Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
ab-löschen bis ab-machen (Bd. 1, Sp. 54 bis 55)
 
ab-löschen, schw.
ab-lösen, schw.
ab-lötzeln, schw.
ab-lotzen, schw.
ab-luchsen, schw.
ab-lümpeln, schw.
ab-lumpen, schw.
ab-luren, schw.
ablustern
ab-lutschen, schw.
ab-machen, schw.  u.  st.
Ab-machen, n.
Ab-machens, n.
Abmachen-patschchens, n.
ab-magern, schw.
ab-mähen, schw.
ab-makaiemen, schw.
ab-malen, schw.
ab-märkeln, schw.
ab-mausen, schw.
ab-meißeln, schw.
ab-meizeln, schw.
ab-meizern, schw.
ab-melden, schw.
ab-melken, st.
ab-melkig, Adj.
ab-mergeln, schw.
ab-merken, schw.
ab-messen, st.  u.  schw.
ab-mezeln
ab-mezern
ab-mucken, schw.
ab-murksen, schw.
ab-nagen, schw.
ab-nähen, schw.
Ab-näher, m.
ab-nästen
Abnehm-bild, n.
ab-nehmen, st.
Ab-nehmen, n.
Ab-nehmens, n.
Abnehmen-kraut, n.
Abnehmer-kraut, n.
Abnehm-kraut, n.
Ab-nehmer, m.
ab-nützen, schw.
Ab-ort, m.
ab-packen, schw.
ab-pappeln, schw.
ab-passen, schw.
ab-patscheln, schw.
ab-pfählen, schw.
ab-pfeifen, st.
ab-pfetzen, schw.
ab-pflücken, schw.
ab-photographieren
ab-pinseln, schw.
ab-pitschen, schw.
ab-placken, schw.
ab-placken, schw.
ab-plagen, schw.
ab-plätschen, schw.
ab-plaudern, schw.
ab-potegrafieren
ab-prallen, schw.
ab-prellen, schw.
ab-pritschen, schw.
ab-protzen, schw.
ab-puffen, schw.
ab-pumpen, schw.
Ab-putz, m. n.
Ab-putzel, m. n.
ab-putzen, schw.
Ab-putzer, m.
Ab-putzicht, n.
Ab-pützicht, n.
Abputz-lumpen, m.
Abputz-tuch, n.
ab-quälen, schw.
ab-quetschen, schw.
ab-quittieren, schw.
ab-rabellen, schw.
ab-rackern, schw.
ab-racksen, schw.
ab-raffen, schw.
Abraham, m.
Abrahams-bäume, Pl.
Abrahams-kuh, f.
ab-rahmen, schw.
ab-rammeln, schw.
Abrams-haar
ab-rappen, schw.
ab-rasen, schw.
ab-rasieren, schw.
ab-raspeln, schw.
ab-raten, st.
ab-ratzen, schw.
ab-raumen, schw.
ab-räumen, schw.
ab-recheln, schw.
   ab-löschen schw.:
1. Tinte oder andere Flüssigkeit a. 'mit etwas Saugfähigem, z. B. Löschblatt, entfernen', ablesche [allg.]; vgl. ab-

[Bd. 1, Sp. 55]
PfWB trückeln 2. RhWB Rhein. V 545. — Vor 1900 wurde das Backöl (Olich s. PfWB Öl) mit Scheiben von rohen Kartoffeln von den Fastnachtsküchelchen »abgelöscht«, damit der Ölgeschmack schwinde [ BZ-Dernb]. —
2. Kalk a. 'gebrannten Kalk durch Übergießen mit Wasser auflösen' [ KU-Schmittw/O]; gew. ohne ab-. — ElsWB Els. I 618.
 
 
ab-lösen schw.:
1. einen a., wie schd., ableese [allg.]. RA.: Mer g'heren abgeleest mit voller Pension (mit vollem Gehalt), iron. im Sinne von 'Wir taugen nichts mehr' [BZ-Dernb (1960 nur noch bei der älteren Gen.)] —
2. Schuld 'Zahlungsverpflichtung' a. 'auf andere Weise entgelten', nach dem Schd. [allg.]. a. 1468: Sollte jedoch die Getreidegült abgelöst werden, so sollten alljährlich 2½ Pfund Heller verteilt werden [Eyselein 94 (LU-Muttstdt)]. — RhWB Rhein. V 558; Bad. I 12.
 
  
ab-lötzeln schw.: 'im Spiel abgewinnen, ablocken'. Isch hab meim Freind die Klicker abgeletzelt, auch: meiner Mamme zehn Penning a. [ LU-Neuhf]; vgl. PfWB ablocken. Syn. s. PfWB abgewinnen 1. — Iterativum mit -el zu PfWB ablotzen.
 
  
ab-lotzen schw.: 'auf schlaue Weise abgewinnen, ablocken', ablotze [ KL-Niedkch NW-Dürkh]; vgl. PfWB ablötzeln. Syn. s. PfWB abgewinnen 1. — Intensivbildung mit -zen zu PfWB ablocken (lockezen > lotzen).
 
  
ab-luchsen schw.:
1. 'durch schlaue Überredung oder schlaues Spiel an sich bringen'. Der Lausert hot dem Kind sein Gutzje 'Zuckerwerk' abgeluxt [Kaislt, verbr.]; vgl. PfWB ablocken. —
2. etwas a. 'heimlich lauernd absehen', einen Kunstgriff, ein neues Verfahren u. dgl. Das hot mr der Stritzi abgeluxt [ KU-Kaulb, allg.]; vgl. PfWB abspannen1 2. — Das Grundwort gehört zu PfWB Luchs; vgl. RhWB Rhein. V 569; Schwäb. I 45; DWB DWb. VI 1223 f. — ElsWB Els. I 553; Saarbr. 2; Bad. I 11; Mainz 11; Nass. 35.
 
  
ab-lümpeln schw.: 'im Spiel abgewinnen, vorteilhaft abhandeln'; die Klicker ablimbele [Pirmas KB-Lauth NW-Herxh Gal-Josbg], -lembele [ NW-Herxh Haardt Lambr LU-Friesh Limbghf]. Syn. s. PfWB abgewinnen 1. — Iterativ mit -el zu PfWB ablumpen.
 
  
ab-lumpen schw.: 'abgewinnen', ablumbe [ SP-Schiffstdt]; vgl. PfWB ablümpeln.
 
 
ab-luren schw.: 'abhorchen, erlauschen', ablure [NW-Meckh Weish/S FR-N'lein LU-Ruchh Kühn Hamet 93]; vgl. PfWB ablaustern.
 
 
ablustern s. PfWB ablaustern.
 
 
ab-lutschen schw.: 'absaugen'. Lutsch des Steckelche (Stiel des Lutschers) eerscht ganz ab, eh des wegschmeischt, lutsch des Bißje (vom Lutscher) aa noch ab! [verbr., vorn. WPf Gal]; vgl. PfWB absuckeln. — RhWB Rhein. V 654.
 
  
ab-machen schw. u. st.:
I. trans.
1. etwas a.
a. 'wegmachen, entfernen'; 's Schloß abmache, an de Schuh de Dreck a. [allg.]. RA.: Die Buckse

[Bd. 1, Sp. 56]
'Hosen' abmache 'die Notdurft verrichten' [ HB-Rheinh]; dafür andernortes: Die Hosse wenne (s. u. PfWB wenden). Übertr.: eni a. 'eine (Ohrfeige) herunterhauen' [Pirmas, vor allem in den unteren Berufsgruppen der jüngeren Generation, Otterstetter 224]. —
b. 'schneidend abtrennen'.
α. das Gras einer Wiese, das Getreide eines Ackers a., ehedem 'mit der Sichel abschneiden', jetzt zumeist 'mit der Sense, mit der Mähmaschine abmähen'; vgl. PfWB abgrasen 1, PfWB absicheln. Er macht sein Korn ab [allg.], macht sein Wiß ab [Frankth]. De abgemacht Hawwer muß rooze 'rösten' [WPf]. a. Ende 16. Jh. (Abschr.): bisz dasz heu ab- und ufgemacht werde [Grimm Weist. V 603 (NW-Erph)]. Leute, die mit Abmachen beschäftigt sind, grüßt man: Machen ehr ab? Werd abgemach(t)? Abmache? [ NW-Ellstdt LU-Böhl SP-Heiligst LA-Ilbh]. —
β. ein Glied des menschlichen Körpers a. 'amputieren'. Er kriet e Been abgemach [ KU-Herschw/Petth ZW-Battw]; vgl. auch PfWB abnehmen I 3 e. De Grutze (die Gorjel, de Kopp) a. 'die Kehle durchschneiden' [verbr.]; vgl. PfWB abschneiden I 2 b. —
c. Obst a. 'die Früchte eines Baumes bis auf den letzten abpflücken' [verbr.]. RA.: Gell, du machscht die Eppl gleich for zwäi Johr ab? Zuruf an einen, der beim Obstabmachen Tragästchen abbricht [ KU-Schmittw/O]. Der stoppelt Äppl, wo noch kää abgemacht sin, scherzhaft, wenn einer beim Obststehlen ertappt wird [VPf]. Der macht widder Quetsche ab, wer in der Nase bohrt [ PS-Zesbg]. — 's Bäämche (Baamche) abmache 'den Christbaum seines Schmuckes entkleiden' [verbr.]; vgl. PfWB abkolten 1 b, PfWB -krönen, PfWB -leeren, PfWB -putzen 3, PfWB -räumen, PfWB -zieren, PfWB schütteln. In manchen Häusern in Kaislt wird einem alten Brauch zufolge nach dem Abmachen das Astwerk des Weihnachtsbaumes mit Ausnahme der Krone abgehackt und der Baum in dieser Gestalt im Keller aufbewahrt. Er wird erst verbrannt, wenn nach den nächsten Weihnachten der Stamm des neuen Weihnachtsbaumes an seine Stelle tritt. Nach einem Volksglauben soll der Stamm des Weihnachtsbaumes Glück bringen. —
d. übertr.
α. '(eine Sache) gütlich erledigen'. Des machschde mit finf Mark ab[NPf, verbr.]. —
β. 'eine Vereinbarung treffen' [allg.]; vgl. PfWB abreden, PfWB -sprechen 1. Wenn eine Vereinbarung, Verabredung getroffen wurde, sagt der eine Beteiligte: Abgemacht! [allg.]. —
γ. 'quitt sein'. Mer sin abgemacht [ GH-Freisb]. Syn. s. PfWB quitt
2. einen a. 'außer Spiel setzen' bes. beim Klickerspiel. Du bisch abgemach(t) [SOPf]. Syn. s. PfWB abgewinnen. —
3. sich a. 'sich entfernen', bes. in der Aufforderung Mach dich ab! [NPf WPf (einschl. PS) LA-Rohrb Siebdgn Kl'fischling Birkw]. Syn. s. PfWB weggehen. RA.: Mach dich ab, kannscht hääße wie de witt, scherzhafte Antwort auf den Ausruf

[Bd. 1, Sp. 57]
des Verkäufers von gerösteten Kastanien: Heiße Maroni!, doppelsinnig gedeutet als: (ich) heiße Maroni [Kaislt vor 1930]. —
II. intrans.
1. persönl.
a. 'erschöpft sein'. Er hot abgemach(t) [verbr. bes. VPf]. Bei Wettkämpfen, sportlichen Übungen: Er hot abgemach(t) 'Er hat aufgegeben' (weil seine Kräfte erschöpft waren). —
b. 'im Sterben liegen'. Er macht ball ab [ ZW-Battw Rockhs], is am Abmache [ LU-Limbghf], hot abgemacht 'ist gestorben' [ NW-Hardbg]. Syn. s. PfWB sterben. —
c. 'Bankerott machen' [ RO-Winnw PS-Claus]. —
2. sachl. 'unbrauchbar werden'. Die Kläärer mache(n) ab 'sind abgetragen' [ KL-Lind]; vgl. PfWB abgehen 2f. — RhWB Rhein. V 675; Saarbr. 135; LothWB Lothr. 2; ElsWB Els. I 642; Bad. I 12. Vgl. auch Wolf [19] (abmecken).