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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Kopf-stellbord bis Kopf-weh (Bd. 4, Sp. 471 bis 472)
 
 -stellbord n.: = PfWB Kopf(en)brett 1, -stellbord [ NW-Weidth]. — -stoß m.: 'Wegstoßen des Fußballes mit dem Kopf', -stouß [ LA-Wollmh]. — -stück n.:
1. 'oberer, vorderer Teil eines Gegenstandes', -stick [mancherorts]; vgl. PfWB Fußstück. —
a. K. des Bettes [ KU-Kaulb LU-Limbghf]. —
b. 'vorderer Faßboden' [ KB-Bennhs]; vgl. PfWB Kopfdauge. —
c. 'vorderes Abschlußbrett des Kastenwagens' [ KU-Hundh]; vgl. PfWB Kopf(en)brett 1. —
2. ' Teil des Kopfgeschirrs des Pferdes' [ KU-Schmittw/O NW-Geinsh]; vgl. PfWB Kopf(en)gestell 1. —
3. 'der an die Breitseite anstoßende Nachbaracker' [ WD-Niedkch LU-Opp]; vgl. PfWB Gewanne 3 a, PfWB Kopfacker.
4. 'Stück Fleisch vom Kopfe eines Schlachttieres' [ HB-Breitft]; vgl. PfWB Kopffleisch. —
5. 'Schlag mit der Hand auf den Kopf' [ Don-Torscha]; vgl. PfWB köpfen 1 cα, PfWB Kopfnuß. Südhess. III 1668; RhWB Rhein. IV 1232. — -teil n.:
1. 'oberes Teil der Bettlade', Koppdeel, -dääl, -daal, s. PfWB Teil [verbr.]; vgl. PfWB Fußteil. —
2. 'Vorderteil des Kastenwagens' [ KU-A'glan]; vgl. PfWB Kopf(en)brett 1. —
3. 'das auf den einzelnen Kopf treffende Erbteil' [ NW-Geinsh]. — Südhess. III 1668; RhWB Rhein. IV 1232. — -tuch n.: 'Tuch, das von Mädchen und Frauen als Kopfbedeckung um den Kopf gebunden wird', Koppduch, Kopf-, s. PfWB Tuch [allg.]; vgl. PfWB Tracht 3 f, PfWB Halstuch 1. Zs.: PfWB Kattunkopftuch. Das K. ist in der Regel quadratisch, wird diagonal gefaltet und so umgebunden. Es wird zur Arbeit in Stall, Garten und Feld getragen. Bei älteren Frauen gehörte es zum Sonntagsstaat [BZ-Dernb (bis 1880), LU-Limbghf (1930)]. Als Schutz gegen Sonnenstrahlung wird im Sommer, bes. bei der Heuernte ein

[Bd. 4, Sp. 472]
helles, weißes K. umgebunden. Bei Trauer wurde ein schwarzes K. getragen [ LA-Gommh BZ-Steinf]. Nach F. Gundelwein trugen die Frauen »bei der Sommerarbeit ein blühend weißes leinenes K., welches malerisch geschlungen wurde, wobei der Schlupf im Westrich unter das Kinn, in der ostpfälzischen Ebene auf den Kopf kommt« [Pfälzerwald Jg. 11, S. 28]. In LU-Böhl wird das K. von jüngeren Mädchen im Nacken geknotet, während ältere Frauen den Knoten unter dem Kinn tragen. E dreizeppig (dreizipfliges) K. [ KL-O'arnb]; e geblimmt (geblümtes) K. [ LU-Alsh]; e wolle (wollenes) K. für den Winter [ KU-Bedb]. RA.: jemandem uf's K. schlache 'jemanden schlagen' [ LU-Maud]. Vgl. auch Becker Vk. 77 Südhess. III 1668; RhWB Rhein. IV 1232.
 
  
Kopftuch-biber m.: 'Stoffart für Kopftücher', Koppduchbiwer [ KU-Dunzw]; vgl. PfWB Biber 1.
 
  
Kopf-türchen n.: 'Verschlußbrett des Kastenwagens', Koppdeerche [ KL-Morb Weilb]; vgl. PfWB Kopf(en)brett 1. — -typhus m.: wie schd., -difus [ LU-Neuhf], -diffus [ LU-Altr], -tifus [ GH-Zeisk]. — -verbrechen(s) n.: 'Kopfzerbrechen', -verbreche [ HB-Breitft PS-Burgalb], -verbreches [ NW-Kallstdt]. Do mach ich mr kee Koppverbreches driwwr [Don-Werb (Jakob Hw. 11)]; vgl. PfWB verbrechen 1 bβ. — Im Ableitungssuffix -s liegt ein ursprünglich partitiver Genitiv vor; vgl. PfWB Aufhebens, PfWB Aufsehens. — Südhess. III 1668; ElsWB Els. II 178.
 
 
kopf-vörderst, kopfs-Adv.: 'mit dem Kopf zuerst, kopfüber', kupfedderscht [Danner Penns 46], koppsvedderscht [Lambert Penns 95].
 
  
Kopf-weh n.: 'Kopfschmerz', Koppweh [verbr., auch Penns Don Gal Buch], Koppwäih (-węi) [ ZW-Ixh LU-Altr], -wieh [ RO-Rehborn]. Syn.: PfWB Kopfreißen, PfWB -schmerz. Ich hun K. [KU-Schmittw/O, verbr.], hab e bissel K. [ LU-Alsh]. Vum Hanef kriet mer gere K., wegen des starken, unangenehmen Geruchs des grünen Hanfs [ KU-Schmittw/O]. RA.: Ich han K., daß ich mään, der Kopp mischt mer verspringe [KU-A'glan, verbr.], daß mer schier 's Feier zu de Aage rausfährt [ ZW-Battw]. Do mach der nore kaan K. dewäe 'Mache dir deswegen keine Sorgen' [KU-Kaulb, verbr.]. Der macht sich ke K., von jemandem, der sorglos in den Tag hineinlebt [ PS-Bruchw, mancherorts]. Der hot kein K. meen, von einem Toten [ FR-Bockh]. Er hot K. in de groß Zeh, spöttisch von jemandem, der vorgibt, krank zu sein [ KU-Diedk]. SprW.: Alles wisse macht K. un veel esse Bauchweh [BZ-Dierb Westricher Kalender 1957, 103]. Volksgl.: En Kindbettern kriegt K., wammer sie ver'm neinde Dag strählt 'kämmt' [Fogel Beliefs Penns Nr. 1844]. Wammer sich's uf der Kopp regere loßt in de Hunsdaag, kriegt mer viel K. oder die Hoor gehn em aus [ebd. Nr. 1466]. Volksmed.: Mittel gegen K., die je nach Neigung angewendet wurden: Kopf zubinden, ins Bett legen,

[Bd. 4, Sp. 473]
kalte Waschungen und Spaziergänge in frischer, freier Luft, leichte Gartenarbeiten, Musik und Gesang anhören, in fröhliche Gesellschaft gehen, wo gelacht, aber nicht getrunken wird [ LU-Oggh]. Südhess. III 1669; RhWB Rhein. IV 1232; LothWB Lothr. 305; ElsWB Els. II 777.