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drehen bis Dreh-krankheit (Bd. 2, Sp. 464 bis 466) | |||
drehen, schw. Drehen, n. Dreher, m. Dreher-schürze, f. Dreh-faß, n. Dreh-geschirr, n. Dreh-hahn(en), n. Dreh-hals, m. Dreh-häuschen, n. Dreh-holz, n. Dreh-krankheit, f. Dreh-mich-herum, m. Dreh-orgel, f. Drehorgel-frisur, f. Drehorgel-mann, m. dreh-orgeln, schw. Dreh-peter, m. dreh-peterig, Adj. Dreh-pinsel, m. Dreh-punkt, m. Dreh-quetsche, f. Dreh-rad, n. Dreh-scheibe, f. Dreh-schwanz, m. Dreh-stock, m. Dreh-stuhl, m. Dreh-wedel, m. dreh-wedeln, schw. Dreh-wendel, m. Dreh-wurm, m. drei, Num. Dreiahm-faß, n. drei-ahmig, Adj. drei-ähmig, Adj. Drei-angel, f. Drei-ballchens, n. Drei-bänner, m. drei-bännig, Adj. Dreibatzen-krämer, m. Dreibatzen-strick, m. Dreibatzen-stück, n. Dreibatzen-ware, f. Drei-bätzner, m. Drei-bein, n. drei-beinig, Adj. Treib-eis, n. Treibelns, n. treiben, st. Treiben(s), n. Treiber, m. Treiberleins, n. Drei-beuter, m. Treib-gutsche, f. Treib-haus, n. Treibhaus-pflänzchen, n. Treib-holz, n. Treib-jagd, f. Treib-keil, m. drei-blätterig, Adj. Treib-netz, n. Drei-bock, m. Drei-bord, n. Dreiborner-tal, n. Treib-rad, n. Treib-riemen, m. Treib-schnur, f. Treide, (n.?) drei-doppelt, adj. Num. drei-drähtig, Adj. Drei-dreherlich, n. Drei-eck, n. Drei-eckchens, n. drei-eckig, Adj. Drei-einigkeit, f. Dreier, m. dreierlei, Adj. Drei-etascher, m. drei-fach, Adj. Drei-faltigkeit, f. Dreifaltigkeits-blume, f. Dreifaltigkeits-sonntag, m. treife(r) Drei-fuß, m. drei-gäbelicht, Adj. drei-gedrähtelt, Adj. drei-gedreht drei-genäht, Adj. Drei-gewanne, f. drei-gliedrig, Adj. Drei-handschlag, m. drei-herrig, Adj. Drei-hockelns, n. Drei-hübel, FlN drei-hundert, Num. drei-jährig, Adj. Dreikäse-hoch, m. Drei-könig, m. Dreikönigs-abend, m. Dreikönigs-buben, Pl. Dreikönigs-jahr, n. | 1. 'kreisen lassen', drehe (drēə) [weit verbr., auch Don Gal Buch], (drējə) [KU-Obw/T. KL-Siegb Land], (drə) [mancherorts vorn. SWPf], (drēχə) [Bergz (PfId. 36)], (dre:ə) [Wood Schärf. Penns 233]. Zs. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB durch-, PfWB heraus-, PfWB herein-, PfWB herunter-, PfWB hinauf-, PfWB hinein-, PfWB hinunter-, PfWB los-, PfWB über-, PfWB ver-, PfWB vor-, PfWB vorwärts-, PfWB weiter-, PfWB zudrehen. — a. de Schleifstään, die Windmihl d. [ PS-Erfw, allg.]; verkehrt d. 'nach der falschen Seite d.' [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er hat immer 's greeschde Rad se d. 'die meiste Arbeit zu leisten' [ KU-A'glan Bedb]. Du kannscht m'r die Roll d., gemildertes Götz-Zitat [Pirmas]. Do hot wer dran gedreht 'Da ist etwas entzwei' [ LU-Altr]. Den kann m'r um de kleene Finger d., so gefügig ist er [ BZ-Stein]; vgl. PfWB wickeln. Er hot e Nas gedreht kriet 'Er wurde verspottet' [RO-Alsbr, verbr.]. Er dreht de Schnorres 'zwirbelt den Schnurrbart' [LU-Neuhf, verbr.]; dazu die RA.: eem de Schnorres d. 'einem gründlich die Meinung sagen' [Pirmas, verbr., auch Gal-Dornf]. — b. sich d. 's Rad dreht sich [allg.]. Do, wu sich's dreht, do is 's Gewerb 'Gelenk' [ KB-Harxh]. Alles dreht sich m'r im Kopp [ KL-Kindsb, allg.]. RA.: Er dreht sich wie e Pohahn 'Pfau', von der gezierten Haltung beim Gehen [LA-Gommh, NW-Ellstdt FR-Tiefth RO-Sippf]. Er dreht sich 'windet sich' wie'n Worm [ NW-Kallstdt]. 's dreht sich um veel 'Es geht um viel' [ KU-Schmittw/O]. — 2. 'durch Drehen bearbeiten, formen'. a. 'rund formen'; e Sigar 'Zigarette' d. [ KU-Schmittw/O, Gal-Dornf]. RA.: Dusche (Tust du) Pille dreh?, Frage an einen, der in der Nase bohrt [Kaislt]. — Insbes. von der Metallbearbeitung auf der Drehbank, vgl. PfWB drechseln; e Kugel, e Schraub d. [mittl. VPf, verbr.]; Gewinde d. [ KU-Schmittw/O]; e Keppche wie gedreht, von einem wohlgeformten Kopf [ KU-A'glan Körbn Kus]. Das Vieh is wie gedreht 'schön und voll im Körperbau' [ ZW-Battw]. e Ding d. 'einen Streich spielen' [ PS-Geisbg]; e Sach d. 'etwas Schwieriges ausführen' [ KU-Hundh KL-Stelzbg LU-Opp], 'etwas aushecken' [ KL-Matzb]; e Sach dreh un deichsele 'zu einem guten Ausgang bringen' [ FR-Albsh]. Zs. zurechtdrehen. Er dreht's, wie er's braucht 'nimmt es mit der Wahrheit nicht genau' [ LU-Opp]. Ich dreh dich gleich!, Androhung von [Bd. 2, Sp. 465] Schlägen [ PS-W'fischb Leim Pirmas Donsied KL-Mölschb Nanzdzw FR-Eppst LU-Alsh/Gr NW-Hamb]; vgl. PfWB verhauen. — b. 'flechten, winden'; e Strick d. [ KU-Bedb]; de Zopp d. [LU-Alsh, verbr.]. SprW.: Mädche, dreh dei Locke, sunscht bleibscht hocke [Pirmas]. RA.: em e Strick draus d. 'eine scheinbar ganz harmlose Sache so darstellen, daß es dem Betroffenen zum Schaden gereicht' [ KU-Bedb]. Früher drohte man den Kindern, die beim Lausen nicht stillhalten wollten: Die Lais drehen e Strick un ziehen dich in die Bach [ KU-Bedb]. Zs. PfWB zusammendrehen. — c. Butter drehje (in der Butterleier) [KU-Bedb LA-Impfl]; Milch drehe 'auf der Zentrifuge entrahmen' [ RO-Börrstdt KL-Mehlb Wörsb KB-Kriegsf]; gedrehti Milch 'entrahmte Milch' [ebd.]. Wann de Butter drehscht, dreh juscht eweg (ununterbrochen), schunscht drehscht'n widder uf [Fogel Beliefs Penns Nr. 848]. — d. Fleisch darch de Wolf, Bohne darch die Maschin dreh [ KU-Bedb, Pirmas LU-Böhl NW-Wachh]. — 3. 'in eine andere Richtung bringen, wenden'. Zs. PfWB her-, PfWB hin-, PfWB ver-, weg-, PfWB zurückdrehen. a. 's Flääsch d. (in der Bratpfanne) [ NW-Wachh, PS-Schmalbg]; die Aue d. [ KU-Schmittw/O]; gedreht gucke, vom bösen Blick [ebd.]; e Gedrehter 'nachlässiger, träger Mensch' [ HB-Seyw ZW-Battw BZ-Albw], vgl. PfWB Drehbändel, PfWB dreigedreht 1. a. 1421: und ein eichen widt 'Rute' links gedrehet und ein hanbüchen knebell und das letzt urteil über ihn geben [ABlieskst 70]. (Die Hinrichtung auf dem Berg bei Ormesheim erfolgte nicht durch einen Strick, sondern durch eine lange dünne Eichenrute; diese wurde nach links gedreht, was eine Besonderheit des Blieskasteler Gerichts war.) — b. die Strooß dreht sich 'macht eine Wendung' [ KU-Bedb]. De Hohn 'Wetterhahn' (auch: De Wind) hot sich gedreht, 's gebt anner Werrer [KU-Schmittw/O, verbr.]. RA.: Er dreht sich wie de Wend 'ist veränderlich wie der Wind' [ LA-Roschb, KU-Schmittw/O LU-Alsh SP-Heiligst]. 's Blaat (Blatt) hot sich gedreht 'Die Lage hat sich verändert' [ KU-Schmittw/O]. Er hot sich gedreht 'hat Bankrott gemacht' [ NW-Duttw]. Ma kann sich drehe un wenne, wie ma will, ma kann's 'm net recht mache [GH-Schwegh, verbr.]. — 4. 'schnell essen' [Pirmas ältere Gener. unterer u. mittl. Schichten (Otterstetter 201)]; vgl. PfWB nähen. Zs. PfWB eindrehen. — Südhess. I 1695 ff.; RhWB Rhein. I 1453 ff.; Saarbr. 50; LothWB Lothr. 98; ElsWB Els. II 746; Bad. I 544. 1. a. 'Handwerker an der Drehbank', vgl. PfWB Drechsler, Dreher (drēər, drējər, drər, s. PfWB drehen) [verbr., auch Don-Schowe]. Zs. PfWB Holz-, PfWB Metalldreher. — b. andere Arbeiter [Bd. 2, Sp. 466] in den Zs. PfWB Pillen-, Tütendreher. — 2. Vogelart s. PfWB Dornendreher. — 3. 'Kurbel an Handmaschinen' [ LU-Friesh Opp NW-Geinsh LA-Maik]. Zs. Rübenmühl-, PfWB Schleifstein-, PfWB Schlittschuhdreher. — 4. 'Tanz im Zweivierteltakt mit schnellem Drehschritt (Zweischritt)' [verbr. (1930)]; vgl. PfWB Galopp. Der D. wurde bes. gern zum Kehraus getanzt [ PS-Erfw]. Nach Schandein Bav. IV/2, 385 gehörte der D. schon um 1870 der Vergangenheit an. Man nannte den Tanz auch Dreherlinkserum [ KU-Bedb]. Wollema (Wollen wir) emol ä D. danze? [ KL-Matzb]. Er danzt noch immer de D. mit, so rüstig ist der alte Mann [ LA-Gommh]. 's letscht 'Zuletzt' hann se noch D. getanzt [ GH-Kand]. — 5. eine Pferdekrankheit [ GH-Schaidt]; vgl. PfWB Drehen. — Südhess. I 1697/98; RhWB Rhein. I 1462; Saarbr. 50; LothWB Lothr. 98; ElsWB Els. II 747; Bad. I 544. 1. 'Hahn am Faß', Drehhahn [ BZ-Silz GH-Schwegh], -hahne [südl. VPf]; Dim. -hähnl [ BZ-Stein Schweig]; vgl. Faßhahn(en). — 2. 'lahmer Mensch', spöttisch, -hahne [ BZ-Albw]; vgl. PfWB Drehbändel. Syn. s. PfWB Schlampes. — -hals m.: 1. a. 'der Vogel Wendehals (Jynx torquilla)', -hals [ KU-Schmittw/O Herschw/Petth RO-Dielkch Pirmas FR-Albsh], -hälsche (-sχə), Dim. [lothr. SWPf]. — b. 'Wiedehopf' [ PS-Hintwdth]; vgl. PfWB Dreckvogel 1 a. Syn. s. PfWB Wiedehopf. — 2. 'Mensch mit langem Hals' [ PS-Fehrb]. — Südhess. I 1698; RhWB Rhein. I 1460; Saarbr. 50; LothWB Lothr. 101; ElsWB Els. I 328. — -häuschen n.: 'drehbarer Käfig für Personen, die sich geringere Vergehen, z. B. Feldfrevel, Obstdiebstahl, hatten zuschulden kommen lassen', vgl. PfWB Drillkäfig [C. Hollensteiner Kaiserslautern, wie es war, Kaiserslautern 1860, S. 35]. DWB DWb. II 1367. — -holz n.: ' Teigrolle', Drehhols [Lambert Penns 43]; vgl. Wälgerholz. Südhess. I 1698 u. RhWB Rhein. I 1460 and. Bed. — -krankheit f.: 'durch Finnen des Hundebandwurms hervorgerufene Hirnkrankheit bei Schafen', vgl. PfWB Drehe 3. 's Schoof hot die Drehkranket [KB-Albish, verbr.]. Südhess. I 1698; RhWB Rhein. I 1461.
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