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Grünblumen-stock bis Grundbirn(en)-acker (Bd. 3, Sp. 470 bis 475) | |||
Grünblumen-stock grün-braun-brinzelig, Adj. Grunch, m. gruncheln, schw. grunchen, schw. Grünchen, n. Grund, m. Grund-angel, f. Grund-arbeit, f. Grund-bach, f. Grund-birne, f. Grundbirn(en)-acker, m. Grundbirn(en)-auge, n. Grundbirn(en)-ausmachen, n. Grundbirn(en)-ausmacher, m. Grundbirn(en)-ball, m. Grundbirn(en)-bauch, m. Grundbirn(en)-bauer, m. Grundbirn(en)-bickel, m. Grundbirn(en)-blatt, n. Grundbirn(en)-blume, f. Grundbirn(en)-bollen, m. Grundbirn(en)-branntwein, m. Grundbirn(en)-brei, m. Grundbirn(en)-brühe, f. Grundbirn(en)-bumpes, m. Grundbirn(en)-bütte, f. Grundbirn(en)-dämpfer, m. Grundbirn(en)-eimer, m. Grundbirn(en)-ernte, f. Grundbirn(en)-ferien, Pl. Grundbirn(en)-fest, n. Grundbirn(en)-feuer, n. Grundbirn(en)-flutten, Pl. Grundbirn(en)-fresser, m. Grundbirn(en)-füllsel, n. Grundbirn(en)-fusel, m. Grundbirn(en)-futter, n. Grundbirn(en)-gabel, f. Grundbirn(en)-geld, n. Grundbirn(en)-gerste, f. Grundbirn(en)-gesicht, n. Grundbirn(en)-gras, n. Grundbirn(en)-greife, f. Grundbirn(en)-grübe, f. Grundbirn(en)-hacke, f. Grundbirn(en)-hafen, m. Grundbirn(en)-hahn, m. Grundbirn(en)-haue, f. Grundbirn(en)-haufen, m. Grundbirn(en)-häufler, m. Grundbirn(en)-herbst, m. Grundbirn(en)-hexe, f. Grundbirn(en)-huppser, m. Grundbirn(en)-jahr, n. Grundbirn(en)-jux, m. Grundbirn(en)-käfer, m. Grundbirn(en)-kandel, m. Grundbirn(en)-karst, m. Grundbirn(en)-käse, m. Grundbirn(en)-kasten, m. Grundbirn(en)-käubel, n. Grundbirn(en)-kaule, f. Grundbirn(en)-kaute, f. Grundbirn(en)-keller, m. Grundbirn(en)-kessel, m. Grundbirn(en)-klicker, m. Grundbirn(en)-kloß, m. Grundbirn(en)-knödel, m. Grundbirn(en)-knopf, m. Grundbirn(en)-kopf, m. Grundbirn(en)-korb, m. Grundbirn(en)-krampen, m. Grundbirn(en)-kraut, n. Grundbirn(en)-krüstchen, Pl. Grundbirn(en)-kuchen, m. n. Grundbirn(en)-küchel(chen), m. n. Grundbirn(en)-kugeln, Pl. Grundbirn(en)-land, n. Grundbirn(en)-leser, m. Grundbirn(en)-liese, f. Grundbirn(en)-loch, n. Grundbirn(en)-made, f. Grundbirn(en)-markt, m. Grundbirn(en)-mehl, n. Grundbirn(en)-messer, n. Grundbirn(en)-miete, f. Grundbirn(en)-mühle, f. Grundbirn(en)-müller, m. Grundbirn(en)-mus, n. Grundbirn(en)-nase, f. Grundbirn(en)-nudeln, Pl. Grundbirn(en)-(n)ürst, m. Grundbirn(en)-panz, m. Grundbirn(en)-pfalz, f. Grundbirn(en)-pfann(en)kuchen, m. Grundbirn(en)-pflug, m. Grundbirn(en)-putzer, m. Grundbirn(en)-qual, f. Grundbirn(en)-rahmsuppe, f. | 1. = PfWB grunzen, grunche (grūnχə) [mancherorts NWPf], (grōnχə) [ KU-Brück], (gruniχə) [ PS-Schmalbg]; vgl. PfWB granscheln 1 b, PfWB grunscheln. Er gronchelt wie e satt Saiche [WD-Niedkch KU-Hohöll NPfGV Nr. 3/1926]. — 2. 'mürrisch reden', gruniche (gRūnniχə) [KL-Lind (Höh 116)]; vgl. PfWB Grunch. — Das -i- in gruniche ist Sproßvokal; der gleiche Vorgang in PfWB arg, PfWB Kalk, PfWB Milch. — RhWB Rhein. II 1467 grunichen. [Bd. 3, Sp. 471] 1. a. 'Ackererde', Grund (grund) [verbr.], (grun) [KU-Rothsbg Schandein Ged. 89], Grond [ KU-Altkch IB-Blickw]; vgl. PfWB Bodem 1 b, PfWB Erde 4. Zs.: PfWB Acker-, PfWB Baugrund. Der Acker hot gude (schlechde) G. [LA-Gommh, verbr.]. Volksgl.: Un is mer summers weh un wund, do hockt mer uf geblugter (gepflügter) G. [Birmelin Penns Gezw. 66]. — b. 'die zur Bodenverbesserung beigefahrene Humuserde'; G. uf die Wies fahre [BZ-Hofstätt, verbr.]; auch 'gute Erde im Garten, in Blumentöpfen' [verbr.]; vgl. PfWB Kompost. Zs.: PfWB Blumen-, PfWB Erlen-, PfWB Füll-, PfWB Garten-, PfWB Kutschen-, PfWB Mus-, PfWB Wiesen-, PfWB Zuschmeißgrund. — c. 'Erde als Stoff schlechthin'; e Schipp voll G. ins Grab werfe [RO-Dielkch, verbr.]. RA.: Der Geizige kriet aa noch genung mit drei Schippe voll G. [ ZW-Battw]. Er is in G. un Bodem verflucht worre [ LU-Opp]. Volksgl.: Ein Gewächs streicht mer mit 're dode Hand; un wie der Dod verfault im G., verfault 's Gewächs un du bischt g'sund [Birmelin Penns Gezw. 69]; vgl. auch PfWB Gewächs 2, PfWB Heimweh. — 2. 'die obere Erdschicht', vgl. PfWB Bodem 1 a. a. 1580: so ein fundt gefunden würde, eß were im grundt oder vber dem grundt [PfWeist. I 151 (IB-Bliesmg)]. — 3. 'Grundbesitz'. a. im Wortpaar G. un Boddem [ LU-Opp Friesh NW-Freinsh]. RA.: Do is G. un Boddem verlore, von einem hoffnungslosen Fall [ LU-Opp]. — b. im Wortpaar Gut und G. a. 1553: uff dem gut und grund, so Ingberts Hans von m. gnädigst. herrn zu lehn trägt [ABlieskst 67]. — c. e guder (e schlechder) G. [verbr. Gal]; hier beeinflußt von dem der deutschen Sprache entlehnten poln.-ukr. grunt 'Grundbesitz'. — 4. 'Bodensenkung, Talgrund'. Im G., FlN [ KU-Bedb LU-Opp]; Wiese im G. [ KU-Hüffl]. a. 1547: denselben weg hinnein ... vnnd weiter biß vff die Bach jnn Langweder grundt [ZweibrOABannb. 45]. a. 1563: do er in ... ein tieffen grundt stoßet bis zum Sulch, einem pul vndt Schweinlager [ZweibrKirkBeschr. 15]. — 5. 'das Unterste von etwas', bes. 'der Boden eines Gewässers', vgl. PfWB Bodem 4 a, zugrundegehen. Zs. PfWB Untergrund. In dem Wasser kummt mer uf kään G. [NW-Frankeck, verbr.]. Der Kesselbrunne hot kee G. [ Gal-Dornf]. RA.: Der Sach muß ich mol uf de G. gehe [LU-Opp, verbr.]. SprW.: Stille Wasser — tiefe Grind [ Gal-Sap]. — 6. 'Grundfarbe (beim Malen)'. Was machschde for e G. in die Stubb? [KL-Gimsb u. Umg.]. Die Wäsch hot heit keen G. 'ist nicht ganz sauber geworden' [ebd.]. — 7. 'Grundlage, Fundament'; 's Haus bis uf de G. abreiße [NW-Kallstdt, verbr.]. RA.: Er is in G. un Boddem verdorwe [ LU-Opp]. Im G. genumme isch er jo doch en guter Kerl [Hartmann Unkel 39]. — 8. 'Ursache, Beweggrund'. Du hascht doch kään G. for sich zu ärjere [Kaislt, verbr.]. Mer halle uns for alles Möchliche un Unmöchliche un bille uns [Bd. 3, Sp. 472] ![]() 1. = PfWB Kartoffel, Grumbeer, Pl. -beere (grumbēr, -br, s. PfWB Birne) [weithin [Bd. 3, Sp. 473] herrschend], -bier (-bīr) [verbr. SWPf (südl. der Linie Blieskst - Pirmas)], -ber (-bər) [ KL-Trippstdt LU-Altr GH-Rh'zab], Grombeer [um Kus verbr. SWPf KL-Weilb], -bier [Ingb ZW-Battw], Grambeer [um Kus verbr. SWPf (vorn. ältere Gener.)], -bier [ ZW-Dellf KL-Ottbg]; vgl. auch K. 170. Auslandspfälzer: Grumbeer, Pl. -beere [Penns (PSA K. 16) verbr. Don Gal Rußl Buch-Illisch], -ber (-bər) [mancherorts Don Gal Buch,] -bier [verbr. Penns Don Buch], Grombeer [mancherorts Don Gal], -bier [ Don-Banovci Ulmb Gal-Ranischau]; vgl. PfWB Pomdeter, PfWB Feldhünkel 2. Zs.: Vieh-, Früh-, Johannis-, Klotz-, PfWB Leg-, Neunwochen-, Sau-, Setz-, PfWB Weltsgrundbirne. — Arbeiten an den Kartoffeln vom Anbau bis zur Ernte: G. plicke 'die Setzkartoffeln von Knospentrieben befreien', s. PfWB pflücken 2 [verbr. Gal]; G. schneide 'vor dem Setzen in Stücke zerlegen' [ NW-Kallstdt]; G. lee 'in die Furche legen' [KU-Bedb, verbr.]; G. setze [verbr.]; G. stecke, dass. [ LA-Gommh]; G. hacke 'jäten und den Boden auflockern' [PS-Erfw, verbr.]; G. haifele (häufeln) [verbr.]; G. mille, dass., vgl. PfWB müllen 'auflockern' [ KU-Herchw]; G. zackere 'mit dem Pflug häufeln' [verbr. Gal]; G. fahre, dass. [ ZW-L'wied]; G. ausmache 'roden' [RO-Sippf, verbr.]; G. uflese (ufraffe) [PS-Erfw, verbr.]; G. heemfehre 'einfahren' [ ZW-Hornb]. — Aufbereitung der Kartoffeln: Grumbeere wäsche (schäle, in Sticker schneide) [verbr.]; G. ufstelle (zum Kochen) [verbr.]; G. beimache, dass. [NW-Kallstdt, verbr.]. — Qualität der Kartoffeln: Die Grumbeer is mehlich (flääschich) [LU-Opp, verbr.]. Des sin grindiche Grumbeere 'mit Schorf bedeckt' [ BZ-Dernb]. Unser Grumbeere sin groß wie die Kepp [ KU-Schmittw/O], wie Kletz [ Gal-Obl], dick, daß mer se in e Strohseil binne kann [ KU-Schmittw/O], kleen wie die Niß [verbr. Gal]. — Kartoffelgerichte: gequellde Grumbeere 'Pellkartoffeln' [verbr.]; geschwellde G., dass. [ KU-Bedb]; krischtliche G., scherzh. von Bratkartoffeln mit Krusten [ NW-Freinsh]; gedämpde G. [ FR-Tiefth]; geschalsde G. 'geschälte Pellkartoffeln' [ KB-Albish]; blinne G. s. PfWB blind 3 a γ; gebrätelte G. [Spey]; gebrorene G. 'Bratkartoffeln' [ LU-Neuhf]; gebackene G. [RO-Sippf]; gereeschde G. 'geröstete G.' [KB-Kriegsf, verbr.]; g'stampde G. 'Kartoffelpüree' [RO-Callb, verbr.]. Zs.: Backes-, Backofen-, Butterschärr-, Hahnenkräutchens-, Majoran-, Quell-, Salz-, Saumagen-, PfWB Speckgrundbirnen. — RA. u. Vergl.: Mer essen alle Daach Grumbeere: morjens gereeschde, mettags Grumbeereschnitz un oweds gequellde [ GH-Vollmw]. Var.: Morjens gebt's geriwwelde, mettags gezwiwwelde, un owends esse mer se metsamt der Mundur [ GH-Kand]. Morgens in der Frieh, mittags in der Brieh, owends in der Schal — ach, is des e Grumbeerequal! [Bd. 3, Sp. 474] [Wilde 119 (NPf)]. Mer esse heit Grumbeere, Gans, Has un Ent; im Wortspiel mit gleichlautenden Wörtern: Grumbeere, ganz, haaß 'heiß' un End 'Ende' [Wilde 117]. Werkdags esse mer G. un sunndags Kartoffele [Wilde 118]; Var.: Werkdags gibt's Grumbeer, sonndags gibt's Bombidär (s. PfWB Pomdeter) [ BZ-Wind]. Er esch zammeg'schrumbelt wie e aldi G. [ LA-Herxh]. Er sieht aus wie e abgeschäldi G. [ Gal-Sap]. Von einem, der beim Kartenspiel zu lange überlegt: In der Zeit kennt mer in'me Fehljohr e Korb voll Grombeere stoppele [WPf]. Heit reent's Grumbeere, vom Augustregen, der das Wachstum der Kartoffeln günstig beeinflußt [KU-Kollw, verbr. WPf]. Heit owend gebt's geschwellde G. un (aus Sparsamkeit) keen Licht [KU-Diedk, BZ-Annw Hebel 23 Wilde 117]. Do gucke neie Grumbiere raus (aus dem Loch im Strumpf) [ BZ-Albw]. Dem muß mer Fett gewwe, daß er acht Daa sein G. schmelze kann, Androhung von Schlägen [ KL-Wörsb]. Mach kä Flause, sei kä G. un loß dich reiwe! [ GH-Vollmw]. Er hot net Grumbiere g'saat 'kein Wort gesagt' [Beam Penns 46]. SprW.: 'm dummschde Bauer wachsen die dickschde G. [NW-Frankeck, verbr.]. Die Fraa un die G. ärgern eem am menschde, weil beide oft nicht so ausfallen, wie man sie sich wünscht [Wilde (Nachträge)]. BR.: Die G. wolle 's Mittaglaide heere (also darf man sie nicht zu tief in den Boden legen) [Don (Steinmetz)]. G. planzt mer der hunnertscht Daag (im Kalenderjahr, also um den 10. April) [Penns]. G. planzt mer im zunemmende (Mond) im Leeb (im Zeichen des Löwen, also Anfang April) [Fogel Beliefs Penns Nr. 942]. G. planzt mer in de dunkle Nachte (in der Zeit des Neumondes) [ebd., Nr. 987]. Volksmed.: Reib en Warz mit're rohe Grumbier [ebd., Nr. 1738]; Var. s. PfWB Warze. VR.: Grumbeere un Sauerkraut werd in unserer Palz gebaut [verbr.]. Se Kelle (in RO-Cölln) es nix se welle: sein keen G. se quelle, ken Kohle for se hole, keen Dauwe for se brore (braten) [Hebel 93]. Ich will der was verzähle: G. sin kä Wehle 'Heidelbeeren'; wann mei Mudder ke G. hat, kann se aach kän schäle [Wilde 118 (NWPf)]; Var. s. PfWB etwas I 1 a; vgl. auch PfWB Grundbirnenkraut. a. 1719: daß diese Grundbiren Früchten Vor ohngefähr 30 Jahren ... durch einen Schweitzer in die gegend Lauthern gebracht [Sickingisches Amtsrelationsbuch bei der Gemeinde Weselberg]. a. 1722: Grundbieren, Reps, Erbsen, s. PfWB Gesäms 1. a. 1763: grundbeeren, wovon zu seiner zeit der zehende in Geld zu entrichten [Kurpf. Fasz. 176 ½ (Amtskellerei Wolfstein)]. a. 1796: Das Füttern mit Schrot, Malz und Grundbieren gänzlich unterlassen [Zweybrücker Wochenblatt vom 17.5.1796, S. 64]. Vor allem, was im Borem steht, die G. muß mer ehre [Schandein Ged. 108]. Drum, Herr Kolumbus, wär mei Bitt: Geb mer e Sack Grum- [Bd. 3, Sp. 475] beere mit [Münch Weltgesch. 108]. — 2. a. scherzh. Nase, bes. von einer dicken Nase [verbr.]; vgl. PfWB Kukumer. Putz emol dein G.! [ FR-Bockh]. — b. scherzh. Uhr, bes. von einer dicken, schlecht gehenden Taschenuhr [verbr. VPf vereinzelt WPf NPf Wilde 117]; vgl. PfWB Zwiebel. — c. scherzh. 'Geld', Krumbiere [Kieffer Bilderb. 44]; dicke Grumbeere 'viel Geld' [ NW-Deidh]. — Südhess. II 1490/91; RhWB Rhein. II 1458 ff.; Lothr. 218/19; ElsWB Els. II 79/80; Bad. II 484/85.
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