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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Baum bis bäumen (Bd. 1, Sp. 626 bis 630)
 
Baum, m.
Baum-acker, m.
Baum-allee, f.
Bau-mann, m.
Baum-arsch, m.
Baum-ast
Baum-blatt
Baum-blühe
Baum-blüte
Baum-gipfel
Baum-harz
Baum-krone
Baum-leiter
Baum-loch
Baum-messer
Baum-pfahl
Baum-reihe
Baum-rinde
Baum-spitze
Baum-spritze
Baum-stamm
Baum-wachs
Baum-wurzel
Baum-blume, f.
baum-eiseln, schw.
Bau-meister, m.
baumeln, schw.
bäumen, schw.
Baum-erde, f.
Baum-feld, n.
Baum-garten, m.
Baum-gereite, n.
Baum-häckel, m.
Baum-hacker, m.
Baum-haken, m.
-bäumig
Baum-kelter, f.
Baum-knorzen, m.
Baum-kratze, f.
Baum-krebs, m.
baum-lang, Adj.
Baum-läufer, m.
Baum-nägelchen, Pl.
Baum-nuß, f.
Baum-öl, n.
Baum-olig, n.
Baum-pfetze, f.
Baum-picker, m.
Baum-säge, f.
Baum-schäler, m.
Baum-schere, f.
Baum-scherer, m.
Baum-schlierer, m.
Baum-schnitter, m.
Baum-schule, f.
Baum-stock, m.
Baum-storren, m.
Baum-storzen, m.
Baum-strebe, f.
Baum-strunk(en), m.
Baum-stück, n.
Baum-stumpf(en), m.
Baum-stütze, f.
Baumwoll-baum, m.
Baumwoll-biber, m.
baumwoll-bibern, Adj.
Baum-wolle, f.
baum-wollen, Adj.
Baumwoll-kleid
Baumwoll-socken
Baumwoll-strumpf
Baumwoll-wiechen, m.
Baumwoll-zeug, n.
Baum-wurzel, f.
Baupe, f.
Pauper, m.
Pauperem, m.
Bau-platz, m.
Baupse, f.
baupsen, schw.
Bau-rübe, f.
Paus-backen, Pl.
Pausch-backen, Pl.
paus-backig, Adj.
pausch-backig, Adj.
Bausch, m.
Bauscht(en), m.
Bau-schaffner, m.
Pausch-backen
bauschen, schw.
Bauschen-korb, m.
Bauschten-korb, m.
Pausch-köpfchen, n.
Bauscht-äpfel, Pl.
Bause, f. f. m. m.
Pause1, f. f. m. m.
Bausen, f. f. m. m.
Pausen, f. f. m. m.
Pause, f.
bausen, schw.
   Baum m.:
1. Baum im botanischen Sinne, Baam, Boom, Boum, Bääm, Beem, Bäim, s. F. u. K. 26. Zs. mit Baum als Grundwort: Apfel-, Arles-, Palm-, Band(en)-, Pappel-, Bellen-, Pfirsich-, Pflaumen-, Bieg-, Bienen-, Birn(en)-, Praumen-, Buchs-, Putsch-, Tannen-, Eichel-, Fichten-, Flügelsamen-, Forlen-, Haselnuß-, Holunder-, Kastanien-, Kästen-, Kätzlein-, Kauten-, Kiefern-, Kirschen-, Knaller-, Knallerbsen-, Laub-, Lebens-, Linden-, Lorbeer-, Mandel-, Maulbeer-, Mutter-, Nägelches-, Nasen-, Nuß-, Obst-, Ohren-, Quasten-, Quetschen-, Rosen-, Rusten-, Sade-, Samen-, Schalks-, Schatten-, Schieß-, Schneeballen-, Schneeblätter-, Segen-, Seifen-, Seihen-, Setz-, Sperben-, Stand-, Weiden-, Weinblumen-, Wilgen-, Zapfel-, Zasel-, Zettelbaum; weitere Zs. s. unter 2., 4. u. 6. Vergleiche und RA.: E Kerl wie e Baam [KL-Alsbn, verbr.]. Des Kind is wie e Fischel uf em Bam, von einem Kind, das elend aussieht [Land]. Der kann noch Bäm ausreiße, ein Alter, der noch gut bei Kräften ist [verbr.]. Der sieht vor lauder Bääm de Wald nit [GH-Büchbg, verbr.]. Uf die Bääm, sie kummen! (scherzh. Warnruf) [Kaislt] Er hot geloo, daß sich die dickschte Bääm geboo han [WPf]. Ich schlach der ufs Kabidal, daß de die Beem im Oorewald (Odenwald) wachse heerscht [LA-Impfl]. SprW.: De Appel fallt net weit vum Baam (parodistisch: ... vum Beerebaam 'Birnbaum') [RO-Sippf, verbr.]. Uf äin Streich fillt käin Bäim [KU-Schmittw/O, verbr.]. Wie de Baam fallt, so leirer 'liegt er' [ KU-Herschw/Petth]. Unser Herrgott sorcht, daß die Bääm ned in de Himml wachsen [ GH-Kuhdt]. E alte Baam soll mer net versetze [Hebel Humor 47]. WR.: Märzeschnee tut alle Bäum un Frichte weh [ IB-Rubh, allg.]. Wann die Beem winters mit Eis sin, gebts viel Obscht 's nechscht Johr [Fogel Beliefs Penns Nr. 1084]. Volksgl.: Wenn ein Baum verdorrt, stirbt jemand [ KL-Wörsb]. Der Baum, an dem sich jemand erhängt hat, wird umgemacht und auf dem Platz verbrannt, nicht zu Haus im Ofen [ KU-Diedk]. Abendgebet: Im Himmel steht e Bäämche, do schirrl (schüttle) ich mer e Träämche (Träumchen), do leh ich ab mei Sinn (Sünden), in Gottes

[Bd. 1, Sp. 627]

[Bd. 1, Sp. 629]
Name schloof ich in [ KU-Kaulb Kreimb, ähnlich Gal-Dornf]. VR.: 1, 2, 3, geht e Gässl nein. Im Gässl esch e Gäärdl, im Gäärdl esch e Bääml, im Bääml esch e Neschdl, im Neschdl esch e Eile, im Eile esch e Dodderle, im Dodderle esch e Häsl. Geh weg, ich schlach d'r ufs Näsl! [ LA-Edh.]. a. 1307. Sie sollent auch me hauwen dri baume alle iare [MüPfUrk. Fasz. 86 Nr. 1407]. a. 1552-1557: hatt mein gnediger herr die öpfel von den bawmen [LeinSb. Bl. 29]. —
2. 'Christbaum', bes. im Dim. Häufiger als das Simplex verwendet man die Zs. PfWB Christ-, Christkindchen-, Weihnachsts-, PfWB Zuckerbaum. Ehr hun awwer e scheene Baam! (bm) [KB, PS-Gersb LU-Friesh]. Hunner schun e Bäimsche? [KU-Schmittw/O, verbr.]; 's Bäämel butze 'schmücken' [PS-Ruppw, verbr.], das Baaml abmache 'seines Schmuckes entkleiden' [PS-Schönau, verbr.]; 's Bäämche schillele (schütteln), dass. [KU-Bedb, verbr. westl. WPf, älteste Gener. (1930)]. KR.: Chrischkindche kumm in unser Haus, leer dei golde Säggelche aus, stell dei Beemsche uff de Disch, daß mer sieht, daß Weihnachde is [RO-Schweisw, verbr.]. In früheren Zeiten verfertigte man den Christbaum selbst, indem man in einen entsprechenden Stab Löcher bohrte und in diese kleine Tannenzweige steckte, so in KB-Bennhs. S. Chrisrtmann Vk. 61 ff. — Als Brauchtumselement erscheint der Baum auch in PfWB Pfingst-, Hagel-, Kirben-, PfWB Kletter-, PfWB Kranich-, PfWB Maibaum. —
3. 'Rispengras (Poa)', Bäämche u. Bäumche [verbr. VPf (Wilde 78)]. —
4. Teil eines Gerätes.
a. des Schubkarrens; zwei, in Handgriffe auslaufende Bäume, die die Last tragen, die Baam, Bääm, auch Dim. Bäämelcher [verbr.]; dafür auch die Zs. Karch-, PfWB Schubkarch-, PfWB Scherbaum. —
b. des Wagens, de unnerscht Bäim, de owwerscht B. 'der untere, der obere Leiterbaum' [ KU-Schmittw/O]. Siehe auch die Zs. PfWB Leiter-, PfWB Heu-, PfWB Heuleiter-, PfWB Langbaum, Lannen-, PfWB Ober-, PfWB Rund-, PfWB Unter-, PfWB Wein-, PfWB Wies(en)baum. —
c. an der Kelter, s. Zs. PfWB Kelter-, PfWB Spindel-, PfWB Zwingbaum. —
d. an sonstigen Geräten s. Zs. PfWB Eggen-, PfWB Sensen-, Webe-, PfWB Zeug-, PfWB Zitterbaum (die drei letzten am Webstuhl), Zoge(t)-, Zugbaum (am Pflug). Vgl. auch PfWB Hebe-, Lade-, PfWB Mast-, PfWB Wellbaum. —
5. zum griene Baam, Gasthausname [ NW-Frankeck LU-Maud]. —
6. Weiteres ist zu ersehen aus Abrahams-, Hüt-, Lach-, Loch-, Los-, Mal-, Regen-, Wetterbaum. F.: Sing. bām, bm, bōm, bēm, bm, bęim, baum, bḁum, bǫum; die Verbr. zeigt K. 26. Pl. fast allg. bm; bēm wurde angegeben für: HB-Einöd, ZW-Ernstw Hornb RO-Sippf KB-Albish FR-Hettldh Bobh NW-Dürkh (neben bm); bām für KU-Reichsth Hefw Kaulb/Kreimb Obw i. T. RO-Bistschd

[Bd. 1, Sp. 630]
Obd KL-Erzhs PS-Busbg KB-Kriegsf (neben bm) Mörsf GH-Neubg; bęim für KU-Schmittw/O. Das Dim. Sg. wird in der WPf und nördl. VPf mit -che (Bäämche, Beemche, Baamche, Boomche), in der mittl. u. südl. VPf (einschließlich Ostteil von PS) mit -(e)l (Bäämel, Baamel) gebildet; im Pl. erscheinen in der WPf u. im westl. Teil der mittl. u. südl. VPf -cher (Bäämcher, Beemcher, Baamcher, Boomcher, Bäämelcher), im Raum um Land und Bergz -ich (< ahd. ahi, eine Menge bezeichnend) (Bäämlich) und im übrigen Teil der mittl. u. südl. VPf -le (Bäämle Baamle); im einzelnen s. K. 27. — RhWB Rhein. I 549 ff;, Saarbr. 13; LothWB Lothr. 21; ElsWB Els. II 43 ff.
 
 
Baum-acker m.: FlN in RO-Cölln. a. 1587: ein Viertil Bomacker im Hasenstrick [Kurpf. Bl. 26 (LA-Gleisw)].
 
  
Baum-allee f.: 'Allee', Baamallee [ LU-Altr].
 
  
Bau-mann m.:
1. 'wer einen Wingert für den Eigentümer gegen vereinbarte Bezahlung ein ganzes Jahr hindurch bearbeitet und betreut', Baumann [ LA-Mart]; vgl. PfWB Rebmann. a. 1501: so soll er es mit einer lutenden glocken verkunden, so soll alsdann der baumann stil stan uf denselbigen tag [Grimm Weist V 587 (SP-Schiffstdt)]. a. Anf. 16. Jh.: ein buwemen [PfWeist. I 97 (SP-Berghs)]. —
2. 'Taglöhner im Weinbau', Baumann (bauman), Pl. -leit (-laid) [ LA-Edk]. —
3. auch als FN erhalten; dazu auch die Apfelart Baumann(s)reinette.RhWB Rhein. I 512; Bad. I 129.
 
  
Baum-arsch m.: 'Baumstumpf', Baamaarsch [ KB-Bubh FR-Dirmst]. Syn. s. PfWB Baumstorzen.
 
 
Baum-ast, -blatt, -blühe, -blüte, -gipfel, -harz, -krone, -leiter, -loch, -messer, -pfahl, -reihe, -rinde, -spitze, -spritze, -stamm, -wachs, -wurzel wie schd.
 
  
Baum-blume f.: 'Flieder', Pl. Baamblumme [ LU-Edigh]. Syn. s. PfWB Nägelchen. RhWB Rhein. I 555; Bad. I 129/30.
 
 
baum-eiseln schw.: 'am Baum zu Eis werden', vom Gefrieren des Regens und des Schnees an den Bäumen, baameisele [ZW-L'wied, schon 1928 nur noch von ganz alten Leuten gebraucht].
 
 
Bau-meister m.: 'Bauunternehmer', Baumääschder, -meeschder, -maaschder [allg.].
 
  
baumeln schw.: wie schd.; met de Fiß baamele [ KL-Stelzbg NW-Frankeck SP-Heiligst], baumele [ KB-Bubh SP-Mechth BZ-Dernb Klingmst]; das echte Mundartwort: bambele (s. PfWB bampeln). Er baamelt wie de Dieb am Galje [ KB-Bennhs]. RhWB Rhein. I 559; Bad. I 130.
 
 
bäumen schw.: sich b.
1. vom Pferd 'sich auf die Hinterbeine hochrichten'. De Gaul bäämt sich [verbr., den Auslandspfälzern unbekannt]. —
2. vom Menschen 'sich recken und strecken' [verbr.]. — RhWB Rhein. I 559; Bad. I 130.