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Pfälzisches Wörterbuch 
 
rebellen bis Reben-häsel (Bd. 5, Sp. 420 bis 421)
 
   rebellen schw.:
1. 'aufbegehren, sich widersetzen', rebele (rębələ) [KU-Kaulb KL-Hirschhn Guentherodt 42/43]; vgl. PfWB Rebell; Zs.: PfWB auf-

[Bd. 5, Sp. 421]
rebellen, rebellieren 1. —
2. 'lärmen, lärmend zanken, streiten', rewelle (reˈwęlə) [KU-Kaulb IB-Nd'würzb (PfId. 115) KL-Gimsb u. Umg. LA-Venn SOPf (Heeger Nachl.) Kühn Hamet 130 Don-Schowe Krämer Gal 175 Rußl-Worms], rawelle [ LA-Nd'hochstdt BZ-Birkhdt]; vgl. PfWB rebellieren 2; Zs.: PfWB herumrewellen. Die Kinner rewellen [ KL-Gimsb]. Drei Hunn ... hunn als gegauzt un gerawellt [Schandein Bav. IV,2 260]. —
3. 'mit dem Tod kämpfen'. Er muß lang rewelle 'hat einen schweren Tod' [ BZ-Dernb]. — Frz. rebeller. — Südhess. IV 1281; RhWB Rhein. VII 204; LothWB Lothr. 406; ElsWB Els. II 311.
 
 
Rebeller s. PfWB Rebell.
 
  
rebellieren schw.:
1. 'aufbegehren, widersprechen', rewelliere [IB-Ommh Neustdt LA-Bornh GH-Hagb Guentherodt 42/43]; vgl. PfWB rebellen 1. Rewellier net so! [Neustdt]. —
2. 'lärmen, in Unruhe versetzen', rewelliere [LA-Arzh Land BZ-Ingh Bergz GH-Kand], rewelleere [ KU-Brück Kus]; vgl. PfWB rebellen 2. — RhWB Rhein. VII 204.
 
  
rebellisch Adj.: 'aufrührerisch, aufgeregt', rewellisch (reˈwęli) [verbr., Müller Dietschw 56 Keiper 72 Guentherodt 43/44 Krämer Gal 172]; vgl. PfWB aufrührerisch; e rebellischer Gascht 'einer, der im Gasthaus Lärm macht und Unruhe stiftet' [ KL-Reichb]; r. mache 'aufhetzen' [verbr. südl. VPf], 'durch Lärm andere im Schlaf stören und in Aufregung versetzen' [verbr.]. Er hot die Nachberschaft ('s ganz Dorf) rewellisch gemacht [BZ-Dernb, verbr.]. — Abl. zu PfWB rebellen. — Südhess. IV 1281; RhWB Rhein. VII 204; ElsWB Els. II 311.
 
  
Reben-auge, Reb-n.: 'Triebknospe der Weinrebe', Reweaag [ NW-Duttw], Reb- [Rockhs FR-Heßh]. — -berg m.: FlN, amtl. Rebenberg [ IB-Wolfh HB-Medh Breitft ZW-Hornb]; vgl. PfWB Rebe 2. — -blatt n.: 'Blatt der Rebe', Reweblatt, -blaat, s. PfWB Blatt [ BZ-Heuchh, mancherorts]. Südhess. IV 1282. — -blut n.:
1. 'aus dem Rebschnitt austretender Saft', -blut [ NW-Ungst Wachh LA-Mörzh GH-Kand]; vgl. PfWB Blut 6, PfWB Rebensaft 1, PfWB Saft. Mit R. wurden kranke Augen ausgewaschen [ BZ-Heuchh]. —
2. 'Wein', vgl. PfWB Rebensaft 2 [ LU-Böhl]. — Südhess. IV 1282. — -blüte f.: 'das Blühen, auch die Blütezeit der Reben', -bliet [ LU-Alsh/Gr BZ-Heuchh]; Die R. riecht mer vun weidem [Krieger 7]. — -garten m.: FlN, mda. Rewegaarde [ LA-Nd'hochstdt]. — -häsel n.:
1. 'Bündel geschnittener Reben', Rewehäsel [verbr. mittl. u. südl. VPf, PfId. 114 Schmitt Billh. 181], Dim. Pl. -häselcher [Wilde 200], -häslich [ LA-Queichh]; vgl. PfWB Rebenigel, PfWB -welle. RA.: e R. abkoche 'Wein holen', scherzh., wegen des Gleichklangs mit dem Dim. von Hase [ BZ-Dernb]. Durch dem sein Bään kammer e R. schmeiße, von einem O-Beinigen [ LA-Maik]. Der Vater zu seinen Kindern, denen das Essen nicht schmeckt: Eich dät ich noch Räwehäselcher fresse lerne. Die Zung g'heert eich g'schabt mit

[Bd. 5, Sp. 422]
me Zichlstick [ NW-Gimmdg]. Der Mann im Mond hat ein R. auf dem Rücken [Becker Vk. 126]. —
2. Neckname der Bewohner von NW-Mußb, Pl. Rewehäsel, Dim. -häselcher [Feierowend 17/1954 1]. — Das Wort, volksetymologisch häufig zu PfWB Hase gestellt (vgl. Runck Gucke 47), gehört zu mhd. hegesal (bereits mhd. > heisel) 'was zur Einfriedigung dient' (s. Lexer Lexer I 1206); zum Grundw. s. PfWB Hecke, PfWB Hege 3 b 'Leseholz'; das Ableitungssuffix -sel wie in PfWB Füllsel, PfWB Häcksel; vgl. dazu E. Christmann, Namen von Winzergeräten, in: Mitteilungsblatt der Rheinischen Vereinigung für Volkskunde, Bonn 1950, S. 54 ff.