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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Salband-wischer bis Salfeet (Bd. 5, Sp. 721 bis 723)
 
 -wischer m.: 'aus zusammengerollten Webkantenstreifen gefertigter Wischer für die Schiefertafel des Schülers' (um 1870), -wischer [ KL-Fischb].
 
  
Salbe f.: 'als Heilmittel aufzutragende oder einzureibende Paste', Salb [verbr., Mang 80 Lambert Penns 129], Pl. Salwe [verbr.]; Zs.: PfWB Bor-, PfWB Brand-, PfWB Lanolin-, PfWB Laus-, PfWB Ratten-, PfWB Reiter-, PfWB Wund-, PfWB Zinksalbe. RA.: Der is mit alle Salwe geschmeert (nor mit keener gude) [ Gal-Dornf, Don-Gert]. VR.: Alb, geb mer S. oder ich brech der Hals un Gnick! [ FR-Flomh]. Südhess. V 43; RhWB Rhein. VII 711/12; ElsWB Els. II 352; ALLG I 223.
 
  
Salbei f., m.:
1. 'die Heilpflanze Salvia officinalis', Salwei (salwai) [verbr., Wilde 219 Lambert Penns 130 Krämer Gal 179], Selb, Sälb [mancherorts NPf VPf MPf (Wilde 219) HB-Limb (PfId. 119)], Salb [NPf MPf SPf (Wilde 219)], Salwig [BZ-Steinf (Wilde 219) PS-Erfw]. (Das Wort ist selten mit Gen. gemeldet, PfId. 119 gibt Gen. f. an, Lambert Penns 130 Gen. m.). Unser Vadder isch ganz rauch im Hals, ich habem Salwig gekocht [ PS-Erfw]. RA.: Du willscht krank

[Bd. 5, Sp. 722]
sein un hoscht Salb im Gaade! [BZ-Rohrb (Wilde 219), Heeger Vhk. 10/11]. Volksmed.: Salbei wird als Heilmittel gegen Husten und sonstige innerliche Leiden verwendet, der Saft der Blätter wird als Mittel gegen Zahnweh, Mundfäule und als Gurgelwasser benutzt [Wilde 219]. Brauchspruch: Hast du die Mundfail oder die Brain (Bräune), so blas ich dir meinen Ochdem ein. Salb in Ehren, du sollst wehren für Mundfail un Brain und was sonst noch mag sein [ KL-Fischb]. —
2. 'Dachwurz (Sempervivum tectorum)', Salfei [LA-Arzh (Wilde 41)]. — Mhd. salveie, salbeie, salbe, selbe 'Salbei' ( Lexer Lexer II 587), die alle zu lat. salvia 'Salbei' gehören. Die pfälzischen Formen Selb, Sälb sind alt und finden schon bei Hildegard von Bingen in selba 'Salbei' ihre Entsprechungen (Marzell IV 42), der Form Salwig entspricht ahd. salveghe 'Salbei' (Ahd. GlossWb. 504). — Südhess. V 43/44; RhWB Rhein. VII 713; LothWB Lothr. 426 Sälbich; ElsWB Els. II 353; Hess.-Nass. III 18; DWB DWb. VIII 1686 ff.
 
  Salbei-stock m.: 'Salbeipflanze', Salweistock [vereinzelt, Beam Penns 84]. RA.: Ich hab's gepflegt (das Kind) wie e Salweistegg(e)l [LA-Impfl (Wilde 219)]. — -tee m.: wie schd., Salweitee [LA-Wollmh Beam Penns 84]. Mer braucht juscht uf der Schpeicher geh, / Do wär mol erscht der Salwei-Tee [Birmelin Penns Gezw. 73]. Volksmed.: Salbeitee wird als Mittel gegen Fieber verabreicht [ LA-Wollmh]. »Im Holzland gibt man Kindern Salbeitee zur Vorbeugung, wenn eine Krankheit im Dorf ist« [Heeger Vhk. 10]. Südhess. V 44; Rhein. VII 713.
 
 
salben schw.:
1. 'mit Salbe bestreichen', salwe [HB-Breitft LA-Wollmh Lambert Penns 130]; Zs.: PfWB einsalben. —
2. 'sich beschmutzen' [Journ. 4.1787 215]. —
3. 'verhauen' [Land, Journ. 4/1787 215]. — Südhess. V 44; RhWB Rhein. VII 712/13; ElsWB Els. II 353.
 
 
Sal-buch n.: 'Buch, in dem Grundstücke sowie die auf ihnen lastenden Abgaben, Verträge u. ä. verzeichnet sind'; a. 1568: do mir mit dem Salbuch zu Heuchelhum sint geuest [SSp Kirchenrechnungen Nr. 68 (BZ-Wernbg)]. a. 1581: Auß dem alten Sälbuch ernewerth [GGA n. 450 (LA-Godrst)]. — Mhd. salbuoch ( Lexer Lexer II 578/79), der erste Wortteil zu mhd. sale, sal, ahd. sala 'rechtliche Übergabe eines Gutes'. — DWB DWb. VIII 1694/95; HRG IV 1267/68.
 
  
salem-aleikum Interj.: scherzh. Grußformel, salemaleikum [ KU-Hinzw KL-Siegb]. — Arab. salam aleikum; vgl. PfWB Schalom.
 
 
sälen 'Reben anbinden' s. PfWB seilen.
 
 
sälen Adj.: 'aus Weidenholz'. a. 1599 (Abschr. 1601 u. 1629): Item wo einer an der Ganerben Zein holz Zue der notturfft bedörffen würdt, dasselbig soll man Ihn geben ... Vnd soll an Holz sein, als nemblich sehlen, birken, erlen vnd hesseln [DirmstAWeist. (NW-Dackh)]. — Zu mhd.

[Bd. 5, Sp. 723]
salhe 'Salweide' ( Lexer Lexer II 583).
 
 
Salfeet s. PfWB Salvete;