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Pfälzisches Wörterbuch 
 
meck bis Meckes (Bd. 4, Sp. 1260 bis 1262)
 
   meck 1 Schallw.:
1.
a. Nachahmung des Mekkerns der Ziege meck, meck [mancherorts]; meck, mäh [KL-Stelzbg NW-Kallstdt Gal-Landestreu]; meck, meck, mäh [ KU-Brück RO-Dielkch]. —
b. Lockruf für Ziegen, meck, meck! [Kus HB-Schwarzack PS-W'fischb LU-Muttstdt NW-Freinsh Ungst LA-Mörzh Heeger Tiere I 19 Buch-Satulmare]. Kamm Zickl, kamm, meck, meck! [ GH-Schwegh]. —
2. in Neckrufen und Neckversen auf den Schneider; Schneirer, Schneirer meck, meck, meck! [ BZ-Dernb, mancherorts]. Schneirergääß macht meck, meck, meck, / huppst in die Heh un fallt in de Dreck [Hebel 100]. Weitere VR. s. PfWB Schneider. — Südhess. IV 598; RhWB Rhein. V 1023/24.

 


Aus den Nachträgen
 
 
meck2 Adj.: 'frech, vorlaut', von Kindern, meck (męg) [Otterstetter 257]. Bad. III 595; Bayer. I 1566; Thüring. IV 408 mäcke.


 
   Mecken-heim ON: Dorf im Kr. NW, mda. Meckerem (megÄrəm), Meckere (megÄrə) [mancherorts VPf]. RA.: Mit em Meckremer Parre hot er Griewe gesse, von einem Menschen mit schartigem Mund [ LU-Alsh]. »So mach ich's eich«, hot de Hannes fun Meckerem g'sacht un do hot er seine Kinner die Knepp ('Klöße') for de Aache weggefreß [Bayerland 2. 9. 1927]. Necknamen für die Bewohner: Meckremer Häbb, weil sie ich häbb 'ich habe' sagen, Meckeremer Geeschnickel (s. PfWB Gäuschnickel), Meckemer Riweschnickel, Meckerer [Umg. v. NW-Meckh].
 
 
Mecker1 f.: 'Ziege', scherzh., Mecker [KU-Rutsw/L (Feierowend 1/1961)]; vgl. PfWB meck 1, PfWB Meckerlein, PfWB Meckes1 1. RhWB Rhein. V 1024 Mecke.
 
  
Meckerer, Mecker2m.:
1. 'Mensch, der an allem etwas auszusetzen hat, wählerischer Mensch', Meckerer [ BZ-Dernb], Mecker [ FR-Lambsh]; vgl. PfWB meckern 3. —
2. Neckname für

[Bd. 4, Sp. 1261]
die Einwohner von NW-Meckh.
 
 
Mecker-geiß f.: 'meckernde Ziege', in dem VR.: Ich will d'r was verzähle, / Vun einem Korb voll Schäle, / Vun d'r alte Mäckergäs, / Das is alles, was ich wäß [Vogelsgesang 41]. Südhess. IV 599.
 
  
Meckerlein n.: 'Ziege', in der Kindersprache, Meckerle [ LA-Edk BZ-Dernb GH-Büchbg]; vgl. PfWB Mecker1, PfWB Meckes1. Südhess. IV 599 and. Bed.
 
  
meckern schw.:
1.
a. 'meckern', von Ziegen, meckere (męgərə) [verbr. WPf NOPf Christmann Kaulb 68 Krämer Gal. 148], meckre (męgrə) [verbr. SOPf Otterstetter 50]. Die Gääß meckert [ BZ-Dernb, mancherorts]. —
b. 'wiehern', vom Pferd [ PS-Bruchw]. —
2.
a. 'mekkernd sprechen' [mancherorts]. Der meckert wie e Gääs [ LU-Limbghf, mancherorts], wie e Gäßbock [ BZ-Dernb]. Sie meckert wie e Gäß un macht e Buckel wie e Raup! Awwer Geld hot se wie Hei [Feierowend 6/1954 2]. Scherzfrage: Seit wann dun die Schneirer m.? Antwort: Seit de Dokter de Schneirer en Gäßemaa ingesetzt hot [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'schnell sprechen' [KL-Lind (Höh 119)]. —
c. 'kichernd lachen' [WD-Niedkch IB-Herbh ZW-Riedbg Stamb PS-Bruchw GH-Erlb Neubg Zeisk]. —
3. 'nörgeln, kritisieren' [Otterstetter 214, mancherorts]. — Südhess. IV 599; RhWB Rhein. V 1024; ElsWB Els I 661.
 
  
Meckes1 f., m.:
1. 'Ziege', meist Koseform, Lockruf für junge Ziegen, Meckes (męgəs) [KU-Nanzw Sand HB-Lu'thal Nd'bexb IB-Bierb Wörschw ZW-Battw Bubhs Ixh O'aub PS-Münchw Heeger Tiere I 19 PfId. 93], Meckes'che Dim. [ HB-Sandd]; vgl. PfWB Mecker1. —
2. 'Kalb' [HB-Alth IB-Eschring]; vgl. PfWB Mecks, PfWB Mockel. —
3. 'Schneider', scherzh.-spöttisch [ KU-Dunzw Hohöll HB-Breitft Kirrbg ZW-Hengstb Nd'aub Zweibr]; vgl. PfWB meck 2; Zs.: PfWB Schneidermekkes. Südhess. IV 599/600; RhWB Rhein. V 1024; LothWB Lothr. 358; Hess.-Nass. II 210.
 
  
Meckes2, Mekes m.:
1.
a. 'Wichtigtuer, Großtuer, Angeber', Meckes (męgəs) [verbr. NPf mancherorts übrige Pf], bes. in den Wend. de M. mache, sich de M. mache 'prahlen, sich hervortun, sich wichtig machen' [verbr. NPf mancherorts übrige Pf Kühn Palz 136]. Er will de M. mache [ KU-Obw/T]. Der macht sich de M. [Kaislt, mancherorts]. Der hot sich emol de M. gemacht [ RO-Hochst]. Des macht sich ebbes de M. 'Sie ist aber eingebildet' [ KU-Ehw]. —
b. 'Vermittler' [ KB-Stett, vereinzelt]. —
c. 'dienstwillige Person; Mensch, der anderen zu Gefallen handelt, sich ausnutzen läßt' [mancherorts NOPf VPf], bes. in der Wend. Eem de M. mache 'jemandem bereitwillig zur Hand sein, für jemanden den Narren, Hanswurst spielen' [mancherorts, Keiper 50]. Der äänfellich (einfältige) Kerl muß alle Leit de M. mache [ KL-Hirschhn]. Du

[Bd. 4, Sp. 1262]
dätscht de M. mit mer mache [ KU-Gumbsw]. Mach nor net de M.! [ KL-Schneckhs]. Mit mer kannsche net de M. mache! 'Mich kannst du nicht zum Narren halten!' [ KL-Baalbn]. —
d. 'närrische, lustige Person' [ZW-O'aub KL-Landstl FR-Beindh NW-Hardbg Ungst Weish/S]; vgl. PfWB Mackes1 2 b; Zs.: PfWB Schotenmeckes. —
e. 'schlechter, liederlicher Mensch', oft Schimpfw. [mancherorts westl. WPf SWPf]; scheeler M.! [ KL-Hütschhs Hauptstl]. —
f. Neck- und Übername für männliche Personen [mancherorts WPf]. —
2.
a. 'kleiner, schwächlicher, magerer Mensch', Meckes (męgəs) [mancherorts westl. WPf SWPf], Mekes (mēgəs, mēkəs) [ KU-A'glan Ehw Frohnhf Haschb Kus Neunkch Steinb Trahw WD-Bub Hoof RO-Lettw KL-Gimsb]; Zs.: PfWB Dürrmekkes. raulicher M.! [ KU-Patb]. Er is e rechter M. [ KU-Neunkch]. Das isch e derrer M., der kann e Gäiß zwische d' Herner kisse [ IB-Ballw/Weckl]. —
b. 'im Wachstum zurückgebliebenes Tier', Meckes [ WD-Niedkch IB-Bliesmg/Bolch], Mekes [ HB-Nd'bexb]. —
c. 'vorlautes, wildes, freches Kerlchen', Mekes (mēgəs) [KU-Nd'staufb Trahw Wahnwg KL-Reichbstg]. —
d. 'streitsüchtiger Mensch', Mekes (mēgəs) [ KL-Gimsb]. —
e. 'kräftiger, korpulenter Mensch', Meckes (męgəs) [ NW-Lindbg]. —
3.
a. 'Unsinn, albernes Zeug, Späße, Possen, Schwindel', Meckes (męgəs) [verbr. VPf mancherorts übrige Pf], bes. in der Wend. M. mache [ebd.]; vgl. auch 1 d. Der macht M. [ KU-Herchw]. Mach mer kää M.! 'Mach keinen Unsinn!' [ NW-Wachh]. Geh weg mit deine M.! [ SP-Schiffstdt]. Was macht 'n der fer e M.? [ KB-Dreis]. —
b. 'unnötiger Aufwand, Umstände', Meckes (męgəs) [ KU-Bedb Wolfst RO-Schweisw KL-H'spey NW-Dürkh]. — Die etymologische Zusammengehörigkeit der verschiedenen Formen und Bedeutungen zueinander ist in einigen Fällen fraglich. — Südhess. IV 599/600, 505, 472; RhWB Rhein. V 694 and. Bed.
 
 
Meckes3 (Gen.?): 'Geld', Meckes (megəs) [PS-Leim Pirmas (Otterstetter 228)]; vgl. PfWB Meggerle. — Zu jidd. meches, hebr. mäkäs 'Abgabe, Zoll' (Wolf 3506). — Südhess. IV 600; Schwäb. IV 1572.