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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Bibbes bis Biber-männlein (Bd. 1, Sp. 882 bis 883)
 
  Bibbes s. PfWB Bippes.
 
  
Bibel f.: wie schd., Biw(e)l (bīw(ə)l) [fast allg.], Biww(e)l (biw(ə)l) [verbr. mittl. u. südl. VPf]. Nach Bertram 54/55 haben in der mittl. VPf die im ehemaligen Bistum Speyer gelegenen katholischen Orte fast durchweg bīwl, die evangelischen Orte in der ehemaligen Kurpfalz dagegen biwl. Bertram vermutet, daß die Erhaltung der alten Kürze (mhd. bibel) im häufigen

[Bd. 1, Sp. 883]
Gebrauch des Wortes durch die Evangelischen begründet sei. Dies scheint zweifelhaft, denn die Evangelischen haben das Wort von der Kanzel her sicher sehr oft mit gedehntem i gehört; tatsächlich weisen die evangelischen Gebiete der WPf durchweg langes i auf (so auch die Nachkommen der pfälzischen Auswanderer). — Volksgl.: Mer soll en Schlissel in die Biwel lege an der Stell Hohelied 8,7. Wammer an der Buchstawe kummt, wu em seim Bo (engl. beau = Geliebter) sei Name afangt mit, dreht sich der Schlissel in der Biwel [Fogel Beliefs Penns Nr. 201]. KR.: Hier steh ich uf de Kanzel un prellich wie e Amschel aus de dicke Bibel vun Maria Zwiebel [ KU-Bedb]; Variante hierzu s. PfWB Amsel. — a. 1761: Biewel [RO-Gonb (LeinGBl. 1911, S. 76)]. — Südhess. I 822; RhWB Rhein. I 673; Bad. I 220.
 
 
bibel-fest Adj.: wie schd., biw(e)lfescht [verbr.]. Bad. I 220.
 
  
Bibel-forscher m.: wie schd., Biwelforscher [ LU-Opp LA-Wollmh]. — -husar m.: 'Prediger, der in seinen Predigten zuviel Bibelsprüche anführt'. a. 1792: Bibelhusar [Klein Prov. 48].
 
  
Bibels-geschichte f.: 'biblische Geschichte', Biwelsgschicht [KL-Reichb verbr. südl. VPf], Biwles- [ PS-Gersb]. Südhess. I 822.
 
 
Bibel-spruch m.: wie schd., Biwel-, Biwwelspruch (-brux) [allg.]. — -stunde f.: wie schd., -stunn (dun) [verbr.].
 
  
Biber m.:
1. 'weicher Baumwollstoff', früher hauptsächlich für Unterwäsche, Nachtjacken und Kopftücher, jetzt auch für Bettlaken u. dgl., Biber (bībər) [vorn. nördl. WPf u. nördl. VPf], Biwer (bīwər) [vorn. mittl. u. südl. WPf u. VPf]; vgl. PfWB Baumwollbiber. Das Wort erscheint auch in den Zs. Biberbai, -kleid, -rock, -zeug. —
2. Tiername. Biwere fange 'zum besten halten' [ HB-Walshs]; vgl. Elbentrütsche. — Südhess. I 822; RhWB Rhein. I 673; Bad. I 220.
 
 
Biber-geil n.: 'stark riechende Ausscheidung des Bibers', enthalten in dem krampflindernden Mittel Castoreum. Nach Friedrich Pauli (Die in der Pfalz und den angrenzenden Gegenden üblichen Heilmittel, Landau 1842, S. 17) bereitete man aus Bibergall und verschiedenen Heilkräutern einen Teeaufguß als Mittel gegen das Wechselfieber.
 
  
Biber-männlein n.: 'brustbeklemmendes, gespenstiges Wesen', Syn. s. PfWB Alb. RA.: Er schrumbelt zamme wie e Biwermännel [ LA-Herxh].