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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Bücking bis Bucksen-kniebes (Bd. 1, Sp. 1327 bis 1328)
 
 Bücking s. PfWB Bückling1; bucklig s. PfWB buckelig.
 
  
Bückling1, Bücking m.: 'geräucherter Hering', Bicking [ LU-Opp NW-Frankeck], Bickling [verbr.]. a. 1522: 12 alb. vor 2 vertell hering vnd byckyng [LandsbgKellR]. a. 1531: stockfisch, Blattheißlin, (s. PfWB Platteise) Reinfisch, Bucking [GgHospR]. — Die Form mit -ing ist die ältere, die mit -ling ist nach dem Muster von Schilling, Zwilling gebildet. Unser Wort stammt von mittelniederdeutschem bucking (spätmhd. bücking), vgl. Kluge-Mitzka.19 Südhess. I 1202; RhWB Rhein. I 1087/88; Bad. I 361.
 
  
Bückling2 m.:
1. 'Bindrebe (Biegrebe)', Bickling [ FR-Albsh]; vgl. PfWB bückeln. —
2. 'Verbeugung', s. PfWB buckeln 2. Wu mer ... Bickling macht un Kratzfieß scherrt [Hartmann Teemaschin 95]. — Bad. I 361.
 
 
Bucks-bartel s. PfWB Bocksbart; Buckse s. PfWB Bucksen.
 
  
Bucksen, BücksenPl.:
1.
a. 'Hose', Buckse (Hauptform), vereinzelt Bockse u. Bickse, s. F. [(1927) allg. südl. bzw. westl. der Linie (diese Orte einbegriffen) IB-Ensh-Ballw-Alschb — HB Mimb-Bliesdh — IB-Gersh — HB-Nd'gailb verbr. KU nördlich. Teil von RO KL-Reichb Kottw/Schwand Landstl Schneckhs Morlt Neukch KB-Mauchh Orb]. Zs. PfWB Hosenbucksen, Er macht die Buckse ab, um die Notdurft zu verrichten [ IB-Reinh]. RA.: Sie hat (in der Ehe) die Buckse an [IB-Ensh Eschring]. Er hot die Buckse voll 'hat Angst' [ KU-Quirnb]. 's Herz isch'm in die Buckse g'falle, dass. [ IB-Ensh]. Der hat Schiß in de Buckse, dass. [ RO-Feilbg]. a. 1596: Von einem Par Bochsen [WerschwSchR, Bl. 259]. a. 1769: und wolden mir eine schelme bicks schicken [SSp., Ausfautei-Akten Waldmohr]. a. 1786: Buxen, Hosen, Beinkleider [Journal 1786, S. 235/36]. —
b. im bes.
α. 'Knabenhose' [ZW Bechhf verbr. KU RO KL PS-Geisbg Leim KB Mörsf Kriegsf NW-Haardt Friedh]. Ich spann der die Buckse! 'Du kriegst Schläge auf den Hintern!' [ RO-Odh]. Ich treff der die Bickse, dass. [KL-Gimsb u. Umg.]. Jetzt krieschde die Buckse aangezoo, dass. [ RO-Teschmosch]. —
β. 'Alltagshose aus gröberem Tuch' [ IB-Ormh Bebh Gersh PS-Hetths RO-O'hs SP-Berghs]. Um 1900 erhielt der Heumacher (Heumäher) als Lohn e Paar naue summerzeichene Buckse medeme (mit einem) ledere Girtel un e naue Strohhut un e wille Himmed (wollenes Hemd) [ IB-Bebh]. —
γ. 'alte Hose' [ KU-Rothsbg Schönbg]. —
δ. 'weite Hose' [ KU-Kübbg RO-Alsbr]. —
ε. 'kurze Hose'

[Bd. 1, Sp. 1328]
[ PS-Burgalb]. —
ζ. 'Frauenunterhose' [ HB-Walshs], (mit Schlitz vorn und hinten) [ Don-Tscherwk]. —
2. 'Befiederung des Hühnerbeins' als urspr. Bed. der Zs. PfWB Hahnenbucksen. —
3. 'Hüllblatt des Getreidekeimlings'. Die Gerscht (Gerste) kimmt net aus de Buckse eraus [ KU-Einöll]; vgl. PfWB Hosen. — F.: fast allg. bugsə; bǫgsə in KU-Herschw WD-Niedkch IB-Habkch; bigsə in KL-Gimsb u. Umg. In der Sing.-Form bugs wird das Wort gebraucht in NW-Neidfs Lambr, bǫgs in Don-Lenauheim. Schon 1927 gehörte das Wort vielerorts nur noch zum Sprachgebrauch der älteren Gener., sonst gebrauchte man es mehr im Scherz. Die Gewährspersonen vermerken (Südteil der SWPf ausgenommen), daß das Wort durch »Saararbeiter«, Handelsleute u. Soldaten hereingetragen worden sei. — Zur Etym. s. Kluge-Mitzka19 Buxe. — Südhess. I 1280; RhWB Rhein. I 1088 ff.; LothWB Lothr. 70; ElsWB Els. II 126.
 
  
Bucksen-hosen Pl.: 'erste Hose des Buben', Bucksehosse [ KU-Odb], Bucks- [ KB-Orb]. — -knebel m.: 'Knabe mit der ersten Hose, Hosenmatz', Buckseknewwel [ RO-Feilbg]. RhWB Rhein. I 1097. — Beim Grundw. wäre auch an Kniebel, Knübel 'Knöchel' zu denken, vgl. DWB DWb. V 1426 bzw. 1513/14. — -knieberich m.: dass., -kniwwerich [ RO-O'mosch]. Mei kleener Buxekniewerich, wahrhaftig, ich bin stolz uff dich [Müller Schneiderche 64]. — -kniebes m.: dass., -kniebes [ KU-Reichsth]. RhWB Rhein. I 1097. —