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Pfälzisches Wörterbuch 
 
um-gehen bis Umhänge-tuch (Bd. 6, Sp. 882 bis 884)
 
um-gehen, st.
Um-geld, n.
Um-gelter, m.
um-graben, st.
um-greifen, st.
um-grubbern, schw.
um-gucken, schw.
um-hacken, schw.
Um-hang, m.
um-hängen, st.,  schw.
um-henken, st.,  schw.
Umhänge-tuch, n.
Umhang-tasche, f.
um-hauen, st.,  schw.
um-henken
um-her, Adv.
umher-fegen, schw.
umher-flanieren, schw.
umher-gaukeln, schw.
umher-rasen, schw.
umher-rennen, schw.
umher-streunen, schw.
umher-stromern, schw.
umher-türmeln, schw.
Umherum-bart, m.
umher-walzen, schw.
Uminz
Um-kehr, f.  (m.)
um-kehren, schw.
um-kippen, schw.
um-kleiden, schw.
um-knacken, schw.
um-knacksen, schw.
um-knicken, schw.
um-kommen, st.
um-krächen, schw.
um-kränzen, schw.
Um-kreis, m.
um-krempeln, schw.
Um-lage, f.
Um-lauf, m.
um-laufen, st.
um-leeren, schw.
um-legen, schw.
Umleg-kragen, m.
Umleg-tuch, n.
um-leiten, schw.
um-lernen, schw.
um-liegen, st.
um-liegend, Adj.
um-logieren, schw.
um-lugen, schw.
um-machen, schw.
Um-macher, m.
um-mähen, schw.
umme, Adv.
um-messen, st.
um-metzeln, schw.
um-modeln, schw.
um-orgeln, schw.
um-pelzen, schw.
um-pflügen, schw.
Um-platz, m.
um-plumpsen, schw.
um-possen, schw.
um-purzeln, schw.
um-quartieren, schw.
um-recheln, schw.
um-rechnen, schw.
um-reden, schw.
um-reißen, st.
um-rennen, schw.
um-rigolen, schw.
um-rindern, schw.
Um-riß, m.
um-roden, schw.
um-rühren, schw.
um-rupfen, schw.
um-sacken, schw.
um-sägen, schw.
um-satteln, schw.
Um-satz, m.
Umsatz-steuer, f.
um-säumen, schw.
um-schärren, schw.
Um-schau, f.
um-schauen, schw.
um-schießen, st.
Um-schlag, m.
Umschlag-ärmel, m.
um-schlagen, st.
Umschlag-hosen, Pl.
Umschlag-tuch, n.
um-schmeißen, st.
um-schnallen, schw.
um-schnappen, schw.
um-schnippen, schw.
um-schöpfen, schw.
um-schoren, schw.
um-schreiben, st.
   um-gehen st.:
1.
a. 'als Gespenst umgehen, spuken', umgehe, -gehn, -gähn, -gihn, -gäj u. a., s. PfWB gehen [verbr., Klein Prov. 205], om- [ ZW-Ernstw], häufig unpersönl.: 's geht um 'Es spukt, es ist nicht geheuer' [verbr.]. In eme alde Haus in Reichebach geht naachts um zwelf de Zinsmäänschder um (ein Mann, der vor langer Zeit seinen Knecht erschlagen hat) [ KL-Reichb]. Brauchtum: In de Nacht zum 1. Mai gihn die Hexe um, d. h. junge Burschen treiben Schabernack [ KU-Haschb/R]. Volksgl.: E Selbschtmerder (Wer e Grenzstään verrickt) muß u. [ BZ-Dernb]. a. 1720: »Am 12. Oktober klagt Witwe Schläfer, daß die Frau Fermer und deren Magd aussagen ihr Mann selig ginge um und hätten sie dessen Geist gesehen. Beide wurden zum Schweigen verurteilt« [Küchler 570]. —
b.
α. 'einen Umweg machen' [vereinzelt, Lambert Penns 159]. Wer en Omwäh geht, geht um [ HB-Kirrbg]. Ehr sein veel umgang 'Ihr habt einen großen Umweg gemacht' [ FR-Bockh]. RA.: Handwerksborsch un Bettler gehn nix um 'machen keinen Umweg' [ RO-Obd]. SprW.: Guter Weg krumm - geht nit um, d. h. gut ausgebaute Umwege sind besser als Abkürzungen; man erreicht nicht alles auf direktem Weg besser [ KU-Ulm]. —
β. 'ausweichen' [mancherorts]. Des is net se u. [ LA-Gommh]. Er will das Hinnernis u. [ KL-Stelzbg]. 's war net se u. 'Es war unausweichlich' [ KU-Diedk]. —
γ. 'eine zuständige Person, Instanz ignorieren, übergehen' [ KB-Albish LU-Alsh BZ-Klingmst]. Ich sein umgang worr [ KB-Albish]. —
c. 'umlaufen, zirkulieren' [mancherorts]; 's geht es Gericht (Gerücht) um [ KL-Stelzbg]. Im Ort geht e Kranket um [ KU-Kaulb]. Aus einem Turnspiel: Schau net um, de Fuchs geht um [ NW-Frankeck]. a. 1717: daß unter ihnen selbsten das schützenamt umgehe [PfWeist. 2 (KU-Adb)]. —
2.
a. 'ein Kartenspiel verlieren' [ KU-Bedb ZW-Battw]. —
b. 'geschäftlich zugrundegehen, Bankrott machen' [mancherorts]; vgl. PfWB ummachen 3 a. —
3.
a. 'mit jemandem verkehren, Umgang haben' [verbr.]. SprW.: Sag mer, mit wem de umgehscht, dann will ich der sage, wer de bischt [ LU-Opp]. Mer lernt die Leit erscht kenne, wann mer mit ne umgeht [ KU-Trahw, mancherorts]. —
b. 'behandeln, handhaben' [verbr.]; mem Fuhrwerk (de Gail) u. [ FR-Assh]. Muscht vorsichtich demit u.! [ ZW-Gr'bundb]. Mer muß bloß mit dene Leit e bissel ferstehe umsegehe [ PS-Lu'wink]. Der kann gut umgeh mit Kinn (Kindern) [ ZW-Battw]. RA.: Wenn jemand eine Sache oder Person grob, ungebührlich behandelt, sagt man: Er geht mit um, wie d' Sau mim (mit dem) Beddelsack [GH-Kand, verbr., auch Auslandspfälzer], wie de Hert (Hirte) mit ere Herd Vieh [ ZW-

[Bd. 6, Sp. 883]
Battw], wie e Saischnidder [vereinzelt Don Gal Rußl]. — RhWB Rhein. II 1132/22; ElsWB Els. I 190.
 
 
Um-geld n.: 'Abgabe, Steuer'; a. 1569: »besonders da er kein Umgeld zahlen wollte« [Küchler 34]. a. 1701: »von den Getränken wurde das Umbgeld erhoben« [Kreuter Haust 43]; vgl. PfWB Ungeld. — -gelter m.: 'Geldeinnehmer, Steuerbote'; a. 1726: Umbgelder [LU-Assh (alte Akten)]; vgl. PfWB Ungelter.
 
 
um-graben st. (schw.): 'ein Gartenbeet, einen Weinberg (zur Neubepflanzung) umgraben, roden', umgrawe [mancherorts, Wilde 284]; vgl. PfWB graben1 1, PfWB herumgraben, PfWB ummachen 2 b, PfWB umroden; Syn. s. PfWB roden. — -greifen st.: 'mit der Hand oder den Armen umfassen', -greife [ KU-Schmittw/O]. — -grubbern schw.: 'mit dem Grubber den Boden bearbeiten', -grubbere [ LU-Alsh]. — -gucken schw.:
1. 'den Kopf nach hinten wenden, zurückschauen', -gucke [vereinzelt]; RA.: sooft dich umguckscht 'bei jeder Gelegenheit, häufig' [ BZ-Dernb]. —
2.
a. 'Ausschau halten, prüfend erkunden' [verbr.]; vgl. PfWB umlugen 1; sich nooch me Mädel umgucke 'Umschau nach einer Braut halten' [ NW-Dürkh]. Do guck ich gar net lang mich um, / Duh peilricht 'geradewegs' heierate [Firmenich III 248]. —
b. 'ernüchtert, enttäuscht dreinschauen', meist nur in vorraussagenden Wendungen wie: Der (Die) werd sich noch umgucke! 'wird noch eines besseren belehrt werden' [Kaislt, verbr.]; vgl. PfWB umlugen 2. — RhWB Rhein. II 1481. — -hacken schw. :
1. 'mit einer Hacke, Haue den Boden umgraben', umhacke [ KL-Hoheck]; vgl. PfWB herumhacken. —
2. 'umhauen, fällen' [verbr., Lambert Penns 155]; vgl. PfWB umhauen, PfWB -machen 2 a. Den große (Birnbaum) hackscht de um [Kobell 5].
 
  
Um-hang m.:
1. 'capeartiges Kleidungsstück', bes. für Frauen (um 1930 schon veraltet), Umhang [mancherorts], Om- [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Käp, PfWB Rad 2 b, PfWB Überwurf, PfWB Umhängetuch. Sie treet (trägt) noch en Umhang [ LA-Gommh]. —
2. 'Vorhang, Bettvorhang' [mancherorts mittl. u. südl. VPf Kus PfId. 144 Lambert Penns 155]; Zs.: PfWB Bettumhang. a. 1537: Ein plawen (blauen) vmbhangk [SpeyTreud-Inv.]. a. 1596: ein Betladt mit ... ein Blawenn Vmbhang an eisen stangen [WerschwSchR 593]. a. 1750: daß Ehe Bett sambt dem umbhang [SSp von der Leyen Fasz. 100 (BZ-Wernbg)]. —
3. 'flacher Lederriemen, der den Peitschenriemen mit dem Stiel der Peitsche verbindet' [ KU-Roßb]. —
4. 'das Umhängen der Waben vom Brut- in den Honigraum', Imkerspr. [ ZW-L'wied]; vgl. PfWB umhängen 1. — RhWB Rhein. III 222; LothWB Lothr. 519; ElsWB Els. I 352.
 
  
um-hängen, -henkenst., schw.:
1. 'von einer Stelle an eine andere hängen', umhänge, -henke [mancherorts]. Ich han des Bild emol umgehängt [Kaislt]. Die Wawe werre umgehängt, nämlich vom Brut- in den Honigraum, bzw. -stock, Imkerspr.; vgl. PfWB Umhang 4 [ KL-Matzb, ZW-A'hornb BZ-Klingmst GH-Wörth]. —
2.
a. 'etwas behängen, um einen

[Bd. 6, Sp. 884]
Körper hängen' [verbr.]; vgl. darum-, PfWB herumhängen. Was die um- un anhenke hot, daucht nix, von der Kleidung [ FR-Bockh]. Goldne Kedde hän die Ferschte / Ihre Barde umgehängt [Ranssweiler 43]. Des (Chrischkinnel) is zart un fei, hat e Schleier u. [Kröher Lyoner 132]. RA.: dem Ding (der Sach) e schään Mändelche u. 'etwas beschönigen, Negatives vertuschen' [ LA-Gommh, mancherorts]. —
b. 'mit Vorhängen versehen' [Lambert Penns 155]. — RhWB Rhein. III 220.
 
  
Umhänge-tuch n.: = PfWB Umhang 1, als Kleidungsstück für Frauen, Umhängduch [ ZW-Battw RO-Dielkch PS-Erfw KB-Kriegsf LU-Opp NW-Elmst]; vgl. PfWB Umschlagtuch; 's U. mit Fransle [ PS-Erfw].