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Pfälzisches Wörterbuch 
 
feil-haben bis fein-äderig (Bd. 2, Sp. 1099 bis 1101)
 
feil-haben, schw.
feil-halten, st.
Feil-kauf, m.
Feilschaft, f.
feil+-tragen, st.
feil-tun, st.
feimeln, schw.
feimen, schw.
Feim-löffel, m.
fein, Adj.
fein-äderig, Adj.
Fein-arsch, m.
fein-blätterig, Adj.
Feind, m.
feind, Adj.
Feindschaft, f.
fein-gliederig, Adj.
fein-kauig, Adj.
fein-knöchelig, Adj.
fein-knöchig, Adj.
fein-knochig, Adj.
fein-rößlig
Fein-schmeck(l)er, m.
Fein-schnitt, m.
fein-würfelig, Adj.
veiockeln
Veiole
veiolen, schw.
veiolen-blau, Adj.
Veiolerin, f.
feist, Adj.
feisten, schw.
Veit, m.
feiteln, schw.
Veits-tanz, m.
Felbel, m.
Felber, m.
felbeln, schw.
Feld, n.
Feld-adjunkt, m.
Feld-arbeit, f.
Feld-artillerie, f.
feld-aus, Adv.
Feld-bahn, f.
Feld-bau, m.
Feld-birne, f.
Feld-bletz, m.
Feld-blume, f.
Feld-bodem, m.
Feld-bohne, f.
Feld-breiting, f.
Feld-burgemeister, m.
Feld-bütte, f.
Feld-dieb, m.
Feldei, f.
feld-ein
Feld-einung, f.
Veldenzer, Pl.
Feld-erbse, f.
Felderei, f.
Feld-flasche, f.
Feld-frevel, m.
Feld-frucht, f.
garten, m.
Feld-geschworener, m.
Feld-graue, Pl.
Feld-güter, Pl.
Feld-hase, m.
Feld-huhn, n.
Feld-hünkel, n.
Feld-hunger, m.
feld-hungrig, Adj.
Feld-hünkel
Feld-hut, f.
Feld-hüter, m.
Feldhüter-posten, m.
Feld-karch, m.
Feld-karst, m.
Feld-katze, f.
Feld-kessel, m.
Feld-kleid, n.
Feld-kohlrabe, f.
Feld-kratzer, m.
Feld-kraut, n.
Feld-kreuz, n.
Feld-küche, f.
Feld-lerche, f.
Feld-lügner, m.
Feld-magen, m.
Feld-mag(l)er, m.
Feld-mann, m.
Feld-mannstreue, f.
Feld-mardel, m.
Feld-marder, m.
Feld-maus, f.
Feld-messer, m.
Feld-mohn, m.
Feld-nachbar, m.
Feld-nägelchen, n.
Feld-pfarrer, m.
 -haben schw.:
1. = PfWB feilbieten 1; die War feelhan [KU-Brück, verbr.]. De Berschtebinner hot e Keez (Tragkorb) voll Berschte faal [Kühn Schnitze II 56]. Eine BR. s. PfWB Breme 1 a. —
2.
a. 'disputieren', vgl. PfWB feilhalten 2. Mer hän grad fäälg'hatt, wer des sein kinnt [ LA-Nußd]. Mit dem hab ich fäälg'hatt [SOPf (Nachlaß

[Bd. 2, Sp. 1100]
Heeger)].

 


Aus den Nachträgen

2.
b. 'streiten' [ PS-Rumb NW-Dürkh]. Sie hawwe feel [ PS-Rumb]. Sie hawwen's feel mitenanner [ NW-Dürkh].


3. RA.: Maulaffe fäälhawwe 'neugierig gaffen und nichts tun' [ LA-Maik]; vgl. PfWB feilbieten 2. — Südhess. II 407 Z. 53; Rhein. II 365 Z. 9; ElsWB Els. I 108 feil; Bad. II 34 Z. 5. — -halten st.:
1. = PfWB feilbieten 1; die War fäälhalde [ LU-Friesh], -halle [ KU-Bedb]. —
2. = PfWB feilhaben 2. Mer han grad fäälgehall, ob sich die ganz Ärwet noch lohnt [ LA-Rhodt]. Dass. in der RA.: Wääz (Weizen) fäälhalle 'zu keiner Einigung kommen' [ KU-Theisbgstg Altkch]. —
3. RA.: Maulaffe fäälhalde 'neugierig und untätig dastehen' [GH-Kuhdt, verbr.]; vgl. PfWB feilbieten 2. — Südhess. II 408 Z. 1; Rhein. II 365 Z. 26; LothWB Lothr. 132 fäl; ElsWB Els. I 108 feil.
 
 
Feil-kauf m.: 'offener Kleinverkauf', vgl. Schwäb. II 1021. a. 1561: die baumeister ... solnt bescheiden einen dag den wirten, den millern vnd allen den, die do feilkaufe dreibent, das sie ir masze uff denselben dag darbringen zu besehen [PfWeist. I 9 (KB-Albish)].
 
 
Feilschaft f.: 'verkäuflicher Vorrat', vgl. Schwäb. II 1021. a. 1771: Er (der Landmann) wird seine Feilschaften zu Markte bringen [Bemerkungen der phys.-ökon. Gesellsch. in Kaislt, S. 364]. DWB DWb. III 1449.
 
 
feil+-tragen st.: 'Ware zum Verkauf austragen', vgl. PfWB feilbieten 1. a. 1581: diejenigen, so durch die wengert gehen vnd drauben samlen vor dem herbst, so sie zu marck oder für die kirchen feill tragen: wo sie befunden werden, das sie nit in ihrem eigenen weingartten mit kondtschaft gebrochen hetten, sollen 1 f. verfallen sein der gemeinen [PfWeist. I 47 (KU-A'glan)]. Südhess. II 408 Z. 10; Rhein. II 365 Z. 37. — -tun st.: = PfWB feilbieten 1; die War fääldau [ LU-Böhl LA-Gommh]. Bad. II 34 Z. 11.
 
  
feimeln schw.: 'verprügeln', feemele [ KL-Gimsb]. Syn. s. PfWB verhauen. — Intensivum zu PfWB feimen 2. — Südhess. II 410 u. RhWB Rhein. II 367 and. Bed.
 
  
feimen schw.:
1. 'den Schaum von Flüssigkeiten abnehmen', fääme (fmə) [ RO-W'grehw]. Zs. PfWB abfeimen 1. —
2. 'prügeln', fäime [ KU-Schmittw/O], faame [ RO-Rehborn]; davon abgeleitet feimeln. Zs. PfWB durchfeimen. Syn. s. PfWB verhauen. — Zu mhd. veim 'Schaum'. — Südhess. II 410/11; RhWB Rhein. II 367 and. Bed.; Bad. II 36.
 
 
Feim-löffel m.: 'Schaumlöffel', Feimleffel [ Gal-Josbg]. a. 1597: 6 eiserne Feimlöffel [MH-VPf., Bd. 15 (1891), S. 41]. — Zu PfWB feimen 1. — DWB DWb. III 1452.
 
  
fein Adj.:
1.
a. 'dünn, zart', Gegensatz: grob, fein (fain) [Hauptteil der WPf westl. NPf südl. VPf], (fḁin, fǫin) [östl. NPf] [nördl. u. mittl. VPf], fein (fain, seltener fḁin) [mancherorts westl. WPf], (fęin) [mancherorts SWPf], fin [lothr. SWPf (vgl. K. 1, Linie Is/Ais) KU-Dennw/Frohnb

[Bd. 2, Sp. 1101]
(1930 nur noch bei Alten)].
α. von Dingen; feiner Nähts 'Zwirn' [verbr.]; e feines Sieb [verbr.]. De Duwak esch fein im Blatt [ BZ-Mühlhf]. Die Beere hän c feini Haut [ LU-Alsh]. SprW.: 's isch nix so fein gespunne, 's kummt doch endlich an die Sunne [ GH-Schwegh, ZW-Bechhf Gal-Brunnd]. —
β. von Menschen und Tieren; feine Glirrer (Glieder) [ RO-Obd NW-Haßl LU-Alsh]; vgl. PfWB feingliederig; e fein Mailche (Mäulchen) [FR-Bockh, verbr.]; feine Hoor [ KL-Fischb LU-Alsh]; e feiner Kopp [ ZW-Bechhf]; e feini Stimm [verbr.]; vgl. PfWB rein. SprW.: Fein un zart isch Herreart; roure Backe hot jeder Kuhdrecklappe [Land, Gal-Dornf]. —
b. 'aus kleinsten Teilen bestehend, feingemahlen'; fein(es) Mehl, feiner Zucker [allg.]; feiner Rään (Regen) [ KU-Bedb, allg.]. Es macht heit so fein erunner 'es regnet f.' [KL-Enkb, verbr.]. Die Luft is fein [LU-Friesh, verbr.]. Zs. PfWB haarfein. —
2. 'feinsinnig'; e feiner Spaß [ LU-Opp]. So Kinner han e fein Gefihl defor, ob's bei eem (bei einem) stimmt odder nit [Feierowend Nr. 28/1965 S. 5]. —
3. 'von hoher Qualität, fein mundend'. Zs. PfWB pickfein. Des isch e fein Flääschl (Fleisch) [GH-Kand, verbr.]; e feiner Wein, e feiner Troppe [verbr.] Das isch eppes ganz Feines, was Feineres gibt's nit [ ZW-Ixh, allg.]. De Blierehunich (Blütenhonig) as de feinscht [ RO-Rehborn]. Trinkerspruch: Bier uf Wein, das is fein! [ KU-Schmittw/O]. —
4. 'schön'; e fein Gesicht(che) [Kus]. Sie macht sich f. [ NW-Elmst, allg.]. Is das Kind awwer feinche! 'fein angezogen' [ HB-Kirrbg]. VR.: Kuckucksnecht, schlecht un recht, hibsch un fein, wie lang muß ich noch Jungfer sein? (Die Rufe des so befragten Kukkucks verkünden die Zahl der Jahre) [ RO-Obd]. —
5. 'scharf, genau', bes. von Sinnesorganen. Er hot feine Ohre [RO-Rehborn, verbr.], e feini Zung, vom Feinschmecker [ KB-Albish]. RA.: Du hascht e feini Nas gehatt 'Du hast es gewittert' [KU-Diedk, verbr.]. —
6. 'vornehm', vgl. PfWB besser 1 a. Das is emol e feiner Herr, e feini Dam [verbr.]. Sie esse wie die feine Leit [ KL-Hütschhs]. Das war dort e fein Esse [ KU-Bedb]. Dort is mer immer in ere feine Gesellschaft [LU-Friesh, verbr.]; ironisch auch vom Gegenteil: Das is der e Feiner, e rechter Unfloth! [Firmenich II 7 (Kaislt)]. —
7. adv. 'absolut' (verneint), 'keinesfalls'. Des gibt's awwer fei nit! [Holler 19]. Du brauchscht dr feinn Schagrille weje so're alte Mundur se mache [Kühn Schnitze I 184]. — Südhess. II 411 ff.; RhWB Rhein. II 367; LothWB Lothr. 160 fin; ElsWB Els. I 117; Bad. II 36.
 
  
fein-äderig Adj.: 'von dünnen Adern durchzogen', feinäderich [ NW-Frankeck]. Südhess. II 413.