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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Bohnen-stecken bis bohren (Bd. 1, Sp. 1083 bis 1084)
 
 -stecken m.:
1. = PfWB Bohnenstange 1, stecke (-dęgə) [verbr. vorn. WPf]. Der is därr wie e B. [PS-Burgalb, verbr.]. a. 1751: Bindreidel, Bohnenstecken, besenreißer, Garbenseil und dergleichen sollen gäntzlich verbotten seyn [Zweibr. I (Altstadter Dorfordnung)]. Auf die Frage, wieviel Uhr es sei, erhält man die scherzh. Antwort: Drei Vertel uf Bahnestecke, wannd mers nit gläbschd, kannsch mich am Arsch lecke [GH-Kand, KU-Diedk Hebel 110]. VR.: Schelle, schelle (schelten) gebt kee Flecke, wer mich net leire (leiden) kann, kammich am Arsch lecke; darauf die Entgegnung: Hang dei Arsch uf e Bahnestecke, dann kannschd'n selwer lecke [ KL-Fischb]. —
2. = PfWB Bohnenstange 2, [verbr. wie 1]; auch von langen, dürren Beinen. —
3. Neckname für die Bewohner von KU-Albb ZW-Rosk LA-Essing. — Südhess. I 995; RhWB Rhein. I 845; Bad. I 283. — <61769.08_Bohnen-stein> -stock m.: 'Bohnenstaude', -stock (-dǫg) [verbr.]. Südhess. I 995; Rhein. I 845. — -stroh n.: 'die dürren von den Stangen losgelösten Bohnenranken samt Blättern', -stroh, -struh, s. PfWB Stroh [allg.]. Er isch grob wie Bohnestroh [Land, BZ-Dernb], dumm wie B. [ KL-Erfb]; vgl. PfWB Saubohnenstroh. AR.: 1, 2, 3, hicke, hacke, hei! Hicke, hacke, Bohnestroh, de Müller hot sei Fraa verlor. Sucht se mit'm Hundel, 's Kätzel hot se g'funde. Hockt e Hähnel uf'm Dach, hot sich bal zu Tod gelacht [ GH-Weingt]. Südhess. I 996; RhWB Rhein. I 845; Bad. I 283. — -stufe f.: = PfWB Bohnenkaute, Bauhnestuf [ LA-Venn]. — -suppe f.: wie schd., -sopp [ KU-Kaulb Bedb RO-Dielkch Als KB-Kriegsf], -supp [fast allg.]. Zs. PfWB Brockelbohnensuppe. In der B. muß ein Stückchen Schweinefleisch mitgekocht sein [Jung 43]. VR.: Links e Hawe voll Bohnesupp, rechts e Hawe voll Brieh, do loß ich de Hawe voll Bohnesupp steh un geh zu meiner Marie [NPf (Wilde 27)]. RA.: Geh mer weg donebe, ich hab Bahnesupp gesse [ LU-Friesh]. Südhess. I 996; Rhein. I 845; Bad. I 283. — -tag m.: 'Tag, an dem man Bohnen legt', z. B. am Bonifatiustag, Bohnedag [ KL-Mackb]. — -zeit f.: 'Zeit der frischen Bohnen', Bahnezeit [ NW-Kallstdt]. RhWB Rhein. I 846.
 
 
bohnern schw.: wieschd., bohnere (bōnərə) [allg.].
 
 
Bohnes, Böhnles s. PfWB Bohnchens.
 
  
Bohr n.: = PfWB Bohrer1 1, Bohr (bōr) [ KL-Reichb], (boÄr) [ KU-Dietschw]; Dim. rχə. a. 1751: 2 böhrger [Kurpf. (Güterversteigerungen)]. Zs. PfWB Dreh-, Eggen-, PfWB Forschel-, Holzschlag-, Leier-, PfWB Leiter-, Lunen-, Nagel-, PfWB Räder-, PfWB Rechen-, PfWB Schlag-, Sprossenbohr. RhWB Rhein. I 846.

[Bd. 1, Sp. 1084]

 
   bohren schw.:
1. gegenst.
a. mit dem Bohrer b., wie schd., bohre (bōrə) [allg.]. RA.: Die dickschte Brettcher bohrt der aa net 'Er meidet harte Arbeit' [Kühn Palz 128]. a. 1357: wann man in der Sitersen (Waldname) ein loch mag geborn in ein holz einer spannen hoch von der erden, so soll man in roden und soll darum eins apts meier sin holzkorn (Getreideabgabe für Waldnutzung) da von nemen [PfWeist. I 54 (HB-Alth)]. —
b. in de Nas b. [Kus, allg.]; in de Zähn b. 'stochern' [ KU-Diedk, allg.]. —
c. Die aus geschälten rohen Kartoffeln mit einem runden Löffelchen ausgestochenen und in Fett gebratenen Stücke nennt man Gebohrte [ LU-Neuhf]; vgl. PfWB Pomfritt. —
d. 'ungerade Furchen pflügen' [ LU-Friesh]. — Zs. PfWB aus-, PfWB durch-, PfWB heraus-, PfWB herumbohren. —
2. übertr.
a. vom bohrenden Zahnschmerz. De Storze (Zahnstumpf) bohrt [GH-Schwegh, verbr.]. —
b. 'etwas Unangenehmes wieder in Erinnerung bringen'. Fangschde widder aan zu b.? [PS-Schopp, verbr.]. —
c. 'mit Bitten plagen, peinigen'. Der bohrt so lang, bis ers hat [ KL-Reichb, allg.]. Syn. s. PfWB quälen. —
d. 'nörgeln' [verbr.]. —
e.
α. 's bohrt inem 'Es ärgert ihn, wurmt ihn' [Kaislt]. Es bohrt'm, dass. [Schandein Sprachsch. 7]. —
β. RA.: Er hat zehn Käwwer un neun Haischer, do bohrt jetzt enner um e Haisel 'Er ist verrückt' [ PS-W'fischb]. Dass. in der abgekürzten Form: Do bohrt de een immer [ KL-Reichbstg]. — Südhess. I 996/97; RhWB Rhein. I 847; Saarbr. 33; LothWB Lothr. 57; ElsWB Els. II 82; Bad. I 284.