Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
Haus-teufel bis Haustür-stein (Bd. 3, Sp. 726 bis 729)
 
  Haus-teufel m.:
1. 'wer die anderen im Hause ärgert und plagt', Hausdeiwel [verbr.]; oft in der Gegenüberstellung: GasseengelH., vgl. PfWB Gassenengel. Auch von Kindern, die in fremden Häusern artig, daheim aber unartig sind. —
2. 'zänkische Ehefrau' [verbr.]. Syn.: PfWB Aas 3, PfWB Aaskaute, PfWB Abbiß, PfWB Auter, PfWB Beißzange 2, PfWB Burgunderhexe, PfWB Teufelsgeiß, -luder, -(weibs)mensch, PfWB Tier 3 a γ, PfWB Drachen 2 a, PfWB Evasrippe, PfWB Fegefeuer 2, PfWB Fell 4 a, PfWB Felleisen 2, PfWB Feuereisen, PfWB Furie 3, PfWB Gästin 1, PfWB Gelbseicherin, PfWB Geschirr 2 b β, PfWB Hauskreuz 1, PfWB -laster, PfWB -tier, PfWB Hexe 2 a, Hoden-

[Bd. 3, Sp. 727]

kopf, Hund, Hyäne, Kanaille, Kneisel, Krachbüchse, Krappen, Kratzbürste, Laster, Luder, Lumpenmensch, -tier, Massik, Mensch, Motte, Natter, Rabenaas, Rippe, Satan, Schindaas, -luder, -krappen, Schlange, Schnalle, Schnärre, Spitzbübin, Xanthippe, Zange, Zecke. Südhess. III 190; RhWB Rhein. III 364/65; Lothr. 254; ElsWB Els. II 657; Bad. II 584/85.
 
 
Hau-stiel s. PfWB Hauenstiel.
 
  
Haus-tier n.:
1. 'im Haus gehaltenes Tier', Hausdier [ ZW-Battw]. —
2. = PfWB Hausteufel 2 [ ZW-Kl'steinhs]. — Rhein. III 360 Z. 4. — -tochter f.:
1. 'Tochter der Familie', -dochder [verbr.]. —
2. 'Mädchen, das im fremden Haushalt und bei Familienanschluß die Hauswirtschaft erlernt' [ KU-Schmittw/O LU-Opp Muttstdt]. — Südhess. III 190; RhWB Rhein. III 365; Bad. II 585.
 
 
Hau-stock s. PfWB Heustock.
 
  
Haus-tor n.: wie schd., Hausdor [ PS-Gersb KB-Kriegsf]. Südhess. III 190. — -treppe f.: 'Treppe, die zum Hauseingang führt', -trepp [verbr.], s. Abb. 39; vgl. PfWB Treppe 1 a, PfWB Hausstein, PfWB Haustürstein. Klammerform aus Haustürtreppe. Südhess. III 190; RhWB Rhein. III 365 and. Bed. — -trunk, -trankm.: 'geringer

[Bd. 3, Sp. 728]

Wein für den täglichen Hausgebrauch', -trunk [verbr.], -trank [ KU-Wolfst]; vgl. PfWB Hausblume, PfWB -friedensbruch; weitere Syn. s. PfWB Rachenputzer. Als H. dient oft der Tresterwein, in der WPf ist es meist der Wein aus Obst und Beeren. Südhess. III 190; Rhein. III 360 Z. 4; Bad. II 585. — -tür f.: wie schd., -deer, -dier, s. PfWB Tür [allg.]; die vorrer H. 'Tür an der Vorderseite des Hauses' [ LU-Böhl]; die värrerscht H., dass. [ PS-Schmalbg]; die hinnerscht H. 'Tür an der Rückseite des Hauses' [ PS-Schmalbg]. In älteren Häusern gab es noch um 1930 die zweiteilige H.: die quergeteilte H. als ältere Form und die senkrecht geteilte als jüngere Form, s. Abb. 38, 39. Die letztere Form hatte mancherorts, z.B. PS-Erfw, einen breiteren und einen schmäleren Flügel. In neuerere Zeit ist die H. einteilig. Die H. geht, weil jemand das Haus betritt [verbr.]. Die Schell an de H. hot gerappelt [Hartmann Unkel 40]. RA.: Er gehr'm (geht ihm) noh bes unner die H. [ KU-Schmittw/O]. Die Borsch dun die H. abtrete wege dem Mädel [ LU-Opp]. SprW.: Iwwer jeder H. steht geschrieb: Wann des net wär [Hebel 47]. Vor jeder H. leit e Steen, is er net groß, dan is er kleen [ Gal-Dornf]. Volksgl.: Mit're Hausdier oder 'me Stuhl spiele, bedeit (bedeutet) Streit in der Familie [Fogel Beliefs Penns Nr.

[Bd. 3, Sp. 729]
348]. Brauchtum: Das von der Trauung kommende Paar soll eine Weile vor der abgeschlossenen H. warten [ KU-Aschb]. Heischespruch der Maskierten beim Umgang an Fastnacht: Han, rappel die Han, di Fassenacht es an; Eier un Speck, eher gehn mer net vun de H. weg [ KL-Wörsb]; ähnliche Heischesprüche s. PfWB Pfingstenquack 1. Südhess. III 190; RhWB Rhein. III 365; Lothr. 254; ElsWB Els. II 711; Bad. II 585.
 
  
Haustür-staffel f.: = PfWB Haustreppe, Hausdeerstaffel [ LU-Altr SP-W'see Harths]; vgl. PfWB Hausstaffel. — -stein m.: dass., -stään [ SP-Hanhf]; vgl. PfWB Hausstein. Rhein. III 365 Z. 17. —