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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Stoß bis stoßen (Bd. 6, Sp. 646 bis 648)
 
Stoß, m.  (f.)
Stoß-arte
Stoß-band, n.
Stoß-blech, n.
Stoß-eisen, n.
Stößel, m.
stößeln, schw.
Stößel-pfeife, f.
Stößel-pumpe, f.
Stößel-wein, m.
stoßen, st.
stößenig, Adj.
Stoßer, m.
Stößer, m.
Stößer-faß, n.
Stößer-habicht, m.
Stoßet, f.
Stoß-falke, m.
Stoß-faß, n.
Stoß-garn, n.
Stoß-habicht, m.
Stoß-haken, m.
Stoß-hammer, m.
Stoß-holz, n.
Stoß-horn, n.
stößig, Adj.
Stoß-karch, m.
Stoß-karren, m.
Stoß-kasten, m.
Stoß-kette, f.
Stoßketten-nagel, m.
Stoßketten-nase, f.
Stoß-klicker, m.
Stoß-kopf, m.
stoß-kopfig, Adj.
stoß-köpfig, Adj.
Stoß-kumpfe, f. m.
Stoß-kumpfen, f. m.
Stoß-latte, f.
Stoß-messer, n.
Stoß-milch, f.
Stoß-narten, m.
Stoß-netz, n.
Stoß-riemen, m.
Stoß-ring, m.
Stoßring-scheibe, f.
Stoß&#x-säge, f.
Stoß-scheibe, f.
Stoß-trog, m.
Stoß-visite, f.
Stoß-vogel, m.
Stoß-weihe, f.
stoß-weise, Adj.
Stoß-zahn, m.
Stotteler, m.
stotteln, schw.
Stotterei, f.
Stotterer, m.
Stottererei, f.
Stotteres, m.
Stotter-hannes, m.
stotterig, Adj.
Stotterin, f.
Stotter-könig, m.
Stotter-michel, m.
stottern, schw.
Stotter-sack, m.
Stotz, FlN
Stotzen-
Stövchen, n.
stra
Strabatz, m.
strabatzig, Adj.
strabbeln
Strabbeler
Strabel, m.
Strabel-arsch, m.
Strabel-bock, m.
Strabeler, m.
strabelig, Adj.
strabeln, schw.
Strabutz, f.
Strachete, f.
strachieren, schw.
strack, Adj.
strack-augig, Adj.
strack-beinig, Adj.
strack-bürstig, Adj.
Strack-deichsel, f.
strack-härig, Adj.
Strack-joch, n.
Strack-kopf, m.
strack-kopfig, Adj.
strack-köpfig, Adj.
Strackli, m.
Strack-messer, n.
strack-ohrig, Adj.
stracks, Adv.  (Adj.)
Strack-schere, f.
strack-voll, Adj.
   Stoß m. (f.):
1. 'Ruck, Schubs, kurze, ruckartige Bewegung', Stoß (dōs) [mancherorts, Christmann Kaulb 87 Henn Mda.-Int. 168 Karch Gimmdg/ Muttstdt 235 Mang 123 Lambert Penns 144 Krämer Gal 208], Stouß (dous) [mittl. und südl. VPf], Stuß (dūs) [Kus RO-Rehborn FR-Bockh], Stauß (daus) [Schmitt Billh. 186]; Pl. Steß (dēs) [mancherorts], Stieß (dīs) [ RO-Rehborn], Stejs (deis) [ LU-Altr]; Dim. Stejsel (deisəl) [ LU-Altr]; vgl. PfWB Stupfert; Zs.: PfWB Todes-, PfWB Kopf-, PfWB Rippenstoß. De Wißbaam schwenke se zum Stoß [Münch Werke I 114]. RA.: met St. un Stich [ KU-Schmittw/O]; seim Herz en St. gewwe 'anfangen, sich überwinden' [vereinzelt, Bernhard 156]. 's horrem orndliche Steß gebb 'Er schüttelt sich vor Lachen' [ KU-Schmittw/O], '... vor Heulen' [ LU-Böhl]. Geb em en St.!, Aufforderung zum Trinken [vereinzelt VPf]. Volksgl.: Krecht des Kind kee St., wär's bald groß [KU-Diedk Krämer Gal 208]. —
2. 'die Stelle, wo etwas anstößt'.
a. 'Saumkante, Hosenbeinkante' [vereinzelt]; Zs.: PfWB Vorstoß; vgl. PfWB Stoßband. —
b. 'wo Äcker aneinanderstoßen' [ KU-Kaulb]; Zs.: PfWB An-, PfWB Gegen-, PfWB Oberstoß. —
c. 'Weinbergter-

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rasse, Abstufung', Steßel (dēsəl) Dim. [ NW-Forst]. —
3. 'die Stelle, wo die Kohle ansteht', Bergmannssprache [Kus und umliegende Bergmannsdörfer]. —
4. 'Beschlag an der Deichsel, Zapfen für die Stoßkette der Zugtiere' [ KU-O'alb], Gen. f. [ ZW-Dietriching]; Dim. Steßel [ LU-Neuhf LA-Gommh]; vgl. PfWB Deichselhaken; Zs.: PfWB Kreuzstoß. —
5. 'der Bienenschwarm' [Bergz (PfId. 137) Heeger Tiere II 15]. —
6. 'ein steifer, runder, halbhoher Hut', nur im Dim., Steß'che (dēsχə) [ KU-Brück ZW-Bottb RO-Feilbg Kaislt], Steßel (dēsəl) [ PS-Erfw]; vgl. PfWB Gocks 1, PfWB Halbstutz, -zylinder, PfWB Melone, PfWB Stößer 7; Zs.: PfWB Halb-, PfWB Krachstoß. —
7. eine Mengenangabe.
a. 'die Menge Butter, die auf einmal im Butterfaß gestoßen werden kann', e Stoß Butter [ KL-Erfb Rodb FR-Kirchh]; vgl. PfWB Stoßet. —
b. 'die auf einmal gepumpte Menge Wasser', en Stoß bumpe [ LU-Böhl]. —
c. 'eine aufgeschichtete Menge, Stapel' [vereinzelt]; Zs.: PfWB Holzstoß; e St. Babier (Holz, Bicher, Karde) [vereinzelt]. Mi'me Stößje (Dim.) Zejtunge vom vorletschte Johr [Kraus Arwed 15]. RA.: Hat die e St. Holz vorm Haus! 'großer Busen' [PS-Rodalb (Bernhard 156)]. Skatausdruck: Gaw'm a Stießche [ RO-Rehborn]. —
8. 'die Länge eines Ofenrohres' [Beam Penns 80]. —
9. 'ein kleiner Rausch', nur im Dim., Stöß'che [Kühn Palz 3 Kühn Hamet 136]; Syn. s. PfWB betrinken. Er hott e Schtößche [Kühn Kumödi 3]. —
10. FlN, mda. im Steeße, amtl. In den Stößen [ LA-Edk]; vgl. PfWB Stutz 2. a. 1465/70: von vier morgen Ackers am stoßen ... von eim morgen ackers Im stossen [SpeyHochst. Bl. 35 (LA-Maik)]; vgl. PfWB Stoß 2 b; Ramge HFA K. 88; Zs.: PfWB Unterstoß. —
11. weitere Zs.: PfWB Anstoß 1, 2 a, 3, PfWB Herzstöße.RhWB Rhein. VIII 761/62; LothWB Lothr. 502; ElsWB Els. II 616.
 
 
Stoß-arte 'Futtertrog' s. Stoßnarte. — -band n.: 'Innenbesatz am Stoß 2 a des Hosenbeines', Stoßband [ KU-Kaulb Kaislt]. RhWB Rhein. VIII 763. — -blech n.: 'Deichselbeschläg', -blech [KL-Hütschhs Siegb Klein Wag. 104]. — -eisen n.:
1. 'Werkzeug mit langem Holzstiel und scharfer Schneide zum Zerkleinern der Futterrüben in einem Trog', Stoßeise (dōsaisə, dous-) [mancherorts ges. Pf Lambert Penns 144 Krämer Gal 208]; vgl. PfWB Stampfer 2, PfWB Stoßmesser; s. Abb. 94. Die Schneide ist meist S-förmig [ KL-Steinwd], seltener eckig [ LA-Gommh]. a. 1787: ein stos eisen [WernbgVormR]. a. 1788: werden versteigert Ein Stoßeisen [Kurpf. A. Nr. 1631/8/37 (KL-Steinwd)]. —
2. 'Werkzeug zum Zerkleinern von gekochten Kartoffeln' [ KL-Hütschhs]. —
3. 'Werkzeug zum Entrinden des Holzes' [ BZ-Lug]; vgl. PfWB Stempeleisen. —
4. 'Werkzeug zum Stoßen eines Pflanzlochs' [ PS-Salzwg]. —
5. 'Eisenbeschlag auf der vorderen Schuhsohle und am Absatz', -eise [ KU-Bedb Kaislt FR-Albsh], -iese [IB-Ensh (Glass 98)]; vgl. PfWB Eisen 2 b, PfWB Hufeisen 2. — RhWB Rhein. VIII 763; ElsWB Els. I 77 Stossisen.
 
  
Stößel m.:
1. 'Werkzeug aus Holz zum Zersto-

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ßen, Zerstampfen', z. B. von Kartoffeln, Steßel (dēsəl) [mancherorts Christmann Kaulb 21 Mang 124 Müller Dietschw 62 Otterstetter 65 Schneckenburger 27]; vgl. PfWB Stampfer 1, PfWB Stempel 3; Zs.: PfWB Grundbirnen-, PfWB Stampfenstößel. Als wär ääm's Härrn (Hirn) ve'drickt mem St. [Damm Dreifaltichkäät 50]. Wann dorchgeschlaa is, muß mer die Latwerich merem St. rehre [ KU-Schmittw/O]. a. 1544: ein isen stoßel [Zweibr-LuRb.]. a. 1537: Ein stössel [SpeyTreudInv.]. —
2. 'der Stampfer im Butterfaß' [ KU-A'glan Diedk Kaulb KL-Heilmosch]; vgl. PfWB Stempel 3 b, PfWB Stößer; Zs.: PfWB Butterstößel. a. 1788: wird versteigert 1 Butterfaß mit stößel [Kurpf. A. 1631/8/37 (KL-Steinwd)]. —
3. Schimpfwort.
a. 'ein ungeschickter Mensch, der überall anstößt oder Ärgernis erregt' [ KL-Wörsb LU-Altr]; Zs.: PfWB Klassenstößel; Syn. s. PfWB Tappes 1 a. —
b. 'ein alter Junggeselle', Stißel (disəl) [ KU-Theisbgstg]; Syn. s. PfWB Übergänger. —
4. weitere Zs.: PfWB Kummetstößel. — RhWB Rhein. VIII 766; ElsWB Els. II 617/18.
 
  
stößeln schw.: 'stoßen', steßele (dēsələ) [ NW-Kallstdt BZ-Albw]. DWB DWb. X, III 487.
 
  
Stößel-pfeife f.: 'eine tiefklingende Weidenpfeife', Steßelpeif [ KU-Schmittw/O]. — -pumpe f.: 'Jauchepumpe', -bump [ LU-Friesh]. — -wein m.: 'Wein aus unreifen, zerstampften Trauben'. a. 1628: »Die Trauben erfrieren sammt dem Holze, ehe sie reif waren; an manchen Orten mußten sie mit dem Stempel zerstoßen werden, daher man diesen Wein, so schlecht man ihn seit 100 Jahren nicht gehabt, Stößelwein nennt« [Dochnahl 140].
 
  
stoßen st. (schw.):
1.
a. 'schnell, heftig an etwas anprallen, anstoßen', stoße (dōsə) [allg., Christmann Kaulb 18 Mang 123 Müller Dietschw 63 Schneckenburger 26 Lambert Penns 144 Krämer Gal 208], stouße (dousə) [mancherorts südl. VPf, Höh 56], stoiße (doisə) [ PS-Bruchw/Bärb], stauße (dausə) [LA-Frankw Herxh Herxhwey BZ-Bindb GH-Hay Leimh Hussong Kirkel 147], stuße (dūsə) [ HB-Webh RO-Duchr/O'hs Rehbn]; Part. Perf. gestoß (gədōs) [verbr. WPf], g(e)stoße (gədōsə, gdōsə) [verbr. VPf], gestouße (gədousə) [LA-Impfl], gestoßt (gədōsd) [ KU-Quirnb]; vgl. PfWB stumpen 1, PfWB stumpieren 1, PfWB stupfeln2 1, PfWB stupfen 1 a; Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB darauf-, davon-, PfWB durch-, PfWB ein-, PfWB ver-, PfWB vor-, PfWB herab-, PfWB heraus-, PfWB herüber-, PfWB herum-, PfWB herunter-, PfWB hinaus-, PfWB hinein-, PfWB hin-, PfWB hinüber-, PfWB hinunter-, PfWB rein-, PfWB um-, PfWB weg-, PfWB wider-, PfWB zusammenstoßen; sich st. 'sich durch Anstoßen wehtun' [mancherorts]; in die Rippe st. [ NW-Kallstdt]; sich wirrer's Jurreknechelche 'Ellenbogenknochen' st. [ NW-Frankeck]. Baß doch uf, du kannscht mer jo ins Au st.! [ KL-Reichb, mancherorts]. Du hascht dich geheerich gestoß, mach glei kalt Wasser druf! [ KL-Reichb]. Der hott derlescht die Krenk mit Stoße, / Ke Mensch im Dorf getraut em meh [Firmenich III 244]. RA.: sich an ebbes st. 'sich

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an etwas stören, Anstoß daran nehmen' [vereinzelt]. An noch aam hann eich mich gestoß: / mr spricht so aardlich dart [Christmann Grummet 34]. Mer wollen uns net lang st. 'Wir wollen rasch aufbrechen' [ LU-Friesh]. Der hot sich gestoße, do, wu's de Jud net leire kann 'am Ellenbogenknochen' [ BZ-Dernb]. Do der (täte) ich mer liewer 's Maul uf e Stän stoße als wie so veel Geld ausgewwe [ KU-A'glan]. Der Wind stoßt (steßt) sich 'Der Wind fängt sich an einem Hindernis, hört plötzlich auf' [vereinzelt ges. Pf]. Die Gewitter stoße sich [ KU-Diedk]. Der Wei hat sich g'stoße 'ist trüb geworden' [LA-Nußd, RO-Feilbg KB-Boland FR-Albsh Quirnh LA-Frankw Impfl BZ-Albw Heuchh]. VR.: Witt en Appel? Stouß dein Kopp werrer d'Staffel! / Witt e Beer? Stouß dein Kopp werrer d'Deer! [LA-Essing, Wilde 23]; Fortsetzung s. PfWB Birne 1 a. —
b. 'mit den Hörnern stoßen', von Rindvieh, Ziegen, Böcken [mancherorts]; vgl. PfWB bumpen 2 c. Sie stoßt gäärn [ ZW-Gr'bundb]. RA.: Er stoßt wie en Ochs [ BZ-Hermbghf]. Es steßt sich selte e Bock (Ochs) elän 'Zum Streiten gehören zwei' [KU-A'glan, Hussong Kirkel 147]. Bleib deheem, dann steeßt dich ach kee Bock, Ermahnung an junge Mädchen [Land]. Den hat der Bock g'stoße 'hat einen Bierrausch' [ BZ-Dernb]. Rätsel vom Sägebock: Eich hun e Bock, der stoßt net un schmeißt net un scheißt net [ KU-Reiffb]. —
c. 'jemandem einen gezielten Hieb versetzen' [vereinzelt]; vgl. PfWB bumpen 2 c; Syn. s. PfWB ohrfeigen, PfWB verhauen 1. Er hot's Vieh gestoßt 'mit Schlägen gepeinigt' [ KU-Quirnb]. RA.: jemand vor de Kopp st. 'jemanden enttäuschen, erzürnen' [verbr.]. Ich hanem ans Unnermaul g'stoß 'Kinnhaken gegeben' [ KL-Fischb], an de Bart [ KB-Zell FR-Mörsch]. Ich hunsem emol unner die Nas gestoß 'es ihm deutlich gemacht' [RO-Sippf]. Mer määnt, der wollt ääm st., von einem Menschen mit stark gewölbter Stirne [ KU-Herschw/Petth]. Der macht e Kopp, mer mant, er wullt am stuße [ RO-Rehborn]. Stoß einem Ochs vor's Horn! 'Alles ist umsonst' [ BZ-Klingmst]. a. 1568: Der Jakob Ransweiler hat oberhalb der Scherbrück einen Hecht gestoßen, wofür er in den Bock gespannt und noch drei Tage in den Turm gesperrt worden ist [Küchler 23]. —
d. 'holpernd und stoßend fahren'. De Wage stoußt im unebene Glääs 'Gleis' [ BZ-Dernb]. —
2.
a. 'die Haut durchwachsen', vom Barthaar [ KL-Fischb]. Die Bursche sin stolz, wann de Bort stoßt [ KL-Fischb]. —
b. 'stoßartig hervorkommen'. Das Blut steßt [ KB-Kriegsf]. —
c. 'Atem ausstoßen, blasen', nur in der RA.: ens Horn st. 'das Horn (Trompete) blasen' [vereinzelt]; ens selwe Horn st. 'derselben Meinung sein' [vereinzelt]. Ach, wann ich 's nor erreiche kennt: / Emol ins Hernche stoße! [Ranssweiler 18]. BR.: April trucke un warem - macht de Bauer an Hoffnung arem; wann de April stoßt in sein Horn, steht es gut um Hei un Korn [ FR-Bockh]. —
d. 'aufbrechen', von Knospen [ BZ-Schweig]. —
e. 'mit der Schnauze aus der Erde kommen', vom Maulwurf [ PS-Geisbg]. De Molltruff (Mauerwulf) steßt

[Bd. 6, Sp. 650]
[ KU-Schmittw/O, KU-Kaulb WD-Niedkch ZW-Battw RO-Als KB-Rams LU-Friesh LA-Maik]. BR.: Wenn der Maulwurf frisch stößt, gibt es Regen [ PS-Geisbg]. Volksgl.: Dem stoßt de Wühler auch schon unter de Bettlad, lang macht der nimmi mit 'Er wird auch bald sterben' [Sunndag 14. 9. 1958]. —
f. 'ausschwärmen, ausfliegen', vom Bienenvolk [ZW-A'hornb LA-Impfl Mörzh Venn BZ-Klingmst Bergz, Heeger Tiere II 15 PfId. 137]. Der Imm stoßt [ BZ-Klingmst]. —
g. 'im Sturzflug ein Beutetier schlagen', vom Greifvogel [ KU-A'glan]; vgl. PfWB Stößer 1. —
3. rasch wiederholtes Stoßen.
a. 'mit einem Stößer Rahm buttern', Budder st. im Budderfaß [verbr., PfId. 28 Gal-Bagbg]; vgl. PfWB leiern 1 c. Ich hab Budder g'stoße [ LU-Alsh]. Will man Butter stoßen, so leert mär de Rähm ins Budderfaß, duut der Stäißer nei unn setzt 's Kiwwelche druf; noot fangt mär an se st. [ GH-Nd'lustdt]. VR.: Die Motter stoßt Butter, / de Vatter macht Käs, / der Bruder un die Schweschter / sin mitsamme bees [ Gal-Bagbg]. —
b. 'zerkleinern, zerhacken, zerquetschen' [vereinzelt]; vgl. PfWB Stoßeisen 1 und 2; Grumbiere st. [Pirmas]; gestouße Futter [ NW-Geinsh]; gestoßner Zucker [LU-Opp NW-Wachh Land]. —
c. 'stochern', in der RA.: (mit em Stecke) in e Weschbenescht st. 'sich mit einer gefährlichen Angelegenheit befassen' [vereinzelt, Gal-Bagbg]. —
d. 'Pfähle in den Boden rammen', Winzerspr. a. 1471: Item 1 lib. 10½ ß d die froner verzert als sie die wingarten gericht gesolt gestossen auch den myst darin getragen hant [KSchArch. Guttenberger Landschreibereirechnung Bl. 18]. —
4. 'aneinandergrenzen', von Feldern [vereinzelt]. Er steßt uf de annere Acker [ KU-Kaulb]. Mein Acker stoßt uf die Wiß [ PS-Erfw]. a. 1552/57: 2½ morgen stoßet vff den graßweg ann dem Dakkenheimer wege [LeinSb. Bl. 152v (FR-Kl'karlb)]. —
5. übertr.
a. 'übereifrig lernen' [RO-Sippf Kaislt PS-Th'eischw KB-Bubh Gauh Kriegsf Spey]; Syn. s. PfWB ochsen. —
b. 'sich irren, Fehler machen', sich st. [PS-Erfw LU-Muttstdt, SOPf (Heeger Nachlaß) »allg.« (PfId. 137)]. Der hot sich a g'stoße [ LU-Muttstdt]. Ich hab mich g'stoße 'im Rechnen Fehler gemacht' [ PS-Erfw]. Mer hän uns in de Rechling g'stoße 'in der Rechnung geirrt' [ BZ-Dernb]. —
c. 'Anstoß nehmen, einer Speise überdrüssig werden', sich (dra) st. [ KU-Schellw Wahnwg]; hot sich dra gestoß [ KU-Schellw]. —
d. 'tüchtig einen trinken', ene (ens) st. [RO-Obd Rockhs PS-Winz Pirmas LA-Birkw Otterstetter 203]; Syn. s. PfWB betrinken, PfWB trinken 1 a. Er hat sich g'stoße 'ist betrunken' [ KU-Bedb]. —
e. 'rauchen' [ LU-Muttstdt]. — RhWB Rhein. VIII 756 ff.; LothWB Lothr. 502; ElsWB Els. II 616/17.