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Strauch-mörder bis Strauß-bursche (Bd. 6, Sp. 678 bis 681) | |||
Strauch-mörder, m. strauen Straues Strauf, m. Strausel Strauß1, m. Strauß2, m. Strauß-baum, m. Strauß-bohne, f. Strauß-bube, m. Strauß-bursche, m. Straußen-ei, n. Straußen-feder, f. Straußen-mädchen, n. Straußfeder-aster, f. Strauß-kirsche, f. Strauß-narren, Pl. Strauß-predigt, f. Strauß-rede, f. Strauß-träger, m. Strauß-vogel, m. Strauß-wirt, m. Strauß-wirtschaft, f. Strawatz Strawunzel, f. Strawutz Strebe, f. streben1, schw. streben2 Streber, m. strebern, schw. strebsam, Adj. Streb-stange, f. Streck-arsch, m. Streck-balken, m. streck-der-längs, Adv. Streck-draht, m. Strecke, f. strecken, schw. Strecken-arbeiter, m. Strecken-gang, m. Strecken-wärter, m. Streck-rebe, f. Streel Streemen Streffe Streffel streffen Streff-strumpf Streffze Streich, m. Streich-bärren, m. Streich-baß, m. Streich-baum, m. Streich-blech, n. Streich-blume, f. Streich-brett, n. Streiche, f. streicheln, schw. streichen, st. Streicher, m. Streicherei, f. Streich-fetzen, m. Streich-feuer, n. Streich-feuerzeug, n. Streich-garn, n. Streich-holz, n. Streichholz-macher, Pl. Streich-instrument, n. Streich-kapelle, f. Streich-konzert, n. Streich-kraut, n. Streich-musik, f. Streich-orchester, n. Streich-riemen, m. Streich-tuch, n. Streif-apfel, m. Streif-ärmel, m. Streife, f. Streifel, m., n. Streifels-berg, m. Streifen, m. streifen, schw. streifen-wolkig, Adj. Streifer, m. Streif-garn, n. streifig, Adj. Streifling, m. Streif-mehl, n. Streif-schuß, m. Streif-strumpf, m. Streif-wolken, m. Streifzen, m. Streik, m. streiken, schw. Streim-apfel, m. Streimen, m. streimen, schw. Streimen-apfel, m. streimen-weise, Adv. | [Bd. 6, Sp. 679] [Bliesgau (PfId. 139)]; Syn. s. PfWB Landstreicher 1. RhWB Rhein. VIII 797; LothWB Lothr. 508. 1. 'Büschel, Bündel von Blumen, Zweigen, bunten Papierstreifen usw., das als Schmuck oder Brauchtumsgegenstand dient', Strauß (draus) [verbr. (außer lothr. SWPf), Christmann Kaulb 20 Mang 126 Lambert Penns 144 Krämer Gal 209], Struß (drus) [lothr. SWPf, PfId. 138 Glass 100 Wilde 285]; Pl. Straiß [verbr. (außer lothr. SWPf), Lambert Penns 145], Striß [lothr. SWPf]; Dim. Sg. Straißje [WPf (außer lothr. SWPf)], Strißje [lothr. SWPf, Glass 99], Strissi [mancherorts äußerste NWPf], Straißel [VPf, Lambert Penns 145], Pl. Straißjer [WPf (außer lothr. SWPf)], Strißjer [lothr. SWPf], Straißelcher [vereinzelt mittl. VPf MPf], Straißle [mancherorts SPf östl. VPf], Straißlich [mancherorts SOPf]; Zs.: Back-, Backen-, Pfingsten- 1, Blumen-, Buchs-, Feder-, Heidelbeeren-, Kirchen-, Lorbeer-, Nägelchens-, Rosen-, Rosmarin-, Stekken-, PfWB Waldstrauß; -sträußchen; e St. Blumme [ KL-Ottb]. Dausend blasse Herbschtzeitlose, / dausch ich gern - wer will se hun? - / ge' e St. vun Heckerose / un e Hand voll Summersunn [Burgey Keschte 75]. SprW.: Aus ääner Blum werd kää St., aus ääm Balke kää Haus [Krieger 36]. Einen VR. s. PfWB Pfad. Volksgl.: En Schtreissel Hexekraut soll mer uff der Sant-Johannes-Daag an die Dier hänke. Sell halt die Hexe drauß [Fogel Beliefs Penns Nr. 625]. Verwendung im Brauchtum: — a. Strauß bei der Kirchweih, ein mit Bändern geschmückter Baum (Tanne) oder (neuer) Stange mit vielen bunten Papierbändern; wird im Kirchweihumzug mitgeführt und später an der Wirtschaft oder dem Tanzlokal aufgesteckt [verbr. WPf vereinzelt VPf, Hussong Kirkel 87 H. u. E. Schwedt: Bräuche zwischen Saar und Sieg. Mainz 1989 43/44]; vgl. PfWB Vorstrauß, PfWB Kirbebaum, -strauß, , -buben; de St. erausdanze, ein Kirchweihbrauch [ KL-Weltb]. »Die Kerwe wird heute noch stets mit einem prächtigen Strauß aus Tanne mit Buntpapier eröffnet« [Th. Zink in: Westrich-Führer, Kaiserslautern 1930, S. 58]. — b. Strauß im Ernteschlußbrauchtum, ein Bäumchen oder Zweig (selten mit Bändern geschmückt) wird auf den letzten Erntewagen oder das Kopfgeschirr der Pferde gesteckt: am Ende der Heuernte [ KU-Einöll IB-Reinh KB-Kerzh Kriegsf], Getreideernte [ ZW-A'hornb KB-Kerzh Mörsf LU-Opp], Kartoffelernte [ KU-Herchw KL-Lind], Weinlese [ FR-Kindh]; vgl. PfWB Erntestrauß und Christmann Vk. 43-50, Pfalzatlas K. 25c, Textband I 15/16. — c. Strauß, den Freunde und Bekannte an den Kasten mit dem Hochzeitsaufgebot stecken [KU-Bedb Schmittw/O PS-Rodalb (Bernhard 156) NW-Freinsh LA-Gommh GH-Rülzh, Carl Pfalz im Jahr 210 Hussong Kirkel 77 Westrichkalender Kusel 1990 124]; vgl. PfWB Hochzeitsstrauß 2 c. Se hun Straiß ins Käschtche gesteckt [ KU-Schmittw/O]. Die hänn schun Straiß ins Käschdel g'hengt kriecht [ LA-Gommh]. Volksgl.: Bekommt ein Brautpaar viele Sträuße an den Aufgebotskasten gesteckt, so wird die Ehe kinderreich [ GH-Rülzh]. — d. Strauß der Braut und Myrthensträußchen des Bräutigams oder der Hochzeitsgäste [mancherorts]; vgl. PfWB Hochzeitsstrauß 1 - 2. — e. Strauß als Schmuck des Firmlings [ LU-Oggh]. — f. Strauß für den Taufpaten. a. 1759: Daß wann junge Leute zu Gevattern stehen, die Gothe 'Patin' dem Mitgevatter, je nachdem er Vermögen hat, einen Strauß mit Bändern zuschickt, wohingegen dieser nachher mit einem Gegengeschenk sich lösen muß [Nach: NPfGV 1906 8 und 1912 84]. — g. der Palmbusch am Palmsonntag [ NW-Deidh Esth]; vgl. PfWB Palmenstrauß. — h. Strauß, der dem Toten mit in den Sarg gelegt wird [ KL-Ottb]; vgl. PfWB Totenstrauß. — i. Strauß mit bunten Bändern auf dem First zum Richtfest [ KU-A'glan]. — j. Bäumchen oder Strauß, den der Bursche seinem Mädchen in der Nacht zum 1. Mai steckt [mancherorts]; vgl. PfWB Maistrauß. — k. Strauß als Zeichen des Ausschanks an Straußwirtschaften [mancherorts]; vgl. PfWB Tannenstrauß. — l. Strauß an einem Pfahl zum Zeichen der Schließung der Weinberge [ BZ-O'ottb]. — 2. 'Pflanzenbüschel, büscheliger Zweig' [vereinzelt]. On de Salat geherrt aa e Strißje Peederling (Petersilie) [IB-Ensh (Glass 99)]. — RhWB Rhein. VIII 802 ff.; LothWB Lothr. 508; ElsWB Els. II 635/36. [Bd. 6, Sp. 681] 67, 121], Strußbuwwe, Pl. [IB-Ensh (Glass 100)]; vgl. PfWB Kirbebube. Mei Mussik, die hääscht: Kerb! / E Straußbu isch nit bleed [Kraus Pat 43]. RhWB Rhein. VIII 804. — -bursche m.: 'Bursche, der mit seinen Alterskameraden an der Ausrichtung der Kirchweih beteiligt ist', insbes. wer beim Umzug den Strauß 1 a mitträgt und die ersten drei Tänze tanzen darf, -borsch [KL-Erlb Stelzbg, Stoll 66, 67, 93, 121]; vgl. PfWB Kirbebursche. Er hat e scheener Danz hingeleet, weil er St. war [Feierowend 5/1953 Nr. 24].
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