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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Buch-magen bis Büchsen-macher (Bd. 1, Sp. 1318 bis 1320)
 
Buch-magen, m.
Buch-mardel, m.
Buch-marder, m.
Buchs, m.
buchs
Buchs-baum, m.
Buch-schachen, m.
Büchse, f.
Buchse, f.
Buchse
Büchsen-fleisch, n.
Büchsen-macher, m.
Büchsen-meister, m.
Büchsen-milch, f.
Büchsen-ranzen, m.
Büchsen-sack, m.
Büchsen-schuß, m.
Buch-sieb, n.
Buchs-kopf, m.
Buchs-pälmen, m.
Buchs-stecken, m.
Buchs-strauch, m.
Buchs-sträußchen, n.
Buch-stabe(n), m.
Buchstaben-suppe, f.
buch-stabieren, schw.
Buch-stein, m.
Buchs-zweig, m.
Büchten-eck, n.
Büchten-loch, n.
Buch-wald, m.
Buch-weizen, m.
Bückchens, n.
Puck-ei, n.
Buckel, m.
Buckelbauch-fest, n.
Buckel-brut, f.
buckel-brütig, Adj.
buckel-hankeln, schw.
Buckel-huppschens, n.
Buckel-huppsens, n.
Buckel-huppser, m.
buckelig, Adj.
Buckel-korb, m.
Buckel-kratzer, m.
Buckel-männchen, n.
buckeln, schw.
bückeln, schw.
Buckelorum, m.
Buckel-weh, n.
bucken
bücken, schw.
pucken, schw.
Bucker
Puckert, m.
Puckerts-kuchen, m.
puckert-weise, Adv.
Puckert-zwiebel, f.
puckig
Bücking
bucklig
Bückling, m.
Bücking, m.
Bückling, m.
Bucks-bartel
Buckse
Bucksen, Pl.
Bücksen, Pl.
Bucksen-hosen, Pl.
Bucksen-knebel, m.
Bucksen-knieberich, m.
Bucksen-kniebes, m.
Bucksen-knopf, m.
Bucksen-latz, m.
Bucksen-mann, m.
Bucksen-sack, m.
Bucksen-schisser, m.
Bucksen-schneider, m.
Buckser, m.
Bückser
Buckskin, m.
buckskinen, Adj.
Buckskin-hosen, Pl.
Buckskin-montur, f.
Buddel
Puddel
buddeln, schw.
buddern, schw.
Buddes
Buddigelchen
Pudding, m.
Buddudel
Bude, f.
Pudel, m.
Pudel, m.
pudelarsch-nackig, Adj.
Pudel-biene, f.
pudel-blutt, Adj.
Pudel-eimer, m.
pudelfasen-nackig, Adj.
   Buch-magen m.: 'Blättermagen bei Wiederkäuern', Buchmaache [ GH-Schwegh]; vgl. PfWB Buch 3.
 
 
Buch-mardel, -marderm.: 'Edelmarder', Buchmardel u. -marder, s. F. [verbr.]; dafür meist, bei den Auslandspfälzern wohl allg.: Marder bzw. Mardel. Er kreischt wie e B. 'laut, durchdringend' [RO-Als, verbr., Heeger Tiere I 23]. — Das Bestimmungswort hat fast durchweg kurzes, selten langes u (bux- bzw. būx-). Der Vokal der Stammsilbe im Grundw. ist teils gedehnt, teils kurz. Das -r- ist nicht selten ganz geschwunden. Im einzelnen erscheinen folgende F.: -mārr, -mrr, -mādər, -mdər, -marr, -madər vorn. WPf u. sporadisch nördl. VPf; -mārdəl, -mrdəl, -mādəl, -mdəl, -madəl in der VPf, selten WPf; -mǟrr in Kaislt; -märr in KU-Diedk RO-Als; -mōrdəl in KU-Schmittw/O. Näheres zum Grundw. s. PfWB Marder. — Südhess. I 1194; RhWB Rhein. I 1071; Bad. I 357.
 
 
Buchs m.: die Pflanze 'Buxus sempervirens', Buchs (bugs) [fast allg., außer NPf, wo vorwiegend Palme vorkommt, u. SWPf westl. der Linie HB-Kirk — HB-Peppk mit Pälme], Bochs (bǫgs) [GH-Westh u. Umg. sowie BZ-Heuchh u. Umg. (Wilde 37)], Burachs (burags) [RO-Lettw u. Umg. (Wilde a. a. O.)]. Syn.: PfWB Palmen 2 a, PfWB Palmenstock, PfWB Buchsbaum, PfWB -pälmen. Zs. PfWB Rabattenbuchs. — Der B. wird zur Einfassung von Beeten eingepflanzt. In katholischen Orten ist er Bestandteil des Palmenstraußes, s. PfWB Palmen, PfWB Pälmen 1. Bei Beerdigungen in LU-Opp wirft man außer den drei Spatenstichen Erde auch Buchssträußchen, die von der Totenfrau herumgereicht werden, auf den Sarg im Grab.

[Bd. 1, Sp. 1319]
Südhess. I 1194; RhWB Rhein. I 1076; ElsWB Els. II 11; Bad. I 538.
 
 
buchs: im AR.: Ense, bense, diche, dache: erle, perle, Bohnekrache: luchs, buchs, ums rot Haus, un du bischt draus [ Gal-Dornf].
 
  
Buchs-baum m.:
1. = PfWB Buchs, Buchsbaam [LU-Altr Lambert Penns 34], Bochsbääm [ BZ-Völkw], Bußbääm [»Kandeler bis Landauer Ggd.« (Wilde 37)], Boßbääm [ PS-Erfw BZ-Stein Silz], Buschbaam [ LA-Wey], Poschtbaam [ LA-Mart]; An de Potschbääm, FlN in KU-Bedb. —
2. 'Christbaum', Bußbääm (busbm) [ BZ-Heuchh], Boßbaam (bǫsbm) [ BZ-Annw], -bääm [LA-Ilbh Mörzh Wollmh Impfl verbr. BZ GH-Kand Erlb Freckf Steinw Wind], Boschbääm (bǫ-) [ LA-Edh], Bossebääm (bǫsə-) [ BZ-Dierb]. Das Wort war schon um 1930 vielerorts nur noch bei den Älteren gebräuchlich; an seine Stelle ist Kristbaum getreten. — Es fällt auf, daß die Formen bus-, bǫs- (durch Assimilation aus buchs-, bǫchs-) nur beim Kompositum erscheinen. Ursprünglich dürfte aber auch das Simplex diese Form gehabt haben; sie ist unter dem Einfluß der Schriftsprache wohl erst im 19. Jh. durch bugs bzw. bǫgs abgelöst worden. Beim Kompositum trat dieser Wandel nicht ein, weil das Wort »in der Verwendung für den Weihnachtsbaum ... sich im Bewußtsein des Volkes zu sehr von der Verbindung mit dem Buchs, dem Stoff, der seine Grundlage bildete, gelöst hatte und zum Namen für etwas ganz Besonderes, Eigenes geworden war« (E. Christmann in OZfVk. 1931, S. 87). — Südhess. I 1194; RhWB Rhein. I 1076; LothWB Lothr. 70; ElsWB Els. II 44; Bad. I 358.
 
  
Buch-schachen m.: 'Waldabteilung, vorwiegend mit Buchen bepflanzt', Buchschache (būxaxə) [ PS-Eppbn]; FlN in KL-Hoheck. — Das Grundw. Schachen 'Waldabteilung' ist häufig belegt; vgl. Schweiz. VIII 102 ff., DWB DWb. VIII 1958.
 
  
Büchse f.:
1. 'kleineres, rundes Gefäß', Bichs (bigs) [allg.]; vgl. PfWB Dose. Zs. PfWB Armen-, PfWB Pfeffer-, PfWB Brücken-, PfWB Fluch-, PfWB Griffel-, PfWB Gufen-, PfWB Honig-, PfWB Nadel-, PfWB Näh-, PfWB Salz-, PfWB Sammel-, PfWB Streu-, PfWB Zuckerbüchse. VR.: Wer will schnuppe, der muß duppe in die Bichs, sunscht krieht er nix [VPf (Wilde 240)]. a. 1444: das gelt in ein beslossen busche dun [ZweibrLuRb.]. (Das Schneiderchen) schniert sich sei Bindel, greift Stecke un Hut, nimmt Nodel un 's Bixi, de Fingerhut [Müller Schneiderche 20]. —
2. 'Hohlzylinder, in dem sich die Radachse dreht' [allg.]. Zs. PfWB Achsen-, PfWB Rad-, PfWB Wagenbüchse. —
3. 'Büchse zum Schießen'.
a. 'Gewehr', meist in der Zs. PfWB Kugelbüchse. Vgl. auch PfWB Tarraß-, PfWB Feuerbüchse. RA.: Du bisch jo wie e Kuchel aus de Bichs, wenn jemand einen Auftrag sehr schnell erledigt hat [Kaislt]. Volksgl.: Die Flint oder Bichs, wu mer 'n Katz mit schießt, dut nix meh

[Bd. 1, Sp. 1320]
deete (töten) [Fogel Beliefs Penns Nr. 667]. a. 1464: zu Buchsen, puluer, swefell [LibSecrM, Bl. 199]. —
b. als Kinderspielzeug in den Zs. PfWB Holder-, PfWB Knall-, PfWB Schleh-, Stritz(el)-, PfWB Strutzelbüchse. —
4. übertr.
a. sachl. 'weibliche Scham' [KU-Bedb Brück NW-Kallstdt Land BZ-Dernb]; 'Scheide beim Vieh' [ PS-Burgalb]. Der hot de Katz an d' Bichs gelangt, von einem, der sich durch voreiliges Handeln geschädigt hat [ GH-Nd'lustdt]. —
b. persönl.
α. 'Hure', Schimpfwort [ KU-Schmittw/O]. —
β. in den Zs. PfWB Knotter-, PfWB Krach-, PfWB Strunzbüchse. — Südhess. I 1194/95; RhWB Rhein. I 1076/77; Saarbr. 40; LothWB Lothr. 43; ElsWB Els. II 12; Bad. I 258.
 
  
Buchse1 f.: 'dicke eiserne Kugel', auch als Klicker zu gebrauchen, Buchs (bugs) [ LU-Muttstdt]; vgl. PfWB Pickes.
 
 
Buchse2 'Hose' s. PfWB Bucksen.
 
 
Büchsen-fleisch n.: wie schd., Bichsefleisch, -flääsch, -flaasch [verbr.]. — -macher m.:
1. 'wer Gewehre instandsetzt', -macher [Kaislt]. Bad. I 358. —
2. scherzh. von einem Vater, der nur Töchter hat [ LU-Opp LA-Gommh]. Zu PfWB Büchse 4 a. —