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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Fahrt bis Fahr-zeug (Bd. 2, Sp. 1018 bis 1020)
 
   Fahrt f.:
1.
a. 'das Fahren', auch als abgeschlossene Handlung, Fahrt (fārd) [verbr.],

[Bd. 2, Sp. 1019]
(frd, fÄrd) [NWPf mancherorts auch übrige Pfalz], (fād) [Kaislt], (frd) [ KU-Schmittw/O PS-Erfw], (fǟrd, neben rd) [ KU-Rothsbg]; e F. mit'm Auto [verbr.]. Die Ampel steht uf Grien, mer han freie F. [KL-Kindsb, verbr.]. Er hot e langi F. zur Aarwet [ NW-Kallstdt]. 's geht in äiner Fohrt [ KU-Schmittw/O]. Un noh isch die Fahrt losgang, meischtens uf Landau nunner [ PS-Lu'wink]. —
b.
α. 'Reise, Ausflug' [verbr.]. Er is uf de F. nooch Amerika [ LU-Oggh]. Er is alleweil uf de F. 'verreist' [LU-Opp, verbr.]. Mer kennt emol so e Fährtche mache [ ZW-Ernstw, Grünstdt]. —
β. 'Wanderung'; uf F. gehe [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Partie 4, PfWB Tur 1. — Zs. zu 1 u. 2: Ab-, An-, Aus-, Auto-, Bet-, Pläsier-, Probe-, Tal-, Eisenbahn-, Vorbei-, Vor-, Hamster-, Heim-, Her-, Hin-, Luft-, Markt-, Rhein-, Rück-, Schäsen-, Schiff-, Schlitten-, Schwarz-, Spazier-, Über-, Wagen-, Wald-, Wall-, Wasser-, Weiter-, Weinfahrt.
2.
a. 'Fahrgeschwindigkeit'; in voller F. [verbr.]. —
b. 'Erregung', umgspr., vgl. PfWB Tur 2 g. Der is awwer heit in F. [Kaislt]. —
3. 'Zufahrt, Feldweg' [verbr. bes. WPf NPf]; e F. mähe 'auf der Wiese das Gras in Wagenbreite abmähen, damit man zum nächsten Acker durchfahren kann' [ KU-Kaulb Frankb Kreimb]; e F. leie lolle (liegen lassen) 'am Ackerrand einen Streifen unbebaut lassen für Fahrten in den angrenzenden Acker' [ KU-Bedb]; vgl. PfWB Angewanne 1. Der Acker hat kän F. 'keine direkte Zufahrt' [ PS-Fehrb]. a. 1715: bis zu der farth oder Landstraßen [Amtsrelationsbuch in PS-Zesbg]. Zs.: PfWB Auf-, PfWB Tor-, PfWB Durch-, PfWB Eichen-, PfWB Ein-, PfWB Vieh-, PfWB Heu-, PfWB Zufahrt. —
4. 'Wagenladung', vgl. PfWB Fuder, PfWB Fuhre. Ich hab e Fohrt Holz geholt [PS-Erfw BZ-Dierb SOPf (Nachlaß Heeger)]. Die Wiss hot e scheen Fährtche Grummet gebb [ KU-Schmittw/O]. 's werd vun der Wiss e gute Fahrt gewwe [ KU-Kaulb Kreimb]. a. 1538: 60 ferte hauws (Heues) [SSp., Mgr. Baden 2 1/2, Gräfenst. Amtsgefälle]. a. 1541: Dem Spitalmeister geben für 90 Wagenfardt, je für ein fardt 1 Sh. Pf. [SpeyGgHospR]. —
5.
a. 'hängende Schaukel', Fahrt [ KB-Weitw LU-Rh'gönh NW-Ungst]; vgl. PfWB fahren 2 d, PfWB Fahre2. Syn. s. PfWB Schaukel. —
b. = PfWB Fähre, Fahrt [SOPf (Nachlaß Heeger)]; vgl. PfWB Fahr 1. —
6. Zs. Herauf-, PfWB Himmel-, Hof- (Hoch-), Wohlfahrt. Südhess. II 333/34; RhWB Rhein. II 252/53; Saarbr. 60; LothWB Lothr. 132; ElsWB Els. I 144; Bad. II 7/8.
 
  
Fährte f.:
1.
a. 'Spur, die beim Gehen und Laufen entsteht', bes. 'Spur des Wildes', rrt (färd, fäÄrd) [verbr.], Fätt (fäd) [ ZW-Hornb], Fatt (fad) [ BZ-Dierb], Fährt (fǟrd, fǟÄrd) [ HB-Utw ZW-Bechhf PS-Gersb L'mühl Hintwdth BZ-Albw GH-Nd'lustdt], Fährte (!) [ FR-Heuchh

[Bd. 2, Sp. 1020]
LU-Alsh NW-Gimmdg]; 'Spur des Rindes', rrt [ PS-O'simt BZ-Hofstätt]. Zs. PfWB Narren-, Stallfährte. Syn. s. PfWB Trapp2. Do is e ganz frischi F. [ KU-Schmittw/O]. Der Hund is uf de F. (des Wildes) [LA-Birkw, verbr.], hot die F. verlor [Kaislt, verbr.], find die F. net [KL-U'sulzb, verbr.]. RA.: Ich will der e bißche uf die F. helfe [KL-Hirschhn, verbr.]. Er esch uf de recht F. [LA-Wollmh, verbr.], uf ere falsche F. [ ZW-Battw]. Eweil kumm ich uf die F. [ KU-Lauteck, NW-Haßl]. Den bringt käin Deiwel vun de F., von der vorgefaßten Meinung [ KU-Schmittw/O]. Er hot die F. wie e Hund, von einem findigen Menschen [ KB-Kriegsf]. —
b. RA.: newer de F. sein 'übergeschnappt, verrückt sein' [verbr. SWPf]; auch 'wild und aufgeregt herumlaufen' [ ZW-Bottb PS-Ruppw]; vgl. Gefährt. —
2. = PfWB Furt, Fährt [ LU-Opp], Fahrt [ KU-Kreimb]. FlN in PS-Erfw: In der Färrt. Südhess. II 334; RhWB Rhein. II 253/54; Bad. II 8.
 
 
Fahrt-kraut s. PfWB Farnkraut.
 
  
Fahrt-recht n.: 'das Recht, über ein fremdes Grundstück zu fahren', Fahrtrecht [ KU-Diedk].
 
  
Fahr-trense f.: 'nur beim Fahren verwendeter Pferdezaum', Fahrtrens [ LU-Friesh]; vgl. PfWB Fahrhalfter. DWB DWb. III 1266. — -vieh n.: 'Ochsen und Kühe, mit denen man fährt', Gegensatz: Stall-, Zuchtvieh; vgl. PfWB Fahrochs, PfWB Fuhrvieh. WR.: Wann 's Fohrvieh em Stall schwitzt, ännert sich 's Werrer [ WD-Niedkch]. Südhess. II 334. — -wagen m.: 'Ausfahrwagen' (?), -wache (-wāxə) [ PS-Hintwdth]. — -wasser n.:
1. 'Fahrrinne', -wasser [ KU-Schmittw/O GH-Neubg]. —
2. übertr. 'gewohnte Weise' in der RA.: Er is wirrer in seim alte F. 'bei seinem Lieblingsthema' [KL-Stelzbg, verbr.]. — Südhess. II 334; RhWB Rhein. II 250; Saarbr. 60. — -weg m.: wie schd., Gegensatz zu Fuß-, PfWB Gehweg, -weg (-wēg) [verbr.]. Südhess. II 334; RhWB Rhein. II 250; Bad. II 8. — -zeit f.: wie schd., -zeit [verbr.]. Wieviel F. braucht der Zug? [ LU-Alsh]. Südhess. II 334. — -zeug n.: wie schd., -zeich, -zeig, s. PfWB Zeug [verbr.]. Als guter Fahrer muß mer aa bergnunner so e schweres Fahrzeich zum Halte bringe kenne [ PS-Lu'wink]. Südhess. II 334.