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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Eggen-sprosse bis Ehe-bett (Bd. 2, Sp. 730 bis 732)
 
  -sprosse f.: 'dünneres Verbindungsholz zwischen den Eggenbäumen', s. Abb. 34, -sproß, Pl. sprosse (-brǫs, -ə) [verbr.]; vgl. PfWB Eggenriegel, PfWB -spange, PfWB -zapfen. Südhess. II 17. — -stange f.: 'Stange aus Eisen vor dem Eggenquerbaum, in deren Einkerbungen der Eggenring seitwärts verstellt werden kann', s. Abb. 34, -stang (-daŋ) [ HB-Höch]; vgl. PfWB Eggenkamm, PfWB -kimme, PfWB -schlupf. RhWB Rhein. II 18. — -strang m.: 'Strang zum Anheben der Egge', Eegestrang [ GH-Kand]; vgl. PfWB Eggenkette 2. — -zahn m.:
1. Pl. '(früher aus Holz, seit 1870 nur noch aus Eisen gefertigte) Stifte, die in die Eggenbäume eingelassen sind', -zahn, -zahn, -zohn, -zohn, Pl. -zähn, -zähn, s. PfWB Zahn [weit verbr.]; vgl. PfWB Eggenzinken; holzene, eisene Äischzäin [ LU-Altr]. Die Egge hat 32-40 Zähne. Heit hasche wieder e Ejezahn verlor [ KL-Fischb]. RA.: Du hockscht do wie die Krott uf'm Eezohn [ Gal-Dornf Lindenf Hartf Ottenhs]. —
2. Uzname für die Bewohner von ZW-Hornb, Eezähn. Südhess. II 17; LothWB Lothr. 118; ElsWB Els. II 905; Bad. I 628. — -zapfen m.: = PfWB Eggensprosse, Eezappe [ KL-Siegb]. — -zinken m.: = PfWB Eggenzahn 1, -zinke (Sing. u. Pl.) [ KL-Matzb Siegb KB-Gauh FR-Tiefth Albsh LU-Alsh KL-Frankst SP-Mechth BZ-Dernb]. Volksgl.: Wer einen auf der Straße gefundenen Eggenzinken bei sich trägt, kennt alle Hexen [Journ. 1790, S. 142]. Südhess. II 17/18; RhWB Rhein. II 18; Bad. I 628. — -zoge f.: = PfWB Eggenkette 1, Eezoo (ēdsō) [ RO-Obd]. Das Grundw. zu PfWB ziehen. Südhess. II 18.
 
 
eh: im VR.: Eh, eh, eh, die Gäns, die gehn zum Klee; is das nit ein drollig Wandern, immer eine nach der andern? [LA-Herxh (Wilde 135)].
 
  
ehe:
1. Konj.
a. wie schd., eh (ē) [KU-Diedk Kaulb Dietschw Herschw/Petth Rockhs KL-Mehlb Kaislt PS-Geisbg Gersb Pirmas LU-Opp Limbghf NW-Freinsh Kallstdt LA-Impfl Nd'hochstdt], ew (ēw) [ KU-Gangl Reipkch], (ew) [ GH-Kand], eb (ēb, eb, vor nachfolgendem Vokal vielfach ēw, ew) [verbr., PfId. 39 Lambert Penns 40 Don-Torscha Gal-Dornf], ob (vor nachfolgendem Vokal ow) [SOPf (Nachlaß Heeger)]. Zs. PfWB vorehe. Eeb drei Dag vergehn, reent's [ KL-Gimsb]. Ich kumm, eb's Nacht werd [ BZ-Hermbghf]. Mer missen mache, daß mer

[Bd. 2, Sp. 731]
häämkummen, eb's rechent [ LA-Nd'hochstdt]. Geb mer de Schlissel, eh de fortgehscht [ KU-Herschw/Petth]. Er hot (beim Kegelspiel) die Kuchel finf- bis sechsmol beduugt hin- un hergependelt, eh daß'r se hot enauspurre losse [Kühn Schnitze I 183]. Geh weg, ob de naß werscht! [Kaislt]. Er trinkt noch Kaffee, ow er weggeht [ LA-Rhodt]. RA.: Des häält (heilt) widder, eh de heiratscht [ KL-Mehlb]. Ich kumm, eb die Katz e Ei legt 'Ich komme nicht' [ LU-Böhl]. SprW.: Denk dreimol, eb du schwätzscht [Penns]. Volksgl.: Wann iwwer'm Nähe die Nodel verbrecht, heiert des, fer des as mer 's Kleed macht, eb 's Kleed ausgewoore (aufgetragen, engl. Perf. zu wear) is [Fogel Beliefs Penns Nr. 362]. —
b. 'doch, gleichwohl, sowieso'. Du sollscht ee, wiesch'de 'als du' owwenaus geritt bischt, e Maltersack voll Fisch uff deim Gailche mitgeschleppt hann [Feierowend Nr. 28/1965, S. 4]. —
2. Adv. 'früher, eher'. Er kimmt eh dran [ KU-Bedb]; vgl. PfWB eher. Zs. PfWB bald-, PfWB wannehe. — Südhess. II 18/19; RhWB Rhein. II 20; Saarbr. 54; LothWB Lothr. 117; ElsWB Els. I 2, 6; Bad. I 621, 629.
 
  
Ehe f.:
1. wie schd., Eh (ē) [allg.]. Für 'die Ehe schließen' gew. sich verheirade, s. PfWB verheiraten; vgl. PfWB Ehestand. Zs. PfWB Mischehe. Die Wendung in die Eh trede u. ä. wird, wo Gleichklang mit Egge vorliegt (WPf NPf), gew. scherzh. gebraucht; Beispiele s. PfWB Egge 1. Die nemmt's mit ehre Eh net genaa [KL-Kindsb, verbr.]. Sie lewen in wilder Eh [KB-Bischh, verbr.]. Sie hot schään Sach in die Eh broocht [mittl. VPf, verbr.]. RA.: Die sein mit gleiche Fiß en die Eh gesprung, von einer übereilt geschlossenen Ehe [ KB-Albish]. SprW.: Gure Ehe werren im Himmel geschlosse, deshalb soll man an einem Samstag als dem Muttergottestag heiraten [ BZ-Dernb]. Volksgl.: Anzeichen für eine gute Ehe: Sonnenschein und gutes Wetter am Hochzeitstag [ KU-Nußb Quirnb HB-Schwarzb], Regen beim Gang zur Kirche [ ZW-Hengstbg], Zerreißen des Schleiers [ KU-Hüffl], Meinungsverschiedenheiten am ersten Ehetag [ PS-Geisbg]. Anzeichen für eine unglückliche Ehe: Regen am Hochzeitstag [verbr.], Zerreißen des Schleiers [ KL-Stelzbg], Flackern der Kerzen während der Trauung [ NW-Weish/S LA-Godrst], Streit und Tätlichkeiten vor der Hochzeit [ PS-Lu'wink]; zu rasche Fahrt zur Kirche hat eine nur kurze Ehedauer zur Folge [ KB-Kriegsf], ebenso das Zurückschauen auf dem Weg zur Kirche [ KU-Gries]. Tritt die Braut mit dem rechten Fuß zuerst auf die Kirchentreppe, dann hat sie Glück in der Ehe [ GH-Hagb]. Wenn sonntags der Kirchhof offen steht, kommt es zu einer Ehescheidung [ LA-Birkw]. Soviel Rechetroppe am Hochzetsdag, soviel Träne for die Frää in ehrer Eh [ BZ-Dernb]. Anzeichen dafür, wer in der Ehe regieren

[Bd. 2, Sp. 732]
wird: Wer von den Brautleuten beim Handreichen vor dem Altar die Hand oben hat [Kirchhbol], wer am Hochzeitstag zuerst das Haus betritt [ RO-Callb KL-Morlt], wer nach der Hochzeitsnacht zuerst aufsteht [ KU-Bedb]. Vgl. hierzu auch PfWB Braut, PfWB Bräutigam, PfWB Trauung, PfWB Ehestand, PfWB Hochzeit. a. 1487: Item ob sich zwey zu der heiligen ehe kaufften in diesem dorff, die sollen auch der frohn frey sein das jahr [PfWeist. I 249 (RO-Dörnb)]. —
2. 'Familie'. a. 1553: Item in demselben Dorf sitzen diesmalen sieben ehen, ganz mit mann und weib (und) etlichen kindern [ABlieskst 36]. — Zur Etym. vgl. Kluge-Mitzka20. — Südhess. II 18; RhWB Rhein. II 21/22; LothWB Lothr. 118; ElsWB Els. I 2; Bad. I 628/29.
 
  
Ehe-bett n.: nach dem Schd., umgspr. Volksgl.: Wer in der Hochzeitsnacht zuerst ins E. steigt, der stirbt zuerst [ BZ-Barbr]. a. 1777: Das Ehebett wird von der Frau in die Ehe gebracht [LU-Assh (alte Akten)]. Südhess. II 19. —