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Pfälzisches Wörterbuch 
 
bürsten bis burz (Bd. 1, Sp. 1380 bis 1382)
 
   bürsten schw.:
1. 'mit der Bürste bearbeiten (reinigen, glätten)', berschde, birschde, s. F. [allg.]; vgl. PfWB ab-, PfWB ausbürsten; die Kläärer (Kleider) berschde [Ingb, allg.]; 's Faß (das Weinfaß) b. [VPf]. Berschd schnell dein Hoor än bissel hinnere (nach hinten) [ LU-Alsh]; de Bart b. [ LU-Neuhf, ZW-Bechhf]; de Schnorres (Schnurrbart) b. [Pirmas, verbr.]; die Gail (Gäule) b. [NPf, allg.]. Er is geschniggelt un geberscht 'hat sich fein herausgeputzt' [ LU-Alsh]; gestrichelt un geberscht, dass. [Kaislt, GH-Zeisk]. Gebb'm finf Mark (für seine Dienstleistung), dann bische (bist du) gestrichelt un gebärscht 'dann hast du deine Pflicht getan' [Kaislt]. SprW.: Korze Hoor sin ball geberscht 'Mit wenig Arbeit ist man bald fertig' [KL-Katzw, verbr., auch Don Gal Buch]. —
2. 'trinken, zechen'; enne berschde [BZ-Sarnstall, verbr. VPf, seltener WPf, Don-Schowe

[Bd. 1, Sp. 1381]
Torscha]. Syn. s. PfWB trinken. Jetzert werd awer emol geberscht! [Heeger Kerwe 46]. Un was hemmer (haben wir) den (diesen Wein des Jahrgangs 1911) geberscht! [Hartmann Teemaschin 111]. Die Kloschderherrn (Klosterherren), die hen (haben) geberscht als wie die Ritter un die Ferscht (Fürsten) [Räder 89]. —
3.
a. einen b. 'verprügeln', berschde [ IB-Ballw]. Syn. s. PfWB verhauen. —
b. Er hot se geberscht 'hat geschlechtlich mit ihr verkehrt' [Kaislt, verbr.]. —
4. sich b. 'sich wichtig machen, sich etwas herausnehmen'. Der dut sich do mol wirrer b.! [KU-Kaulb KL-Gimsb u. Umg. Hirschhn PS-Geisbg]; vgl. PfWB brüsten. Syn. s. PfWB prahlen. — F.: rdə, bērdə, birdə, vgl. die Angaben zu PfWB Bürste. — Bei Bed. 2 denkt man heute an ein Bürsten der Kehle; der Wortgebrauch geht aber urspr. von Burse 'Zechgesellschaft' aus; vgl. Kluge-Mitzka19 113. Zur Bed. 3 b vgl. auch PfWB burschig, PfWB burscheln, PfWB burschen. — Südhess. I 1244; RhWB Rhein. I 1146; Saarbr. 28; LothWB Lothr. 45; ElsWB Els. II 92; Bad. I 378.
 
 
Bürsten-bampel m.: Scherzname für den hausierenden Bürstenbinder, der seine Bürsten an einem Rückengestell anband, von wo sie herunterbaumelten, rschtebambel [LA-Venn (Trifels 1934 Nr. 7)]. — -binder m.:
1. wie schd., Berschde-, Birschdebinner, -benner, s. PfWB Bürste u. PfWB Binder [allg.]. Der sauft wie e B. [NW-Freinsh, allg., auch Penns Don Gal Buch], wie e Ramberger B., s. u. 2 [ KL-Fischb]. Der hot Dorscht wie e B. [ LU-Oggh], freßt wie e B. [ KU-Diedk W'mohr IB-Hass], eßt wie e B. [verbr. WPf], hot Hunger wie e B. [verbr. WPf]. WR.: Wann de B. kommt, gebt's Reen [Zweibr]. —
2. Pl. Berschdebinner, Neckname für die Bewohner von BZ-Ramberg, von denen viele das (mehr und mehr aussterbende) Bürstenhandwerk treiben; vgl. PfWB Bürstenigel. —
3. übertr. von einem ungepflegten, schmutzigen Menschen, Bärschdebinner [Penns DeitschEck vom 16. 3. 1946]. — Südhess. I 1244; Rhein. I 1146; Bad. I 378. — -igel m.: Pl. Birschdeiggel, Uzname für die Bewohner von BZ-Dernb; vgl. PfWB Bürstenbinder 2. — -kopf m.: 'Haarschnitt, bei dem das kurzgeschnittene Haar einer Bürste ähnlich ist', Berschdekopp [HB-Breitft ZW-Bechhf Stamb PS-Burgalb Frankth]; vgl. PfWB Stiftenkopf. — -macher m.: 'Bürstenbinder', Berschdemacher [Feierowend Nr. 11/1953]. — -mann m.: dass. WR.: Wann de Berschdemann kommt, gebt's Reen [ZW-Käshf, verbr. Sick.]; vgl. PfWB Bürstenbinder 1. — -tasche f.: 'Tasche zur Aufbewahrung der Kleiderbürste', Berschdedasch [ BZ-Stein GH-Weingt]. Südhess. I 1244. — -wirt m.: Inhaber der Gastwirtschaft »Zur Bürste«, Berschtewert [Firmenich 15 (Frankth)]; vgl. PfWB Bürste 4.
 
  
bürstig Adj.: 'rauh, struppig'; berschdiche Hoor [ RO-Schiersf], berschdiches Gras [ HB-Höch]; vgl.

[Bd. 1, Sp. 1382]
PfWB borstig, Zs. PfWB kratz-, PfWB rauh-, PfWB strack-, PfWB widerbürstig. Südhess. I 1244; RhWB Rhein. I 1147; ElsWB Els. II 92; I 379.
 
 
burz: in der Wend. borzˈunne, borzˈowwe 'Hals über Kopf, holterdiepolter' [KU-W'mohr Pirmas PfRh. 1957, S. 209]. Bad. I 296 borzen.