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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Stellbrett-stange bis Stell-hebel (Bd. 6, Sp. 523 bis 528)
 
Stellbrett-stange, f.
Stell-diel(en), m.
Stell-drachen, m.
Stelle, f.
stellen, schw.
Steller
Stellerin
Stell-falle, f.
Stell-faß, n.
Stell-garn, n.
Stell-hebel, m.
stellig
Stell-kragen, m.
Stell-kummet, n.
Stell-laden, m.
Stell-leiter, f.
Stell-licht, n.
Stell-macher, m.
Stell-netz, n.
Stell-schraube, f.
Stell-strich, m.
Stellung, f.
Stell-vertreter, m.
Stell-vieh, n.
Stell-weg, m.
Stell-werk, n.
Stelz, m.
Stelz-bein
stelz-beinig, Adj.
Stelze, f.
Stelzel-bein, n.
stelzen, schw.
Stelz(en)-bein, n.
Stelz(en)-berg, ON
Stelz(en)-mann, m.
Stelzer, m.
Stelzert, m.
Stelz-fuß, m.
stelzig, Adj.
Stelz-rad, n.
Stemm-eisen, n.
stemmen, schw.
Stempel, m.
Stempel-bein, n.
Stempel-berg, m.
Stempel-blume, f.
Stempel-eisen, n.
Stempel-geld, n.
stempeln, schw.
Stempel-wiese, f.
stemperig, Adj.
Stempler, m.
Stengel, m.
Stengel-bauer, m.
Stengel-glas, n.
Stengel-hafer, m.
stengelig, Adj.
Stengel-rose, f.
stennig
Stenz, m.
stenzen, schw.
Stephan
Stepp-decke, f.
Steppe, f.
steppen, schw.
Stepper, m.
Stepperin, f.
Stepp-fuß, m.
Stepp-hut, m.
Stepp-mädchen, n.
Stepp-maschine, f.
Stepp-stich, m.
Ster, m.
Sterbe-bett, n.
Sterbe-fall, m.
Sterbe-geläute, n.
Sterbe-geld, n.
Sterbe-gesang, m.
Sterbe-glocke, f.
Sterbe-haus, n.
Sterbe-kerze, f.
Sterbe-kleid, n.
Sterbe-kranz, m.
Sterbe-lied, n.
sterben, schw.
Sterbens, n.
Sterbens-angst, f.
sterbens-krank, Adj.
Sterbens-seele, f.
sterbens-weh, Adj.
Sterbens-wort, n.
Sterbe-tag, m.
Sterbe-zeichen, n.
sterb-lich, Adj.
Sterb-ling, m.
Sterblings-fell, n.
Stergel-hamen
Stergel-hamer
sterilisieren, schw.
Stern, m.
   Stellbrett-stange f.: 'Querverbindung am bäuerlichen Wagen zwischen den jeweils gegenüberliegenden Seitenbrettern', Stellbrettstang (ˈdęlbręd̩daŋ) [ ZW-Walshs]; vgl. K. 353 und Abb. 26; Syn. s. PfWB Spannholz 1.
 
  
Stell-diel(en) m.:
1. = PfWB Stellbord 2, Stelldiele [ BZ-Dierb Gleishb Nd'horb Schweig]; zu F. und Verbr. des Grundwortes s. PfWB Diel, PfWB Diele, PfWB Dielen; vgl. An-, PfWB Aufsteller; Zs.: PfWB Anstelldiele; Syn. s. PfWB Kopf(en)brett 1; s. Abb. 54. —
2. 'Seitenbrett des alten Kelterkastens', -diele [ BZ-Kap Schweig], -diel [ LA-Venn]; vgl. PfWB Säckerbrett, PfWB Stellbrett 3 und Abb. 49 Nr. 8. — -drachen m.: 'Flugdrachen der Kinder', -drache [ PS-Lembg]; vgl. PfWB Drache, Dra-

[Bd. 6, Sp. 524]
chen; Zs.: PfWB Gestelldrachen. ElsWB Els. II 740 Stelldracher.
 
  
Stelle f.:
1. 'Ort, Platz', Stell (dell) [mancherorts ges. Pf, Henn Mda.-Int. 281 Karch Gimmdg/ Muttstdt 37 Karch Jockgr/Nd'horb 118, 148 Lambert Penns 143]; Zs.: PfWB Brand-, PfWB Gauls-, PfWB Halte-, PfWB Kleeseide-, PfWB Richt-, PfWB Sumpfstelle; e tiefi St. [ LA-Wollmh]. Die St. is blott (wund), von wund geriebener Haut [ LU-Oggh NW-Frankeck]. Von einer nassen Stelle in einer Wiese: e bruchich [ KU-Schmittw/O], feichti [ ZW-Lambsbn KL-Erlb], nassi [ PS-Th'eischw NW-Frankeck], sauer [ KU-Haschb/G], seichdi [ KB-Orb PS-Winz], sumbichi [ BZ-Eußth], sumpfigi [ SP-Berghs], wassriche St. [ LU-Neuhf], Syn. s. PfWB Wassergalle. ... hann mich uff de Schtell gedreht [Damm Schoggelgaul 13]. Un meecht dich kisse, froh un uff de Stell [Fuhrmann 8]. Un reet un rehrt sich net vun Ort un Stell [Ranssweiler 57]. Un ich versprech's an dere Stell, / Daß ich jetzt nie meh uf se schell [Münch Werke I 145]. RA.: an Ort un St. 'die zuständige Stelle, der richtige Platz, das Ziel' [mancherorts]; an Ort un St. verwischt werre 'am Ort der Tat gefaßt werden' [ LA-Mörzh]. Du's an Ort un St., wo's hingehert! [ KB-Kriegsf]. Mer sin rechtzeidich an Ort un St. [ LA-Gommh]. Uf der St. 'sofort, von dieser Stelle aus, ohne Umschweife' [mancherorts, Lambert Penns 143]. Uf der St. gehscht hin (machste das)! [ NW-Haßl, vereinzelt]. Er kummt net vun de St. 'Er ist nicht erfolgreich, arbeitet langsam' [vereinzelt]. —
2. 'Arbeitsplatz, Anstellung' [mancherorts, Lambert Penns 143 Krämer Gal 207]; Zs.: PfWB Arbeits-, PfWB Pfarr-, PfWB Ehrenstelle. Er sucht e St. [Krämer Gal 207]. Un no isch die St. effentlich ausg'schrieb worr [ PS-Lu'wink]. Er hätt e Schtell als Hauslehrer [Sommer Humor 58]. RA.: um die St. kumme 'entlassen werden' [ PS-Schmalbg]. —
3. im Sinne von Gestell s. in PfWB Bett-, PfWB Laub-, PfWB Schlafstelle. — RhWB Rhein. VIII 626/27; LothWB Lothr. 496 Stell; ElsWB Els. II 590.
 
  
stellen schw.:
1. 'sich aufrichten, etwas aufrichten', stelle (dęlə) [allg., Christmann Kaulb 9, 77 Henn Mda.-Int. 145 Höh 50 Karch Jockgr/Nd'horb 146 Müller Dietschw 62 Lambert Penns 143]; Part. Perf. gestellt [verbr.], g'stellt (gdęld) [VPf, Karch Jockgr/Nd'horb 210 Lambert Penns 143]; Zs.: PfWB abbe-, PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB bei-, PfWB be-, PfWB daran-, PfWB darauf-, PfWB dazu-, PfWB tot-, PfWB trocken-, PfWB ein-, PfWB enger-, PfWB ver-, PfWB vor-, PfWB gerade-, PfWB ge-, PfWB heraus-, PfWB her-, PfWB herum-, PfWB hinaus-, PfWB hinein-, PfWB hin-, PfWB kalt-, PfWB nach-, PfWB warm-, PfWB zurück-, PfWB zustellen; sich st., vom Schüler, der eine gestellte Aufgabe lösen kann [ KU-Schmittw/O]; e Grabstaan st. 'Grabstein errichten' [ KB-Kriegsf]; de Kraa'e st. 'den Kragen hochschlagen' [vereinzelt]; die Ohre st., vom wachsamen Hund [ KB-Kriegsf, mancherorts]; de Kowwel (Kobel 1 b) st. 'die Haare hochfrisiert tragen' [ PS-Erfw]. Das kleine Kind stellt sich uf die Bään [ PS-Erfw]. Die Gluck stellt die Ferrere (stellt sich, stellt sich geche ääm) 'Die Glucke sträubt bei

[Bd. 6, Sp. 525]
Gefahr das Gefieder, faucht und droht' [ KU-Hundh ZW-L'wied PS-Geisbg NW-Geinsh SP-Mechth LA-Gommh]. Stell dich!, Zuruf an einen Hund [ NW-Ungst]. Korz, alles stelle mer ins Lot, / Was aus de Fuge is gerot' [Münch Werke I 131]. Dann han die Reemer for ehr Geld / E nei Heer uf die Been gestellt [Münch Werke I 46]. RA.: sich uf eechene Fieß st. 'sich selbständig machen' [ LA-Birkw, mancherorts]; die Ohre st., vom Kind, das an Tuberkulose erkrankt und abgemagert ist [ PS-O'simt]; de Charakter st. 'verhauen' [ SP-Mechth]; eem die Leffel st. 'verhauen' [ KB-Zell]; ebbes uf die Bään st. 'etwas aufbauen' [vereinzelt]; einen in de Senkel st. 'jemandem gründlich die Meinung sagen' [KL-Einsdhf Thielen So rerre mer 110]; 's Haus 's unnerscht-owwerscht st. 'im Haushalt herumwirtschaften' [ RO-Schmalfhf]; alles ('s ganze Haus) uf de Kopp st. 'alles umwenden, verändern, durchsuchen, durcheinanderbringen' [ZW-Gr'bundb, mancherorts, Brandstätter in: PfMHk. 1925 175]; äne uf de Kopp st. 'einen Menschen um Hab und Gut bringen' [ KU-A'glan, vereinzelt]; sich uf de Kopp st. 'sehr verwundert sein über etwas, fassungslos sein' [ KU-Kaulb, vereinzelt], 'unbedingt etwas erreichen wollen' [ KU-Wolfst, vereinzelt]; de Kopp st. 'stolz sein' [ KU-Kaulb KL-Fischb NW-Geinsh LA-Herxh Mörzh]; stellt de Kopp wie e Poohaa (Pfau) 'ist stolz, eitel' [ KU-Schmittw/O GH-Schwegh], ... wie e Gokkel 'streitlustig sein' [ NW-Kallstdt], ... wie e Soldadegaul [ NW-Frankeck]; de Bart ('s Bärdel) st. 'stolz sein' [ PS-Burgalb LU-Altr BZ-Nd'horb GH-Zeisk]; d' Nas st. 'stolz sein' [ GH-Zeisk]; de Grutze st. 'stolz, hochmütig sein' [PS-Rodalb (Bernhard 154)]; stellt die Berschde (Bürsten 'Haare'), von einem Menschen, der leicht erregt und heftig wird [ FR-Bockh Kindh]; die Hoor (uf'm Buckel, de Schwanz) st., von Katze oder Hund bei Erregung [ KU-Schmittw/O NW-Wachh]; de Kraa'e st. 'sich von einer Sache abwenden' [ KL-Hütschhs], 'eingebildet, hochmütig sein' [ LU-Friesh NW-Hardbg BZ-Albw GH-Leimh]; sich uf die Zeh' st. 'sich wehren' [ KB-Kerzh]. Er stellt die Grutz 'Gurgel' wie en Gansert 'Er prahlt' [ FR-Bobh]. Dem stellt sich de Schnorres, vor Zorn [ RO-Rehborn FR-Kindh]. Der wääß gar nit, wie er de Kopp st. sell, mer määnt wunner, wem der g'heert, der Großmogel, der närrisch Aff! [ GH-Nd'lustdt]. Die Hoor (uf'm Kopp) hun sich geje Berich (Berg) gestellt, vor Angst und Schrecken [ KU-Schmittw/O FR-Bockh]. Er stellt de Kamm (wie e Gockel), von einem eingebildeten Mann [FR-Tiefth, vereinzelt ges. Pf]. Die stellt de Gickel (wie e Gockel), ist stur und hochmütig [Krieger 19, 20, Kaislt, Fuhrmann 1]. Er muß sich uf'd Hinnerfieß stelle, muß sich wehren [Bergz (Kamm 82), KU-Trahw Bechb Kaislt BZ-Dierb, Bernhard 154, mancherorts Gal Buch]. Ich bin blott, un wann de mich uf de Kopp stellst, fallt kenn Penning me raus [ BZ-Billh]. Er stellt es ganz Derfche uf de Kopp [ KB-Kriegsf]. Du kannscht mich uff de Kopp st., wanns net wohr is, Beteuerung der

[Bd. 6, Sp. 526]
Wahrheit [Krieger 33]. Er krieht se net un wenn er sich uf de Kopp stellt [PS-Burgalb, Krieger 17]. Wanner das heert, stellt er sich uf de Kopp un verwunnert sich met de Bään [ KU-A'glan]. Wu er's kert (gehört) hot, hot er sich schier uf der Kopp gschdellt [Beam Penns 89]. Er stellt die Grieb (Griebe 2 b 'Schwanzwurzel') 'Er macht sich schleunigst davon' [ ZW-Bottb], ... de Bensel (Pinsel 2 a 'Schwanzhaarbüschel') dass. [ ZW-Bottb Kaislt]; ... de Bensel (Pinsel 2 a 'Schwanzhaarbüschel'), ist hochmütig [ HB-Einöd]. —
2. 'jemand oder etwas an einen anderen Platz bringen; positionieren'; einen vor die Deer (ins Eck) st. 'einen Schüler zur Strafe vor die Klassentüre (in die Ecke) schicken' [ RO-Als Obd]; de Hawwe uf de Herd st. [Krämer Gal 207]; 's Esse uf de Disch st. 'servieren' [ KB-Kriegsf]. Du stellsch dich hie, wo's geht [Ranssweiler 101]. Schdell de Däsem 'Sauerteig' in die Kich, well ma morgje backe [ IB-Ommh]. Dau kannscht dei Schützestecke en die Eck stelle [Westrich (PfId. 181)]. Dann for e Grumbeer weech zu quelle, / Braucht mer se nor ufs Feier stelle [Münch Werke I 95]. Eich stellen mer do fer die Weil / Den Vool unner die Bank [Ranssweiler 88]. RA.: 's Maul st. 'geziert sprechen' [ FR-Kindh]; zur Redd st. 'jemand die Meinung sagen' [ PS-Erfw, vereinzelt]; aam 's Baan st. 'jemanden zu Fall bringen' [ LU-Altr, mancherorts]; die Fieß unner seim Vadder sein Disch st. 'noch im elterlichen Haushalt leben' [ KU-Roßb]; e Kälbche uf de Maak st. 'sich übergeben' [ KU-Selchb]; in die Mitt st. 'Streit schlichten' [KU-O'staufb]. Ich stell mein Fuß newe deine 'Ich bin dir ebenbürtig' [ GH-Kand]. Er stellt de Lare (Laden) 'Er schielt' [ LA-Wollmh]. De Hund stellt die Zähn 'zieht seine Lefzen zurück, droht' [ LU-Alsh BZ-Stein]. Er hot die Aue gestellt 'Er hat die Augen aufgerissen, verwundert geschaut' [KU-Schmittw/O Frankth PS-Zesbg LU-Neuhf BZ-O'ottb GH-Zeisk, Keiler 90]. Ich stell ene an de Pranger 'Ich decke seine Verfehlung auf' [ LU-Opp]. Das kennt mer in die Abedeek st. als Brechmiddel, von einem häßlichen Mädchen [Kus]. Geh heem unn stell dein Mutter ins Wasser, daß se Worzle zieht!, zu einem Sprüchemacher [Volk und Heimat 20. 8. 1926]. Der stellt mich in de Schadde 'ist mir an Können überlegen' [ GH-Schwegh]. Dem scheiß ich uf de Kopp un stell 'n in de Keller bes er groe Hoor krieht, Ausdruck tiefster Verachtung [ KU-Kaulb]. Ich hunsem (habe es ihm) vor die Noons gestellt [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Mäd sin net for in de Glasschank se st. [ Gal-Dornf]. Einen KR. s. PfWB Kristkind 2. Volksgl.: Wasser unnich's Bett g'stellt soll gut sein, as en Krankes sich net ufleit [Fogel Beliefs Penns Nr. 1387]. —
3. in einer Bewegung hemmen.
a. 'jemanden zum Stehenbleiben bringen', nur in der RA.: aane st. 'jemanden dazu bringen, daß er zuhört; Rechenschaft von jemandem fordern' [ KU-Kaulb LU-Böhl]. —
b. 'Wasser stauen, Wiesen unter Wasser setzen'; 's Wasser st. [KL-Fischb Landstl PS-Burgalb KB-Bischh LA-Birkw GH-Lingf]; vgl. PfWB stauen 1 a und

[Bd. 6, Sp. 527]
b; unner Wasser st. [ HB-Lu'thal ZW-Dellf]; die Schließ gestellt [ KL-Schwedb PS-W'fischb BZ-Wernbg]. Die Binn (Binne 'Bachschleuse') st. [ KU-Nanzw]. Die Wisse in Wasser st. [ NW-Gönnh]. Das Wehr werd gestellt [ HB-Nd'bexb]. —
c. medizinisch. Die Winn han sich gestellt, von Blähungen bei Darmträgheit usw. [KU-Bedb ZW-Bechhf Hornb RO-Als Sippf KB-Bubh PS-Windsbg SP-Heiligst LA-Birkw BZ-Hermbghf]. Es hat sich alles gestellt, dass. [ ZW-Battw]. Bei Brucheinklemmung sagt man: innere Wind hän sich gschtellt [Heeger Vhk. 65]. 's Wasser hot sich g'schtellt, Harnverhaltung [Heeger Vhk. 64]. Das Blut stellt sich [Heeger Vhk. 6, 60]. Volksgl.: Blud stell dich in die (rechte?) stadt, / wie es Gott befohlen hat, ein Blutsegen um a. 1800 [Heeger Vhk. 88 (LA-Frankw)]. —
d. vom Wetter. Am Rhein stellt sich's Gewidder [ LU-Alsh]. —
4. technisch: etwas zum Funktionieren bringen.
a. 'eine Falle zum Tierfang einrichten, Wild in Schlingen fangen'; e Schlopp (Schlupf 2) st., Schlepp st. [ PS-H'eischw, mancherorts]; e Schling st. [ KU-Hefw]; e Fall (Falle) st. 'eine Tierfalle fängig machen' [ LU-Altr, vereinzelt]; e Sibb (Sieb) st. [ LA-Gommh]. RA.: e Fall st. 'einen Betrug, eine Gemeinheit vorbereiten' [ LU-Altr, vereinzelt]. —
b. 'bei einer Uhr die richtige Zeit einstellen'; die Uhr stelle [ RO-Odh, mancherorts]. —
c. 'die Lautstärke eines Radios usw. regulieren'. Mariche, schdell doch emohl grad de Duddelkaschde e Bousche härder! [Glass II 24]. —
d. 'richten, einstellen'; die Säg st. 'die Zähne einer Säge richten' [ KU-Schmittw/O]. Die Sens werd gestellt 'Sensenblatt und Wurf in den richtigen Winkel stellen' [ LU-Altr]. —
e. 'einen (neuen) Wagen mit Gestellaufbau versehen, den Heuwagen richten, mit Reitel und Kette spannen'; de Waan st. [ KU-Etschbg FR-Ebertsh GH-Zeisk]; vgl. PfWB reiteln 1. »Für die Erntezeit wird der Wache gstelld, ist sie vorüber, wird er wieder abgestelld« [Gimmel in: PfL 11. 9. 1925]. a. 1425: von eyme nüwen gestelten wagen [LeinArch. Löhne]. —
f. 'die Schleuse des Triftkanals zur Holzflößerei regulieren' [ NW-Appth]; vgl. PfWB Trift 3. —
5. 'frische Milch zum Sauerwerden stehenlassen'. Die Milch werd gestellt, daß se dick werd [Kaislt, ZW-Battw]. —
6.
a. 'zur Verfügung stellen, bereit stellen'. Ich stell 's Esse un du stellscht de gude Moselwoi [ LA-Gommh]. RA.: Dem stell ich liewer die Kläder wie die Koscht!, sagt man, wenn jemand einen überaus guten Appetit hat [Lu'haf]. Dämm schdellt mer aa besser 's G'sangbuch wie die Koscht!, dass. [PS-Rodalb (Bernhard 211)]. Der Winn verweht's ... Un' is uns Menschekinn' / En anner Los gestellt? [Schandein Ged. 181]. a. 1535: Item der hundt (Hunde 'Gerichtsdiener') mueß die leiter stellen, will er sie uffhan, mueß er sie stellen [ABlieskst 99]. a. 1629: das disse muhl fronfreii, mus aber vf erfordern Churpfaltz ein reiswagen stellen [PfWeist. 763 (FR-Gr'karlb)]. —
b. 'jemandem etwas vorlegen, übergeben'; die Rechnung st. [ ZW-Battw, vereinzelt]; Heiratsantrach st. [ NW-Kallstdt]. —
c.

[Bd. 6, Sp. 528]
'zum Militärdienst einrücken', sich st. [mancherorts, Krämer Gal 207]. Er muß sich st. [ ZW-Battw]. —
7.
a. 'darstellen, sein, sich befinden'. E Pälzer schtellt sein Mann uf Schritt un Tritt [Sommer Humor 7]. Dehaam, muß siehn, wie 's Karn sich stellt [Christmann Grummet 8]. RA.: in Glanz gestellt 'fein herausgeputzt sein' [ KU-Herschw/Petth]. Er stellt noch sein Mann 'Er ist noch rüstig, heiratsfähig' [ RO-Obd]. Er is gut gestellt 'Er ist vermögend, lebt in ausgezeichneten Verhältnissen' [vereinzelt, Höh 145]. a. 1842: Die Frucht stellt sich dünn, der Klee blieb klein [NPfGV 1925 78 (Rockhs)]. —
b. 'vorgeben, etwas zu sein; so tun als ob; sich verstellen'; sich krank st. [vereinzelt, Krämer Gal 207]; sich dumm (närrisch) st. [ KU-Schmittw/O]. Er stellt sich dimmer, wie er isch [Kamm 98]. Er stellt sich wie e Narr [ KB-Kriegsf]. Der es net so wie er sich stellt 'Er ist verrückt' [ KB-Kerzh]. RA.: Er stellt sich, als kennt er keen Wässerle triewe, von einem scheinheiligen Heuchler [LA-Impfl]. Er trinkt for e Kreizer un stellt sich närrisch for e Sechser [ Gal-Brotschk]. —
c. 'zu etwas eine Meinung haben, eingestellt sein'. Guck der se vorher grindlich an, / Wie se sich stellt zum Wei!- [Ranssweiler 14]. —
8. 'fangen wollen, nachstellen'. a. 1553: mit hasengarn im feld und nit im wald nach einem hasen zu stellen [ABlieskst 30 (IB-Lautzkch)]. —
9. 'vereinzeln', von dicht gesäten Pflänzchen, z. B. im Rübenbau [ NW-Dürkh]. — RhWB Rhein. VIII 619 ff.; LothWB Lothr. 496; ElsWB Els. II 589.
 
 
Steller in An-, Auf-, Fallen-, Ver-, Heu-, PfWB Schlupfsteller; Stellerin in PfWB Anstellerin.
 
 
Stell-falle f.: 'das aufgestellte Abschlußbrett des Kastenwagens vorne bzw. hinten', Stellfall [GH-Bellh Berg SOPf (Heeger Nachl.)]; Syn. s. PfWB Kopf(en)brett. ElsWB Els. I 106. — -faß n.: 'niedriges, bauchiges Faß', -faß [ Don-Bulkes]. — -garn n.: 'zylindrisches, über Reifen gespanntes Fischnetz, das in eine Spitze ausläuft', -gare [ ZW-Ixh Zweibr], -garn [LU-Opp, Lambert Penns 143]; Syn. s. PfWB Leggarn. RhWB Rhein. VIII 625. — -hebel m.: ' Teil am Grubber, zum Einstellen der Federzinken', -hewel [ KB-Bennhs Kriegsf], -hewwel [ LA-Gommh], -häiwel [ GH-Nd'lustdt].