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Pfälzisches Wörterbuch 
 
börlingen bis Born-loch (Bd. 1, Sp. 1107 bis 1108)
 
   börlingen Adv.: 'senkrecht, steil in die Höhe'. De Gaul geht beerlinge in d' Heech 'bäumt sich auf' [LA-Venn, verbr. südl. VPf NW-Mußb], berlinge nab 'jäh hinab' [ LA-Siebdg]; vgl. PfWB beilingen. — Das Wort ist aus bor 'Höhe' und dem Ableitungsmittel -lingen (so noch mhd.) gebildet; der Umlaut in der ersten Silbe trat wohl unter Einwirkung des nachfolgenden i ein.
 
  
Born m.: 'Brunnen', Born [ HB-Breitft], Borne (bǫrnə) [ PS-Haust LA-Frankw], Borre (bǫrə)

[Bd. 1, Sp. 1108]
[ KU-Dennw/Frohnb Albess WD-Niedkch IB-Ensh PS-H'einöd Zesbg Saalstdt Herschbg KL-Lind], Burre [lothr. SWPf IB-Bebh (1870) Bliesmg/Bolch]. Die Angaben gelten für die ältere Gener. um 1930. In mehreren der genannten Orte war daneben, wie allg. in der Pfalz, das Wort Brunnen gebräuchlich. — Aus dem Bernel, einer gefaßten Quelle bei GH-Erlb holt man die kleinen Kinder. a. 1504: von dem bornn biß uff Heymeltsburnn; von dem burnn herabe in die straiße [PfWeist. I 433 (PS-Erfw)]. o. J.: die born soll die gemeinde auf iren costen erhalten [Grimm Weist. V 573 (LA-Gleisw)]. — Das Wort erscheint als Grundw. in zahlreichen FlN: Diebs-, Erlen-, Feilen-, Heidels-, Heim-, Hinter-, Konrads-, Linden-, Mühlen-, Sau-, Sauer-, Schab-, Walzen-, Weidelborn; in den ON (s. Christmann SN 657): Alsen-, Baal-, Blanken-, Böllen-, Börs-, Dauben-, Hunds-, Milch-, Mühl-, Riegel-, Schelde-/Schel-, Schön-, Stein-, Vogelsborn; zu nennen sind auch FlN wie: Abelungs-, Bramburnen. Allgemein kann (vgl. Christmann, Flurnamen zwischen Rhein und Saar, S. 38 ff.) festgestellt werden, daß in FlN und ON Born gegenüber Brunne in der WPf (ohne den Raum von Hombg bis Ingb sowie den Südteil von ZW und teilweise von PS), in der NPf sowie in der nördl. VPf und im Westteil der mittl. und südl. VPf vorherrscht. Dies läßt den Rückschluß zu, daß Born ehedem weithin, wenn nicht allg., in der Pfalz gebräuchlich war. Von etwa 1550 an (s. Christmann a. a. O. 41) wurde Born mehr und mehr durch das aus dem Südosten kommende Brunne bis auf die oben aufgezeigten Relikte verdrängt. Näheres zu diesem Komplex s. E. Küppersbusch, Born und Brunnen, in Teuth. 8, 56 ff. und Christmann SprBew. 79 ff. — Südhess. I 1026; RhWB Rhein. I 874 f.; LothWB Lothr. 73 bure; ElsWB Els. II 89 Burnen.
 
 
Born-äcker Pl.: FlN in RO-Münchw, Barnäcker. — -bach FlN: Burbach [KU-Gumbsw (1791)]; in der Burbach [KB-Harxh (1736)]; en de Bornbach [ LA-Nußd]. — -berg FlN: a. 1382: by dem borne berge [ ZW-Hornb]; Borrj [ KL-Wörsb]; Borenberg [ NW-Wachh]. — -gasse FlN: die Borngaß [LA-Nußd (1618)]; In der Borngassen [LA-Wey (1465-70)]; Borngässel [LU-Assh (18. Jh.)]. — -graben FlN: Bḁrngrwe [ KU-Kaulb]; Borgrāwe [ KU-Dietschw]. — -gräber m.: 'Brunnengräber'. a. 1479: (zum Gesinde von Lichtenberg gehören auch:) 3 borngreber [Zweibr. I, 541]. — -häusel n.: 'Brunnenhäuschen, Quelleneinfassung', Bornhaisel [ LA-Wey]; FlN ebd. — -heim ON: Dorf im Kr. LA. De Wind geht bis Bornem, vun do ab heeßt er Wend [ LA-Nd'hochstdt]. — -loch FlN: Bornloch [ KU-Gangl Reiffb]. —