzel, PfWB Gramänzel 2b, PfWB Grille 2bα, PfWB Gugelfuhre, PfWB Gugelfuhrerei, PfWB Hänslerei, PfWB Hexerei 2, PfWB Hokuspokus, PfWB Humbug 1, PfWB Jastens 2c, PfWB Jästens 2c, PfWB Jokus 1, PfWB Jux, PfWB Käfer 1b, PfWB Kalaumes 1, PfWB Kalaumesschmus, PfWB Kälberstreiche, PfWB Kalomes, PfWB Kappes1 2 b, PfWB Kaprize 2, PfWB Käse 2gβ, PfWB Kinderpossen, PfWB Kinkerlitzchen 2, PfWB Knopf 1 l, PfWB Kohl2 1 a, PfWB Kommers, PfWB Kommersie, PfWB Kommerse, PfWB Kommerselns, PfWB Komödie 2, PfWB Konduite 3, PfWB Kontertanz, PfWB Krampf, PfWB Kunststück 2, PfWB Lapperei, PfWB Larifari, PfWB Lohkäse 2, PfWB Mann I 1 b δ, PfWB Manöver 2 a, PfWB Marsch 2, PfWB Mätzchen, PfWB Meck, PfWB Meckes2 3 a, PfWB Mist 2 a, PfWB Mumpitz 1, PfWB Narrendings, -possen, -stück, -zeug, PfWB Narretei, PfWB Narrheit, PfWB Quatsch 3 b, PfWB Sachens 2, PfWB Salz 2, PfWB Schabernack, PfWB Schagrillen, PfWB Schäkerschmus, PfWB Schalbeswasser, PfWB Schamas 3, PfWB Schamott, PfWB Schikane, PfWB Schlänken 2, PfWB Schlenze 2, PfWB Schlinke 3, PfWB Schmarren 4, PfWB Schmonzes, PfWB Schmu 2 c, Schnapsidee, Schneckentanz, Schnickenfickens, Schnickschnack 2, Schnippchen1, Schnippel 4, Schnitz 2c, Schnörkel 1, Schokes, Schrulle 1, Sottisen 1, Späkes, Spargiment, Spaß, Sperenzen, Sporens-

[Bd. 5, Sp. 1226]
rasseln, Spuchtement, Spruch, Sprung, Spuchte, Stuß, Unfug, Unsinn, Uz, Uzerei, Wippchen, Witz, Zeug; dumm Sch. [RO-Münstapp]; Sch. mache 'Narrheiten treiben' [mancherorts ges. Pf, Wilms Alph. 50]; Sch. treiwe [HB-Einöd ZW-Battw Ernstw PS-Hengsbg LU-Limbghf NW-Hardbg Land BZ-Kapswey GH-Hay]. Kann der Sch. mache! [ LA-Nd'hochstdt]. Er (Der) macht Sch.! [ KU-Dunzw Zweibr RO-Dielkch KL-Morlt KB-Kriegsf]. Der macht immer Sch. 'Er unterhält eine Gesellschaft durch lustige Sprüche und Schnurren' [ LA-Gommh]. Da hot alsfort Sch. gemacht [ BZ-Dernb]. Mach (mer) (kä) keen Sch.! [ NW-Freinsh BZ-Dernb]. Mach kee so Sch.! [ LU-Böhl]. Mach mer nor kaan Sch. vor! [ KU-Reichsth]. Bleib mer eweg mit deim Sch.! [ BZ-Dernb]. De Scheed hot geplaudert unn hot sein Schnookes losgeloßt [PfRSch. 30. 9. 1926]. Unn weil mr noch jung waren, hummer als allerhand Schnookes im Sack gehatt unn wann der voll war, hummern ausgeleert [Kühn Schnitze II 95]. Die Buwe hänn um de Oufe rumghockt unn hänn ehr Schnoukes gemacht [Kunnrädel 118]. 's is wohr, wann se so Schnookes mache, geht's merschtedeels um ernschte Sache [Münch Werke II 324]. Hot manches so an Schnookes Frääd, / Dann dut des ann're Mensche lääd [Siebenlist 112]. Meer (Wir) brauche(n) owends leichte Sache / Un Schnookes, daß mer kenne lache [Siebenlist 150]. De Kellerfenschter Schorsch macht ke Schnookes [Hartmann Unkel 76]. Mach mer kä Schnaukes doher! [Feierowend 20/1949 2]. Gerot der Herbscht, isch des e' Joukes! / Vum Westrich sinn als Mäd'le 'haus, / Der Loukelknecht macht do sei' Schnoukes [Schandein Ged. 116, 249]. Der Muff war e Schussel, e neuschieriger; der hot nurre Schnockes gemacht [Zahn Einkehr 215]. Erscht hat's mich ferchterlich gekreppt, / Daß mir mei Fraa so Schnookes gebbt [Münch Werke I 128]. Do segt'r: »Hab an nix gedenkt«, / Un lacht un macht noch Schnokes, / »Als: Wann ich jetzt de Strick loß los, / Do leihn 'r uf'm Dokes!« [Räder 25]. —
2. 'Angeber, Schmeichler, Possenreißer', Schnooges [Thielen 102]; de Sch. mache [ HB-Kirrbg]. Das is e alter Schnokes! [ LU-Limbghf]. — RhWB Rhein. VII 1539; LothWB Lothr. 461 Schnok II; ElsWB Els. II 497 Schnake 3; Schwäb. V 1024; Schwäb. V 1024 Schnake; Hess.-Nass. III 318 Schnake2, 334 Schnäukes 'eingebildeter junger Mensch'; DWB DWb. IX 1151 ff., DWB 1158 Schnacker, Schnaker 2; Frankf. V 2770 Schnake 2, Schnakes.
 
  
Schnäkes n.: 'Naschwerk, Süßigkeit, Bonbon', Schnäkes (ngəs) [mancherorts ges. Pf, Bernhard 164 Wilms Alph. 49], Schnäks (nks) [ KL-Bruchmühlb PS-Leim Winz FR-N'lein], Schnekes (nēgəs) [Zweibr RO-Lohnsf KL-Enkb Hauptstl Kaislt NW-Gönnh Westrich]; vgl. PfWB Geschnäuks,

[Bd. 5, Sp. 1227]
Schnäksel; Syn. s. PfWB Guts; ... e Tutt voll Schnääges kaaf [Sunndag 34/1965 2]. Also, ich konnde nidd soon, wie der Louserd uff de Schnääges luure dudd! 'Also, ich kann dir nicht sagen, wie der Bengel auf die Süßigkeiten erpicht ist!' [IB-Ensh (Glass 106)]. Die hawwe sich dann Schnääkes gekaaft [Sommer So Sache 26]. Zu PfWB schnäken. RhWB Rhein. VII 1568 Schnäukes I.
 
  
Schnakes-macher m.: 'Spaßmacher', Schnokesmacher (nōgəsmaxər) [KU-Schmittw/O WD-Niedkch ZW-Ixh, NPfGV 11/1935]; vgl. Possen-, Faxen-, Fratzen-, Fucken-, Jästens-, Jux-, Kaprizen-, PfWB Meckesmacher; Syn. s. PfWB Spaßvogel; dau Sch.! [ KU-Reiffb]. In meiner Hamet waren aach so zwa Schnookesmacher gewest [Kühn Hamet 72]. Hess.-Nass. III 318, Frankf. V 2770 Schnakenmacher.
 
  
schnäket Adj.: 'heikel und wählerisch im Essen', schnäket (ngəd) [ GH-Bellh Rh'zab]; Syn. s. PfWB schnäkig. Der esch schnäket un schnäkich 'Der möchte nur bessere Sachen essen' [ LA-Bornh]. Schwäb. V 1039 schnäuket; DWB DWb. IX 1208 schnaukecht, schnäukecht.
 
 
schnakig Adj.: 'ärmlich, lang, dünn gewachsen', schnaagisch [Thielen 101], schnokich [ Gal-Rudolfshof].
 
  
schnäkig Adj.:
1.
a. 'wählerisch, heikel im Essen, Speisen am Tisch verschmähend, daran herummeckernd, im Teller herumstochernd', schnäkich (ngiχ) [verbr. ges. Pf, Bayer Hackm. 62 Kühn Hamet 133 Kühn Schnitze I 253 Schandein Ged. 248 Walle 32], auch von Vieh, das wählerisch im Futter ist [ KL-Mehlb], schnäkisch (ngi) [ KU-Albess Quirnb Steinb W'mohr WD-Bub HB-Lu'thal IB-Bliesmg/Bolch RO-Dörnb PS-Hilst Nothw FR-A'lein N'lein Quirnh Roxh NW-Lambr SP-W'see LA-Edk BZ-Schweighf], schnekich (nēgiχ) [mancherorts ges. Pf], schnakich (nāgich) [mancherorts NWPf], schnaikich (naigiχ) [ KU-Kaulb], schneäkisch (neęgi) [ KU-Wahnwg], schniekich, schnackich [Lambert Penns 137]; Syn.: PfWB pienselig 2, PfWB pinterlich, PfWB blämsch, PfWB diffizil 2aβ, PfWB empfindlich 2 a, PfWB essenig, PfWB verleckt, PfWB verschleckt, PfWB verschnäukelt, PfWB verschnaust, PfWB verschnuckt, PfWB flämsch, PfWB flemmisch, PfWB fresserig, PfWB fressig, PfWB gähhungrig, PfWB gefräßig, PfWB geier, PfWB geierig, PfWB heikelig 2, PfWB klämsch 1, PfWB kläusper, PfWB kläusperig, PfWB kläusperlich, PfWB klusper, PfWB knatschig, PfWB knätschig 2 b, PfWB knäuschelig, PfWB knausper, PfWB knausperig, PfWB knäusperig, PfWB knauzel, PfWB kör 1, PfWB körisch 1, PfWB langmaulig, PfWB laußen 2, PfWB lecker 2, PfWB leckerig, PfWB leckmäulig, PfWB naschig, PfWB näselig 2, PfWB nötlich 2 b, PfWB obstinat 2aα, PfWB schläppig, PfWB schleckerig, PfWB schleckig, PfWB schmätterfräßig, PfWB schnabelig 2, PfWB schnäkelig, PfWB schnäkerig, PfWB schnäket, PfWB schnausig 1, PfWB schnippisch 2, schnucke-

[Bd. 5, Sp. 1228]
lig 2, schnuckig, schnucksig, späh, spinzelig, unäßig, unressig, wählerisch; schnägich sinn (sein) 'nicht viel essen, nicht alles essen' [IB-Ensh (Glass 106), KU-Friedhs Rockhs GH-Kand]; sch. wie e Katz [ KL-Weilb]. Schnäkich Gääß! 'Wählerisches Mädchen!' [ PS-Erfw]. Schnäkicher Hund! [ PS-W'fischb]. Ich (ist) der so schnäkich [Juner 89]. Jetz ischer aa noch schnäägisch! [PS-Rodalb (Bernhard 164)]. Isch dass doo e schnäägiches Minsch! [IB-Ensh (Glass 106)]. Dänne ihr Kinn (Kinder) sinn so schnäkich [ IB-Ommh]. Schnäkiche Dinger, wann die achile (essen) deden (täten), daß se Kerl geebten (gäben)!, von schnäkigen Kindern [ NW-Gimmdg]. Sie is arig schneekich [Feierowend 5/1953 24]. RA.: sch. wie e Gääß [ KU-Bedb]. Volksgl.: Eine Schwangere soll alle Speisen essen, damit das Kind nicht sch. wird [ LA-Queichh]. —
b. 'naschhaft, feinschmeckerisch, auf Leckerbissen versessen', schnäkich (ngiχ) [mancherorts ges. Pf, Müller Dietschw 66 PfId. 126 Schandein Bav. IV,2 261 Don-Schowe Torscha], schnekich (nēgiχ) [Krämer Gal 189], schnokich (nōgiχ) [ Gal-Obl], schnaikich (naigiχ) [ Don-Franzfeld]; vgl. PfWB schläppig; e schnekich Maul [ KU-Obw/Tiefb FR-Bockh], e schnäkicher Gaume [ FR-Bockh]. Der esch schnäket un schnäkich 'Der möchte nur bessere Sachen essen' [ LA-Bornh]. Ich han heit e mol e schnegischer Hunger [Wilms Alph. 49]. RA.: e schnäkiche Hunger hun 'Lust auf gutes, feines Essen haben' [ KU-Schmittw/O]; so e schnäkicher Hunger han [ KU-Bedb]. Die hot e schnekich Maul [ FR-Bockh]. Er hot sein Maul uf me schnäkische Platz 'Er ißt gerne gut' [ KU-Diedk, ZW-Krähbg], uf eme schnäkije Fleck [ KL-Einsdhf]. —
c. 'appetitlos, Abscheu vor dem Essen habend' [mancherorts ges. Pf]. Ich han so ä schnäkiger Hunger [ KU-Haschb/R]. —
d. 'Vorliebe für besondere Speisen haben als Zeichen der Schwangerschaft', schnäkig sin [ KU-Bedb]. —
2. allg. 'wählerisch, heikel, schlecht zufrieden zu stellen', schnaikich [Albrecht 111]. Wenn jemand unverheiratet bleibt, sagt man, er war so schnäkich [NW-Kallstdt LA-Impfl]; vgl. PfWB Schnäke 1 d. Die is zu schnäkich, die veschlaat sich die bescht Partie 'Sie ist zu wählerisch beim Aussuchen eines Bräutigams' [Krieger 29]. Jemand, der nicht weiß, was er will, ist schnäkich [ ZW-Marthh]. Jetz machen Se ke lange Sticker / unn dhun se nit so aarig schnäkig! [Hartmann Teemaschin 37]. —
3. 'mager, dünn'. Das Gras is schnäkig 'Das Gras besteht aus langen Halmen ohne Bodemgras' [ RO-Obd Rockhs]. — RhWB Rhein. VII 1568 schnäukig; LothWB Lothr. 459 schneikich; ElsWB Els. II 499 schneikig, ALA I K. 292; Schwäb. V 1039 schnäukig; Dornseiff5 296/97.
 
  
Schnäk-maul n.: 'wer gerne nascht oder Lekkerbissen ißt', Schnäkmaul (ngmaul) [ KU-

[Bd. 5, Sp. 1229]
A'glan Kus KL-Wörsb FR-Bockh], Schnäikmaul (nęigmaul) [ KU-Kaulb Obw/Tiefb Schmittw/O]; Pl. Schnäikmailer [ KU-Obw/Tiefb]. RhWB Rhein. VII 1567/68 Schnäukmaul. — -nase n.: 'Mensch, der wenig ißt', Schneknas (nēgnās) [ IB-Herbh]. RhWB Rhein. VII 1568 and. Bed. — -schnüsse f.: 'Naschmaul, Schnäkmaul'. Aldi Schnäägschniss, warschema schunn willer onn de Pralinee! [IB-Ensh (Glass II 58)].
 
  
Schnäksel n.: 'Süßigkeit, Naschwerk, Schleckerei', Schnäksel (ngsəl) [ PS-W'fischb Pirmas FR-Beindh LU-Friesh Fußgh Limbghf Oggh Opp], Schneksel (nēgsəl) [ FR-Heuchh]; vgl. PfWB Geschnäuks, PfWB Schnäkes; Syn. s. PfWB Guts 1.
 
  
Schnalle f.:
1.
a. '(Metall)schließe für Kleidungsstücke (Gürtel, Riemen, Weste, Hose)', Schnall (nal) [KU-Hundh Körbn Wolfst ZW-Battw RO-Lettw KL-Hütschhs Reichb NW-Wachh, Lambert Penns 136 Krämer Gal 189], (nḁl) [ KU-Kaulb]; Pl. Schnalle (nalə) [ KU-Körbn ZW-Battw KL-Hütschhs Reichb NW-Wachh], (nḁlə) [ KU-Kaulb]; Dim. Schnällche (nęlχə) [ KU-Kaul ZW-Battw KL-Hütschhs NW-Wachh], Schnällsche (nęlə) [ KU-Wolfst]; Dim. Pl. Schnällcher (nęlχər) [ ZW-Battw NW-Wachh]; vgl. PfWB Tür-, PfWB Gamaschen-, PfWB Hosen-, PfWB Kappen-, PfWB Schuhschnalle; Schnällscher un Vereinsabzäche [Braun Lääsebuuch 213]. KR.: Fille, falle, / mit der Schnalle, / mit der Hos, / was ist denn los? [Kaislt um 1938]. Karlemann hot Hose an, hinne un vorne Schnalle dran! [Carl Pfalz im Jahr 75]. —
b. 'Gürtel' [ LU-Altr]. —
c. 'Schließe am Lederriemen von Zugtieren' [ PS-Geisbg]. —
d. 'hintere Klappe aus Stoff an der Knabenhose', veraltet [ KL-Morlt]; vgl. PfWB Hosenschnalle. —
e. ' Teil des Hosenträgers' [ WD-Niedkch RO-Schweisw]; vgl. PfWB Hosenträgerschnalle. —
2. 'kurzer Halbbogen der Rebe'; Schnalle mache 'das Anbinden der Reben' [Scharff 160]. —
3. eine frühe Kirschensorte mit dünnen, schwarzen Früchten, Maikirsche [ NW-Kallstdt]. —
4.
a. 'weibliches Geschlechtsteil' [ Don-Schowe]; Syn. s. PfWB Bunz. —
b. 'Geschlechtsteil der Jagdhündin' [ RO-Dielkch]. —
5. Schimpfw. für Frauen; vgl. PfWB Hausteufel 2; 'geschwätzige Frau' [Müller Dietschw 66], 'böse Frau' [ KU-Eschau KL-Katzw], 'schlechte Frau' [ LA-Wollmh], 'häßliche Frau' [KB-Kriegsf IB-Ensh (Glass 106)], alt Schnall [ KU-Bedb RO-Hallgt KL-Wörsb]; aldi Schnall 'alte Frau' [ PS-Gersb]; ä alt Schnall 'unordentliche Frau' [ KL-Fockbg/Limb]; die wierisch Schnall [Kraus Gloori Bagaasch 29]. Des is e richtich Schnall 'Das ist eine liederliche Frau' [ KU-Bedb]. Das is e aldi Schnall 'Das ist eine bösartige Frau' [ KL-Reichb]. —
6. 'unsittliche Frau; Frau, die von der Prostitution lebt', Schnall [KU-Schmittw/O RO-Messbhf KB-Dannfs Bergz (Kamm 58), Thielen 100]; 'mannstolle Frau' [ FR-Quirnh]; vgl. PfWB Dorfschnalle; Syn. s. PfWB Hure 1 a.

[Bd. 5, Sp. 1230]
RhWB Rhein. VII 1540; LothWB Lothr. 457 Schnall, Schnaller; ElsWB Els. II 500; Schwäb. V 1026; Hess.-Nass. III 318/ 19; Kluge-Seebold22 645; DWB DWb. IX 1161 ff.; Frankf. V 2770/71.