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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Augen-blick bis Augen-doktor (Bd. 1, Sp. 425 bis 427)
 
Augen-blick, m.
Augen-blinzel, Gen.?
Augen-blume, f.
Augenbraudeckel
Aug(en)-braue, f.,  meist.  Pl.
Aug(en)brau(en)-haar, n.
Augen-braune
Augen-butter, m.
Augen-deckel, m.
Augen-diener, m.
Augen-doktor, m.
Augen-flecken, m.
Augen-glas, n.
Augen-haar, n.
Augen-helf, Gen.?
Augen-hopser, m.
Augen-kern, m.
Augen-kind, n.
Augen-krankheit, f.
Augen-kügelchen, n.
Augen-licht, n.
Augen-lid, n.
Augen-loch, n.
Augen-maß, n.
Augen-matze, f.
Augenment, m.
Augen-merk, n.
Augen-perle, f.
Augen-pulver, n.
Augen-punkt, m.
Augen-pupille, f.
Augen-putzer, m.  gew.  Pl.
Augen-ring, m.
Augen-schein, m.
Augen-sehe, f.
Augen-spiegel, m.
Augen-stecher, m.
Augen-stern, m.
Augen-träne, f.
Augen-trost, m.
Augen-verdreher, m.
Augen-wasser, n.
Augen-weh, n.
Augen-weide, f.
Augen-weiß, n.
Augen-wimpern, Pl.
Augen-wurz, f.
Augen-zahn, m.
-äugig
Au-graben, m.
Augst-monat, m.
August, m.
August, m.
August-apfel, m.
Auguste, f.
August-ei, n.
August-gewitter, n.
August-hitze, f.
August-hünkelchen, n.
Augustin, m.
Augustiner, m.
August-quetsche, f.
August-sonne, f.
Aule, f.
Aule
Aule3, f.
Aulem, n.
Aulen-gießer, m.
Aum
Aumit
Aurikel, f.,  n.
aus
aus-ackern
aus-arten, schw.
aus-ästen, schw.
aus-ätzen, schw.
aus-backen, st.
aus-bähen, schw.
aus-baldiwern, schw.
aus-balgen, schw.
aus-bampeln, schw.
aus-bappeln
aus-basen, schw.
aus-bauen, schw.
aus-bauern, schw.
Aus-bedinge, n.
Aus-behalt, m.
Aus-behälter, m.
Ausbehalts-garten, m.
Ausbehalts-kuh, f.
Ausbehalts-vermögen, n.
aus-beinen, schw.
Ausbein-messer, n.
aus-beißen, st.
Aus-beißer, Pl.
aus-beladen, st.
aus-bessern, schw.
Aus-bete, f.
aus-beulen, schw.
aus-bezahlen, schw.
  Augen-blick m.: 'kürzeste Zeitdauer', in Wend. wie Hosche 'Hast du' e Äächeblick Zeit? [südl. VPf, allg.]. RhWB Rhein. I 326; ElsWB Els. II 156; Bad. I 890.
 
 
Augen-blinzel Gen.?: 'Augenwimper'; die Aacheblinzle [Neustdt].
 
 
Augen-blume f.:
1. 'Stiefmütterchen', Aueblumm [ Don-Albrechtsflor Marienf]; vgl. PfWB Auge 4. Syn. s. PfWB Stiefmütterchen. —
2. im Volksgl. »Säckchen aus grauem, ungebleichtem Tuche, worin einige Körner Salz, Brod und Kampfer — auf dem bloßen Rücken getragen«. Die A. heilt »wehe Augen, besonders Flecken an Menschen und Vieh« [Schandein Bav. IV 2 S. 404]; vgl. PfWB Augenflecken.
 
 
Augenbraudeckel s. PfWB Augbraudeckel.
 
 
Aug(en)-braue f., meist. Pl.:
1. 'Haare am oberen Rand der Augenhöhle'. Das Wort war 1926, wie aus Karte 20 zu ersehen ist, fast nur im Vorderpfälzischen und im östlichen Grenzstreifen der Nordpfalz gebräuchlich. Karte »Augenbraue« in DWA I bestätigt im wesentlichen diesen Stand für 1939. Eine Befragung im Jahre 1957 zeigt das Wort im Vordringen in der ganzen Pfalz, s. die prozentualen Angaben in

[Bd. 1, Sp. 426]
Karte 21. Syn.: Augenbrauenhaar, PfWB Augenhaar, PfWB Augenwimpern, Wimpern. —
2. Wimper [sporadisch in der ganzen Pfalz]. — F.: Der erste Bestandteil zeigt im allgemeinen die Lautform des Simplex (s. Karte 19 bei Auge). Das Grundwort, das auf mhd. brâ zurückgeht, erscheint lautgesetzlich als brō (wie blō aus mhd. blā), seltener als brā. Einsschub von -n- ist häufig: -brōnə, -brānə u. a. Bei Schwund hat das n Nasalierung hinterlassen: brōnə, -brānə u. a. Die Formen mit -braue, -braune sind durch schriftsprachlichen Einfluß aufgekommen; breinə, das in einzelnen Fällen im Vorderpfälzischen erscheint, ist eine Pluralbildung zu dem nicht mehr als Plural empfundenen -braune. Die Form -brōrə kann durch Mischung aus -brō und -hōr entstanden sein. Starke Abschleifungen weisen die alten, heute nur noch in der westlichen Nordpfalz vorkommenden Formen ābərə, ēbərə und ēbdər auf. — Rhein. I 325/26; ElsWB Els. II 176/77; Bad. I 89.
 
  
Aug(en)brau(en)-haar n.: 'Haare am oberen Rand der Augenhöhle'. Das Wort ist, vgl. Karte 20, in der nördlichen und mittleren Westpfalz verbreitet. Es wurde, vgl. Karte 21, in der Zeit von 1926-1957 durch das von der Schriftsprache gestützte Augenbrauen stark zurückgedrängt. — F.: Die Hauptformen sind: aberhōr, ḁberhōr, äber- u. äwerhōr. Das erste Glied entspricht in der Nordpfalz dem Simplex, vgl. Karte 19; im südlichen Teil der mittleren Westpfalz hat sich w in āwə- 'Auge' (vgl. Angaben zu F. bei Auge) an b in -ber (aus brā 'Braue') angeglichen, so daß also auch hier aberr entstand. Das ēwərhōr der mittleren Westpfalz erklärt sich aus der Assimilation von a an das nachfolgende e in -ber. In den Formen Awerhoor und Äwerhoor liegt vorauswirkende Assimilation vor: b > w. Das zweite Glied des Kompositums ist in den meisten Formen stark abgeschliffen; gut erhalten ist es nur in: āgəbrōhōr [ LU-Neuhf], āəbrauəhōr [ KL-H'spey]. Die Lautform des dritten Gliedes (-hōr) entspricht zumeist der des Simplex. — RhWB Rhein. I 325.
 
 
Augen-braune s. PfWB Augenbraue.
 
  
Augen-butter m.: 'Schleim im entzündeten Auge', Auebutter [ KU-Diedk]; vgl. PfWB Däber. Rhein. I 326.
 
  
Augen-deckel m.: 'Augenlid', bes. 'oberes Augenlid', Auedeckel usw. [allg.]. Ich haa der uf die Aaedeckel 'schlage dir ins Gesicht' [NPf, allg.]; ich butz der die Aadeckel, dass. [KL-Enkb, verbr.] u. ä. (s. PfWB Auge 1c). RA.: Sie sin Geschwister Achedeckel 'entfernt verwandt' [ NW-Esth]. — Zur Form des ersten Gliedes s. F. bei Auge.RhWB Rhein. I 326/27; Saarbr. 11; LothWB Lothr. 3; ElsWB Els. II 670; Bad. I 89.
 
 
Augen-diener m.: 'Schmeichler', Auediner usw. [verbr.]. RhWB Rhein. I 327.

[Bd. 1, Sp. 427]

 
  Augen-doktor m.: 'Augenarzt', Auedoktor usw. [verbr.]. Rhein. I 327.