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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Rugel-brett bis Rügg(en)-mehl (Bd. 5, Sp. 637 bis 638)
 
   Rugel-brett n.: 'Brett mit Rundlauf und Vertiefungen zum Auffangen der Kugel für Glücksspiele; die Vertiefungen sind mit Ziffern versehen, für die Gewinne ausgesetzt sind'; vgl. PfWB Rugel1, PfWB Rugelbrettmann. An de Kerwe war ach e Ruchelbrett, do hämmer veel geruchelt [ BZ-Dernb].
 
  
Rugelbrett-mann m.: 'Inhaber des Glücksspiels auf dem Rugelbrett'. Mein Kuggele häb ich immer ganz langsam geruchelt un do sin se fascht immer in die beschde Kaude neingeruchelt, do hot de Ruchelbrettmann g'flucht [ BZ-Dernb].
 
  
Rugeler m.: 'besonders dicker Klicker, mit dem die Setzklicker aus der auf den Boden gezeichne-

[Bd. 5, Sp. 638]
ten Figur geschossen werden', Ruchler [ GH-Freckf, GH-Kand]; vgl. PfWB Rugel1, PfWB rugeln 2; Syn. s. PfWB Schießklicker.
 
  
Rugel-knopf m.: 'Kartoffelkloß', Ruchelknopp [ LA-Nußd]; vgl. PfWB Rugser; Syn. s. PfWB Grundbirnenknopf 1.
 
  
rugeln schw.:
1. '(hörbar) rollen', ruggle [ PS-Gersb Pirmas BZ-Schweighf Don-Schowe], ruggele [ RO-Obd PS-Hengsbg Kröpp L'mühl Nothw Petbch Th'eischw LA-Mörzh GH-Büchbg], ruchle [verbr. mittl. u. südl. VPf, ZW-Riedbg, PfId. 118], ruchele [mancherorts mittl. u. südl. VPf O-PS]; vgl. PfWB Rugel1; Zs.: PfWB fort-, PfWB herunter-, PfWB hinab-, PfWB hinein-, PfWB hinunterrugeln; Abl.: PfWB Gerugel. 's Fässel (De Stään) ruchelt [ LA-Edk]. Die Kuchel ruchelt dorich die Stubb [ BZ-Dernb]. Zu einer weinenden Frau: Loß nore e paar (Tränen) ruggele! [Pirmas]. RA.: Es rullt (gut) 'Es läuft gut' [ RO-Wintbn]. KR. beim Heidelbeerpflücken: Hellbeere, Hellbeere, Wacherad, dein Häwwel ruchelt 's Berchel nab [ LA-Nußd]. —
2. 'rollen lassen, werfen'; de (mit em) Klicker ruch(e)le [LA-Nußd, mancherorts VPf O-PS]; Syn. s. PfWB werfen. —
3. '(Mit den Händen) rund formen'; Kleeß ruggle [Pirmas]; geruchelde Grumbeereknepp [ NW-Gimmdg]. — Südhess. IV 1497 ruckeln III; RhWB Rhein. VII 582; LothWB Lothr. 420; ElsWB Els. II 244, ALA I 126.
 
  
Rugeln n.: Ruchle, ein Kinderspiel, bei dem eine Holzscheibe geworfen oder geschlagen und von den Mitspielern aufgefangen wird [ LA-Diedf BZ-Dierb].
 
 
rügen schw.: 'gerichtlich anzeigen, anklagen'. a. 1480: sie sollen einen ieglichen außmerckher pfenden vnd rügen [PfWeist. 446 (KL-Erlb)]. a. 1560 (Kopie 16. Jh.): so soll vnser, der ghanerben, förster gehn Durckheim geen vnd soll sie rügen [ebd. 557 (NW-Freinsh)]. Lexer Lexer II 527; DWB DWb. VIII 1412 ff.
 
  
rüggen Adj.: 'aus Roggenmehl'; riggener Kuche 'Brotkuchen' [ NW-Bobh]. a. 1496: »ein weißes und ein ruckis Brot« [NUrkKG 118]. Südhess. IV 1509; RhWB Rhein. VII 582.
 
 
Rügg(en)+-boßen m.: 'Gebund Roggenstroh'. a. 1550: 1 fl ... vor 50 rick boßen [Wenz 293]; vgl. PfWB Boßen1 1. — -brot n.: 'Roggenbrot'. (nicht nach) a. 1530: darzu soll er in geben rucken brott vnd kappüß [PfWeist. 309 (NW-Dürkh)]. a. 1590: daß alle Tage weiß vnd Rucken brodts genug feill, vnnd dessen gar Khein gebresten oder mangell sey [ZweibrUrkb. 130]. Südhess. IV 1509/10. — -mehl n.: 'Roggenmehl', Riggemehl [RO-O'hs KB-Kriegsf, östl. NPf (PfId. 115) SOPf (Heeger Nachl.) Wilde 146]. Südhess. IV 1510. —