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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Setz-acker bis Setzer-ding (Bd. 6, Sp. 81 bis 84)
 
   Setz-acker m.: FlN, amtl. In den Setzäckern [ LA-Nußd]; vgl. PfWB Setz. — -baum m.: 'Holz, das man zum Stützen unter die Wagendeichsel stellt', Setzbaam [ KB-Mörsf]. — -diel m.: 'Seitenbrett des alten Kelterkastens', nur Pl., Setzdiele [ NW-Hamb LA-Rhodt BZ-Hergw]; vgl. PfWB Säckerdiel u. Abb. 49. — -dorn m.: Bed.? a. 1515: von 800 setzdornen

[Bd. 6, Sp. 82]
zu hauwen uff dem hegenitz [GgHospR].
 
  
Setze f.:
1. 'Setzhammer des Küfers zum Anziehen der Faßreifen', Setz [ RO-Schiersf KB-Gauh Zell FR-Albsh BZ-Billh V'weidth]. —
2. s. PfWB Ansetze. — RhWB Rhein. VIII 106; LothWB Lothr. 477; ElsWB Els. II 383.
 
  
Setz-eisen n.: 'Eisen zum Pflanzen von Reben, Bäumchen u. a.', Setzeise [ KU-Hohöll HB-Sandd KL-Rodb BZ-Lug Silz]. RhWB Rhein. VIII 103.
 
  
Setzels, Setzerles, Setzersn.: ein Klickerspiel, bei dem nach aufgesetzten Klickern geworfen wird, Setzels [ FR-N'lein], Setzerles [Wasgau-Bote 13/1934], Setzers [ GH-Freckf]. Rhein. VIII 93 Z. 29 Setzches.
 
  
setzen schw.:
1. sich s.
a. 'eine sitzende Haltung einnehmen, Platz nehmen, sich niederlassen', setze (sędsə) [verbr., Christmann Kaulb 86 Müller Dietschw 58 Schneckenburger 45 Lambert Penns 150 Krämer Gal 198]; Part. Perf. g(e)setzt [verbr.]; Imp. Sg.: setz! [verbr.], Pl. setze(n)! [verbr.], setzt! [vereinzelt]; vgl.: PfWB hocken I 1 a, PfWB sitzen 1 b; Zs.: PfWB ane-, PfWB be- 1, PfWB dahinter-, PfWB daneben-, PfWB daran-, PfWB darauf- 1, PfWB dazwischen-, PfWB her-, PfWB hinaus- 1, PfWB hineinsetzen; s. hääße 'zum Hinsetzen auffordern' [ KU-Schmittw/O]. Setz dich! [Kaislt, verbr.]. Setzen eich! 'Setzt euch!' [LA-Gommh, verbr.]. Setz dich en Mument! [ BZ-Dernb]. Do, setz dich e bissel! [ LA-Birkw]. Do hergesetzt an de Owe! [ KU-Brück]. Wenner (Wollt ihr) eich nit e bissel s.? [ PS-Erfw]. Gehn rein, setzen eich, nehmen eich e Stickel Kuche! Aufforderung an der Kirchweih [ LA-Nußd]. Hol der e Stuhl un setz dich! [ PS-Erfw]. RA.: sich zwische zwää Stihl s. 'es sich mit jeder Seite verscherzen' [ LU-Opp, mancherorts]; sich in die Brennessele (in e Weschpenescht) s. 'starken Widerspruch ernten, mit einem Vorhaben auf Schwierigkeiten stoßen' [ KU-Schmittw/O, vereinzelt]; sich gut (schlecht) s. 'sich gut (schlecht) verheiraten' [KL-Hirschhn, verbr.]; sich uf die Hosse (uf de Arsch, an die Bicher) s. 'tüchtig lernen' [ KB-Stett, mancherorts]. Er setzt sich ufs hoh Roß 'tut hochmütig' [ FR-Bockh]. Er setzt sich uf sein Geld 'ist geizig' [ LA-Nd'hochstdt]. Er hat sich in Posidur gesetzt 'sich würdig hingesetzt' [Krieger 56]. Se setze sich net an ään Disch 'haben Streit miteinander' [ KU-Schmittw/O]. Setz dich emol dorthin, wo Kääsersch Modder gehockt hott, wie se Braut war, Aufforderung an einen unruhigen Menschen, sich zu setzen [ KU-Diedk]. Setzen eich doch e bissel, ehr tragen jo sunscht unsere Kinner die Ruuch enaus!, dass. [BZ-Dernb, Schandein Bav. IV,2 403]. Setz dich uf dein Penning!, dass. [ LU-Böhl]. Volksgl.: Unverheiratete sollen sich bei Tisch net ans Eck s., sonst müssen sie noch sieben Jahre auf ihre Hochzeit warten [ KU-Bedb]. Einen VR. s. PfWB Klara. —
b. 'absinken, sich am Boden absetzen' [verbr.]; Zs.: PfWB absetzen 2 a. Es Stroh setzt sich (in der Scheune) [ KL-Enkb]. 's Grab hot sich gesetzt [ BZ-Dernb]. Mer muß de Kaffe sich s. losse [ LU-Friesh, mancherorts]. —
2. 'jemanden an einen bestimmten Platz

[Bd. 6, Sp. 83]
setzen, in eine bestimmte Position einsetzen' [verbr.]; Zs.: PfWB ab- 1 f, PfWB an- 2, PfWB aus- 1, PfWB ein- I 2 a, PfWB ent- 1, PfWB ver- 1 b, PfWB nebeneinandersetzen. 's Kind werd ufs Brunzhäwwel g'setzt [ NW-Kallstdt]. Denne han se aach uf de rechde Poschde gesetzt, ironisch [Kaislt]. RA.: Jemand uf de Appel s. 'hintergehen' [Krieger 46]. Sie werd net fett, un wann mer se an de Schmalzhawe setzt [ KB-Kriegsf, vereinzelt]. Neckerei: Ääne uf de derre Gaul s., man schiebt einem Ahnungslosen eine Stange zwischen die Beine und hebt sie zu zweit auf und ab, so daß der Gefoppte unsanft reiten muß [Kühn Hamet 124]. a. 1466: das eyn apt zu Wadegassen in dem gericht zu Burgalben eynen scholteßen zu setzen vnd zu entsetzten habe [PfWeist. 207 (PS-Burgalb)]. a. 1484: myn herr von Wadegassen hait eynen meiger zu seczen vnd zu entsetzen [PfWeist. 210 (PS-Burgalb)]. 16. Jh.: so hant die lehenherrn eyn schuczen zu seczen [PfWeist. 828 (FR-Grünstdt)]. —
3.
a. 'etwas an eine bestimmte Stelle tun; hinstellen, hinlegen, aufstellen' [verbr.]; Zs.: PfWB ab- 1 a, PfWB auf- 3, PfWB be- 2, PfWB darauf-, PfWB darunter-, PfWB ein- I 1 a, PfWB er-, PfWB hinaus-, unter-, PfWB zurecht-, PfWB zusammensetzen; en Grabstään s. [Land, mancherorts]; e Owe s. 'einen Ofen aufstellen' [Krämer Gal 198]; Hei s. 'Heu auf dem Wagen aufschichten' [ RO-Semb, mancherorts]; die Klicker s. 'die Klicker beim Spiel aufsetzen' [ FR-N'lein]; mim Setze anfange 'beim Mühlespiel' [ NW-Freinsh]; Grummet uf Haiflche s. [ ZW-Battw]. 's Korn setzt mer uf Haunfe [ KU-Schmittw/O]. RA.: de rot Hahn (Kader) uf's Dach s. 'ein Haus, eine Scheune anzünden' [ZW-Battw, verbr.]; kenn Fuß (meh) iwwer d' Schwell (ins Haus) s. 'jemanden infolge Verärgerung nicht mehr besuchen' [ LA-Maik, mancherorts]; e Laus in de Belz s. 'jemanden für eine fixe Idee einnehmen' [ RO-Dielkch, mancherorts], e Floh ins Ohr s., dass. [ LU-Altr, mancherorts]; sich eppes in de Kopp s. [KU-Kaulb, verbr.]; e Kind uf (in) die Welt setze 'ein Kind zeugen, gebären' [ KB-Kriegsf, mancherorts]; de Kopp zwische die Ohre s. 'zurechtweisen' [ KU-Kaulb]; ääm de Stuhl vor die Dier s. 'hinausweisen' [ LU-Opp], enner an die (frisch) Luft s., dass. [ NW-Kallstdt, mancherorts], var die Deer s., dass. [ KU-Bedb]; de Flicke (Placke) newe's Loch s. 'sich vertun, einen Fehler begehen' [ BZ-Dierb, mancherorts]; die Krott uf die Bank s. 'Bankerott machen' [ LU-Böhl]. Er setzt sei Kapp (Hut) wie de Wind geht 'richtet sich nach der herrschenden Meinung' [ KU-Obw/T, vereinzelt]. Setz der ne in de Bussem!, zu Eltern, die ihr Kind verzärteln [mancherorts Gal]. a. 1441: die alt sakrasteie abgebrochen vnden ein ander ende neben den kirchtorm gesatzt worden [Niedhammer 49 (NW-Wachh)]. a. 1504: ob noit were, marcksteyn zu setzen in bann und beryß Erffwiller [PfWeist. 434 (PS-Erfw)]. —
b. 'bei einem Spiel, Gewinnspiel, einer Wette setzen' [mancherorts]. Uf den häb ich g'setzt 'Auf den habe ich gewettet' [ BZ-Dernb]. RA.: Der hat alles uf enni

[Bd. 6, Sp. 84]
Kart gesetzt [Krieger 16]. Heierade es in die Lodderie gesetzt [ KU-Kaulb KL-Hirschhn]. —
c. 'Buchstaben, Text zum Druck setzen' [vereinzelt]. Die Schrift s. losse [ LU-Opp]. Er muß sich in d' Zeidung s. losse 'eine Heiratsanzeige aufgeben' [ LA-Mörzh]. —
4.
a. 'pflanzen' [verbr.]; Zs.: PfWB an- 5, PfWB ver- 1 a, PfWB nachsetzen, Planze, Rewe, Duwak, Bohne, Grumbeere, Bääm s. [NW-Haßl, verbr.]. Sämschdag sein die Rummelcher 'Futterrüben' gesetzt worr [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'zum Brüten hinsetzen', bei Hausgeflügel [verbr.]. Mer han e Gluck gesetzt [ ZW-L'wied, mancherorts]. Die Gluck ('s Hinkel) werd g'setzt [ BZ-Albw, mancherorts]. Die Gluck hot sich elään (allein = 'von selbst') gesetzt [ KU-Schmittw/O]. Volksgl.: Wammer die Oier setzt, as uf der Griendunnerschdag gelegt sin, gebt's lauder scheckiche Hinkel [Fogel Beliefs Penns Nr. 871]. —
5. 'etwas in Gang setzen, bewirken, betreiben' [mancherorts]. Die Wiß werd unner Wasser gesetzt [ RO-Rehborn, vereinzelt]. Der setzt Himmel un Erd in Trabb [ LU-Opp]. Er setzt alle Hewel in Bewe'ung [ KU-Schmittw/O]. —
6. im adj. Part. s. PfWB gesetzt. —
7. vgl. die Zs.: PfWB ab- 1 b-e, auseinander-, aus- 2-3, PfWB durch-, PfWB ein-, PfWB ent- 3, PfWB ver- 2, PfWB zusetzen.RhWB Rhein. VIII 92 ff.; Lothr. 477/78; ElsWB Els. II 382.
 
  
Setzer m.:
1. 'wer das Heu auf dem Wagen aufsetzt, stapelt', Setzer [ BZ-Bindb FR-Gr'niedh]; vgl. PfWB setzen 3 a. —
2. 'wer Pflanzen setzt' [ LA-Mart]; vgl. PfWB Pflanzensetzerin. Volksgl.: Beim Anlegen eines neuen Wingerts müssen alle Setzer betrunken sein, damit der neue Wingert gedeiht [ LA-Mart]. —
3. 'Schriftsetzer' [Kaislt]. —
4. 'wertvollster Klicker' [ GH-Freckf]; vgl. PfWB Setzels; Syn. s. PfWB Schießklikker. —
5. vgl. die Zs.: PfWB Auf-, PfWB Durch-, PfWB Krippensetzer. — RhWB Rhein. VIII 106/07; ElsWB Els. II 384.
 
  
Setzer-berg m.: FlN, amtl. Setzerberg [ LA-Göckling]. — -ding n.: 'Malzeichen, nach dem beim Klikkerspiel geworfen wird', Setzerding [ GH-Freckf]; Syn. s. PfWB Anmal.