Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
Backen bis Backen-kaute (Bd. 1, Sp. 510 bis 515)
 
Backen, m.
backen, st.,  schw.
packen, schw.
Backen-band, n.
Backen-bart, m.
Backen-birne, f. Pl.
Backen-birnen, f. Pl.
Backenbirnen-kirbe, f.
Backenbirnen-korb, m.
Backen-blaser, Pl.
Backen-blech, n.
Backen-kaute, f.
Backen-knochen, m.
Backen-patsche, f.
Backen-pfeife, f.
Backen-pfetzer, m.
Backen-riemen, m.
Backen-ring, m.
Backens, n.
Backen-schemel, m.
Backen-schlag, m.
Backen-schmiege, f.
Backen-schneller, m.
Backen-schoner, m.
Backen-steg, m.
Backen-stein
Backen-strauß, m.
Backen-streich, m.
Backen-stück, n.
Backen-taschen, Pl.
Backen-wärmer, m.
Backen-watsche, f.
Backen-zahn, m.
Packer, m.
Bäcker, m.
Bäcker-arm, m.
Bäcker-beine, Pl.
Bäckers-beine, Pl.
Bäcker-brot, n.
Bäcker-bursche, m.
Bäcker-dutzend, n.
Backerei, f.
Bäckerei, f.
Bäcker-füße, Pl.
Bäcker-haus, n.
Bäckerin, f.
Bäcker-kittel, m.
Bäcker-knecht, m.
Bäcker-laden, m.
Bäcker-lohn, m.
Bäckers, Pl.
Bäcker-schurz, m.
Bäckersin, f.
Bäckers-sau, f.
Bäcker-tanz, m.
Bäcker-untertanen, Pl.
Backes, n.
Backes
Bäckes, n.
Backes-grundbirnen, Pl.
Backet, n.
Back-fisch, m.
Back-form, f.
Back-haus, n.
Back-holz, n.
Back-käubel, m.
Back-kitsche, f.
Bäck-klicker, m.
Back-korb, m.
Back-körbchen, n.
Back-kratze, f.
Back-kreuz, n.
Back-küche, f.
Backlebasch
Bäcklerin, f.
Back-lohn, m.
Back-mehl, n.
Back-mulde, f.
Backmulden-schlupfer, m.
Back-multer, f.(!)
Back-mulk
Back-napf, m.
Back-ofchens, n.
Backöfel
Back-ofen, m.
Backofen-bohnen, Pl.
Backofen-dampfknopf, m.
Backofen-dampfnudel, f.
Backofen-fladen, m.
Backofen-geflammter, m.
Backofen-grundbirnen, Pl.
Backofen-hals, m.
Backofen-hitze, f.
Backofen-hudler, m.
Backofen-hut, m.
Backofen-kitsche, f.
Backofen-knopf, m.
Backofen-kratze, f.
Backofen-krätze, f.
Backofen-krotte, f.
   Backen m.:
1. 'Wange', Backe [allg.].
a. in Vergleichen u. RA.
α. Dicke, rote Backen zeugen von Gesundheit. Der hot e Paar B.! [ KL-Fischb, allg.]; B. wie Vollmonds Dicker [ KU-Erdb], wie e Staabstrumpeter [Lu'haf], wie e Peifer [ KU-Kaulb], wie Millich un Blut [ KU-Bedb, allg.]; Bäckelcher (rund) wie Äppelcher [ RO-Obd, allg.]. SprW.: Wasser un Brot macht Backe rot [verbr.], auch: Salz un Brot ... [LA Impfl]. Roure Backe hot jerer Kihdreckschlappe 'jeder Bauer', fein un zart isch Herreart [Land u. Umg.]. Die Mäd mit dicke Backe hen Harza wie die Wacke 'Herzen (hart) wie Pflastersteine' [Penns. Dutch Cook Book S. 10]. —
β. Hohle und eingefallene Wangen sind das Zeichen von Krankheit. Der hot gar kään Backe mehn [ RO-Semb, allg.]. B. wie e Gaaß [KU-Kaulb, verbr.]; B. wie e Gockel [Kaislt]. Der kennt e Bock zwische de Herner kisse [FR-Kindh, verbr.]. Der muß sich die Backe sohle losse [ PS-Rodalb]. B. wie Inschelkuche 'Unschlittkuchen', bleiche Wangen [Kus]. Sie hot Kerchhofrose uf de Backe [ PS-Gersb]. —
b. in Verb. mit schlagen = ohrfeigen; an de Backe schlaa [KL-Schneckhs, verbr. vorn. WPf], uf de B. schlache [LA-Böching, verbr. VPf u. WPf], werre 'wider' de B. schlaa [FR-Bobh, verbr. vorn. NPf u. nördl. VPf.] RA.: Ich schlaan der an de Backe, dasch de nimmi wääscht 'weißt' wo de her bischt [ KU-W'mohr]; links un rechts uf de B., daß de määnscht 'meinst', Oschdere un Pingschde wären uf ään Dag [ KL-Alsbn]; ... werrer de B., daß d' nimmi wääscht, wie de hääscht 'wie du heißt' [ LU-Alsh]; ... werres Gesangbuch, daß der die Melodie die Backe erunnerlaaft [ KB-Bubh]. —
c. Auf die Backen wird geküßt; es heißt darum in der

[Bd. 1, Sp. 511]
Kindersprache: Geb mer e Backe [ KU-A'glan Körbn KL-Fischb Reuschb], e Backelche [ RO-Rehbn], e Bäckelche [verbr. WPf], e Bäckel [verbr. VPf SPf], e Bäckele [Land], e Backele [ FR-Bobh]; s. Ä-bäckel. Syn. s. PfWB Kuß. —
d. An den Backen ist Seelisches zu erkennen. RA.: Er bloost die Backe uf 'nimmt sich wichtig' [allg.]. Der kaut uf zwee B., dass. [ZW-Gr'bundb, verbr.], nemmt die ganze Backe voll Vatterland 'gibt sich allzu patriotisch' [ NW-Wachh]. Er es närrisch am B. 'schneidet Grimassen' [ KB-Kriegsf]. Autsch, mei B.!, Ausruf der Verwunderung über das Mißgeschick eines anderen. —
2. übertr. auf Backenähnliches.
a. Rundung des Apfels. Was der Appel schäne rore Bäckelcher hot! [ RO-Lohnsf, allg.]. —
b. 'abgeschrägte Flächen der Wand in einer Fensternische', Backe [ NW-Dackh]. —
c. backenähnliche Teile an Geräten.
α. Backen am Wagen, Vorderbacken u. Hinterbacken, beide geben der Deichsel Stütze (s. Abb. 9), die Backe [allg.]. —
β. 'Seitenteile des

Schraubstocks, die das Werkstück festhalten' [ ZW-Bechhf]. —
γ. 'Griffe der Zange' [verbr.], u. ä. — Zs.: PfWB Arsch-, PfWB Bampel-, PfWB Blau-, PfWB Brems-, PfWB Deichsel-, PfWB Flick-, PfWB Hänge-, PfWB Hinter-, PfWB Kinn-, PfWB Klotz-, PfWB Knaus-, Kunkel-, PfWB Schlapper-, PfWB Schlier-, PfWB Schramm-, PfWB Schwabbel-, PfWB Schwindsuchts-, PfWB Stier-, PfWB Vorder-, PfWB Wagen-, PfWB Zahnwehbacken. — F.: bagə, bḁgə, Verbr. s. PfWB backen; Pl. ebenso. Dim. bęgəlχə [ KU-Körbn]; bęg(ə)lχə -ə, Pl.: -χər -ər [WPf NPf nördl. VPf], bęg(ə)l [mittl. u. südl. VPf], Pl.: bęgliχ [Land u. Umg.], bęglə [mittl. u. übrige südl. VPf]. — RhWB Rhein. I 363/64; LothWB Lothr. 18; ElsWB Els. II 24; Bad. I 105.
 
  
backen st., schw.:
1. Brot und andere Speisen b.
a. die Gesamtheit der Backtätigkeiten vom Anrühren der Backmasse bis zum Herausnehmen des Gebackenen. Brotbacken in ländlichen Orten um 1900: Das Brotmehl wurde am Vorabend in die Backmulde gesiebt und mit Sauerteig versetzt (s. PfWB meren). Nach etwa 7-8 Stunden gab man vorgewärmtes Wasser und eine bestimmte Menge Salz zu und vermengte das Ganze zu Teig, den man in der Nähe des warmen Ofens gehen ließ. Danach wurden die Laibe geformt, in Backkörbchen getan und ins Backhaus gebracht, wo man sie im Schwung

[Bd. 1, Sp. 512]
auf die Backschieße setzte und in den entsprechend angeheizten Ofen beförderte. War das Brot nahezu ausgebacken, so holte man es wieder mit der Schieße (dem Schießer) hervor und überstrich es leicht mit Wasser, worauf es zum Bräunen abermals in den Ofen kam. Das gebackene Brot lagerte man daheim auf dem Brothang oder Brotrahmen. (Vgl. Feierowend Jg. 9, 1957, Nr. 7, S. 1/2). Heit backe(n) mer, auch: Heit backe(n) mer Brot, Kuche usw. [allg.]. RA.: Dun er backe?, Anredeformel beim Eintritt in ein Haus, in dem gebacken wird [ PS-Erfw]. Wer net will, der hot gehatt, morje backen mer widder [verbr. Gal Buch]. Wammer backen, kriegsch e Werschdl, iron. Abweisung [GH-Kand, verbr.]. Aus dem Mehl werd kee Brot geback! dass. [verbr. Gal]. Morje backe mer, dass. [Zweibr, allg.]. Wammer backe, därfschde die Schieß lecke, iron., weil auf der Schieße nur Mehl hängen bleibt [ WD-Niedkch]. 's Chrischkind backt Lebkuche (Zuckerdings u. ä.), sagen die Kinder, wenn vor Weihnachten abends der Himmel rot ist [ZW-Hornb, verbr., auch Gal]. Hase backe Knepp 'Knödel', wenn Dunst aus dem Wald aufsteigt [ NW-Frankeck] (Schwäb. I 566). Er hot 's Backe un Bauche (s. PfWB bauchen) beisamme, wenn sich nach einem Fehlschlag gleich ein anderer einstellt [LA-Impfl, verbr. VPf]. SprW.: Vun me schene Gesicht kann mer net b. [ LU-Opp]. —
b. 'durch Hitze langsam fest und hart machen, fest und hart werden' (Endstufe von a). De Kuche backt schun, de Kuche is scheen gebacke [nördl. VPf, allg.]. 's Backäiwel 'Backöfchen' backt gut [ LA-Edh, allg.]. Gebackene Ajer 'Rührei mit Schinken', gebackener Appel 'Bratapfel', gebackene Grumbeere 'Bratkartoffeln', (dafür auch gereeschde Gr., s. PfWB rösten) gebackene Knepp 'Knödel', gebackene Nunneferz 'Gebäck aus geschlagenem Eiweiß mit eingerührtem Zucker, bei schwacher Hitze gebacken' [Kaislt]. Für 'Habseligkeiten, Siebensachen': gebackene Bere [ RO-O'mosch KB-Kriegsf NW-Kallstdt Frankeck LU-Oggh LA-Nd'hochstdt Gal-Königsbg]; vgl. PfWB Backenbirnen. Auf die Frage, was sie backe, antwortet die Hausfrau im Scherz oder Unwillen: Gebackene Rawunzle un Schneckeschwänz [ Gal-Schönth], oder Gebackene Hundsfotze [ LA-Nd'hochstdt]. RA.: Die backt aach ehr Kichelcher liewer in annere Leit ehrem Fett, von einer ausnützerischen Frau [verbr. Don Gal Buch]. Du kriegscht e Extrawerschdl gebacke [VPf, verbr.]. Du kriescht die Ajer geback 'bekommst Schläge' [IB-Herbh, KU-O'staufb KL-Wörsb]; 's Pännche voll backe 'verhauen' [ PS-Windsbg]; enni b. 'eine Ohrfeige geben' [BZ-Wernbg, verbr.]; vgl. PfWB kleben. Das war e Gebackeni, 'eine kräftige Ohrfeige' [ GH-Zeisk]. Scherzhafte Antwort auf die Frage, wie spät es sei: Dreivertel uf Quetschekuche, wann er gebacke

[Bd. 1, Sp. 513]
isch, derfscht 'n aa versuche [ PS-Erfw RO-Als LU-Opp LA-Mörzh]. Von Orten, in denen nur auf der einen Seite der Straße Häuser stehen, heißt es scherzhaft: Do werren die Pannekuche nor uf ääner Seit gebacke. [VPf, allg., auch Auslandspfälzer]. VR.: Hohnappel die Hohn, die Faßnacht, die is on, die Kichelcher sein geback, eraus mit, mer stecke se in de Sack [ KU-Reiffb]. Schornschdefecher, greireweis, freß gebackne Beere, freß, was dein Hundl scheißt, kannscht dein Maul mid schmeere [ LA-Nußd]. Backe, backe, Kuche, de Bäcker hat gerufe, wer will gure Kuche backe, der muß hawwe siewe Sache, Eier un Salz, Budder un Schmalz, Millich un Mehl, Safran macht de Kuche gäl [NW-Frankeck, verbr.]. Ich winsch eich e goldner Disch, an jedem Eck e gebackner Fisch, in de Mitt e Fläschche Wein, sollner mitnanner frehlich sei, Neujahrswunsch [Gal-Brotschk, verbr. Gal]. Schätzel, back mer Aajer mit Zelleriesalat, dann derfscht mich aach liewe, die Mutter hot's gesaat [ LU-Opp, WD-Niedkch]. Volksgl.: »Wenn das Feuer im Backofen brannte, so warf die Hausfrau gewöhnlich eine Handvoll Mehl oder etwas Teig in dasselbe, damit kein böser Geist in das Haus eindringe; so wurden die Hausgötter befriedigt« [Schandein Bav. IV 2 S. 414]. Der Dag, as mer backt, derf mer net im Gaarde schaffe, oders Sach werd mildaich 'meltauig' [Fogel Beliefs Penns Nr. 911]. a. 1590: so offt nit brodts genug gebachen [ZweibrUrkb. 130]; des Backens ... gebrauchen - des Bachens zuvor müssig stehen [ebd. 129]. —
2. 'leicht gefrieren'. Heit nacht hat 's gut geback [ZW-Battw, verbr.], ... gebackt [ KU-mittl. Gl]; vergl. gefrieren.
3. von starkem Sonnenschein Heit backt's awwer! [verbr.]. —
4. 'kleben'; die Mark uf de Brief b. [ KU-m. Gl. Rothsbg]; vgl. PfWB pappen. Mit Vertauschung des Objekts: de gebackene Strich im Bullspiel (s. PfWB Bull). Strich mit Setzklickern, die von der Anschurgel aus anvisiert werden; der gestoßene Klicker soll gewissermaßen an dem gesetzten kleben bleiben [ LU-Neuhf]. —
5. Part. Perf. 'in gutem Zustand, wohl bereitet'; e gebackenes Mädel [ LA-Mörzh]. Das Märe hat viel Aanträch ghatt, 's war em awwer noch kääner geback 'kein Freier war ihr recht' [ ZW-Battw]. Dem is nix geback 'nichts recht' [Zweibr, allg.]. Iron.: Er is gebacke, von einem, der im Klickerspiel verloren hat [ FR-N'lein]. RA.: Is der 's ball geback? 'Bist du endlich zufrieden?' [ PS-Gersb Erfw KU-Trahw ZW-Battw LU-Friesh Opp Don-Andreas]. 's is 'm net geback un net gebrot, dass. [Pirmas]. — Zs.: PfWB alt(ge)backen, PfWB an-, PfWB aus-, PfWB durch-, PfWB verbacken; PfWB Gebackenes, Holz-, Luft-, Nuß-, Rahm-, PfWB Spritz-, PfWB Stritzgebackenes. — F.: bagə bḁgə bǫgə; a fast allg. WPf, NPf u. nördl. sowie mittl. VPf, u. ǫ allg. südl. VPf (vgl. Heeger Südostpf. 32), mancherorts in

[Bd. 1, Sp. 514]
der mittl. VPf (vgl. Bertram 14/15) u. WPf, z. B. IB-Walshs, KL-Lind (Höh 46). Die schwache Konjugation (gəbagd) wurde 1930 für KU-Bedb KL-Gimsb u. Umg. IB-Alschb, 1959 für Gal-Otths mitgeteilt. — RhWB Rhein. I 367 ff.; Bad. I 105/06.
 
  
packen schw.:
1.
a. de Koffer (Kuffer) packe, auch: sei Zeich p. 'für die Reise, die Wanderung, zum Weggehen fertig machen' [allg.]. —
b. sich p. 'sich eiligst davonmachen'. Pack dich (zum Deiwl)! [allg.]. Syn. s. PfWB weglaufen. —
2.
a. einen p.
α. gegenst. 'fest anfassen, festhalten'; am Krache p. [verbr. vorn. VPf]. Syn. s. PfWB festhalten. Pack 'n! Zuruf an den Hund [ FR-Bockh NW-Niedkch LU-Alsh Altr PS-Busbg]; auch Faß 'n! (s. PfWB fassen). —
β. übertr. von Krankheiten. Es hot 'n fescht gepackt [KB-Kerzh, verbr. bes. VPf]. —
b. sich p. 'miteinander ringen' sich mit einem p. [KU-Schmittw/O Kühn Hamet 126 Schandein Sprachsch. 85 Klein Prov. 42 verbr. Don Gal]. —
3.
a. einen p. 'im Kampf (bes. Ringkampf) bezwingen' [allg.]. SprW.: E Bu wie e Laus packt e Mäde wie e Haus [BZ-Dierb, verbr. bes. Gal Buch Don]. —
b. sich p. Er packt sich nimmi 'kann sich wegen körperlicher Schwäche nicht aufrecht halten' [Kaislt, verbr.]; 'kann sich nicht beherrschen', vor Aufregung, vor Lachen u. a. [verbr. westl. WPf]. —
c. etwas p.
α. eine Krankheit p. Er hot's wiler 'wieder' gepackt 'ist wieder gesund geworden', packt's nimmi 'wird nicht mehr gesund' [ KU-Bedb, allg.]. —
β. 'etwas Schweres heben können, mit einer Arbeit, einer Aufgabe fertig werden'. Packscht du das? [ LU-Altr, allg.]. Frage des Vorübergehenden an die Schnitter: Packen ehr auer Stick? 'Bringt ihr euer Stück fertig?' Antwort: Mer huns mut 'Wir haben es im Sinn' [ KU-Schmittw/O]; oder kurz: Packen ehr's? [ NW-Geinsh]. Sprw.: Zwee packen mihn wie äiner [ KU-Schmittw/O]. Mer packe noch enner 'trinken noch einen' [BZ-Albw, verbr.]. Deutung des Fauchens der Lokomotive bergauf: Mer packens noch, mer packens noch; bergab: Mer hans gepackt, mer hans gepackt u. ä. [PS-Schmalbg, verbr.], oder: Mea packens noch, mea packens noch, ach liewa Gott, ach, helf mea doch! [Land]. —
4. Part. Perf.
a. (korz) gepackt 'gedrungen im Körperbau', vom Rindvieh [ KU-Hundh Adb Bedb Obw/Tiefb HB-Kirrbg KL-Mehlb LA-Nd'lustdt]. —
b. RA.: Uf den hot er's gepackt 'Über den ist er erbost' [ BZ-Dernb, KU-Schmittw/O Pirmas]. — Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB aus-, PfWB be-, PfWB hinaus-, PfWB los-, PfWB zusammenpacken. — F.: pagə pḁgə Verbr. wie bei bagə bḁgə s. PfWB backen. Zu PfWB Pack. — RhWB Rhein. VI 452 ff.; LothWB Lothr. 19; ElsWB Els. II 23; Bad. I 106.
 
 
Backen-band n.: 'Eisenband, das zur Befestigung der Deichsel um die Vorderbacken gelegt ist' (s. Abb. 9 bei Backen), Backeband

[Bd. 1, Sp. 515]
[GH-Zeisk Klein Wag. 104]; vgl. PfWB Backen-blech, PfWB -ring, PfWB -schoner, PfWB -steg.
 
 
Backen-bart m.: 'Bart, der auch die Backen bedeckt' (Vollbart), Backebart [allg.]. Hoscht Schnorres schun un' Backebart Un netmolnet e Schatz [Schandein Ged. 40]. Rhein. I 366; ElsWB Els. II 92.
 
  
Backen-birne f., -birnen Pl.:
1. kleine Birnensorte, die sich zum Backen eignet (s. 2), Backebeere [ KU-Trahw PS-Erfw]. —
2. 'gedörrte Birnen', Backebeere [KL-Gimsb KU-Wolfst Schandein Ged. 232], Backebeercher [KL-Landstl u. Umg. Glantal (Wilde 20) PfId. 15], Backelbeere [ LA-Böbing]. RA.: so derr wie e Backebeer [ ZW-Bechhf]; e Gesicht wie e Backebeer 'vertrocknet, runzelig' [ KU-Obw/Tiefb]. —
3. Backebeerche 'verhutzeltes Frauchen' [Kus]. —
4. Uzname für die Bewohner von ZW-Biedhs u. PS-H'eischw. —
5. 'der Hintere'. Eich han meim Hannes die Backebeere troff [KL-Gimsb u. Umg.]; auch 'geschwollene Backe', Backebeer [ ZW-Marthh] (Umdeutung von gebackene Birne in Anlehnung an Backen.). —
6. 'Habseligkeiten, Siebensachen, wertlose Dinge'. Nemm dei Backebeere zamme un geh! [KB-Kriegsf, verbr., auch Gal]; ... Backlebeerem ... [ NW-Kallstdt]. Der kann sei ganze Backlebeere in de Keez (Köze 'Rückentragkorb') forttraa [ RO-Mannw]. Davon die Bed. 'geringe Mitgift'. Die mit ehre paar Backebeere! [KU-Bedb, verbr.]. Vgl. Backelnba(r)sch(em), PfWB Backeldibasch. Syn. s. PfWB Lumpenzeug. — RhWB Rhein. I 385.
 
 
Backenbirnen-kirbe f.: scherzh. von der Kirchweih in ZW-Biedhs, Backebeerekerb [Wilde 20].
 
 
Backenbirnen-korb m.: a. 1760: Drey große Backen Birren Korb [StArch.Spey, v. d. Leyen Fasz. 99 (BZ-Wernbg)].
 
  
Backen-blaser Pl.: im Spitznamen Plängschder (Plankstadter) Backebloser [ LU-Altr]. (Plankstadt, ein Ort bei Schwetzingen in Baden.) Bad. I 106.
 
  
Backen-blech n.: = PfWB Backenband, Backeblech [Kus KU-Diedk]. a. 1425: backenblech ... zu machen [LeinArch.].
 
  
Backen-kaute f.: 'Wangengrübchen', Pl. Backekeitcher [ KL-Siegb].