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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Mutter-lamm bis muttern (Bd. 4, Sp. 1496 bis 1497)
 
Mutter-lamm, n.
Mutter-leib, m.
Mutterleins
mütterlich, Adj.
mutterlich, Adj.
mütterlicher-seits, Adv.
Mutter-liebe, f.
mutter-los, Adj.
Mutter-mal, n.
Mutter-milch, f.
Mutter-mund, m.
muttern, schw.
Mutter-pferd, n.
Mutter-placken, m.
Mutter-sau, f.
Mutters-bruder
Mutter-schaf, m.
Mutter-schoß, m.
Mutter-schwein, n.
Mutter-schwester, f.
mutterseelen-allein, Adj.
-alleinig, Adj.
mutterseelen-einzigallein, Adj.
mutterselig-allein, Adj.
muttersinnig-allein, Adj.
muttersinnig-ganzallein, Adj.
Mutter-söhnchen, n.
Mutter-sorgen, Pl.
Mutter-sprache, f.
Mutters-sache, f.
Mutter-stadt, ON
Mutter-stock, m.
Mutter-stück, n.
Mutter-stühlchen, n.
Mutter-stute, f.
Mutter-tachse, f.
Mutter-tag, m.
Mutter-tierchen, n.
Mutter-treue, f.
Mütter-verein, m.
Mutter-weh, n.
Mutter-witz, m.
Mutter-zeichen, n.
Mutter-zickel, n.
Mutti
Muttich, f.
Muttich
Muttich
muttig
Mutung, f.
Mut-willen, m.
mut-willig, Adj.
mutwilliger-weise, Adv.
Mutwillig-freiwilliger, m.
Mützchen
Mutze, m.
Mütze, f.
mützeln, schw.
Mutzen, m.
Mutzen, m. f.
Mutze, m. f.
Mutzen, m.
mutzen, schw.
Mutzen-bäcker, m.
Mutzen-gückel, m.
Mutzen-prügel, m.
Mutzen-tasche, f.
Mutzen-trost, m.
Mutz-hafen, m.
Mutzi, f.
mutzig, Adj.
Mutz-kopf, m.
mutz-kopfig, Adj.
mutz-köpfig, Adj.
Muul
Muur
Myrrhen-pulver, n.
Myrthe, f.
N, n.
na, Interj.
nabbern, schw.
Nabe, f.
Nabel, m.
Nabel-binde, f.
Nabel-bruch, m.
Nabel-naß, m.
Nabel-reißen, n.
Nabel-schnur, f.
Nabel-wärmer, m.
naben, schw.
Nab(en)-band, n.
Nab(en)-büchse, f.
Nab(en)-ring, m.
Nabiger, m.
nach
nach-äffen, schw.
Nach-ahmet
nach-arten, schw.
Nach-auge, n.
nach-backen, schw.
  -lamm n.:
1. 'weibliches Lamm', -lamm [ PS-Erfw]; a. 1621: Junge Hammel Lämmer ... Mutter Lämmer [WerschwSchR 386r]. —
2. 'Mutterschaf' [ KU-Konk ZW-O'aub Rockhs KB-Kerzh LA-Queichh]. — -leib m.: wie schd., Mudderleib, Modder- [mancherorts, Lambert Penns 107], bes. in den Wend. im M., vum M. an [mancherorts]. Der war schun im M. so unruhich, von einem unruhigen Kind [ NW-Frankeck]. Das Kind war krank vum M. an [ FR-Bockh]. RA.: Ich war so unschullich wie das Kind im M. [ LU-Opp]. Er versauft 's Kalb im M., von einem, der seinen ganzen Besitz versäuft [ BZ-Albw]. Bei dem Werrer freert 's Kind im M. [ KU-Schmittw/O]. Südhess. IV 848; RhWB Rhein. V 1484.
 
 
Mutterleins s. PfWB Mutterchens.
 
  
mütterlich, mutterlichAdj.:
1. 'von der Mutter herkommend', im Zusammenhang mit Vermögen, Erbteil, midderlich (midərliχ) [verbr.], mutterlich [Lambert Penns 107], modderlich [ KU-Schmittw/O]; ehr midderlich Erbdääl (Vermeeche) [ GH-Kand, mancherorts]; das mütterliche Erbteil wird bei Verheiratung des Kindes oder bei Wiederverheiratung des Vaters an das Kind ausbezahlt [mancherorts]. Das is sei midderlich Vermee'e [ KL-Matzb]. Das midderlich Vermeje es net aarich (nicht sehr groß) [ RO-Rehbn]. Oft auch subst. gebraucht: Se kriet ehr Medderliches met [ KU-Schmittw/O]. Sie loßt sich ehr Midderliches erausbezahle [ FR-Bockh]. Wenn ein Kind ohne Zustimmung der Eltern heiratet, kriet's sei Midderliches un dann kanns waarde [ ZW-Battw]. —
2. nur subst. 'weibliche Geschlechtsorgane; die Fähigkeit Mutter zu werden' [mancherorts], vereinzelt scherzhaft unter Bezug auf Bed. 1: Die hat nix (in die Ehe) mitgebracht, wie ihr Midderliches [ SP-Harths, LU-Opp]. —
3. nach dem Schd. 'sorgend wie eine Mutter' [ FR-Bockh]. — Südhess. IV 848; RhWB Rhein. V 1486; ElsWB Els. I 741.
 
  
mütterlicher-seits Adv.: wie schd., midderlicherseits (midərliχərsaids) [verbr.]; Zs.: großmütterlicherseits; die Vorfahre m. [ LA-Gommh]; das Erbdeil m. [ FR-Tiefth]. Er hot m. geerbt [ KB-Kriegsf]. Südhess. IV 848.
 
  
Mutter-liebe f.: wie schd., Mudder-, Modderlieb [mancherorts]. Die hot ke M., von einer strengen, herzlosen Mutter [ LA-Gommh]. Südhess. IV 848; RhWB Rhein. V 1484.
 
  
mutter-los Adj.:
1. 'ohne Mutter, verwaist',

[Bd. 4, Sp. 1497]
mudder-, modderlos, -lous, s. PfWB Mutter und PfWB los [mancherorts]. —
2. m. uffziehe, -zieche, -ziege 'ein Kind (Kalb) nicht an der Mutterbrust bzw. am Euter sondern an der Flasche bzw. mit Hilfe eines Tränkeimers großziehen' [mancherorts SOPf, Pauli Heilm. 104]. Das Kind werd m. ufgezoche [ LA-Wollmh]. — Südhess. IV 848.
 
  
Mutter-mal n.: wie schd., Mudder-, Moddermol [verbr., Krämer Gal 153]; vgl. PfWB Mutterfleck, PfWB -placken, PfWB -zeichen; Syn. s. Leberfleck 2; in der Regel wird zwischen den kleineren Pfeffer-, Leberflecken und dem M. unterschieden. Des Kind hot e M. [ NW-Freinsh]. Der hat an de Stern e M., er isch gezäächent [ KL-Reichb]. Volksgl.: Ein Muttermal entsteht beim Kind im Mutterleib, wenn sich die Mutter erschrickt oder wenn ein Körperteil der Mutter einem starken Reiz (z. B. heißes, spritzendes Fett) ausgesetzt ist [mancherorts, Fogel Beliefs Penns Nr. 1580]. Wenn die Mutter dann mit der Hand diesen Körperteil berührt, bekommt das Kind an dieser Stelle ein Muttermal [Rockhs NW-Frankeck LA-Mörzh Wollmh]. Das Muttermal hat die Form dessen, über das sich die Mutter erschreckt hat (z. B. eine Maus) [ KB-Kriegsf]. Das Kind bekommt ein Muttermal, wenn sich die Mutter verguckt (durch einen erregenden oder widerwärtigen Anblick) [ LU-Altr LA-Wollmh]. Abhilfe gegen das M.: En M. muß mer mit 're Dodehand streiche, noo geht sie weg [Fogel Beliefs Penns Nr. 1567]. Ein Muttermal vergeht, wenn man sich zum Läuten zu Beginn einer Beerdigung über fließendes Wasser begibt [LA-Impfl]. Auch der Schleim roter Schnecken soll ein Muttermal vertreiben [ebd.]. »Für das Muttermal. Bei dem wachsenden Licht (zunehmender Mond) wird das Kind genommen und gegen den Mond gehalten, und zwar wie es von dem Mutterleib kommt, das Mal mit der Hand gegriffen, sodann den Mond angesehen und gesprochen: Was ich seh, nimmt zu, was ich greif nimmt ab. Dieses zu drei Abenden nach einander« [NPfGV 1926 7 (Dorfleben im 18. Jhd.)]. Häufig wird dagegen geglaubt, daß es gegen ein Muttermal keine Abhilfe gebe oder daß man gegen ein Muttermal keine Mittel anwenden dürfe [mancherorts]. Südhess. IV 848/49; RhWB Rhein. V 1484; ElsWB Els. I 664. — -milch f.: wie schd., -milch, -millich, -milsch, -millisch, s. PfWB Milch [verbr.]. Er kriecht nix wie M. [ LA-Gommh]. RA.: Die (Der) hot beesi M. getrunke, von einem boshaften Menschen [ LU-Oggh]. Zeigt jemand eine in der Familie liegende Eigenschaft (z. B. Fleiß, Faulheit, Musikalität) so sagt man: Die (Der) hot's mit de M. eingesuggelt (getrunke, ufgenumme) [ PS-Erfw, mancherorts]. Südhess. IV 849; RhWB Rhein. V 1484. — -mund m.: wie schd., -mund [ BZ-Dernb]. Südhess. IV 849.
 
  
muttern schw.:
1. 'der Mutter nacharten',

[Bd. 4, Sp. 1498]
muddere, moddere, verbr. wie PfWB Mutter [mancherorts, Schandein Ged. 243 Lambert Penns 107, auch Don Gal Buch]; vgl. PfWB vatern. Er muddert sich [ KU-Trahw, mancherorts]. —
2.
a. 'körperlich zu einer Frau, Mutter werden' [ BZ-Dernb Gal-Bagbg Josbg]. —
b. 'glucken, mit dem Brüten anfangen', von Hühnern. Die Gluck moddert sich [ ZW-Schmitshs]. —
3. s. PfWB bemuttern. — Südhess. IV 849; RhWB Rhein. V 1486.