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Recht bis rechts (Bd. 5, Sp. 433 bis 435) | |||
Recht, n. rechteln, schw. rechten, schw. Rechten-bach, ON rechter-hand recht-fertigen, schw. recht-gläubig, Adj. rechtlich, Adj. recht-mäßig, Adj. rechtmäßiger-weise, Adv. rechts, Adv., Adj. Recht-same, f. Rechts-anwalt, m. recht-schaffen, Adj. Rechtschreib-fehler, m. Rechts+-gelehrter, m. Rechts-händer, m. rechts-händig, Adj. rechts-handig, Adj. rechts-herum, Adv. Rechts-konsulent, m. Rechts-partei, f. Recht-sprecher, m. Rechts-regierung, f. Rechts-tatsche, f. Rechts-verdreher, m. recht-zeitig, Adv. Rech-weg, m. Rech-wiese, f. Rechzich, n. Reck, n. Reck-arsch, m. Reckel, m. reckeln recken, schw. Rede1, f. Rede2, f. Rede3 rede-gesprächig, Adj. redeln, schw. reden1, schw. reden2, st., schw. Redens-art, f. reden-voll Reder1, m. Reder2, m. Reder3, m. Rederei, f. redern, schw. rede-voll, Adj. Redich, n. redlich, Adj. Redner, m. Redsel, n. red-sprächig, Adj. red-sprächlich, Adj. Red-stab, m. Reduit Reduit-straße, f. redur Redute, f. reell, Adj. Reff, n., m. f. Reffe, n., m. f. Reffel, f., m. reffen, schw. Reffen-stecken, Pl. reffern, schw. Reff-gras, n. Reff-loch, n. Reff-sprosse, f. Reform-hemd, n. Reform-hosen, Pl. reformiert, Adj. Reform-rock, m. Reform-schurz, m. Refrakto-meter, Gen.? refrischieren, schw. Regal regalieren, schw. Regard Regel1, f., n. Regel2, Gen.? regel-mäßig, Adj. regeln1, schw. regeln2, schw. Regems, Gen.? Regen, m. regen, schw. Regen-bach, f. Regen-baum, m. Regen-bise, f. Regen-bogen, m. Regen-bütte, f. Regen-butzen, m. regencheln, schw. Regen-dach, n. decke, f. regeneln, schw. Regen-fest | 1. 'Rechtsordnung, gesetzliche Norm', Recht, Reecht, Racht [verbr. wie PfWB recht, Christmann Kaulb 12, 54, 79 Höh 52]; Zs.: PfWB Armen-, PfWB Buben-, PfWB Trauf-, PfWB Eltern-, PfWB Fahrt-, PfWB Faust-, PfWB Vorbehalts-, PfWB Gast-, PfWB Jäger-, PfWB Krapfen-, PfWB Land-, PfWB Laub-, PfWB Mädchen(s)-, PfWB Mann-, PfWB Schankrecht; Abl.: PfWB Gerecht 1, PfWB Unrecht; Noo Ordel un R. (nach Urteil und R.) [ RO-Lettw]. Der beschwert sich met R., es werrem zu viel zugemut' [ KL-Reichb]. Ich verlang ääfach moin R. [ LU-Opp]. Das geht ge'e R. un G'setz [KU-Bedb, verbr.]. Das is geje R. un Glaawe [ PS-Geisbg], geje R. un gure Glauwe [ NW-Frankeck], un gure Sitte [ebd.]. Ich will noch emol Gnad vor R. ergehe losse [ LU-Opp]. Er dut sich 's R. im Haus 'das Wohnrecht' vorbehalle (bei der Übergabe des Hofes an ein Kind), s. PfWB Vorbehalt [KU-Kaulb, verbr.]. Ich werr mein R. suche 'die Sache vor Gericht bringen' [KU-Bedb, verbr.]. Er behaupt' sein R. [ LA-Gommh]. Er steht em in seim R. 'Er ist (gewollt oder ungewollt) sein Gegner in einem Rechtsstreit' [ KU-Bedb]. Dem isch R. g'schähne 'Er hat die gerechte Starfe erhalten' [ LA-Gommh]. Er will iwweraal die Rechde ausgewwe 'das große Wort führen, befehlen' [ KU-Kaulb, mancherorts, auch Don Gal Buch], die Rechde spreche, dass. [ Gal-Brig, vereinzelt Gal Buch]. Wenn einer seinen Platz verläßt, sagt man: Do hot der Kaiser sein R. verlore, d. h., 'Dieser Platz ist frei' [ BZ-Dernb]. SprW.: Wo nix is, hot de Deiwel 's R. verlor [KU-Diedk, Krieger 21], hot de Kaiser 's R. verlor(e) [LU-Opp Bergz (Kamm 87), verbr. Don Gal Buch, Var.: Ney 124]. Das R. hot e spitzi Nas, es loßt sich dron drehe [ Gal-Dornf]. 's R. licht im Zwerchsack, mer kann's hännere un vor schiddle (nach hinten und nach vorn schütteln) [GH-Bellh, mancherorts südl. VPf]. Wer d' Hand owwe hot, hot 's R. im Haus 'Der Stärkere hat das Sagen' [südl. VPf]. Wer die Macht hot, [Bd. 5, Sp. 434] hot 's R. [ LU-Opp]. Gewalt geht vor R. [ KU-Schmittw/O]. 's kummt net druf an, wer recht hat, 's kummt druf an, wer Recht kriet [Krieger 54]. R. muß R. bleiwe [ LU-Opp GH-Kand]. a. 1297: ir reht schin [Corpus 4, S. 114, Nr. 2746]. a. 1324: nach des landes recht vnd gewonheit [OttbgUrkb. 344]. a. 1327: zu scheiden nach minnen oder nach rechte [ebd. 359]. a. 1335: dê lûte durch reth schirmen [Vergleich zw. Walram v. Zweibrücken u. d. Graf v. Zweibrücken-Bitsch]. a. 1480: da hait ein jglicher recht zuo [Hagb-Weist. 6]. a. 1507: vnd waß der huber frembde vnd heimbsch zu recht spricht [PfWeist. 548 (LA-Frankw)]. — 2. a. Pl., in Verb. mit einem Num. 'Stellen, Plätze'; uf zwee Rechde schaffe 'an zwei Stellen arbeiten' [vereinzelt, Gal-Dornf]. 's will uf keene Rechde lange 'Es ist (z. B. beim Ausweichen) in beiden Richtungen nicht genügend Platz' [Spey NW-Haßl]. Ausruf der Hausfrau, wenn sie gleichzeitig an mehreren Stellen gebraucht wird: Do soll mer gleichzeidich uf e paar Recht sein! oder: Nore langsam, eich kann doch net gleich an sechs Recht sein! [KU-Kaulb u. Umg.]. — b. 'Grundstück'; vgl. PfWB Gerecht 2, PfWB Gerechtigkeit 3, PfWB Hofrecht. Er es mer iwwer mein R. gefahr [KU-Kaulb u. Umg.]. — Südhess. IV 1294/ 95; RhWB Rhein. VII 215 ff; LothWB Lothr. 406; ElsWB Els. II 228. 1. a. 'streiten, disputieren', rechde [südl. VPf (PfRSch 27. 6. 1925) Kus]; vgl. PfWB rechteln; subst. 's Reechde [ KU-Ehw]. — b. s. die Zs. PfWB ausrechten. — 2. 'nach Recht walten, richten' ( DWB DWb. VIII 407ff.); Zs.: PfWB berechten. a. 1305: die ime der kunig hatte bevolhen zu ervarne vnd nach rechte zu rechtene [OttbgUrkb. 264]. — Südhess. IV 1295; RhWB Rhein. VII 220. 1. 'leiblich', vgl. PfWB recht 1 b ε; sein rechtmäßicher Vadder [ KU-Bedb]. — 2. 'nach christlichem Brauch; von einem Geistlichen'. Zwei streitende Frauen: Mei Kinner sin rechtmäßich uf [Bd. 5, Sp. 435] em Gottsacker begrawe, awwer dei liechen im Puhlloch [ NW-Gimmdg]; vgl. PfWB Pfuhlloch 2. — Südhess. IV 1295. 1. a. α. adv. 'in rechter Richtung', rechts, reechts, rachts [verbr. wie PfWB recht]; Ggs. PfWB links 1 a, PfWB rechtsherum 1; Fuhrmannsruf: rechts! [ BZ-O'schlettb]; r. fahre, (gehn) [ZW-Bottb, verbr.]; rechts! [ BZ-O'schlettb]. Militärbefehl: r. um! [verbr.]. Schlaa em r. un links uf die Backe! [ KU-Schmittw/O]. — β. attr. 'rechtsseitig'; vgl. PfWB recht 2 a; de rechtse Fuß, die rechts Hand; uf de rechtse Seit [LA-Nußd, verbr., Heeger Südostpf. 31]. Gebb dem Onkel die rechts Hand! [ KL-Reichb]. RA.: linksi un rechtsi Worscht 'Leber- und Blutwurst', s. PfWB links 2 a. Der heert uf em linkse Ohr nit rechts 'Er überhört gerne etwas' [Kus]. Der sieht mim rechtse Aag ins linkse Hossesäckelche 'Er schielt' [Don-Gert, verbr. Don Gal Buch]. Volksgl.: Klingen im rechten Ohr bedeutet etwas Schlechtes, dazu die Reime: r., wie schlecht [ KB-Zell]; r., was Schlechts [ BZ-Dernb]. Links klingt's, rechts stinkt's [ KU-Krottb]. — γ. subst. die Rechts 'die rechte Hand' [verbr.], die Rechtse, dass. [ KU-Körbn]; Nemm die Rechts! (dein Rechtsi!) [ LU-Alsh/Gr]; e Rechtser 'ein Rechtshänder' [KL-Hütschhs, verbr.]. Einen KR. s. PfWB links 2 a. SprW.: Was die Rechts gibt, darf die Links net wisse [ PS-Fehrb]. — b. r. sen 'rechtshändig sein' [KU-Bedb, verbr.]. Volksgl.: Mit wellere Hand as en Bobbel 's eerscht Mol in die Kleeder schluppt, weist, eb's r. oder links werd [Fogel Beliefs Penns Nr. 93]. — 2. a. 'nach außen, nach oben', von Kleidungsstücken; (de Mandel, die Hosse) r. mache [LU-Alsh/Gr, verbr.]. Vgl. PfWB rechtsherum 2. — b. s. die Zs. PfWB vorrechts. — Südhess. IV 1295/96; RhWB Rhein. VII 214/15; LothWB Lothr. 406; ElsWB Els. II 229.
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