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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Pfoten-hafen bis Pfründe (Bd. 1, Sp. 871 bis Bd. 6, Sp. 1768)
 
   Pfoten-hafen m.: 'eiserner Topf mit 3 Füßen, der auf dem offenen Herd über das Feuer gestellt wurde', Podehawe (pōdəhawə) [verbr., schon um 1930 »längst außer Gebrauch«], (-hāwə) [ RO-Lettw]. Dim. Poudehäwwel [VPf], Potehäbche [Schandein Ged. 245]; die im P. warm gehaltene Speise nannte man Podehäwwelwarmes [NW-Hamb (1930)].
 
 
Pfoten-pfanne f.: 'eiserne Pfanne mit Füßen', vgl. PfWB Pfotenhafen. a. 1751: 1 eisen Potten Pfann [Kurpf., 1588-90].
 
  
Pfrangel f.: 'Zwangslage, Bedrängnis'; in de Prangl (braŋl) stecke [ KU-Kaulb Kreimb]; vgl. PfWB Bredullje. — Zu mhd. phrange 'Einengung, Nötigung, Drangsal'; vgl. PfWB Pranger.
 
 
pfrengen schw.: 'in die Enge, in Not bringen'; vgl. PfWB Pfrangel. a. 1850: Die Schloßen nahmen den Weg über Roschbach ... und sie prengten so ein wenig das ganze gemark [Franz, St. Martin, S. 56].
 
 
Pfrieme 'Besenginster' s. PfWB Brimme.
 
 
Pfriemen m.:
1. 'Schusterahle', Prieme (brīmə) [NW-Lach/Speyd ZW-Walshs BZ-Heuchh,

[Bd. 1, Sp. 872]
s. K. 9 bei Ahle, auch lothr. SWPf]. —
2. 'Nadel zum Ausräumen der Tabakspfeife' [KL-Gimsb u. Umg.]. — RhWB Rhein. VI 794; LothWB Lothr. 64; ElsWB Els. II 149; Bad. I 215; Hess.-Nass. II 622/23.
 
 
pfropfen schw.: 'Obstbäume veredeln', proppe, propfe, pfropfe (!) [mancherorts in der VPf, jedoch nicht volkstümlich]; vgl. PfWB äugeln, PfWB blätteln, PfWB possen, PfWB zweigen.
 
 
Pfropfen, Pfropferm.: 'Flaschenkork', Proppe, Propper, Propfer [mancherorts VPf, nicht volkstümlich]; vgl. PfWB Stopfen.
 
 
Pfrün s. PfWB Pfründe.
 
  
Pfründe f.:
1. 'die dem Geistlichen verliehenen Einkünfte', Pfründ(e) (!) [ KB-Rams LU-Limbghf SP-Harths LA-Böching BZ-Dernb]. a. 1338: so sal die vorgenant messe vnd prunde zu hant nach sime (seinem, d. h. des Stifters) dode anegen [OttbgUrkb. 402]. —
2. 'Altersunterstützung', Pfründe [ NW-Lambr], 'Verpflegung im Pfründnerhaus' [ FR-Grünstdt KB-Mauchh LA-Rhodt]. —
3. 'Gegenleistung', Pfrind [ WD-Niedkch], Pfrund [ GH-Rh'zab]. —
4. 'Hirtenlohn', Pfründ und Pfrün [verbr. WPf]. Zs. PfWB Kuh-, PfWB Saupfründe. Der Sauhirt bekam zur Festzeit einen Kuchen zur Pfrind [ RO-Bistschd], arbeitete in der Pfrin 'für wenig Lohn' [ KL-Olsbr]; in der Pfrin schaffe heißt 'umsonst arbeiten' [ KL-Einsdhf], 'in der Gemeinde fronen' [ KU-Bechb]. — F.: Auffallend ist der pf-Anlaut auch in Bed. 4. Dennoch liegt zweifelsfrei Entlehnung aus dem Schriftdeutschen vor, wofür auch der Umlaut -ü- spricht. — Bad. I 216; Hess.-Nass. II 623/24. Zur Etym. s. Kluge-Mitzka17.

 


Aus den Nachträgen
 
  
Pfründe (E) f.: in der altmda. Form Prunn (prun) als 'Hirtenlohn' bezeugt [ GH-Wörth]; vgl. Küh-, PfWB Saupfründe.