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Pfälzisches Wörterbuch 
 
bimsen bis Binde (Bd. 1, Sp. 911 bis 915)
 
   bimsen schw.:
1. 'prügeln', bimse (bimsə) [verbr.]. Zs. PfWB verbimsen. Dene han ich gebimst [Zweibr, verbr.]. Der isch gebimst worr [HB-Einöd, verbr.]. Syn. s. PfWB verhauen. —
2. 'peinigen, plagen' [ ZW-Battw KL-Lind LU-Opp]. Syn. s. PfWB quälen. —
3. 'ausdauernd lernen' [ KB-Biedh]. — Aus bimsen 'mit dem Bimsstein glätten'.
 
 
pimsen s. PfWB piemsen; Pimser s. PfWB Piemser.
 
  
Bims-stein m.: wie schd., Bimssteen (bimsdēn) [HB-Breitft (PfId.)], -staan (-dān) [ KU-Kaulb], -stäin (-dęin) [ KU-Schmittw/O], Bimschtee [Lambert Penns 28]. Südhess. I 850; RhWB Rhein. I 695; Bad. I 230.
 
 
bin s. PfWB sein; Binätsch s. PfWB Spinat; Binchen s. PfWB Filippine.
 
 
Bind-achse f.: 'drehbare Walze zum Niederziehen des Wiesbaums beim Binden des Erntewagens', s. Abb. 24, zumeist Binnahs, selten Bennahs, Binnaß, Binnachs, Bennachs; zur Verbr. für 1926 s. K. 49, zur Lautform s. F. Bei den Auslandspfälzern erscheint das Wort in der Form von Binnachs in Don-Schowe Indija Gal-Bagbg Moosberg Rosenburg Schönthal Unterbach Unterwalden Weinbergen Rußl-Rastatt Worms. Syn.: PfWB Binder, PfWB Bindrolle, PfWB -walze, PfWB -welle, PfWB Heuwinde, PfWB Rolle, PfWB Walze, PfWB Welle, PfWB Winde, PfWB Windachse, PfWB -holz. — Von 1926 bis 1957 ist, wie der Vergleich der K. 48 mit K. 49 zeigt, im Südostteil des Binnahs-Gebietes die Form Binnachs aufgekommen. Man wird sie als Kompromißform von Binnahs und dem im angrenzenden Ostteil der Pfalz herrschenden Winnachs ansehen können.

Außerdem mag die schriftsprachliche Form Achs von Kaislt her mit eingewirkt haben. — F. für 1926 (vgl. K. 48): binās und binns fast

[Bd. 1, Sp. 912]

allg. im mittl. und nördl. Teil der WPf (ausgenommen Nordspitze); bęnās und bęns in KU-Krottb Schellw KL-Miesb; -- mit Sicherheit in KU-Kaulb KL-Lind Miesb; binas in KL-Siegb; binags in KU-Diedk O'alb Kus, benags in WD-Niedkch Saal, binaus in KU-Glmünchw. — -band n.:
1. im Pl. 'Bindebänder zum Befestigen der Rebstöcke', meist aus Stroh, aber auch aus Bast oder Kordel, Binnbänner [ FR-Albsh]. —
2. 'Angebinde'. a. 1792: Bindband [Klein Prov. 49]. — RhWB Rhein. I 701.
 
 
Binde1 f.:
1. 'Verbandzeug, Mullbinde', Binn, selten Benn, Bind, s. F. [verbr.]; häufiger ist Verband.
2. 'Tuch zum Zubinden oder Festhalten'; die Binn uf de Aue [Kaislt, verbr.]; de Aarm in de B. traa [NPf, allg.]; e Benn (Bruchband) traan [WD-Niedkch, verbr.]. Zs. PfWB Bart-, PfWB Bruch-, PfWB Schnurresbinde. —
3. 'Kragen', in der RA. (umgspr.): e Schoppe hinner die B. gieße [verbr.]. Zs. PfWB Halsbinde. —
4. 'Armbinde als Abzeichen' in den Zs. PfWB Arm-, Rot-Kreuz-Binde. — F.: Die nicht sehr zahlreichen Belege verzeichnen (1935) fast allg. bin; bind wird in Bed. 3 für einzelne, über die ganze Pfalz verstreute Orte

[Bd. 1, Sp. 913]

[Bd. 1, Sp. 915]
angegeben; bęn erscheint in Bed. 2 in WD-Niedkch und in Bed. 3 in GH-Nd'lustdt, bend in WD-Niedkch und Ingb. Die schriftspr. Herkunft des Wortes macht das im Vergleich zu PfWB binden seltenere Auftreten der Senkung vor Nasal verständlich. — Südhess. I 850; RhWB Rhein. I 702; Bad. I 230.
 
 
Binde2 'Schleuse' s. PfWB Binne.