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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Traget bis Trag-hebel (Bd. 2, Sp. 400 bis 401)
 
   Traget1, Tragets f.:
1.
a. 'soviel man auf einmal tragen kann, eine Traglast', bes. 'eine zusammengebundene T. Blätter, Gras, Holzreisig', zur Verbr. der Formen s. K. 70, Trachet (drāxəd, (dr-)) [verbr. mittl. u. südl. VPf PfId. 141 Kühn Hamet 139], Tragt [ Don Kernei], Traat (drād, drd) [WPf (teilweise neben PfWB Last, PfWB Bürde)Gal-Dornf Falkenst Slawitz], Trajet (drājəd) [Lambert Penns 43], Traachets (drāxəds) [ LU-Altr], Traats (drds) [ FR-Albsh]. Syn. s. PfWB Bürde. Er geht en Traachet Holz hole [ GH-Hördt]. Die schleppt e großi Traat [ HB-Kirrbg]. Du hoscht en schweri Traget [ BZ-Dernb]. —
b. 'schwere Last', Traat [ IB-Blickw KL-Stelzbg]. —
2. übertr.
a. 'große Portion Essen'. Was der sich e Traat gescheppt (in den Teller geschöpft) hat! [ KU-Bedb]. —
b. 'große Menge getrunkenen Alkohols'. Er hot sei Traat 'ist betrunken' [ ZW-Battw], Traget [ BZ-Dernb]. —
c. 'Tracht Prügel'. 's gibt e Tragit [ GH-Freckf], Traget [ BZ-Dernb].—Traget ist wie PfWB Backet und

[Bd. 2, Sp. 401]
PfWB Kochet eine Bildung auf -et. Die Herkunft dieses Suffixes, das »das Ergebnis einer Tätigkeit, namentlich aber eine gewisse Menge, die auf einmal erscheint« festhält, ist ungewiß (Henzen 177/78). Im Blick auf den historischen Beleg bei Tragend könnte vom Pfälzischen her das Part. Präs. als Ausgang mit in Betracht gezogen werden. Vgl. auch die parallele Entwicklung bei tragend/traget 'trächtig'. Tragets ist vielleicht eine Mischung aus Traget und PfWB Tragens; vgl. Südhess. I 1629. — LothWB Lothr. 98; Bad. I 524.
 
 
Traget2 s. PfWB Tragewat; traget 'trächtig' s. PfWB tragend.
 
 
Trage-wat Gen?:
1. 'Kleidung'. a. 1417: und solt der herren von Hohmburg amptman das mensche halten uber nacht, vor den kosten sal er nemen sin oberste dragewad [Grimm Weist. V 610 (NW-Kallstdt)]. —
2. eine Stoffart. a. ca. 1680: Für Hauben, wirken Tuch, halbseiden Zeug, Zwillich, Traget, Leder, Barchet [NPfGV 1934 S. 24 (Geschäftsbuch eines Schneiders)]. — Zu mhd. wāt 'Kleidungsstück', auch 'Gewandstoff' ( Lexer Lexer III 703/04), gewāt 'Kleidung' ( Lexer Lexer I 979).
 
  
trag-fähig Adj.: wie schd., tragfähich [ KU-Schmittw/O Bedb]. Bad. I 524.
 
  
Trag-feder f.: Pl. 'Federn der Gans, auf denen die Flügel ruhen', Traaferrere [verbr. NPf KL-Siegb]. Wammer de Gäns die T. ausroppt, lorre (lassen) se die Flitte bambele [ KU-Schmittw/O]. Südhess. I 1629. — -gerüst n.: 'besonders starkes Baugerüst', Traagrischd, Pl. Traagrischder [ RO-Bistschd]. Südhess. I 1629. — -geschirr n.:
1. 'Gesamtunterlage des Wagenkastens, Bodenbrett', Traageschär [verbr. KB Klein Wag. 112]; vgl. PfWB Traggestell 1. —
2. 'unteres Spannholz am Heuwagen' (?), Traagschär [ FR-O'sülz Einsth], Traach- [ FR-Merth]; vgl. PfWB Traggestell 2; Traageschär mit Borrem, am Pfuhl-, Mist- und Pflugkarch [ KB-Gauh]. — Südhess. I 1629/30. — -gestell n.:
1. = PfWB Traggeschirr 1, Traagestell (-gədęl) [ RO-Lohnsf KB-Mauchh]. —
2. = PfWB Traggeschirr 2 [ KB-Mauchh]. — Südhess. I 1630. — -gurte f.: 'beim Einspänner der vom Fahrsattel ausgehende Riemen, der die Schere festhält', Traagort [ KB-Bubh LU-Opp ZW-L'wied PS-Hintwdth]. — Südhess. I 1630. — -hebel m.: = PfWB Tragprügel, Traachhewel (drxhēwəl) [ BZ-Stein]. ElsWB Els. I 298. —