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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Heirats-vermittler bis heischen (Bd. 3, Sp. 792)
 
   Heirats-vermittler m., -vermittlerin f.:
1. 'wer Eheanbahnungen gegen Vergütung betreibt', Heiratsvermittler, -vermittlern [mancherorts]; vgl. PfWB Heiratsmakler. Als H. betätigten sich auf dem Lande vor allem die weit herumkommenden Händler; das Heiratsgeschäft betrieben sie meist nebenbei. —
2. 'Verwandter oder Bekannter, der aus Gefälligkeit eine Heirat vermittelt' [ KL-Reichb KB-Kriegsf Bubh W-Freinsh BZ-Albw]; vgl. PfWB Heiratsstifter, PfWB Freier 1, PfWB Freiersfrau, PfWB -mann. Südhess. III 245.
 
 
Hei-rauch s. PfWB Herauch; heirig 'heiratslustig' s. PfWB heierig.
 
 
heisa Interj.: im VR.: Hopsa, heisa, Rübensalat! Wann mich mei Modder noch emol schlaat, nehm ich mei Ränzel und werde Soldat [Vogelsgesang 50]. Südhess. III 246; RhWB Rhein. III 473/ 74; Bad. II 608.
 
 
heisch Adj.: 'unrein'. 's esch heisch [Rohr 125]. — Mhd. eisch 'häßlich, abscheulich'; der h-Anlaut wie in Handifche (s. PfWB Andivie), Handudl (s. PfWB Andudel), Helfenbein. Die Stelle bei Rohr ist dem Brauchspruch bei Geschwulst sehr ähnlich; dort ist das Wort aber ein Subst. in der Bed. 'Euterschwellung'; vgl. auch PfWB Hengst2.
 
 
Heische f.: 'Bettlerin', Hääsch [Kaislt]; vgl. PfWB Heischefrau. Die alt H. geht de ganze Daa hääsche [ebd.]. Rhein. III 476 Z. 53.
 
 
Heische-buben Pl.: 'Buben, die zu Pfingsten im Dorf Gaben heischen', Hääschebuwe [KU (Potzberg)]. Ihre Heischesprüche s. PfWB Pfingstenknecht, -quack 1, -recht. -frau f.: 'Bettlerin', -fraa [lothr. SWPf]; vgl. PfWB Heische, PfWB Heischemensch. RhWB Rhein. III 477 Heischerfrau; Lothr. 236. — -mann m.: 'Bettler', -mann [ebd., PfId. 62]. Rhein. III 477 Z. 43; Lothr. 236. — -mensch n.: = PfWB Heischefrau, -mensch [PfId. 65]. Rhein. III 477 Z. 50.
 
  
heischen1 schw., st.: 'fordern, betteln', hääsche (hə, -žə) [KU-O'alb Krottb lothr. SWPf (PfId. 62) KL-Gimsb Stelzbg FR-Maxd], haasche (hāə) [ KU-Obw/T]. Syn. s. PfWB bitten. Die Kinner gehn an Faßnacht h. [verbr.]. RA.: Er war schun widder h., von einem, der viel bei Bekannten sitzt [ KL-Stelzbg]. a. 1324: do wart vor mir gefreget vnd geheischen ein ortdeil zu sprechen [OttbgUrkb. 342]. a. 1628: (wo der waltforster) einen weiß, der holtz zu verbauwen heischet vndt dasselbig ... nicht verpauwet, ... sol er denselbigen anbringen [PfWeist. II 744 (FR-Gr'karlb)]. RhWB Rhein. III 474/75; LothWB Lothr. 236; ElsWB Els. I 386.