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Pfälzisches Wörterbuch 
 
ab-schmatzen bis ab-schneiden (Bd. 1, Sp. 84 bis 85)
 
ab-schmatzen, schw.
ab-schmecken
ab-schmeißen, st.
ab-schmelzen
ab-schmieren, schw.
ab-schmusen, schw.
ab-schnallen, schw.
ab-schnappen, schw.
ab-schnäppen, schw.
ab-schnärren, schw.
ab-schnauzen, schw.
ab-schneiden, st.
ab-schnelzen, schw.
ab-schnetzen, schw.
ab-schnippeln, schw.
Ab-schnitt, m.
ab-schnitzeln, schw.
ab-schnurren, schw.
ab-schöpfen, schw.
Ab-schöpfsel, n.
ab-schoren, schw.
Ab-schoß, m.
ab-schrägsen, schw.
ab-schrappen, schw.
ab-schrauben, schw.
ab-schrecken, schw.
ab-schreiben, st.
Ab-schreibens, n.
ab-schritten, schw.
ab-schroten, schw.
ab-schruppen, schw.
ab-schuben, schw.
ab-schüffeln, schw.
ab-schultern, schw.
ab-schuppen, schw.
ab-schürfen, schw.
ab-schürgen, schw.
Ab-schuß, m.
ab-schütteln, schw.
ab-schütten, st.
ab-schwärmen, schw.
ab-schwarten, schw.
ab-schwefeln, schw.
ab-schweigen, schw.
ab-schwenken, schw.
ab-schweren, schw.
ab-schwindeln, schw.
ab-schwören, st.
ab-seckern, schw.
ab-segeln, schw.
ab-sehen, st.
ab-seihen, schw.
ab-seimen, schw.
ab-sein
Ab-seite, f.
ab-seits, Adv.
absenat
ab-senden, schw.
Ab-sender, m.
ab-senkeln, schw.
ab-senken, schw.
Ab-senker, m.
ab-serbeln, schw.
ab-serben, schw.
ab-servieren, schw.
ab-setzen, schw.
Absetz-säge, f.
ab-sicheln, schw.
Ab-sicht, f.
ab-sichtlich, Adv.
ab-sieben, schw.
ab-sieden, st.
ab-sitzen, st.
ab-sohlen, schw.
absoluman, Adv.
absolut, Adv.
ab-solvieren, schw.
absonat
ab-sonderlich, Adj.,  Adv.
ab-sondern, schw.
ab-spalten, schw.
ab-spannen, schw.
ab-spannen, schw.
ab-spännig, Adj.
ab-sparen, schw.
ab-specken, schw.
ab-speisen, schw.
ab-spenstig, Adj.
ab-sperren, schw.
ab-spickeln, schw.
ab-spicken, schw.
ab-spicken, schw.
ab-spielen, schw.
ab-spießen, schw.
ab-spitzen, schw.
ab-splittern, schw.
Ab-sprache, f.
ab-sprechen, st.
ab-spreizen, schw.
ab-sprießen, schw.
  ab-schmatzen schw.: 'heftig und geräuschvoll abküssen', abschmatze [verbr.]. RhWB Rhein. VII 1444.
 
 
ab-schmecken s. PfWB abschmacken.
 
  
ab-schmeißen st.:
1. 'mit einem Knüppel abwerfen'; Äppel, Beere, Niß abschmeiße [verbr.]; vgl. PfWB abkeilen 1 u. PfWB abwerfen 4. —
2. de Bääm a. 'den Baum beschneiden' [ LA-Nd'hochstdt Burrw]; vgl. PfWB abwerfen 5. —
3. beim Kartenspiel 'die Karten ablegen'; vgl. PfWB ablegen 1. Er hot abg(e)schmiss(e) [verbr.]. — RhWB Rhein. VII 1455.
 
 
ab-schmelzen s. PfWB abschmälzen.
 
 
ab-schmieren schw.:
1. die Ufgab abschmiere [VPf], -schmeere [NPf WPf] 'Hausübungen abschreiben', mehr verächtlich, Schülerspr. [allg.]. Syn. s. PfWB abschreiben. —
2. 'tüchtig prügeln'; en(e) a., auch: de Buckel a. [allg., ohne pfälz. Auswanderer des 18. Jahrhunderts, die das Wort in dieser Bedeutung ohne ab- gebrauchen]. Er hat 'n hauptmännisch abgeschmeert [verbr. westl. WPf]. VR.: Ho, ho, ho! Der Küwelmann is do! Er schreit das Gäßlein auf und ab: Ihr Weiwer kaaft mer Küwel ab, sunscht schmeer ich eich de Buckel ab! [Feierowend 1950 Nr. 5 S. 2]. a. 1577: wan Ime der hirt noch ein mahl erscheine, wolle Ine noch einmahl abschmieren [StArch. Saarbrücken, Gerichtsprotokoll S. 88]. Diese Bed. erklärt sich nach Kluge-Mitzka17 aus dem schlagenden Auftragen von Schmiermitteln, vgl. PfWB wichsen. Syn. s. PfWB verhauen. Die Syn. mit absind im neueren Pfälzisch sehr beliebt, vgl.: PfWB abbalgen, PfWB -biegen 1, PfWB -binden 1 b, PfWB -bleien 4, PfWB -bleuen, PfWB -boßen 1 b, PfWB -dachteln, PfWB -drehen I 3, PfWB -dreschen 2, PfWB -dudeln 2, PfWB -dulfen,

[Bd. 1, Sp. 85]
PfWB -filzen 2, PfWB -fitzen, PfWB -flappchen, PfWB -flatschen, PfWB -flohen 3, PfWB -fludern, PfWB -flügeln, PfWB -füttern 3, PfWB -karbatschen, PfWB -kehren 2, PfWB -klabastern 1, PfWB -ledern, PfWB -meißeln 2, PfWB -pritschen 1, PfWB -rahmen 2 b, PfWB -reiben 5, PfWB -reiteln, PfWB -scheren 3, PfWB -schlagen I 2 a, PfWB -schnetzen, PfWB -schöpfen, PfWB -schwarten 2, PfWB -senkeln 2, PfWB -sohlen, -spekken 2, PfWB -streichen 2, PfWB -strüpfen 2, PfWB -trückeln 3, PfWB -trudeln 4, PfWB -tun 2 b, PfWB -veiolen, PfWB -wackeln, PfWB -walken, PfWB -weichen, PfWB -wickeln 2, PfWB -wischen 1 a, PfWB -ziehen I 2; vgl. auch PfWB abfallen, PfWB -fangen, PfWB -fassen 5, PfWB -geben 1 d, PfWB -setzen.RhWB Rhein. VII 1492; ElsWB Els. II 486; Bad. I 16; Nass. 35.
 
 
ab-schmusen schw.: 'durch Schmusen (Schönreden) abplaudern, abhandeln', abschmuse [VPf]. RhWB Rhein. VII 1518; Bad. I 16.
 
 
ab-schnallen schw.: 'durch Öffnen der Schnallen abnehmen'; de Zaam (Zoom) 'Zaum' abschnalle [verbr.].
 
  
ab-schnappen, -schnäppenschw.: 'durch kurzes Schnappen (Kippen) entfernen'.
1.
a. die Millich abschnappe (-schnäppe) 'den Rahm von der Milch durch kurzes Kippen des Topfes abschütten' [KU-Kaulb PfId. 9]; abgeschneppte Millich 'oberflächlich entrahmte Milch' [verbr. KU-KL-Alsbn]. —
b. den Wagen a. 'durch Umkippen entladen' [KU-Schmittw/O Kaulb LU-Altr PfId. 9]. —
2. 'wegschnappen, wegnehmen', den Gewinn, das Mädchen [allg.]. TL.: Der mit der Schippekapp, der is mer abgeschnappt, der mit dem runde Hut, der is mer gut [ Gal-Dornf]. De Schitz hat die Buwe abgeschnappt 'durch Auflauern erwischt' [ PS-Schmalbg FR-Albsh NW-Frankeck Gal-Dornf]. —
3. 'sterben' (verächtlich). Er is am Abschnappe [ KU-Herschw/Petth Zweibr], esch abgschnappt [ BZ-Dernb]. Syn. s. PfWB sterben. — RhWB Rhein. VII 1544; ElsWB Els. II 501; Bad. I 16.
 
 
ab-schnärren schw.: 'schnell weglaufen'. Der is awwer abg(e)schnärrt! [verbr.]. Syn. s. PfWB weglaufen. — Als Faktitiv aus schnarren gebildet; vgl. Schwäb. V 1034. — RhWB Rhein. VII 1556; Bad. I 16/17.
 
 
ab-schnauzen schw.: 'barsch, herrisch abweisen', abschnauze [verbr. Schandein Sprachsch. 62 Klein Prov. 6]. Syn. s. PfWB ausschelten. RhWB Rhein. VII 1574; ElsWB Els. II 511; Bad. I 16.
 
  
ab-schneiden st.:
I. trans.
1. etwas a., auch: einem (oder: sich) etwas a.
a. gegenst., wie schd.; Brot, sich de(n) Finger abschneire [WPf], -schneide [VPf]. RA.: Ich schneid der die Ohre ab (bis uf zwä), scherzhafte Drohung Kindern gegenüber [ ZW-Battw Gr'bundb RO-Dielkch LU-Alsh Neuhf Gal-Dornf]. Dreimol abgschnitt un doch se korz, ironisch beim Verschneiden des Stoffes [Kaislt, verbr.]. Ich geheer unne un owwe abgeschnitt un in de Mitt weggeschmiß, iron. vom eigenen schlechten Gesundheitszustand

[Bd. 1, Sp. 86]
[Kaislt, BZ-Dernb]. Liewer schneid ich mer die Zung ab, als daß ich 'm e gudes Wort gebb [Kaislt, verbr.]. TL.: Schneid der Katz de Schwanz ab, schneid 'n nor net ganz ab! Loß ehr noch e Stickelche steh, weil das is so arich schee [ Gal]. Mädl, machs Ladl zu, kummt 'n Zicheunerbu, schneid ders Ohrläppl ab un näht der e Zippelkapp [ NW-Haardt]. Volksgl.: Schneid die Nägel alle Freidag ab, noh krigscht ken Koppweh [Fogel Beliefs Penns 1358]. —
b. übertr.: 'ein Ende setzen'. RA.: Bännel mer net an 'Beginne keine Liebschaft', sunscht muß ich 's a. [verbr.]. Em die Knepp a. 'einen bloßstellen' [ KU-Glantal, GH-Zeisk]. Sei Frää hot 'm d' Kneppl abgschnerre, iron. vom Pantoffelhelden [ GH-Zeisk]. De(n) Baß, 'Paß = Weg' a. 'in die Schranken weisen' [verbr., auch Gal Lambert Penns 221]. Die Ehr a., wie schd. [allg.]. Sich de Hals (die Kehl, die Gorz 'die Gurgel') a. 'sich die Kehle durchschneiden' [allg.]; noch derber abgrutzen 3. RA.: Schneid der net de Hals ab 'Mute dir nicht zuviel zu!' [Kaislt]. Wer sich die Noos (Naas) abschneid, verschännt sich sei Gesicht 'Wer Verwandte bloßstellt, schadet seinem eigenen Ansehen' [ KU-Schmittw/O Kaislt LU-Muttstdt Alsh GH-Zeisk Gal Buch Don Rußl]. Sich e Stick devun a. 'sich ein Beispiel nehmen', umgspr. [allg.]. —
2. einen a. 'einem durch Bezahlen seiner Schulden aus der Verlegenheit helfen' [ KU-A'glan]. —
II. intrans. gut (schlecht) a. 'Erfolg (Mißerfolg) haben', nach dem Schd. [allg.]. — RhWB Rhein. VII 1592; Bad. I 16.