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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Blach-feld bis placken (Bd. 1, Sp. 952 bis 954)
 
  Blach-feld n.: wie schd. a. 1743: wie vorhin

[Bd. 1, Sp. 953]
übernachtet und das Lager in dem Blochfeld gehabt [Eyselein 109 (LU-Muttstdt)].
 
 
Blachner s. PfWB Blechner.
 
  
Bläch-stück n.: 'Rippenstück', Blechstick (blęχdig) [ KU-Diedk Bedb LU-Opp NW-Frankeck Elmst GH-Knitth]. Bad. I 242/43; ElsWB Els. II 152 Blächel 'Speck'.
 
 
Plack-eisen n.: 'wer sich allzu lange bei anderen aufhält, zu lange auf deren Stuhl sitzen bleibt', s. PfWB placken1 3 b. Hoffentlich kummt heit omend (abend) des Plackeise net [Kaislt].
 
  
pläckelich Adj.: 'fleckig'. Die Äppel sin pläcklich [ PS-Erfw]. Südhess. I 882; RhWB Rhein. VI 911.
 
 
Pläckel-jude m.: Gestalt aus dem Sommertagsspiel, das am Nachmittag des Sonntags Lätare auf offener Straße in BZ-Eußth aufgeführt wurde. Dem P. fiel die Aufgabe zu, nach der Vorführung des Streitgespräches zwischen Sommer und Winter von den Zuschauern Geld einzusammeln. Seinen Namen hat er von dem aus Flicken (s. PfWB Placken 6) bestehenden Kleid. Vgl. A. Becker, Pfälzer Frühlingsfeiern, Kaiserslautern 1908, S. 21 ff., L. Stoll, Der brauchtümliche Wortschatz, S. 119.
 
  
pläckeln schw.: sich p. 'sich hinziehen', z. B. vom Weg. Des pläckelt sich noch e bißche [ FR-Quirnh]. Andere Bed. in Südhess. I 882 u. RhWB Rhein. VI 911.
 
 
Blacken m.: Fischart, Blacke (blagə) [KU-Rothsbg (Mang 79)]. Schwäb. I 1148.
 
  
Placken1 m.:
1. 'von Verschmutzung herrührender Fleck'.
a. 'Kleiderfleck'. In deim Klaad is e großer Placke [ RO-Messbhf, allg.]; vgl. PfWB Flecken. —
b. 'Klecks'. In deim Heft haschde e P. [KU-O'alb, lothr. SWPf]. — Zs. PfWB Blutplakken. —
2. 'andersfarbige Stelle am Körper des Menschen, des Tieres, an Früchten'.
a. blooe (blaue) Placke, vom Schlagen [allg.]. Zs. PfWB Schindplacken. —
b. Placke im Gesicht 'ein Muttermal' [ KU-A'glan PS-Burgalb Simt FR-Bockh]. Zs. PfWB Pfeffer-, PfWB Kaffee-, PfWB Leber-, PfWB Mutterplacken. Auch von großen Sommersprossen, s. PfWB Sommerplacken, und von den Gesichtsflecken schwangerer Frauen, s. PfWB Windelplacken. —
c. 'Schorf an Früchten'. De Appel hot Placke [allg.]. —
d. 'weiche Stellen am Fallobst', s. PfWB Plotzplacken. —
3. 'Fläche am Erdboden, die sich von der Umgebung abhebt'.
a. 'nasse Stelle auf der Wiese'. Die Wies hot e nasse P. [ ZW-Battw, allg.], e galliche P., dass. [ BZ-Gleisz/Gleishb]; vgl. PfWB Platz 2 bγ, PfWB Galle2. Zs.: PfWB Bruch-, PfWB Moor-, PfWB Moos-, PfWB Sumpf-, PfWB Wasserplacken. —
b. 'von Kleeseide befallene ringförmige Stelle im Acker'; e Placke Seid [ZW-Riedbg, verbr.], e leere P. u. ä. [verbr.]. Zs. PfWB Kleetod-, Samt-, Seidenplacken. —
4.
a. 'ein Stück Land', Placke [ BZ-Kapswey Steinf Nd'ottb], e Placke Land [ KU-Elschb]. a. 1540: zwey Siemern (altes Fruchtmaß) von eim placken

[Bd. 1, Sp. 954]
[SSp., Gräfensteiner Amtsgefälle]. a. 1546/47: eyn placken ackers [Heimatmuseum Rockhs (RO-Münchw)]. —
b. 'kleiner Acker, kleine Wiese', oft im Dim. Der hot jo nor e paar Placke [ PS-Schmalbg, allg.], e paar Pläckle Land [mittl. u. südl. VPf]; e P. Gras 'kleiner Grasplatz' [ PS-Burgalb], e Pläckel Gras, dass. [ PS-Steinalb], e Pläckelche Wies [ IB-Ballw]. Dem sei paar Placke traae (tragen) nit meh (mehr) in, als was e Gäß freßt iwer Winter [ ZW-Battw]. VR.: Trutz nit so, trutz nit so, ich kann mich doch ernähre. Ich häb e Pläckel Erbse draus un e Bämel Beere [Feierowend 1950 Nr. 2]. Zs. PfWB Futter-, PfWB Gras-, Wasen-, PfWB Wiesenplacken. —
c. 'Platz im Gelände'; e sunnich Pläckel 'ein sonniges Plätzchen' [GH-Zeisk, verbr.]. In Zweibr heißt der heutige Hallplatz der Placke, auch Sauplacke, weil auf ihm früher der Schweinemarkt abgehalten wurde [Wilms Alph. 37]. Gott sei Dank, daß 's in meiner Heimat noch e Pläckel gibt, wo ich wirklich deheem bin! [Hartmann Unkel 67]. —
5. 'die empfindliche Stelle am Ellenbogen'; 's kitzlicht Pläckel [ BZ-Heuchh]. Zs. Telephon-, PfWB Judenpläckel. —
6.
a. 'kleines Stück Tuch, Stoffrest', Placke [allg.]; e Pläckel 'Stoffmuster' [ LU-Böhl]. Zs. PfWB Musterplacken. —
b. 'Flicklappen'. Uf des Loch muß mer e große Placke setze [allg.]; vgl. PfWB placken. Do sitzt ee P. newem annere [ KU-Schmittw/O]. Der hot de P. newer's Loch g'setzt 'hat etwas verkehrt gemacht' [LU-Muttstdt, verbr., auch Gal]. Zs. PfWB Flickplacken. —
c. 'Tüchlein zum Einwickeln'. De Butter muscht de mit de nasse Pläckelcher inwickele, damit die Butter frisch bleibt auf dem Weg zur Stadt [ Gal-Dornf]. —
7. 'die auf Flüssigkeiten schwimmende Schicht von Schimmel'. Uff'em Kaffee in de Kann schwimmen so klääne schimmelige Placke rum [Frankenthaler Zeitung vom 1. 8. 1926]. —
8. e Placke Zunner (Zunder) [ KU-Schmittw/O]. — F.: blagə, blḁgə, blǫgə im Sing. u. Pl. Zur Verbr. des Stammvokals s. PfWB backen. Dim. in der WPf u. nördl. VPf blęgəlχə, in der mittl. u. südl. VPf blęgəl. Südhess. I 882/83; RhWB Rhein. VI 903 ff.; Saarbr. 29; LothWB Lothr. 47; Bad. I 242.
 
 
Placken2 Pl.: 'Schläge auf die Hand'. a. 1787: Placken [Journal 1787, 7.-12. Stück, S. 214]; vgl. PfWB Plages. Zs. PfWB Handplacken.
 
  
placken1 schw.:
1. 'einen Flicken aufsetzen', s. PfWB Placken 6 b. SprW.: Wer net flickt un net plackt, is ball vernackt [KU-Bechb, verbr., auch Don Gal Buch]. Übertr. in der RA.: Er muß die Pann placke 'Er muß zuletzt alles bezahlen' [Kleeberger 98, verbr.]. —
2.
a. Part. Perf. 'gefleckt', vom Vieh, in der Zs. schwarzgeplackt
b. 'fleckig, bunt machen' in PfWB verplacken. —
3.
a. ene uf de Bodem placke 'einen zu Boden schleudern (daß er kleben bleibt)' [ KU-Blaub Zweibr]. —
b. 'sich hinsetzen'. Der plackt sich eefach uf moi Stuhl [Kaislt]; vgl. PfWB pflastern 4.

[Bd. 1, Sp. 955]

c. eni p. 'eine Ohrfeige versetzen' [ KL-Ottbg]; vgl. PfWB pappen1. Syn. s. PfWB ohrfeigen. —
4. 'zahlen', placke [Schandein Sprachsch.]; s. auch oben 1. Syn. s. PfWB bezahlen. —
5. etwas p. 'obenhin, unvollständig machen' [Klein Prov. 56]; vgl. PfWB pfuschen. —
6. sich net p. losse 'sich nicht lumpen lassen' [LA-Venn Keiler 152]. — Südhess. I 883; RhWB Rhein. VI 911 ff. LothWB Lothr. 47.