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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Un-geld bis un-geneuisch (Bd. 6, Sp. 906 bis 907)
 
Un-geld, n.
un-gelegen, Adj.
Un-gelegenheit, f.
un-gelegt, Adj.
un-gelenk, Adj.
un-gelenkig, Adj.
un-gelernt, Adj.
Un-gelter, m.
Un-gemach, n.
un-gemistet, Adj.
un-gemütlich, Adj.
un-geneuisch, Adj.
un-geniert
un-geputzt, Adj.
Unger1
Unger2
un-gerade, Adj.
un-geraten, Adj.
un-gerecht, Adj.
un-gereihert, Adj.
ungerisch
ungern
un-gern, Adv.
un-gerufen, Adj.
un-gerupft, Adj.
un-gesalzen, Adj.
Un-geschicklichkeit, f.
un-geschickt, Adj.
un-geschierig, Adj.
un-geschlacht, Adj.
un-geschliffen, Adj.
un-geschmitzt, Adj.
un-geschockelt, Adj.
un-geschoren, Adj.
un-gesetzlich, Adj.
un-gesetzmäßig, Adj.
un-gespitzt, Adj.
un-gespottet, Adj.
un-gesteint, Adj.
un-gestochen, Adj.
un-gestört, Adj.
un-gesund, Adj.
Un-getüm, n.
un-gewaschen, Adj.
un-gewendet, Adj.
un-gewiß, Adj.
Un-gewitter, n.
un-gewöhnlich, Adj.
un-gezahlt, Adv.
un-gezählt, Adj.
Un-geziefer, n.
un-gezogen, Adj.
Un-gezogenheit, f.
un+-gezweit, Adj.
un-glaubig, Adj.
un-gläubig, Adj.
un-glaublich, Adj.
un-gleich, Adj.
Un-glück, n.
un-glücklich, Adj.
Unglücks-bote, m.
Unglücks-braten, m.
Unglücks-ei, n.
Unglücks-fall, m.
Unglücks-hafen, ON
Unglücks-handel, m.
Unglücks-jahr, n.
Unglücks-kraut, n.
Unglücks-mensch, m.
Unglücks-rabe, m.
Unglücks-stern, m.
Unglücks-tag, m.
Unglücks-vogel, m.
Unglücks-zahl, f.
Un-gnade, f.
un-grade
ungrisch
un-grundig, Adj.
Ung-stein, ON
un-gut, Adj.
un-handig, Adj.
-händig, Adj.
un-handlich, Adj.
Un-heil, n.
un-heilbar, Adj.
un-heimlich, Adj.,  Adv.
un-höflich, Adj.
Un-hold, m.
Un-holz, n.
Uni-form, f.
Uniform-knopf, m.
Uniform-rock, m.
Unikum, n.
Unken-bach, f.
Unken-funk, m.
un-kennig, Adj.
un-keusch, Adj.
un-klar, Adj.
un-kommod, Adj.
Un-kosten, Pl.
  Un-geld n.: 'Abgabe in Geld für Einfuhr oder Verkauf von Waren, Ausschank-, Verbrauchssteuer'; vgl. PfWB Ungelter, PfWB verungelten. a. 1306: win schenken vnde verkeyfen one vngelt vnd ander hindernisse [OttbgUrkb. 270]. a. 1464: Der Ertrag dieses Un- und Leggeldes von Wein und von den Mühlen soll in eine Büchse getan und wöchentlich im Beisein eines Bürgermeisters geöffnet werden [Dochnahl 77]. a. 1547: Ahm vngeldt zue Zweybruckhen haben die Burger das vierthe theill aigenthumblich [ZweibrOABannb. 2]. a. 1553: In diesem dorf wird etwa wingeschenkt, gibt kein ungeld und halten sich nach der alten landmaß [ABlieskst 37]. ca. 1580: Wann einer Wein oder Bier zapfet oder außschänket, solle er sein gebüerendt Ungelltt der Herrschaft bezahlen [Friedel 181]. a. 1582: Vngelt wird jahrß ... dem schultheißen an gebührenten orth zu lieffern [PfWeist. 519 (FR-Flomh)]. a. 1673: Das Ungeld der Krämer ist auf folgende Waren gelegt (es folgt eine lange Aufzählung, z. B. Stoffe, Tabakspfeifen, Papier, Spielkarten) [Küchler 374]. — Mhd. ungëlt 'Abgabe von Einfuhr und Verkauf der Lebensmittel, Zehr-, Verbrauchssteuer' ( Lexer Lexer II 1845). — ElsWB Els. II 680; DWB DWb. XI, II 732 ff.
 
   un-gelegen Adj.: 'unpassend, nicht recht', ungelee(e), -geleeche; un- [vereinzelt]. Der es uns awwer so u. kumm [ KL-Hirschhn]. BR.: Vor Johannes (24. Juni) bitt um Ree, noo Johannes kummt er u. [ RO-Als]. SprW.: De Dod kummt immer zu ungelee'ener Zeit, für den, der gern lebt [ NW-Frankeck, vereinzelt]. Rhein. IX 48; ElsWB Els. I 575.
 
  
Un-gelegenheit f.: 'Unannehmlichkeit, Mißhelligkeit, Schwierigkeit', Ungelee'eheit, -geleecheheit; Un- [vereinzelt]; in Ungelegenheit kumme [Beam Penns 104]. Mach der net so veel Ungelechenheite! [ BZ-Dernb]. LothWB Lothr. 519; ElsWB Els. I 575.
 
  
un-gelegt Adj.: 'noch nicht gelegt', von Eiern, meist in der RA.: sich um ungeleede Aaier kimmere 'sich um etwas kümmern, was noch in der Zukunft liegt, was noch nicht zur Debatte steht, was einen nichts angeht' [Kaislt, verbr.], meist als Zurückwei-

[Bd. 6, Sp. 907]
sung: Kimmer dich um dich un net um ungeleede Eier! [ RO-Obd, mancherorts]. LothWB Lothr. 519 ungeleit. — -gelenk, -gelenkigAdj.: 'steif, schwerfällig', ungelenk [ KU-Schmittw/O BZ-Dernb], ungelenkich, un- [mancherorts]. — -gelernt Adj.: 'nicht ausgebildet, ohne Berufsausbildung', ung(e)lernt [mancherorts, Henn Mda.-Int. 66 Lambert Penns 157]; en ungelernder Arweider [Kaislt].
 
 
Un-gelter m.: 'Weinaufschlag-, Steuereinnehmer', wörtl.: der Einnehmer des Ungeldes, Ungelter [PfId. 144]. a. 1590: Wie die Beseher vnd Vngelter den Wein besehen vnd schäzen sollen [ZweibrUrkb. 141]. »zur Wein- und Bierschätzung gewählte ... Männer kontrollierten die beiden Getränke auf Güte und Preis und meldeten die umgesetzten Mengen, damit der Ungelter, der Steuererheber, berechnen und kassieren konnte« [Carl Pfalz im Jahr 164]. — Mhd. ungelter 'Einnehmer des Ungeldes' ( Lexer Lexer II 1845). — ElsWB Els. I 216. — -gemach n.: 'Widrigkeit, Schaden', Ungemach, Un- [vereinzelt, Lambert Penns 157]. Volksgl.: E Storgenescht uffm Kärschedach behiet 's ganze Dorf vor Ungemach [ LU-Dannstdt].
 
 
un-gemistet Adj.: 'ohne Mist gedüngt'. Grumbeere geb's (gäbe es) do ungemischt [Croissant 60]. — -gemütlich Adj.: 'nicht behaglich', ung(e)mietlich, un- [mancherorts, Lambert Penns 157]. — -geneuisch Adj.: 'gierig, habsüchtig, ungenügsam'. Er is ungenaisch (ungənai) [Frankth]. Sei doch nit so u.! [Frankth]. — Mit süd- und oberhessischen Entsprechungen, vgl. Südhess. II 1248 ungeneuisch, Hess.-Nass. IV 238 ungeneu(i)sch, zu dem im DWB DWb. XI, II 784/85 dargestellten Wort ungeneus(z)ig. — RhWB Rhein. VI 301 ungenüssig. —