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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Sterz bis Steuer2 (Bd. 6, Sp. 554 bis 556)
 
Sterz, m. f.
Sterze, m. f.
sterzeln, schw.
Sterz(en)-pflug
Sterz(en)-stock, m.
stet, Adj.,  Adv.
stetig, Adj.
Stetig-grün, n.
stets, Adv.
Stetten, ON
Steuer1, f.
Steuer2, n.
Steuer-aufseher, m.
Steuer-bote, m.
Steuer-buch, n.
Steuer-einnehmer, m.
steuer-frei, Adj.
Steuer-kette, f.
Steuer-kontrolleur, m.
Steuer-mann, m.
steuern, schw.
Steuer-schraube, f.
Steuer-zettel, m.
Stibbeler
stibbeln
Stibber
stibitzen, schw.
Stibitzer, m.
Stibitzersin, f.
Stich, m.
Stichen, m.
Stichaner
Stich-balken, m.
stich-dunkel
Stichel, m.
stichel-breit
Stichelei, f.
Stich(e)ler, m.
Stich(e)lerei, f.
Stich(e)lerin, f.
Stichel-grete, f.
Stichel-haar, n.
stichel-haarig, Adj.
Stichel-meier, m.
sticheln, schw.
Stichel-rede, f.
stichem
stich(en)-dunkel, Adj.
stich(en)-sauer, Adj.
Sticher
Stich-feld, n.
Stich-geld, n.
Stich-graben, m.
stichgranate-voll, Adj.
stich-häkeln, schw.
stich-haltig, Adj.
stichig, Adj.
Stichling, m.
Stich-messer
Stich-metzger, m.
Stich-probe, f.
Stich-regen, m.
Stich-tag, m.
Stich-wein, m.
Stich-wunde, f.
Stich-zeile, f.
Stickel1, m.
Stickel2
Stickel-gasse, f.
Stickel-huppser, m.
stickeln
Stickels-pfad, m.
Stickel-spitzer, m.
stickem
stickum
sticken1, schw.
sticken2
sticken-dunkel
Sticker
Stickerei, f.
Stick-fluß
Stick-gerte, f.
Stick-hebel, m.
Stick-holz, n.
stickig, schw.
Stick-kasten, m.
Stick-luft, f.
Stick-nadel, f.
Stick-schere, f.
sticksig, Adj.
Stick-stecken, m.
Stick-stein
Stick-trommel, f.
Stick-wolle, f.
Stick-zeug, n.
Stieb-acker, FlN
Stiebel, m.
stiebeln, schw.
Stiebels-berg, m.
Stieben, m.
   Sterz m., Sterze f.:
1.
a. 'der hintere Körperteil, das Gesäß', Sterz [Feierowend 4/1954 1 Klein Prov. 171]; Syn. s. PfWB Gesäß. BR.: De März hot Gift im Schterz [Krieger 40 Feierowend 4/1954 1]. Var.: Der März macht de alde Weier e Sterz 'stürzt sie ins Grab' [ Gal-Brotschk]. —
b. 'kurzer Schwanz', Dim. Sterzje [Thielen 107]; Zs.: PfWB Bachstürze, PfWB Wippsterz. —
2. 'die (nach oben ragende) Handhabe zum Halten des Pfluges, verbindet gleichzeitig oberen und unteren Pflugbalken', Sterz Gen. m. [KU-Diedk Kus verbr. WPf (Klein Wag. 116/17) G. Altenkirch: Von den Anfängen der Pflugtechnik im Saarland und den angrenzenden Gebieten Rheinland-Pfalz und Lothringens. Gersheim-Rubenheim 1988 S. 23]; Gen. f. die Sterz (»Das Fem. ist fälschlich aus dem in neuerer Zeit immer häufiger bezeugten Pl., der Pflug hat zwei Griffe, abgeleitet« DWB DWb. X, II,2 2534) [KU-Etschbg Hüffl O'alb Krottb Schellw Theisbgstg Kus IB-Ensh ZW-Dietriching KL-Hütschhs Miesb Schrollb Müller Dietschw 62], die Starz [ KU-Etschbg IB-Ensh]; vgl. und Zs.: Pflugsterz, -storzen, -stürze, PfWB Storz; Syn. s. PfWB Pflugsarm.; s. K. 45 Pflugsarme. RA.: Die Grumbeere in die St. setze 'Kartoffeln in die Erde legen ohne vorher zu pflügen' [Müller Dietschw 62]. —
3. weitere Bed. in PfWB Blechsterz. — Zu mhd. stërz 'Schweif, Stengel, Stiel' ( Lexer Lexer II 1183/84). — RhWB Rhein. VIII 642 ff.; ElsWB Els. II 615 and. Bed.; Kluge-Seebold22 701; DWB DWb. X, II,2 2530 ff. 1Sterz; Ramge HFA K. 66.
 
  
sterzeln schw.: 'Luft fächeln', von den Bienen, die frische Luft in ihren Stock wedeln und dabei ihren Hinterleib in die Höhe richten. Die Bien sterzlen [ ZW-L'wied]. L. Herrmann Die Fachsprache der südhessischen Imker. In: Hessische Blätter für Volkskunde 36/1937 135.
 
 
Sterz(en)-pflug s. PfWB Sturzpflug. — -stock m.: 'Verbindungsholz zwischen oberem und unterem Pflugbalken', läuft nach oben in die beiden Sterze 2 aus, unten ist der Riester 1 a befestigt, Sterzestock [PS-Wallhalb Klein Wag. 117]; vgl. PfWB Riesterstock, PfWB Stock 9.

[Bd. 6, Sp. 555]

 
   stet Adj., Adv.:
1. 'beständig, standhaft, ohne Unterbrechung', steet (dēd) [vereinzelt]. RA.: Sterer Troppe heelt de Stein 'Beständige Arbeit führt zum Ziel' [ KU-Schmittw/O]. VR.: Ich un mein Gret, / mir tanzen so stet, / 's kann keener so tanze / wie ich un mein Gret [F. Heeger in: Feierowend 8/1950 5]. a. 1281: Daz diz stete blibe [Corpus I S. 406 Nr. 469 (Neustdt)]. a. 1297: Das dis war si vnde stede blibe [Corpus IV S. 136 Nr. 2785 (Spey)]. a. 1299: Daz diz stede vnd vnverbrochen verlibe [OttbgUrkb. 219]. —
2. 'allmählich, bedächtlich, langsam' [Mang 119 Klein Prov. 165]. — RhWB Rhein. VIII 489 stade, städe; DWB DWb. X, II,2 2545 ff. 2stet.
 
 
stetig Adj.: 'beständig, unentwegt', steedich [Beam Penns 88, Lambert Penns 141]. RhWB Rhein. VIII 489 stadig, städig I; LothWB Lothr. 497 stettich; ElsWB Els. II 619/20 stettig.
 
  
Stetig-grün n.: 'Immergrün (Vinca minor)', Stedichgrie (dēdiχgrī) [ BZ-Wind]; Syn. s. PfWB Immergrün 1.
 
 
stets Adv.: 'immer'. Mein Schlak war schdeds de beschde, vom Dreschen [Holler 16]. RhWB Rhein. VIII 649; ElsWB Els. II 620.
 
  
Stetten ON: Name eines Dorfes bei Kirchhbol, mda. Sterre [ KB-Morschh]. Neckname für die Bewohner: Sterrer Backkerb [ KB-Albish Gauh Morschh Stett]. Christmann SN I 582; Dolch-Greule SN 450/51.
 
  
Steuer1 f.: 'Abgabe an das Finanzamt, an die Obrigkeit', Steier (daiər) [allg., Bernhard 153 Christmann Kaulb 23 Mang 127 Müller Dietschw 61 Schmitt Billh. 114 Schneckenburger 31 Krämer Gal 207], häufig im Pl. gebraucht: Steiere (deiere) [verbr., Hussong Kirkel 146], Steire (deire) [ LA-Nd'hochstdt Wollmh]; Zs.: Aus-, Bier-, Brand-, Prinzessin-, Bürger-, Tabak-, Trank-, Türken-, Einkommen-, Erbschafts-, Fräulein-, Gemeine-, Gewerbe-, Grund-, Häuser-, Haus-, Hocker-, Hunds-, Kirchen-, Maul-, Michaels-, Nach-, Weg-, PfWB Zusteuer. Mer zahlen alle Manet unser St. [ BZ-Dernb]. Wieviel Arte vun St. se zahle sinn, is net se saa [ KL-Reichb]. Die Steiere wern nit so hoch, awer was drufgeschlache werd [ PS-Erfw]. De Deiwel hol die St.! [Räder Bitzler 28]. Stejere, Bejträäch droff un dewedder [Kraus Arwed 8]. Mer Pälzer zahle doch kee Steire / In dene Zeite, dene deire! [Münch Werke I 179]. Die Steier un die Umlag aa / Die werd uf Frankreich iwertra' [Münch Werke I 179]. RA.: Die Steiere fresse äne uf [ LU-Opp], ... mache äne kabud [ LU-Opp]. Als naus, was kä St. zahlt [Bergz (Kamm 86)]. Mer muß Steiere bezahle, daß mer bloo werd [ KB-Kriegsf]. Won er fär seu Dummheit St. bezahle mißt, kämem de Hussjer nimmi aus'm Haus enaus [Kaislt]. Var.: ... do käm er nimmer vum Finanzamt weg [ LU-Friesh], ... käm er net vomm Ennemmer (Einnehmer 1) eweg [ WD-Niedkch]. a. 1306: die sollent do inne sitzen ane sture, schaf vnd dinst [OttbgUrkb.

[Bd. 6, Sp. 556]
270]. RhWB Rhein. VIII 651 Steuer II; LothWB Lothr. 498 Stier II; ElsWB Els. II 611 Stür.
 
  
Steuer2 n.: 'die Lenkung eines Fahrzeuges, eines Schiffes', Steier [ BZ-Dernb]. RhWB Rhein. VIII 649 Steuer I.