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Stößel-pfeife bis Stoß-faß (Bd. 6, Sp. 648 bis 651) | |||
Stößel-pfeife, f. Stößel-pumpe, f. Stößel-wein, m. stoßen, st. stößenig, Adj. Stoßer, m. Stößer, m. Stößer-faß, n. Stößer-habicht, m. Stoßet, f. Stoß-falke, m. Stoß-faß, n. Stoß-garn, n. Stoß-habicht, m. Stoß-haken, m. Stoß-hammer, m. Stoß-holz, n. Stoß-horn, n. stößig, Adj. Stoß-karch, m. Stoß-karren, m. Stoß-kasten, m. Stoß-kette, f. Stoßketten-nagel, m. Stoßketten-nase, f. Stoß-klicker, m. Stoß-kopf, m. stoß-kopfig, Adj. stoß-köpfig, Adj. Stoß-kumpfe, f. m. Stoß-kumpfen, f. m. Stoß-latte, f. Stoß-messer, n. Stoß-milch, f. Stoß-narten, m. Stoß-netz, n. Stoß-riemen, m. Stoß-ring, m. Stoßring-scheibe, f. Stoß-säge, f. Stoß-scheibe, f. Stoß-trog, m. Stoß-visite, f. Stoß-vogel, m. Stoß-weihe, f. stoß-weise, Adj. Stoß-zahn, m. Stotteler, m. stotteln, schw. Stotterei, f. Stotterer, m. Stottererei, f. Stotteres, m. Stotter-hannes, m. stotterig, Adj. Stotterin, f. Stotter-könig, m. Stotter-michel, m. stottern, schw. Stotter-sack, m. Stotz, FlN Stotzen- Stövchen, n. stra Strabatz, m. strabatzig, Adj. strabbeln Strabbeler Strabel, m. Strabel-arsch, m. Strabel-bock, m. Strabeler, m. strabelig, Adj. strabeln, schw. Strabutz, f. Strachete, f. strachieren, schw. strack, Adj. strack-augig, Adj. strack-beinig, Adj. strack-bürstig, Adj. Strack-deichsel, f. strack-härig, Adj. Strack-joch, n. Strack-kopf, m. strack-kopfig, Adj. strack-köpfig, Adj. Strackli, m. Strack-messer, n. strack-ohrig, Adj. stracks, Adv. (Adj.) Strack-schere, f. strack-voll, Adj. Straf-arbeit, f. Straf-aufgabe, f. straf-bar, Adj. Straf-befehl, m. Strafe, f. strafen, schw. Strafens, n. | 1. a. 'schnell, heftig an etwas anprallen, anstoßen', stoße (dōsə) [allg., Christmann Kaulb 18 Mang 123 Müller Dietschw 63 Schneckenburger 26 Lambert Penns 144 Krämer Gal 208], stouße (dousə) [mancherorts südl. VPf, Höh 56], stoiße (doisə) [ PS-Bruchw/Bärb], stauße (dausə) [LA-Frankw Herxh Herxhwey BZ-Bindb GH-Hay Leimh Hussong Kirkel 147], stuße (dūsə) [ HB-Webh RO-Duchr/O'hs Rehbn]; Part. Perf. gestoß (gədōs) [verbr. WPf], g(e)stoße (gədōsə, gdōsə) [verbr. VPf], gestouße (gədousə) [LA-Impfl], gestoßt (gədōsd) [ KU-Quirnb]; vgl. PfWB stumpen 1, PfWB stumpieren 1, PfWB stupfeln2 1, PfWB stupfen 1 a; Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB darauf-, davon-, PfWB durch-, PfWB ein-, PfWB ver-, PfWB vor-, PfWB herab-, PfWB heraus-, PfWB herüber-, PfWB herum-, PfWB herunter-, PfWB hinaus-, PfWB hinein-, PfWB hin-, PfWB hinüber-, PfWB hinunter-, PfWB rein-, PfWB um-, PfWB weg-, PfWB wider-, PfWB zusammenstoßen; sich st. 'sich durch Anstoßen wehtun' [mancherorts]; in die Rippe st. [ NW-Kallstdt]; sich wirrer's Jurreknechelche 'Ellenbogenknochen' st. [ NW-Frankeck]. Baß doch uf, du kannscht mer jo ins Au st.! [ KL-Reichb, mancherorts]. Du hascht dich geheerich gestoß, mach glei kalt Wasser druf! [ KL-Reichb]. Der hott derlescht die Krenk mit Stoße, / Ke Mensch im Dorf getraut em meh [Firmenich III 244]. RA.: sich an ebbes st. 'sich [Bd. 6, Sp. 649] an etwas stören, Anstoß daran nehmen' [vereinzelt]. An noch aam hann eich mich gestoß: / mr spricht so aardlich dart [Christmann Grummet 34]. Mer wollen uns net lang st. 'Wir wollen rasch aufbrechen' [ LU-Friesh]. Der hot sich gestoße, do, wu's de Jud net leire kann 'am Ellenbogenknochen' [ BZ-Dernb]. Do der (täte) ich mer liewer 's Maul uf e Stän stoße als wie so veel Geld ausgewwe [ KU-A'glan]. Der Wind stoßt (steßt) sich 'Der Wind fängt sich an einem Hindernis, hört plötzlich auf' [vereinzelt ges. Pf]. Die Gewitter stoße sich [ KU-Diedk]. Der Wei hat sich g'stoße 'ist trüb geworden' [LA-Nußd, RO-Feilbg KB-Boland FR-Albsh Quirnh LA-Frankw Impfl BZ-Albw Heuchh]. VR.: Witt en Appel? Stouß dein Kopp werrer d'Staffel! / Witt e Beer? Stouß dein Kopp werrer d'Deer! [LA-Essing, Wilde 23]; Fortsetzung s. PfWB Birne 1 a. — b. 'mit den Hörnern stoßen', von Rindvieh, Ziegen, Böcken [mancherorts]; vgl. PfWB bumpen 2 c. Sie stoßt gäärn [ ZW-Gr'bundb]. RA.: Er stoßt wie en Ochs [ BZ-Hermbghf]. Es steßt sich selte e Bock (Ochs) elän 'Zum Streiten gehören zwei' [KU-A'glan, Hussong Kirkel 147]. Bleib deheem, dann steeßt dich ach kee Bock, Ermahnung an junge Mädchen [Land]. Den hat der Bock g'stoße 'hat einen Bierrausch' [ BZ-Dernb]. Rätsel vom Sägebock: Eich hun e Bock, der stoßt net un schmeißt net un scheißt net [ KU-Reiffb]. — c. 'jemandem einen gezielten Hieb versetzen' [vereinzelt]; vgl. PfWB bumpen 2 c; Syn. s. PfWB ohrfeigen, PfWB verhauen 1. Er hot's Vieh gestoßt 'mit Schlägen gepeinigt' [ KU-Quirnb]. RA.: jemand vor de Kopp st. 'jemanden enttäuschen, erzürnen' [verbr.]. Ich hanem ans Unnermaul g'stoß 'Kinnhaken gegeben' [ KL-Fischb], an de Bart [ KB-Zell FR-Mörsch]. Ich hunsem emol unner die Nas gestoß 'es ihm deutlich gemacht' [RO-Sippf]. Mer määnt, der wollt ääm st., von einem Menschen mit stark gewölbter Stirne [ KU-Herschw/Petth]. Der macht e Kopp, mer mant, er wullt am stuße [ RO-Rehborn]. Stoß einem Ochs vor's Horn! 'Alles ist umsonst' [ BZ-Klingmst]. a. 1568: Der Jakob Ransweiler hat oberhalb der Scherbrück einen Hecht gestoßen, wofür er in den Bock gespannt und noch drei Tage in den Turm gesperrt worden ist [Küchler 23]. — d. 'holpernd und stoßend fahren'. De Wage stoußt im unebene Glääs 'Gleis' [ BZ-Dernb]. — 2. a. 'die Haut durchwachsen', vom Barthaar [ KL-Fischb]. Die Bursche sin stolz, wann de Bort stoßt [ KL-Fischb]. — b. 'stoßartig hervorkommen'. Das Blut steßt [ KB-Kriegsf]. — c. 'Atem ausstoßen, blasen', nur in der RA.: ens Horn st. 'das Horn (Trompete) blasen' [vereinzelt]; ens selwe Horn st. 'derselben Meinung sein' [vereinzelt]. Ach, wann ich 's nor erreiche kennt: / Emol ins Hernche stoße! [Ranssweiler 18]. BR.: April trucke un warem - macht de Bauer an Hoffnung arem; wann de April stoßt in sein Horn, steht es gut um Hei un Korn [ FR-Bockh]. — d. 'aufbrechen', von Knospen [ BZ-Schweig]. — e. 'mit der Schnauze aus der Erde kommen', vom Maulwurf [ PS-Geisbg]. De Molltruff (Mauerwulf) steßt [Bd. 6, Sp. 650] [ KU-Schmittw/O, KU-Kaulb WD-Niedkch ZW-Battw RO-Als KB-Rams LU-Friesh LA-Maik]. BR.: Wenn der Maulwurf frisch stößt, gibt es Regen [ PS-Geisbg]. Volksgl.: Dem stoßt de Wühler auch schon unter de Bettlad, lang macht der nimmi mit 'Er wird auch bald sterben' [Sunndag 14. 9. 1958]. — f. 'ausschwärmen, ausfliegen', vom Bienenvolk [ZW-A'hornb LA-Impfl Mörzh Venn BZ-Klingmst Bergz, Heeger Tiere II 15 PfId. 137]. Der Imm stoßt [ BZ-Klingmst]. — g. 'im Sturzflug ein Beutetier schlagen', vom Greifvogel [ KU-A'glan]; vgl. PfWB Stößer 1. — 3. rasch wiederholtes Stoßen. a. 'mit einem Stößer Rahm buttern', Budder st. im Budderfaß [verbr., PfId. 28 Gal-Bagbg]; vgl. PfWB leiern 1 c. Ich hab Budder g'stoße [ LU-Alsh]. Will man Butter stoßen, so leert mär de Rähm ins Budderfaß, duut der Stäißer nei unn setzt 's Kiwwelche druf; noot fangt mär an se st. [ GH-Nd'lustdt]. VR.: Die Motter stoßt Butter, / de Vatter macht Käs, / der Bruder un die Schweschter / sin mitsamme bees [ Gal-Bagbg]. — b. 'zerkleinern, zerhacken, zerquetschen' [vereinzelt]; vgl. PfWB Stoßeisen 1 und 2; Grumbiere st. [Pirmas]; gestouße Futter [ NW-Geinsh]; gestoßner Zucker [LU-Opp NW-Wachh Land]. — c. 'stochern', in der RA.: (mit em Stecke) in e Weschbenescht st. 'sich mit einer gefährlichen Angelegenheit befassen' [vereinzelt, Gal-Bagbg]. — d. 'Pfähle in den Boden rammen', Winzerspr. a. 1471: Item 1 lib. 10½ ß d die froner verzert als sie die wingarten gericht gesolt gestossen auch den myst darin getragen hant [KSchArch. Guttenberger Landschreibereirechnung Bl. 18]. — 4. 'aneinandergrenzen', von Feldern [vereinzelt]. Er steßt uf de annere Acker [ KU-Kaulb]. Mein Acker stoßt uf die Wiß [ PS-Erfw]. a. 1552/57: 2½ morgen stoßet vff den graßweg ann dem Dakkenheimer wege [LeinSb. Bl. 152v (FR-Kl'karlb)]. — 5. übertr. a. 'übereifrig lernen' [RO-Sippf Kaislt PS-Th'eischw KB-Bubh Gauh Kriegsf Spey]; Syn. s. PfWB ochsen. — b. 'sich irren, Fehler machen', sich st. [PS-Erfw LU-Muttstdt, SOPf (Heeger Nachlaß) »allg.« (PfId. 137)]. Der hot sich a g'stoße [ LU-Muttstdt]. Ich hab mich g'stoße 'im Rechnen Fehler gemacht' [ PS-Erfw]. Mer hän uns in de Rechling g'stoße 'in der Rechnung geirrt' [ BZ-Dernb]. — c. 'Anstoß nehmen, einer Speise überdrüssig werden', sich (dra) st. [ KU-Schellw Wahnwg]; hot sich dra gestoß [ KU-Schellw]. — d. 'tüchtig einen trinken', ene (ens) st. [RO-Obd Rockhs PS-Winz Pirmas LA-Birkw Otterstetter 203]; Syn. s. PfWB betrinken, PfWB trinken 1 a. Er hat sich g'stoße 'ist betrunken' [ KU-Bedb]. — e. 'rauchen' [ LU-Muttstdt]. — RhWB Rhein. VIII 756 ff.; LothWB Lothr. 502; ElsWB Els. II 616/17. 1. a. allg. für jede Art von kleinerem Greifvogel, der im Stoßflug Beute schlägt, Steßer (desər) [mancherorts ges. Pf]; Zs.: Tauben-, PfWB Hühnerstößer. RA.: der Kerl hat Aache wie e St. [ ZW-Battw, LU-Alsh Muttstdt Neuhf [Bd. 6, Sp. 651] SP-Harths]. — b. 'Habicht, Hühnerhabicht (Accipiter gentilis)' [mancherorts VPf HB-Webh ZW-Bechhf Wiesb KL-Hütschhs Stelzbg Trippstdt BZ-Schwarzb Heeger Tiere II 9 Kamm 62]; vgl. PfWB Häher 1 b γ, PfWB Stößerhabicht, PfWB Stoßfalke, -habicht 1, -vogel 2 a; Syn. s. PfWB Habicht 1. Suolahti 361. — c. 'Sperber (Accipiter nisus)' [KU-Hundh HB-Kirrbg RO-Dielkch Kaislt PS-Erfw Rodalb (Bernhard 154) Schmalbg]; vgl. PfWB Gutzaar, PfWB Sperber2 1 a, PfWB Stoßvogel 2 b. Suolahti 364. — d. 'Turmfalke (Falco tinnunculus)' [ZW-Battw Wilms Alph. 51]. — e. 'Eichelhäher (Garrulus glandarius)' [KB-Albish FR-Beindh LA-Hainf GH-Schwegh Wilms Alph. 51]; Syn. s. PfWB Häher 1 a und K. 184. — f. 'Neuntöter (Lanius collurio)' [ LU-Dannstdt Muttstdt]; Syn. s. PfWB Neuntöter 1 a und K. 302. — 2. a. 'ein Tier, das gerne mit seinen Hörnern stößt' [ KU-Hundh RO-Als BZ-Dernb]. — b. 'Maulwurf (Talpa europaea)' [ LU-Böhl]; Syn. s. PfWB Maulwurf und K. 288. — 3. a. 'Werkzeug zum Stoßen im Mörser' [ KU-A'glan BZ-Dernb GH-Schwegh]. a. 1571: Item 3 ohren Merselstein mit Irem stosser [WerschwSchR]. a. 1617: 1 Stoßer [Ecker 71]. a. 1750: Ein Mörser ohne stosser [Kurpf. 940-942 (KU-Einöll)]. — b. 'Kartoffelstampfer' [ RO-Obd LU-Maud]; Zs.: PfWB Grundbirnenstößer. — c. 'Stößel im Butterfaß' [ NW-Haardt LA-Godrst GH-Nd'lustdt]; Zs.: PfWB Butterstößer. — d. 'Werkzeug zum Setzen von Pflanzen' [ LU-Iggh NW-Elmst]. — 4. 'wer in der Apotheke Kräuter zerstößt' [ BZ-Dernb]. — 5. übertr. a. 'ein Rechthaber, Dickkopf' [ LU-Böhl]; Zs.: Hirn-, Horn-, PfWB Kappesstößer 2; Syn. s. PfWB Starrkopf. — b. 'ein übereifriger Streber', Schülerspr. [Kaislt]. — 6. 'ein Ferkelhändler' [ KU-Bedb Trahw WD-Niedkch]; Frekkel vum St. kaafe [ KU-Bedb]. — 7. 'eine Kopfbedekkung, Hut' [Wilms Alph. 51]; vgl. PfWB Stoß 6; Zs.: PfWB Krachstößer. — 8. weitere Zs.: An-, Auf-, PfWB Darauf-, Hirn- 2, Kappes- 1, Kraut-, Ober-, PfWB Überstößer. — RhWB Rhein. VIII 767; ElsWB Els. II 618.
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