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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Kopf-schülpe bis Kopf-tuch (Bd. 4, Sp. 471)
 
 -schülpe f.: = PfWB Kopfschuppe, -schilp [Gal-Rehdf Stanin], -schilwe, Pl. [ Gal-U'wald]; vgl. PfWB Schülpe, PfWB Schübe. Rhein. IV 1231. — -schuppe f.: wie schd., -schupp, meist Pl. -schuppe [mancherorts, auch Gal]; vgl. PfWB Kopfschale, -schübe(r), PfWB -schülpe, PfWB Schübe. Südhess. III 1667; RhWB Rhein. IV 1231. — -schuß m.: wie schd., -schuß [ KU-Herschw/Petth LU-Oggh]. Südhess. III 1667. — -spange f.: 'die oberste Spange der Egge', -spang [ KU-Bedb]. — -sprung m.: wie schd. Er esch mit K. ins Wasser [ BZ-Dernb]. Südhess. III 1667. — -stange f.: 'Verbindungsstange zum Festhalten der Ernteleitern oder Querbretter des Wagens', -stang [ IB-Nd'würzb], -stängelcher (Dim. Pl.) [ ZW-Käshf]; vgl. PfWB Kopfbrettstange, PfWB Kopf(en)brett 2. — -stellbord n.: = PfWB Kopf(en)brett 1, -stellbord [ NW-Weidth]. — -stoß m.: 'Wegstoßen des Fußballes mit dem Kopf', -stouß [ LA-Wollmh]. — -stück n.:
1. 'oberer, vorderer Teil eines Gegenstandes', -stick [mancherorts]; vgl. PfWB Fußstück. —
a. K. des Bettes [ KU-Kaulb LU-Limbghf]. —
b. 'vorderer Faßboden' [ KB-Bennhs]; vgl. PfWB Kopfdauge. —
c. 'vorderes Abschlußbrett des Kastenwagens' [ KU-Hundh]; vgl. PfWB Kopf(en)brett 1. —
2. ' Teil des Kopfgeschirrs des Pferdes' [ KU-Schmittw/O NW-Geinsh]; vgl. PfWB Kopf(en)gestell 1. —
3. 'der an die Breitseite anstoßende Nachbaracker' [ WD-Niedkch LU-Opp]; vgl. PfWB Gewanne 3 a, PfWB Kopfacker.
4. 'Stück Fleisch vom Kopfe eines Schlachttieres' [ HB-Breitft]; vgl. PfWB Kopffleisch. —
5. 'Schlag mit der Hand auf den Kopf' [ Don-Torscha]; vgl. PfWB köpfen 1 cα, PfWB Kopfnuß. Südhess. III 1668; RhWB Rhein. IV 1232. — -teil n.:
1. 'oberes Teil der Bettlade', Koppdeel, -dääl, -daal, s. PfWB Teil [verbr.]; vgl. PfWB Fußteil. —
2. 'Vorderteil des Kastenwagens' [ KU-A'glan]; vgl. PfWB Kopf(en)brett 1. —
3. 'das auf den einzelnen Kopf treffende Erbteil' [ NW-Geinsh]. — Südhess. III 1668; RhWB Rhein. IV 1232. — -tuch n.: 'Tuch, das von Mädchen und Frauen als Kopfbedeckung um den Kopf gebunden wird', Koppduch, Kopf-, s. PfWB Tuch [allg.]; vgl. PfWB Tracht 3 f, PfWB Halstuch 1. Zs.: PfWB Kattunkopftuch. Das K. ist in der Regel quadratisch, wird diagonal gefaltet und so umgebunden. Es wird zur Arbeit in Stall, Garten und Feld getragen. Bei älteren Frauen gehörte es zum Sonntagsstaat [BZ-Dernb (bis 1880), LU-Limbghf (1930)]. Als Schutz gegen Sonnenstrahlung wird im Sommer, bes. bei der Heuernte ein

[Bd. 4, Sp. 472]
helles, weißes K. umgebunden. Bei Trauer wurde ein schwarzes K. getragen [ LA-Gommh BZ-Steinf]. Nach F. Gundelwein trugen die Frauen »bei der Sommerarbeit ein blühend weißes leinenes K., welches malerisch geschlungen wurde, wobei der Schlupf im Westrich unter das Kinn, in der ostpfälzischen Ebene auf den Kopf kommt« [Pfälzerwald Jg. 11, S. 28]. In LU-Böhl wird das K. von jüngeren Mädchen im Nacken geknotet, während ältere Frauen den Knoten unter dem Kinn tragen. E dreizeppig (dreizipfliges) K. [ KL-O'arnb]; e geblimmt (geblümtes) K. [ LU-Alsh]; e wolle (wollenes) K. für den Winter [ KU-Bedb]. RA.: jemandem uf's K. schlache 'jemanden schlagen' [ LU-Maud]. Vgl. auch Becker Vk. 77 Südhess. III 1668; RhWB Rhein. IV 1232.