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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Blut-mal bis blut-rünstig (Bd. 1, Sp. 1045 bis 1046)
 
 -mal n.: 'Muttermal', Blutmol (-mōl) [ LU-Oggh NW-Kallstdt], Blumol [ RO-Dielkch]. Syn. s. PfWB Leberflecken. Südhess. I 968. — -nuß f.: 'innen rote Haselnuß', Pl. Blutniß [ KU-Diedk]. RhWB Rhein. I 809.
 
 
Pluto m.: Hundename, Pludo (bludo) [verbr.]. Südhess. I 968; RhWB Rhein. VI 1001.
 
 
Blut-orange f.: 'rotfleischige Apfelsine', Blutoransch, -aransch [allg.]. Bad. I 274. — -placken m.: = Blutfleck(en), Blutplacke, s. PfWB Placken [ PS-Gersb NW-Kallstdt]; vgl. PfWB Blutlache. Südhess. I 968. — -platte f.: 'flache Schüssel zum Auffangen des Blutes bei Hausschlachtungen', s. PfWB Platte 3 a, -platt [ LU-Alsh/Gr, PS-Fehrb]; vgl. PfWB Blutschüssel. — -rinnsel n.: = PfWB Blutgerinnsel, -rinnsel [ NW-Elmst]. — -rose f.:
1. 'Pfingstrose (Paeonia corallina)', -ros [ NW-Elmst BZ-Ingh Don-Heideschütz Stefansfeld]; vgl. PfWB Blutballen. Syn. s. PfWB Batonjerose. —
2. 'Rosenmalve' [ KB-Niefh]. Bad. I 274; ElsWB Els. II 289.
 
  
blut-rot Adj.: wie schd., blutrot (blūdrōd) [verbr.]; gebräuchlicher ist: rot wie Blut. De Himmel is b. [ NW-Frankeck]. Er is ganz b. worr im Gesicht [Kus]. Südhess. I 968; RhWB Rhein. I 809.
 
  
Blut-rühren n.: Knabenspiel, dessen Hergang an das Blutrühren beim Schweineschlachten erinnert, Blutrihre [ KB-Eisbg FR-A'lein]. Spielverlauf: Jeder der Beteiligten macht aus seinem Taschentuch einen Knüppel. Der zum B. bestimmte Knabe hat einen roten Knüppel. Er stellt sich mit gespreitzten Beinen in den Spielkreis und schwingt seinen Knüppel in kreisenden Bewegungen zwischen seinen Beinen. Die anderen müssen ihre Knüppel zwischen den Beinen des Blutrührers hindurchwerfen, und zwar möglichst weit über den Spielkreis hinaus. Sind alle

[Bd. 1, Sp. 1046]
Knüppel durchgeworfen, dann wirft der Blutrührer nach einem der vor ihm liegenden Knüppel. Trifft er einen, dann übernimmt der Besitzer die Rolle des Blutrührers. Zuvor muß dieser aber seinen Taschentuchknüppel in den Spielkreis hereinbringen. Das muß sehr schnell geschehen, denn die anderen sind berechtigt, ihn außerhalb des Spielkreises zu hauen. Wenn der Blutrührer nicht trifft, dann muß er nochmals das B. übernehmen. Auch er muß seinen Knüppel wieder in den Spielkreis hereinholen und darf außerhalb des Kreises von den anderen geschlagen werden.
 
  
blut-rünstig, -rüstigAdj.: 'verletzt, so daß Blut fließt'; blutrinschdich schlaa [ RO-Als KL-Reichb LU-Opp NW-Frankeck], blutrischdich [ NW-Weish/S]. a. 1567: wann sich zween in der königsstrass blutrüstig machen [PfWeist. I 71 (KL-Baalbn)]. a. 1559: Were es aber, daß sich sonst zween oder mehr einander blutrustig schlugen, dieselben haben ein Frevel so hoch die von dem Gerichtsherrn Gesetz verfallen [Knapp 44]. Südhess. I 968/69; Rhein. I 809; Bad. I 274. —