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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Blut-ballen bis blutend (Bd. 1, Sp. 1041 bis 1043)
 
Blut-ballen, m.
Blut-blase, f.
Blut-blater, f.
Blüte, f.
Blut-egel, m.
Blut-eimer, m.
Blut-eißen, m.
blütel-weiß
bluten, schw.
blüten, schw.
blutend
Blüten-honig, m.
Blüten-knopf, m.
Blüten-kopf, m.
Blüten-stecher, m.
blüten-weiß, Adj.
Bluter, m.
Blüter
Blut-fink, m.
Blut-fleck(en), m.
Blut-gerinnsel, n.
Blut-geschwür, n.
Blut-grind, m.
Blut-hund, m.
Blut-husten, m.
blutig, Adj.
blütig
Blut-igel
blut-jung, Adj.
Blut-knopf, m. n.
Blut-knöpfelchen, m. n.
Blut-kopf, m. n.
Blut-köpfchen, m. n.
blut-krank, Adj.
Blut-krankheit, f.
Blut-kraut, n.
Blut-lache, f.
Blut-laus, f.
Blut-mal, n.
Blut-nuß, f.
Pluto, m.
Blut-orange, f.
Blut-placken, m.
Blut-platte, f.
Blut-rinnsel, n.
Blut-rose, f.
blut-rot, Adj.
Blut-rühren, n.
blut-rünstig, Adj.
blut-rüstig, Adj.
blut-sauer, Adj.
Blut-sauerei, f.
Blut-sauger, m.
Blut-schande, f.
Blut-schüssel, f.
Blut-schwamm, m.
Blut-schwären, m.
Blut-schwartenmagen, m.
Blut-seffer, m.
Bluts-freund, m.
Bluts-geld, n.
Bluts-knopf, m.
Bluts-kopf, m.
bluts-notwendig, Adj.
Bluts-pfennig, m.
bluts-schlecht, Adj.
Blut-stillung, f.
Blut-streifen, m.
Blut-streimen, m.
Blut-striemen, m.
Bluts-tropfen, m.
Blut-sturz, m.
Blut-stück, m.
Blut-suckel, f.,  m.
Blut-zuckel, f.,  m.
Blut-suck(e)ler, m.
Blut-zuck(e)ler, m.
Blut-süffer, m.
bluts-verwandt, Adj.
Bluts-verwandtschaft, f.
blutt, Adj.
blutt-ährig, Adj.
Blutt-arsch, m.
bluttern, schw.
pluttern, schw.
blutter-pockig, Adj.
Bluttes, m.
blutt-geschlagen
blutt-geschoren
Blutt-hälslein, n.
Blut-tier, n.
Blutt-kauder, m.
Blutt-kopf, m.
blutt-köpfig, Adj.
Blutt-sack, m.
Blutung, f.
Blut-vergiftung, f.
Blut-verlust, m.
Blut-weiderich, m.
Blut-wein, m.
 -ballen m.: = PfWB Pfingstrose, Blutballe [ NW-Lach]; vgl. PfWB Blutrose. Syn. s. PfWB Batonjerose. — -blase f.: wie schd., -blos, s. PfWB Blase [verbr.]; vgl. Blut-

[Bd. 1, Sp. 1042]
blater. Er hot sich an der Deer (Tür) geklemmt, dodevun hot er die Blutbloos am Finger [ LU-Opp]. Südhess. I 966. — -blater f.: = PfWB Blutblase, -bloder, s. PfWB Blater [Kaislt Danner Penns 11]. Südhess. I 966; RhWB Rhein. I 808.
 
  
Blüte f.:
1. 'Das Blühen, die Blütezeit', Bliet (blīd) [verbr. VPf]; e schlechti B., bei naßkaltem Wetter [ NW-Kallstdt Wachh BZ-Pleisw]. 'Zeitpunkt des Köpfens bei Zigarettentabaken' [ SP-W'see]. BR.: Wann's in de Bliet dimmelt (donnert), gebt's kan Obst [ FR-Kindh]. Es gebt ken Obscht, wann's in de Bliet wedderleecht (wetterleuchtet) [Fogel Beliefs Penns Nr. 1087]; vgl. PfWB Blut2. —
2. 'die einzelne Blüte', vgl. PfWB Blühe 2. De Rewestock kriegt schun Bliere [ LU-Alsh]. Wann die Bliede uff sin, kehrden (gehörten) die Kepp runner 'ist der Zeitpunkt des Köpfens für Schneideguttabake gekommen' [ LA-Gommh]. BR.: Wann's Laab vor de Bliede kummt, gebt's kan Quetsche [ FR-Kindh, KU-Schmittw/O]. Zs. PfWB Brimmen-, Holler-, PfWB Korn-, Kukummer-, PfWB Lyra-, PfWB Motzen-, PfWB Nagel-, Nägelchen-, PfWB Rosen-, PfWB Windenblüte. — Südhess. I 966; RhWB Rhein. I 812; Bad. I 273.
 
 
Blut-egel m.:
1. wie schd. (Hirudo medicinalis), s. K. 57, Blutiel [herrschend NPf], -igel und selteneres -ichel [Streifen längs der Straße Worms-Saarbrücken], -ichel [SOPf PS], -iggel [Raum Lu'haf], -eel, -ejel, -echel und -eggel [vereinzelt, -eel und -ejel in stärkerer Häufung östl. Rockhs u. südl. Kirchhbol]. Auslandspfälzer: -igel [ Don-Alexhs Gert Heuf Liebling Tschest Ulmb Buch A'fratautz Arbora Illisch Onufry]; vgl. Blutsuck(e)ler. Blutegel werden nur noch sehr selten angesetzt; den Kindern ist das Wort kaum mehr bekannt. —
2. 'Wucherer, Ausbeuter, Mensch, der seinem Schuldner den letzten Pfennig abpreßt' [verbr.]. — Auffallend ist im Grundw. das starke Überwiegen der Formen mit i (-īl, -ijəl, -ichel, -igəl) gegenüber denen mit e (-əl, -ejəl, -eχəl, -egəl). Zur Etym.: Es ist fraglich, ob -igel durch Verwechslung mit -egel aufgekommen ist, wie in PAUL3 vermutet wird. Das Wort geht wie Igel auf die idg. Wurzel *eĝhi- zurück, Kluge-Mitzka19. — Südhess. I 966; RhWB Rhein. I 808; Bad. I 273. — -eimer m.: 'Eimer, in dem das Blut beim Schlachten aufgefangen wird', -eimer [ BZ-Albw]; vgl. PfWB Blutschüssel. Südhess. I 966. — -eißen m.: 'kleines Blutgeschwür, das schwarzes Blut enthält', -äße [ PS-Erfw], -äßel (Dim.) [ GH-Freckf]; vgl. PfWB Blutschwären. Bad. I 273; ElsWB Els. I 75; Lothr. 54.
 
 
blütel-weiß s. PfWB blütenweiß.
 
  
bluten schw.:
1. gegenst.
a. von Mensch und Tier, blude, bluðe, blure, blule, s. F. [allg.]. Zs. PfWB aus-, PfWB tot-, PfWB verbluten. 's hot e bißl geblut [ NW-Freinsh, allg.], aarich geblut 'stark geblutet' [KB-Kriegsf, verbr.], schään geblut, dass. [NW-Kallstdt, verbr.]. Er blut wie e Sau [ KU-Bedb, allg.].

[Bd. 1, Sp. 1043]
Er blut sich zu Dod [ LU-Friesh]. Es hätt meich einer steche kenne, eich hätt kei Troppe geblutt [ WD-Niedkch]. Die Nans hot em geblut [ FR-Bockh]. Mach kalt Wasser in die Halskaut, dann heert die Nas uf se blure [ KL-Reichb]. Er blut aus Maul un Nas [ Gal-Dornf Obl]. Volksgl.: Gegen Nasenbluten und Bluten der Wöchnerin gab es folgenden Brauchspruch: Es wachsen drei Lilie auf Christus Grab, die erste heißt Blut, die zweite heißt Gut, die dritte heißt Stillstand; im Namen des Vaters usw. [HB-Kirrbg (vor 1930)]. Gegen das Bluten beim Vieh: Die Frau Didiana ging zu der Frau Susanna. Die Frau Susanna ging zu der Frau Mutter Gottes. Die Frau Mutter Gottes ging zu Herr Jesu Christ und spricht: Nimm dem Stück Vieh das Blut zwischen Haut, Fleisch und Gedärmen, mag es sein, wo es ist. Im Namen des Vaters usw. [ebd.]. In PS-Erfw (1925) legen Kinder, die sich eine Handverletzung zugezogen haben, zwei Hölzchen kreuzweise übereinander und lassen das Blut aus der Wunde darauf tropfen, um es auf diese Weise zu stillen. — Ein Kind, das ein Stück Brot oder Kuchen in der Hand hatte, wurde von Erwachsenen damit geneckt, daß sie ihm sagten: Dei Hand blut! Um den vermeintlichen Irrtum des Erwachsenen aufzuklären, streckte das Kind diesem zuerst die leere, dann die volle Hand entgegen [ Gal-Obl Bagbg]. Mer soll 'me Kind gewe vun allem, was mer selber eßt, schunscht macht mer'm sei Herz blute [Fogel Beliefs Penns Nr. 100]. RA.: 's Herz blut em, wann mer so was sieht, wenn z. B. jemand Hab und Gut verpraßt [ LU-Limbghf, allg.]. — Von einem Lungenkranken sagt man kurz: Er blut [ KU-Bedb LU-Böhl]. —
b. von Bäumen und Reben. Die Rewe blude, wenn im Frühjahr der Saft austritt [GH-Kand, verbr. VPf]. —
c. Part. Präs. im Blumennamen 'flammendes Herz (Dicentra spectabilis)', blutend Herz [Germh], blurend H. [ PS-Winz]. Syn. s. PfWB Herzblume. —
2. übertr. Der muß heit blure 'die Zeche bezahlen' [ KB-Kriegsf, allg.]. Der muß schwer b. 'große finanzielle Opfer bringen' [allg.]. — F.: blūdə [LU-Friesh Opp Oggh LA-Gommh Land GH-Kand], blūlə [ KU-Bedb LU-Altr], sonst wohl allg. blūrə; blūðə [ Gal-Dornf]. In WD-Niedkch das Part. Perf. gəblud. Südhess. I 966/67; RhWB Rhein. I 810/11; ElsWB Els. II 172; Bad. I 273.
 
 
blüten schw.: 'zur Ader lassen', eigentl. 'bluten machen'. Am Stephanstag (26. Dezember) sticht man den Pferden in den Gaumen, man blütet sie [Schandein Bav. IV/2, 377]. RhWB Rhein. I 811.
 
 
blutend s. PfWB bluten 1 c.